8. Oktober, Von Kerfissien nach Roscoff

Da hatten wir geschlafen, Wellengerausch inklusive!
Ich fotografierte schon vor dem Frühstück, nein eigentlich ging Gunter als Erster los, ich machte den Kindern das Frühstück, kochte Tee und räumte auf, dann ging ich Gunter entgegen und löste ihn ab. Er früshtsückte und ich meditierte beim Fotografieren. Ich war unschlüssig und schwenkte zwischen Wellen, Langzeit und Segelbootefotografie.

Eine Langzeit erstmals am Morgen, ziemlich simpel gestaltet

Ein paar Leute machten sich fertig für's Segeln, so früh morgens hatte ich noch keinen Mut zum um Erlaubnis fragen

Spiegelung
Dann ging auch ich rein, wusch meine Haar und aß etwas. Wir waren unschlüssig, was wir tun sollten, es gibt ja so viel Interessantes. Das Aquarium in Brest interessiert uns, aber wir waren nach dem Einkaufen schon etwas spät und wir müssen langsam an den Rückweg denken. Also entschieden wir, in das kleine Aquarium in Roscop zu fahren, also ein Stück zurück, unterwegs kauften wir Brot und was für drauf ein. In Roscoff angekommen sahen wir, daß das Aquarium nur mittags von 15-18:00 Uhr auf hat und das nur an zwei Tagen pro Woche!! Wir machten also einen Stadtbummel, denn Noah wollte so eine Acylhalbkugel mit Glitzerinhalt (son Souvenirding halt -laut Gunter). Wir fanden einen Souvenirladen, Gunter fotorafierte die Stadt, und ich kaufte Muscheln. Die waren recht günstig hier. Eine Abalone, die wir leider nicht finden, kostet hier nur 75 Cent. Eine ganz klitze kleine habe ich gefunden, aber die ist nicht der Rede wert. Jedenfalls bekam Noah nach der Enttäuschung über das geschlossene Aquarium seine Glitzerkugel mit Leuchtturm und Muscheln. Wir aßen hier zu Mittag und fuhren dann nach längerer Diskussion in Richtung Westen. Über Guisseny erreichten wir Lilia, wo es einen sehr hohen Leuchtturm auf der kleinen Insel Ile Vierge gibt. Diese ist bei Ebbe zu Fuß zu erreichen. Wir waren jedoch etwas spät, und nur Noah hatte Lust, mich ins Watt zu begleiten. Amy schlief, und Esra mußte eine längere Sitzung abhalten. Noah und ich zogen also die Gummistiefel an und stapften los. Wieder sprach ich Leute an, um zu sehen, was sie fingen, Noah war begeistert, denn jeder tat etwas in seinen Eimer. Ein paar kleine Garnelen und ein kleiner Fische ladeten darin und er war sehr stolz und wollte seinen Geschwistern alles zeigen. Gunter hatte zwischenzeitlich geruht, Amy geschlafen, Esra gemalt und wir Bilder gemacht und etwas über das Meer gelernt.

Noah im Hafen

ein Boot mit Leuchtturm
Gunter hatte von der schlafenden Amy ein Foto gemacht und dazu die Kamera auf 400 Asa gestellt. Mir davon aber nichts gesagt und einfach die Fototasche in die Hand gedrückt. Ich habe heute also 500mb Daten auf 400 Asa produziert und bin frustiert. Echt!! So ein Mist! Das stellte jemand an der Kamera rum und sagt nichts. Und heute war ich mit meinen Langzeits und Stimmungsaufnahmen vom Meer so zufrieden. Erstmals hatten wir richtig dunkle Wolken und ich machte ein aufwediges Bild von den kletternden Kindern auf den Felsen. Ach, Schade! Für's Internet ist die Qualität ok, ich denke nicht, daß man bei der Größe den Unterschied sehen kann, denn die Canon ist eine wirklich gute Kamera.
Also, hier nun trotzdem die Bilder:


Ein netter Bretone beim Garnelen fischen. Auch er hat Noah was in den Eimer getan

die Wattwanderer zwischen den Booten

Amy untersucht das Meeresgetier
Ich "unterhielt" mich mit unseren Wohnmobilnachbarn, und konnte sehen, wie man Napfschnecken zubereitet. Interessant, wenn man sich nur traut und alles erfragt. Wir fuhren trotz schönem Platze weiter, denn Gunter wollte nochmal wilde Wellen und Felsen fotografieren. In Neis Vrag fanden wir einen wunderschönen Strand, wir verweilten ca. 2 Stunden. Die Kinder kletterten auf den Felsen herum, wir fotografierten, es nieselte nur hie und da etwas. Wir wurden alle sehr müde und naß.

die Kinder auf den Felsen, lange konnte man das nicht tun, denn das Wasser war in Anmarsch

eine der Langzeitaufnahmen

eine Langzeitaufnahme mit Amy, gegen Ende des Bildes wurde sie vom Wasser überrascht und heftig naß, denn eine Welle schlich sich um die Felsen herum

Ein super praktischer Kletterfelsen mit Geheimgängen (das Bild ist nicht ganz sauber ausgearbeitet, dafür fehlt mit unterwegs die Zeit)

Spielen mit dem Tang, da brauchts starke Männer!

der angespülte Tang sah aus wie japanische oder sonst welche Schriftzeichen

eine Welle
Einen nicht ganz einsamen Platz zu finden, war gar nicht einfach. Wir fuhren eine Weile an der Küste entlang, aber in dieser Gegend scheint es kaum Wohnmobilisten zu geben. Die Parkplätze direkt am Strand mochte ich heute nicht, denn in der kleinen Gezeitentabelle, die ich in Erquy geholt hatte, stand, daß die höchtste Flut des Jahres zu erwarten war. Mir fiel ein, daß es ja nicht ganz so weit zurück nach St Pol war, dort gibt es einen sehr schönen Platz, und auch in Roscoff hatten wir einen guten Stellplatz gesehen. Warum wir uns zuerst für St Pol entschieden, weiss ich nicht. Die Entscheidung war jedoch nicht so gut. Wir hatten den Platz ja gesehen und hätten uns denken können, daß er etwas unsicher sein könnte in dieser Nacht. Auf der anderen Seite haben wir eine so hohe Flut bisher nie gesehen! Also, um es kurz zu machen: die Straße zum Stellplatz war überflutet. Durch das erste Wasserstück fuhren wir hindurch, dann kam jedoch noch eine größere überflutete Stelle und mich verlies der Mut, wenn ich daran denke, daß die gesamte Strecke zum Stellplatz über einen Kai führt. Zudem war das Wasser, es war ja schon dunkel, tiefschwarz! Huhhh, das machte uns Angst. Die Fahrt zog sich dahin, ich wurde müde, in Roscoff, der Alternativmöglichkeit fanden wir den Stellplatz nicht auf Anhieb, also nochmal viel Fahrerei. Erst nach 21:00 Uhr standen wir dann und als ich die Bilder heruntelud sah ich, daß ich so viele Bilder mit der 400 Asa Einstellung gemacht hatte. Ach, was für ein Frust. Ich trank zwei Gläser Wein und schlich erstmals auf dieser Reise trotz unvollendeten Bericht ins Bett. Während der Nacht regnete es sich ein, ich schlief kaum, auch wenn das Meer hier in sicherer Entfernung war. Morgens wachte ich mit Kopfschmerzen auf, die Periode kündigt sich an:-(