9. Oktober, von Roscoff nach St Jacut-de-la Mer

Wir schliefen etwas länger, weil der Regen sowieso auf's Dach trommelte. Mein Kopf war schwer, ich legte mich nochmal ein paar Minuten hin, nach dem Frühstück. Jetzt ist es wohl vorbei mit dem guten Wetter. Alles sieht nur halb so schön aus, bei den trüben Wolken. Gestern gab es ja eigentlich zu viele Bilder, da sparen wir dann heute etwas damit! Ich habe nämlich nur ganz wenige gemacht, bin viel gefahren und haben fast zwei Eimer Muscheln gesammelt!

wohnmobil

Da es kaum Bilder gibt heute, mal ein Bild vom Stellplatz - so einsam war er nicht zu jeder Seite standen Wohnmobile und vor uns sogar ein Flair, der mit seinem Generator jedoch das Meeresrauschen übertönte

Wir fuhren zum Hafen und sahen uns den Markt an. Es gab nichts Fischiges, sondern Obst und Gemüse. Im Laden mit den Muscheln schlugen wir nochmals zu, denn für ein paar Leute wollen wir was mitbringen. Außerdem kauften wir den Kindern jedem ein T-Shirt. Amy und Noah wollten Delfine, für Esra gab es was Besonderes: ein Shirt mit Merlin drauf, denn er heißt mit Zweitnamen Merlin und er mag Zauberer.

Hafen von Roscoff

der Hafen bei trübem Wetter, zusammengesetzt aus 4 Bildern

Gemuese-hafen

Wir wollen nun jeden Tag eine größere Strecke gen Heimat meistern. Und beschlossen, in Richtung St Jacut zu fahren, damit wir nochmal Muscheln sammeln können. In Plerin, einem Vorort von St. Brieuc kauften wir ein, die Jungs blieben erstmals allein im Wohnmobil, weil sie Petterson fertig hören wollten. WIr besorgten nur Brot und einen frischen Eimer und neue Blöcke zum Malen für die Kinder.

Als wir in St Jacut ankamen regnete es noch immer, zwar nicht stark, es war aber ziemlich naß von oben. Die Kinder zogen es vor, die DVD "Hennen rennen" zu schauen, denn darauf warten sie schon lange, das Wetter war bisher viel zu gut dafür. Ich zog also erstmals alleine los und gab mal richtig Gas. Der Strand ist unheimlich groß, wenn mal die Ebbe da ist. Ich mußte sehr weit laufen, um Scallops (Jakobsmuscheln) zu finden. Die leben ja im seichten Sand und genau dort lief ich hin. Die Franzosen sind eher wie Gunter, denken immer ans Essen und liefen daher alle mit Messern oder Rechen herum um was für den Kochtopf zu holen, nein, die Austern werden ja vor Ort geschlürft. Aber manche sammelten auch Herzmuscheln oder holten Miesmuscheln. Ich führte wieder ein paar nette Gespräche, schenkte eine Frau eine Scallop und bekam von zwei Frauen sogar ein paar Muscheln in den Eimer. Leider so Wurmstichig, daß ich sie weiter vorne wieder entsorgte. Meistens war ich jedoch allein, denn da wo ich die Dinger sammelte, die man nicht essen kann, war niemand. Ich fand einen halben Eimer voller schwarzer Jakobsmuscheln, die aber eigentlich alle schon zu lange im Meer heumgegammelt hatten. Damals im Hafen hätte ich zuschlagen müssen (siehe Bericht vom Frühjahr). Einmal ziemlcih weit draußen erstaunte mich ein Stück Tang, welches seltsam gemustert war, als es auch noch blinzelte, wußte ich das ist was anderes: ein Aal, Fisch oder Schlange. In meinem Buch ist es jedenfalls nicht drin, vielleicht weiss es jemand, der das liest?

(Anmerkung vom 10.10.: wir waren im Aquarium bei St Malo und dort habe ich diesen Fisch gesehen, es ist ein "Pipefish", weiss leider keinen deutschen Namen! Der wartete wohl sehnsüchtig auf die Flut, denn eigentlich gehört er wohl nicht an den Strand)

Aal

Nach dem ersten Eimer ging ich zurück, denn er wurde mir zu schwer und ich wollte Gunter wissen lassen, daß ich OK bin. Ich lief nochmal los, um Strandnah ein paar kleinere Schnecken und abgeschliffenen Austern zu sammeln. Irgendwann tat mir der Rücken weh, die Augen sahen nichts mehr vor so vielen Muscheln und ich war völlig durchnäßt. Den kleinen Eimer hatte ich nicht ganz füllen können, ich hatte diesmal sehr darauf geachtet, daß die Schmuckstücke, die ich einsteckte auch in Ordnung waren. Wenn Amy mitsammelt, muß ich die Eimer immer bald kontrollieren, denn oft sind die Teile voller nassem Sand oder Sonstigem und muffeln heftig.

Meine Familie hatte zwischenzeitlich gegessen, das Hackfleisch, das es hier zu kaufen gibt ähnelt den Wattwurmkackern jedoch so sehr, daß auch mir der Appetit vergangen war, Amy hatte sich ganz geweigert. Eigentlich wollten wir unbedingt mal essen gehen. Die Gerichte sind jedoch sehr teuer, was sich bei 5 Personen ja nochmal addiert. Und wir sind nicht sicher, ob die Kinder das teure Essen dann auch essen. Aber probieren wollen wir es unbedingt, vielleicht packen wir es ja noch.

Diese Regenreiche Zeit würde sich nun ideal für ein Aquarium eignen, oder wenigstens eine schöne Stadt mit einer Kathedrale. Mal sehen, was wir morgen machen, ich hoffe, das Aquarium bei St Malo hat geöffnet. Dann wollen wir weiter nach Honfleur, um der Heimat näher zu kommen.

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