7. Oktober, von Trebeurden nach Kerfissien

Wie gewohnt standen wir erst nach 8:00 Uhr auf und es dauert immer lange, bis wir alle gesellschaftsfähig und satt sind. Ich schaute ganz kurz beim Strand vorbei, die Flut könnte ja schöne Muscheln gebracht haben. Das Wasser stand aber fast so hoch wie gestern und neue Muscheln gab es nicht, ich habe nur ein paar ganz kleine mitgenommen. Dann fuhren wir auf sehr engen Gassen zum Pointe de Sehar, Gunter mochte das bei Ebbe nicht, ich wäre gerne ein bischen rumgestapft, denn es gab viele Felsen und die Chancen auf Tidepools mit schönem Bewuchs sind dann sehr groß. Im Frühjahr hatten wir diese Stelle bei Flut gesehen. Wow, was für ein Unterschied. In St Michel en Grève ging ich dann mit den Kindern auf den Sandstrand, aber außer Wattwurmkackern gab es nichts. Die Jungs spielten wild und sahen danach entsprechend aus:-) Das Saubermachen dauert dann immer so lange, wie der Strandbesuch selbst. Muschelsammeln kann man hier so weit im Westen, glaube ich nicht mehr. Die besten Stände dafür gibt es um St Malo herum.

Kreuz Irgendwo unterwegs aufgenommen, auf einem Friedhof vor einer kleinen Kirche

In der Mittagszeit fuhren wir nach Morlaix, weil wir Einkäufe erledigen wollten. Die Geschäfte hatten aber alle über Mittag zu. Sogar die Touristeninformation. Und das in eine größeren Stadt? Also schauten wir uns die Stadt so an, das große Eisenbahnviaduct war beeindruckend, die Bilder möchte ich hier eigentlich nicht zeigen, denn das Licht stand denkbar ungünstig. Aber, wir können ja nicht überall abends sein. Und morgens trödeln wir meist.

verzierungen

die kleinen schönen Dinge entdeckt man meist erst auf den zweiten Blick

Schilder

die Straßenschilder sind hier Zweisprachig: Bretonisch/Französich

Also, keine Geschäfte, dann fahren wir weiter. In St Pol de Leon gibt es einen schönen Strandbereich. Dort fuhren wir trotz (wohnmobil)Verbotsschilder hin, weiter hinten ist auch ein Wohnmobilstellplatz. Jetzt hatten wir richtig Ebbe. Also zog ich nochmal mit den Kindern los, denn hier gab es Alles: Tidepools, Tang, Wattwürmer und Felsen. Wir erkundeten alles und ich ging heute mal auf alle Leute zu, denn ich möchte endlich wissen, was die so alles machen. Also: eine Dame fischte mit dem Kecher unter dem Tang herum. Die fing Garnelen (bin mir nicht ganz sicher). Sie sollen sehr gut als Vorspeise sein. Ihr seht, mein Französisch wird besser:-) Zumindest, wenn es ums Verstehen geht. Wir hören auch Französich-cd's, wenn's der Verkehr zuläßt, daß ich mich darauf konzentriere kann. Dann gab es noch einen Herrn mit Rechen. Der suchte Schnecken und fing unter den Steinen Krabben (Krebse). Einen schenkte er uns. Zwei hatte er im Eimer gehabt, einen toten und einen lebendigen. Später hatten wir dann den Toten im Eimer. Dumm, hätten wir den lebendigen genommen, den hätten wir wieder in den Tang setzen können. So war der Krebs, den wir hatten, nun umsonst gestorben, denn wir wissen nicht, wie man ihn zubereiten würde und aufheben konnten wir ihn aus Muffelgründen nicht. Ja, und dann war noch ein Mann, dessen Blaumann bis unter die Arme naß war. Auch er sprach kein Englisch, verstand jedoch, daß es uns interessierte, was er denn gefangen hätte. Es war ein sehr großer Aal (denke ich, denn der Fisch war sehr lang). Mehr hatte er nicht. Also, es schein ein ganzes Stück Arbeit zu sein, einen so großen zu fangen. Wir erforschten auf eigene Faust die verschiedenen Tang, Seegras und Algensorten. Sahen kleine Krabben, Fische, Muscheln, Schnecken, die an Tang knabberten und einiges mehr. Die Kinder waren begeistert und hinterher mal wieder naß. Diesmal waren wir mit Stiefeln losgezogen, morgen waren wir mit Strandschuhen unterwegs. Die Sonne war sehr warm, ich habe es nun auch aufgegeben, mit Pullis rumzulaufen und bin zu T-Shirt und kurzer Hose übergegangen. Wahnsinn, das Wetter. Zu Hause soll es regnen und kalt sein, sagte Mathilde am Telefon.

Noch immer fehlte uns Brot, also fuhr ich in das Stadtzentrum.

Kirchturm Ich habe die Spitze absichtlich abgeschnitten, damit man mehr Details erkennen kann.

Und die Kirchen in St Pol sahen so schön aus, daß wir hielten. Ich fand sogar recht schnell einen Parkplatz im Ortskern. Leider nahmen wir nur ein Stativ mit, und heute waren beide Kirchen geöffnet. Es macht uns mittlerweile viel Spaß Kirchen zu fotografieren. Die Kinder lieben auch das Flüstern und sie sind recht geduldig. Zwei Kirchen hintereinander waren etwas viel. Wir schauten uns die kleinere, deren Namen ich leider nicht weiss, zuerst an. Dort lief auch wie in Le Treport ein Tonband mit Kirchenmusik. Die Stimmung in der Kirche war entsprechend schön. Hier ein paar Impressionen:

Engel

Ein Engel

Ste Anne Dann gingen wir erst an den Geschäften vorbei, zum Visitor Center (sorry für die englischen Ausdrücke, manchmal finde ich, daß die besser passen), in dem es keine Gezeitentabelle mehr gibt, denn es ist Oktober!
Diese Cathedrale roch ziemlich muffelig innendrin, außerdem fehlte die Musik, aber sie war grandios. Zu dumm, daß wir nur ein Stativ dabei hatten, die zusätzliche Zeit fehlte den Kindern dann schnell bei ihrer Geduld und sie fingen an Quatsch zu machen. Vielleicht waren die Kinder auch so wuselig, weil die Musik fehlte? Wenn Gunter jedoch fotografiert, konzentriert er sich voll und ganz und ich muß eigentlich immer auf die Kinder aufpassen. Ich denke nicht, daß Gunter es absichtlich macht, er schaltet einfach den Fotografen an und den Vater aus. Das kann eine Mutter aber nicht!!
Auf dem Rückweg zum Mobil kauften wir Brot in einer Bäckerei und sahen noch ein paar Lädchen an. Jetzt kommen die Bilder von der Cathedrale, bei den Kirchenfenster kann auch ein Bild von der ersten Kirche dabei sein.

Kirchenschiff

Schwierige Lichtverhältnisse, aber wunderschön anzusehen. Rechts im Bild Sarkopagen

Kirchenfenster

verschiedene Kirchenfenster (erkennt man noch was?), Esra war irritiert, daß man in Kirchen immer nur solche Fenster sieht und keine zum Rausschauen.

Nach so viel muffliger Kirchenluft brauchten wir wieder die frische Seebrise. Ach, wunderbar, was man hier alles machen kann. Wir fuhren bei Kerfissien wieder an den Strand. Dort kletterten die Kinder auf den Felsen, wobei ich wieder aufpassen mußte, denn sie waren etwas zu waghalsig, es geht nicht nur tief runter, die Flut hat Höchststand (Springtide) und die Wellen rauschten bis zum Rand. Ich kam wieder aus Konzentrationsgründen nicht ins Fotografieren rein. Hab ich eine Blockade? Bei Schriftstellern sagt man das ja manchmal. Mir kommt es bei mir jedenfalls zur Zeit manchmal so vor, vielleicht bin ich einfach nur müde, so eine Reise ist anstrengend, wenn man's so macht wie wir! Richtig Arbeit die Fotografie. Sagt bloß jetzt nicht, ich wollte es ja so. Wenn man den Virus einmal gefangen hat, dann kann man nicht mehr anders! Also, nach einer Stunde ungefähr sah ich dann doch ein paar Motive, ich konzentrierte mich so gut wie's ging und legte los. Ziemlich gegen Ende, also nach dem Sonnenuntergang, bat ich Gunter um ein paar Bilder mit voller Konzentraion was gut klappte. Er ging mit der Dreierbande zu, Wohnmobil vor.

Langzeit

es war ziemlich windig und da sind diese 2 Minutenaufnahmen nicht so einfach (diese hier war etwas kürzer), jetzt hatten wir auch alle, bis auf Gunter, Jacken an.

Badende So kalt es auch war, da kamen doch glatt ein paar Leute mit Handtüchern vorbei und tatsächlich: die badeten. Einige hatten Neoprenanzüge, ein paar aber nur Badehosen oder Anzüge.
Brrrrrrrrrrrrrr

Abendlicht

zwei Felsen, denen ich heute fotomäßig auf die Pelle rückte, im Abendlicht, mal ohne Filter

Abstrakt

und nochmal ziemlich abstrakt

andere Felsen

nochwas simples, nach Sonnenuntergang, daher nicht so rot

Wolken

ziehende Wolken 2 Minuten lang aufgenommen

weiter - zurück - index - home