1.8. Immer noch Slettenes

So, jetzt haben wir einen Nebeltag und ich kann mal was tun am Notebook:-) Wieder waren wir wegen der Hitze früh wach, draußen geht immer ein kühler Wind, aber im Wohnmobil wird's zu heiß, wenn 24 h die Sonne drauf liegt. Da Ebbe war früh morgens, ging ich allein an den Strand, ich hatte nicht vor, lange zu bleiben, genoß dann jedoch sehr die Ruhe. Ich beobachtete die Küstenseeschwalben beim Fischen, manchmal wurden sie von Raubmöwen angegriffen, die raubten dann den frisch gefangenen Fisch. Richtig aufnehmen konnte ich die Vögel nicht, denn das Licht war schon zu grell. Ich nahm jedoch noch ein paar Details auf, sah noch, wie immer wieder Rentiere durch das Raubmöwenrevier liefen und verfolgt wurden, die Rentiere legten dann einen Zahn zu, was lustig aussah. Roy sagte, daß die Rentiere mindestens genausoviel Schaden anrichten, wie die Menschen, die durch die Brutgebiete laufen, jetzt kann ich es mir vorstellen - es liefen mindesten 15 Rentiere durch an diesem Tag und ich beobachtete nicht die ganze Zeit.

Unsere Toilette war voll, so wußten wir nicht, was wir tun sollten, eigentlich wollten wir noch nicht weiterfahren, sondern lieber einen weiteren Tag bleiben. Eine Entsorgungsstation sollte es jedoch so weit abseits nicht geben, ich regte sowieso die Vermutung, daß es hier - am Ende der Welt - keine Kanalisation und kein Klärwerk gibt. Roy und Birgitte wußten nicht, wo man entsorgen könne, wir sollten im Touristenbüro, welches im Gästehaus in Gamvik ist, fragen. Das taten wir auch und uns wurde auf freundliche Art geholfen. Wasser bekamen wir ein wenig am Leuchtturm, wir füllten nur so viel auf, daß es für 2 Tage reicht. Vielen Dank dafür! Da die junge, nette Frau im Leuchtturm nichts dafür wollte, schenkte ich ihr ein Bild, nun sie war so begeistert und konnte sich nicht zwischen zweien entscheinden, dann bekam sie halt zwei. Sie mochte die Langzeitaufnahmen am liebsten. Unser Myrland Photo vom letzten Jahr scheint jedem zu gefallen. Während wir redeten kam ein älterer Norweger rein und er fragte, wer ich sei:-) Ich verstand nicht alles, aber es paßte sehr gut bin meine erste Norwegischlektion, an die ich mich noch erinnern kann:-) "Jeg heter Gabi. Jeg kommer fra Tyskland!" Wow, ich hatte mal was gesagt und er hat mich sogar verstanden. Dann habe ich noch schnell auf norwegisch gesagt, daß ich KEIN norwegisch kann, sonst hätte ich Probleme im weiteren Gesprächsverlauf gehabt:-) Jedenfalls gefielen auch ihm die Bilder, er sei Journalist sagte er. Ich fand das toll! Er gab mir die Nummer von seinem Bruder, der wäre noch nicht in Pension:-) Die junge Frau im Leuchtturm beschrieb mir noch den Winter hier: es wäre blau, alles sei Blau, es würde nicht ganz dunkel und es wäre absolut ruhig, kein Wind. Nur Ruhe! Hört sich das nicht gut an?

Irgendwie gefällt es mir sehr gut an diesem Ort, die Menschen sind alle so nett! Jeder bleibt stehen und winkt, jeder schwätzt ein wenig. Nächstes Jahr wird mein norwegisch besser sein!! Ganz sicher - die cd, die ich habe, macht mir nämlich sehr großen Spaß. Und dann kommen wir wieder!

Das Licht war nicht dramatisch, aber so gegen 17:00 Uhr war der Himmel so schön blau, so lief ich wieder mit der Kamera umher. Auch in Gamvik, was nicht weit entfernt ist, machte ich ein paar Aufnahmen, Gunter mag die Postkartenstimmungen nicht, ich finde es zur Abwechslung mal sehr gut.

unser Womo

unser Flair in Gamvik

Gamvik

mittags in Gamvik - der Himmel war so blau so blau:-)

blauer gehts nicht

In Gamvik um die Mittagszeit

Womo und Leuchtturm

sieht aus, als hätten wir einen Turm auf dem Dach

Nun, da wir alles erledigt hatten und an den langen Abend im späten Licht dachten, überkam uns eine Müdigkeit. Obwohl mir weiterhin der Photofinger juckte, legte ich mich mit Noah im Arm hin, Esra las im Harry Potter weiter und Amy kuschelte mit Gunter. So schliefen wir 2-3 Stunden, kochten dann das Abendessen, einen Erbseneintopf, der von den Kindern verschäht wurde und dann liefen wir wieder los. Heute nacht müßte es eigentlich einen Sonnenuntergang geben. Bei der Wanderung sahen wir wieder viele Motive, die Kinder sammelten auf einem spitzen Felsgebiet Seeigel und ließen sie in Gezeitentümpeln schwimmen, wir hörten den Seehunden beim Heulen zu. Das Licht war gut, nur an der Stelle, wo wir waren und Gunter fleißig zu gange war, sah ich nichts. Das passiert mir manchmal. Als wir an den Strand kamen, wieder bei Ebbe, ging es anders rum, Gunter stand und unterhielt sich mit Remco und Hanno (auch ein Schweizer), ich war schwer an der Arbeit. Die Kinder hatten wieder Gezeitentümpel gefunden, in dem Fische schwammen, diese ließen sich nach einiger Zeit mit der Hand fangen und die Kids erkundeten sie dann. Wir wollten derweil den Sonnenuntergang, der ja diesmal einer sein mußte, photographisch "bearbeiten". Jedoch ging die Sonne auch nach einer Stunde nicht unter - sie tat uns den Gefallen nicht. Dabei hätte ich gerne nochmal einen green Flash gesehen. Am Strand waren auch Remco und Hanno und so verbrachten wir einige richtig schöne Stunden, an die wir lange denken werden.

Moltebeere

eine Moltebeere, die es nur in Norwegen gibt

Blumenwiese im Gegenlicht

eine Blumenwiese im Gegenlicht

Sonne

der ruhige nächtliche Strand

wolken

Wolken und Leuchtturm - eine recht lange Langzeit:-)

Erst nach 1:00 Uhr gingen wir zurück. Ich lud die Bilder runter, den Kinder wuschen wir die Füße, denn die waren samt Schuhen und Strümpfen im Eismeer geladet. Ich versuchte die Bilder zu sichten, und sogar was am Bericht zu machen, was nicht klappte, denn die Kinder hatten wieder Hunger bekommen. Das Abendessen war schon wieder zu lange her gewesen. Als endlich alle im Bett lagen, bekam die Sonne wieder mehr Energie - sie strahlte den Leuchtturm an, ich wurde nervös, wollte loslaufen, war aber HUNDEMÜDE. Nun, ich packte es trotzdem, zog mich wieder an und lief los und der Weg zum Strand ist anstrengend, weil es über Stock und Stein geht, und über weiches Gras natürlich. Die Tiere schliefen natürlich auch nicht - so sah ich einen Seal ziemlich lange neugierig aus dem Wasser schauen, sah die Vögel bei Fischefangen, das Licht, das Wasser....

Es war wunderschön in der "Ruhe", kein Mensch außer mir, nur Vögel. Die Bilder machten Spaß, ich sah sehr viele Details und denke, man könnte mehrere Woche hier verbringen und immer noch neue Motive sehen. Am Strand gab es Schluchten die dem Antelope Canyon in den USA sehr ähnlich sind. Ich machte Aufnahmen vom Stativ wurde irgendwann von der hereinkommenden Flut unterbrochen - man muß aufpassen, daß man nicht eingeschlossen wird. Erst um 4:00 Uhr ging ich ins Bett! Ich war geschafft aber glücklich! Zum Schlafen war es fast schon wieder zu hell und warm, trotzdem fiel ich in einen tiefen Schlaf, der allerdings nicht lange währte. Hier nun die Bilder von der Nacht:

Seetang und Leuchtturm

Tang, der darauf wartet, daß das Wasser wieder kommt. Es kam dann auch und schnitt mir fast den Weg ab!

Küstenseeschwalbe

eine Küstenseeschwalbe in der Nacht

nachts um 3

Nachts um 3:00 Uhr

Greyseal

ein greyseal in der Ferne

Tang

Tang

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