14.8. Waltour auf der Leonora
Wieder war ich die ganze Nacht wach gewesen. Das Licht war super um 3:00 Uhr nachts, schade, daß ich zu träge war, um die Photosachen bereit zu machen. Die Sonne lugte durch die Wolken hindurch, alles lag im weichen Morgenlicht. Bisher hatten wir vom späten Sonnenuntergang und vom frühen Sonnenaufgang ja fast nichts mitbekommen, weil zu viele dicke Regenwolken den Himmel bedeckten. Ich war also früh auf den Beinen aber nicht ausgeschlafen. Zeitig machten wir uns auf den Weg ins Dorf, die Kinder waren wieder warm eingepackt, Gunter hatte nachgelesen, was man homöopathisch gegen die Seekrankheit machen könne und Tabacum eingesteckt, Handschuhe und Mützen waren im Gepäck. Auch Bretzel hatten wir in Massen dabei, denn diese Tour hier dauert länger. Die Einführung war ganz nett, es gab viele Informationen, halt ohne Museum. Ich fand es eher angenehm, daß es nicht so lange war, und die meisten Fragen treten wohl eher auf, nachdem die Leute die Wale gesehen haben. Da die Fahrt ja ca. 2 Stunden dauert, bis man ins Walgebiet kommt und hier weniger Leute an Bord sind, gibt es viele Möglichkeiten zum Gespräch. Maria ist für Englischsprachige und Spanischsprachige zuständig, Andreas für Deutsch und Norwegisch (denke ich). Heute waren relativ viele Leute da (so um die 50) trotzdem war das Boot angenehm leer. Es gab genügen Platz für jeden. Die Tabeltten wirken recht heftig auf die Kinder - sie werden müde und schlafen ein. So lag Noah nach kurzer Zeit quer auf der Holzbank. Die Wellen waren sehr angenehm heute, mir wurde es überhaupt nicht schlecht und auch Gunter war gar nicht grün um die Nase. Die Kügelchen wirken!

Maria und Andreas bei der Einführung

die Biologen kommen vom Robbenfang zurück - die Robben bekommen Sender um sie dann orten zu können (über Stefan und Sonja schreibe ich später noch was!)

Andoya in blau
Diese Robbenfangtour hatte zur Folge, daß wir keine Robben sehen konnten, die waren alle geflüchtet. Wir würden es auf der Rückfahrt nochmal versuchen. Wir hatten genügend Zeit mit den Leuten zu reden und Per Ole ist sogar froh, wenn man zu ihm nach oben kommt und sich alles anschaut. Das war sehr interessant und sehr nett von ihm und schließlich ist man im Nu bei den Walen.

Hier konnten wir alles sehen, anschauen, wie ein Boot gesteuert wird, die Kinder durften auf dem Kapitänsstuhl sitzen, was ihnen Freude bereitete!
der Kapitän der Leonora, Per Ole
Als Noah in der Wärme etwas grün um die Nase wurde, beschlossen wir nach draußen zu gehen, frische Luft ist doch besser und man sollte immer den Horizont im Blick haben. Einer Italienerin war es sehr schlecht geworden, die mußte sich sogar übergeben, so bot ich ihr an, die homöopathischen Kügelchen zu versuchen. Ihr war es besser, sie nahm die Kügelchen noch 3 Mal und war dann glücklicherweise wieder ganz fit und sehr dankbar, denn die Wale konnte sie nun genießen. Wir trafen auch zwei deutsche Studentinnen, Silke und Lena, die ein halbes Jahr in Bergen studiert hatten. Auch Lena war es kotzübel, auch ihr halfen die Kügelchen. Ein Holländer tat mir leid, denn auch er hing über der Reling, bei ihm wirkten die Kügelchen wahre Wunder, denn kurz drauf war er wieder ganz munter und auf den Beinen. Also: Tabakum scheint das Mittel der Wahl zu sein. Man sollte mal eine Studie machen:-)

Den ersten Wal sichte ich - bin richtig stolz drauf, denn der war recht nah, es war ideal:-) - er schien gerade aufgestiegen zu sein.

sieht eigentlich sehr nah zum Land hin aus, was?

so sieht das Ganze mit Weitwinkel aus

Der massige Körper des Pottwals

der gebeugte Rücken kurz vor dem Abtauchen

die Fluke mit tropfendem Wasser

die Unterseite der Fluke - ideal zur Bestimmung!
Die Bedingungen für Photos und das Beobachten waren ideal, die Berge sahen toll aus im Hintergrund. Dummerweise machte ich zu viele Bilder beim Blas und im Beginn des Abtauchens, als dann die Fluke kam, war die Kamera am Speichern:-( Meine beiden Kameras sind einfach zu langsam! Bei den weiteren Fluken hatte ich dann das Problem, daß ich die Orientierung verlor, denn durch das Tele sehe ich nur einen kleinen Teil des Wals. So schnitt ich meist die Fluke an, so schade! Zudem fehlte das Licht, welches die Fluken zu Leuchten bringen müßte. Ach, wir müßten immer mit rausfahren! Dann hätten wir irgendwann die schönsten Bilder. Ich habe anhand des Films, denn wir mit der Olympus gemacht haben mal nachgezählt, wieviele Sekunden es dauert, bis der Wal weg ist. Es sind gerade mal 5 Sekunden und die bereiten einem eine solche Faszination. Komisch was? Jedenfalls scheint jeder, der das sieht, in den Bann gezogen zu werden! Selbst die seekränksten Leute sind hinterher begeistert, sagte Per Ole:-)

Silke machte das Bild (vielen Dank) - hier zu sehen: Dragan, Per Ole, Gabi und im Vordergrund Andreas
Wir sahen noch 4 Wale, beim letzten fing der Regen an, das Wetter wurde schlechter. So war die Entscheidung einfach gewesen, nun aufzuhören. Es wäre wohl besser, den Rückweg anzutreten, bevor das Wetter noch schlechter würde. Wir zogen uns also alle in den Innenraum zurück und genossen die Wärme. Es gab Fischsuppe, die sehr lecker war. Diesmal packte Gunter drei Becher voll:-) Die Kinder begnügten sich mit Butterbroten. Tee und Kaffe konnte man sich die ganze Zeit über holen. Das war gut zum Aufwärmen. Insgesamt war es jedoch an diesem Tag gar nicht so kalt gewesen. Die Fahrt war ganz toll! Es war wie ein netter, sehr intimer Familienausflug gewesen. Überall war man willkommen mit Fragen und es gab kein Verbot, man durfte das ganze Schiff ansehen. Mir gefiel es auch, daß man viel Zeit hatte um mit den anderen Mitreisenden zu reden. Wir lernten sehr nette Menschen kennen. Die beiden netten deutschen Studentinnen, ein französisches Ehepaar, nette holländische Familien, sehr nette Italienerinnen, mit denen wir auch viel sprachen. Sehr international, was? Zudem war die gesamte Crew so warmherzig, es kommt einem nicht so vor, als wäre das hier ein Business, eher wie eine Passion. Per Ole, da bin ich mir sicher - liebt die Wale über alles. Das ist sein Leben! (so wie meines die Natur und die Photographie ist!) Maria ist genauso fasziniert, sie möchte noch mehr Walprojekte machen. Sie informierte die gesamte Rückfahrt über die Leute über die Pottwale, gab viel Hintergrundinformation, lief mit Büchern und Kopien durch die Reihen.

Maria erklärt viel während der Fahrt

im Warmen - das Bier war nicht von uns:-) Wir schwankten auch ohne!

die Kinder hatten die Zeit zum Malen genutzt - hier ein Bild von Esra
Per Ole stellte für Interessierte Videos an, da gab es weitere Infos über die Pottwale und die Gegend. Auf dem Rückweg sahen wir dann noch Robben, die lagen gemächlich und faul an Land. Auch hier waren wieder gute Photos möglich, es gab eine extra Runde um die Insel, dann hatten wir wieder schwankenden Boden unter den Füßen. Vielleicht schwankten auch wir?
Mit Per Ole verabredeten wir uns für 9:00 Uhr im Restaurant. Das gab mir die Zeit, die Bilder herunterzuladen. Zwischenzeitlich trafen wir noch die Biologen und ich zeigte Silke die Bilder vom Tag. Schwupps war die Zeit rum, es war 9:00 Uhr. Per Ole kam mit zwei Finnen und Dragan. Das Restaurant war jedoch voll, so lud Per Ole uns auf die Leonora ein. Ich fuhr mit den Finnen (er macht Naturtouren, sie ist "Lehrling") dahin, denn es regnete in Strömen. Auf dem Boot trafen wir dann Per Ole, Dragan und seine Frau Anna-Lisa. Eine schöne Runde. Es gab Eis und Tee, wir sahen Filme an, über Spitzbergen und Sto, sahen ein kleines Stück Film von einem Pottwal unter Wasser. Wow! Das sieht so schön aus. Dann lud ich Anna Lisas Bilder auf das Notebook. Sie wollte auch Abzüge machen lassen und wußte nicht recht wie. Leider hat ihre Kamera nicht genügend Zoom und das Herausvergrößern bei 4MPixeln ist schwierig. Ich zeigte ihr ein paar Photoshop Sachen, hoffe, daß ich nicht wieder zu schnell war?! Aber das Notebook bremst mich etwas aus - die Zeiten, die ich wartend verbringe werden länger, je voller die Festplatte ist. Schließlich versuchten wir noch zusammen Poster zu entwerfen. Das machte Spaß. Ich mag diese Kreativität, die aufkommt, wenn mehrere Leute zusammenkommen. Es war sehr lustig und die Ergebnisse können sich sehen lassen:-) (Aber jetzt nicht hier, die kommen dann erst im nächsten Jahr an die Öffentlichkeit:-) Erst gegen 12:00 Uhr war ich zurück am Womo - es regnete immer noch in Strömen. Ich redeten nur kurz mit Gunter, schrieb dann noch ein wenig und kam viel zu spät ins Bett.
In meiner Abwesenheit waren Stefan und Sonja (die Seehundbeobachter!) hier gewesen. Morgens um 9:00Uhr fahren sie immer raus. Wir, oder vielleicht einer von uns, könnte mal mitkommen. Toll!