19. und 20. Juli 2004 - Die Fahrt nach Dänemark

Zum dritten Mal nun reisen wir gen Norden - er scheint uns erwischt zu haben, der Nordlandvirus. Die Kinder zählten schon lange die Tage, dann war es endlich so weit, es gab Ferien, nach unzähligen Feiern und Treffen, doch Amy und ich lagen mit einer Erkältung flach! Schade! Zusätzlich waren die Tage vor der Abreise von einem Mäuseproblem geprägt. Vo zwei Jahren hatten wir sowas schon mal, jedoch in ganz anderer Art: damals hatte sich eine Mäusefamilie im Haus breit gemacht und da wir so viele Bücher haben, ernährten die sich von Papier, was wir so nicht gut fanden. Diesmal lag sie Sache anders: ich mähte den Rasen, kurz darauf kam Noah gerannt und war ganz aufgeregt: er hätte ein kleines Mäuschen gefunden. Das mußte ich auf Wunsch der Kinder sofort photographieren. Wir entfernten uns nach wenigen Minuten damit die Mutter es wieder holen konnte. Dann schauten wir uns die Bilder an. Die Kinder waren ganz glücklich damit. Das kleine Wesen (wir wissen nicht genau, welches Nagetierbaby es war) lag weiterhin allein auf der Wiese, es war recht kalt an dem Tag. Ich ging abends in Englisch und Merry meinte, es sei wohl eher ein Sieben- oder Gartenschläfer. Gegen 22:00 Uhr kam ich heim - das nackte Wesen lag noch auf der Wiese, aber es war schon ziemlich erschöpft, keine Spur von der Mutter. Ich telefonierte, an dem Abend war was los... Gegen 23:00 Uhr sah ich das Bild auf dem Bildschirm, nein, ich durfte das kleine Lebewesen nicht allein in der Nacht draußen in der Kälte liegen lassen! So ging ich raus und holte es rein. Es war sehr klein und kalt, man spürte aber, daß die Wärme der Hand mochte, nach kuzer Zeit bewegte es sich. Und trank Milch von meiner Hand. So fütterten wir den Schläfer fast eine ganze Woche, richtig zunehmen tat er jedoch nicht. Jedoch fühlte der kleiner Kerl, den wir schließlich Snape nannten, sehr wohl, er krabbelte, kackte und trank. Nur mußte er ständig gehalten werden, denn sonst kühlte er aus - wir sind ja zu 5. in der Familie, an mir blieb jedoch viel hängen, vor allem die Nächte. Freitags feierte meine Mutter ihren Geburtstag, ich übergab ihr Snape schweren Herzens - man gewöhnt sich sehr schnell an so ein pflegebedürftiges Tierchen - und wir kamen wieder etwas zur Ruhe. So nutzten wir den Samstag - unserem eigentlichen Abfahrtstag, um uns auszuruhen, packten gemächlich. Am Sonntag war die Erkältung schon etwas besser, es wurde mit dem Packen ernster, aber erst am Montag sah man uns dauernd die Treppe runter und wieder rauf. Gegen 16:00 Uhr fuhren wir los, da waren wir fast schon müde vom vielen Räumen. Die ersten Kilometer sind dann meist mit den Gedanken, was man trotz aller Bemühungen an alles zu denken, doch vergessen hat! Diese Gedanken machen mich immer etwas nervös, bis ich schließlich abschalten kann und ich zu wiederholten Mal den Hörspielen der Kinder lausche. Ich hatte die letzten Tage viel mit meiner Mutter telefoniert, über den Siebenschläfer gesprochen, wir hätten zum Tierarzt gehen müssen, wegen der Nahrung, denn wir waren nicht sicher, ob die Milch, die wir ihm gaben auch gut war. Aber, wer nimmt einem denn ernst mit so einem höchstens 3 cm kleinen Geschöpf? Am Montag klingelte früh das Telefon: Snape war gestorben, meine Mutter und Tony waren fertig, auch mir kamen die Tränen. Nun - wir hatten es versucht und vielleicht war es besser so, denn Snape war ziemlich allein, was seine Sippe anbetrifft - wer hätte ihm denn beigebracht, wie man Futter findet in der Natur, auf welche Feinde man achten muß...

Nagetierchen

unser kleines Nagetierchen

Nun, so saßen wir traurig im Womo und fuhren nach Norden. Erst unterwegs unterhielten wir uns über die Strecke, denn wir planen nicht gerne lange vor. Leider waren wir später losgekommen als geplant, so wollten wir uns in Deutschland nicht weiter aufhalten. Die Strecke ist über Fehmarn kürzer UND die Fähre ist billliger als die Brücke in Dänemark. Kurz vor Hamburg fanden wir eine Platz, der wohl eher für Trucks war, dort fanden wir jedoch auch ein Plätzchen für uns und gesellten uns dazu. Wichtig war uns, etwas von der Autobahn weg zu sein. Wir wollten eigentlich morgens um 5:00 Uhr schon weiter, aber so recht wach werden wollten wir nicht. Aber um 7:00 Uhr klappte es, die Autobahn war noch schön leer und es ging gut vorran. Wir fuhren also Richtung Fehmarn. Schauten uns dann die Insel noch an, die Kinder rannten auf einem Waldspielplatz, hatten sehr viel Spaß mit den Geräten dort, warfen die ersten Steine ins Meer. Wir wollten wenigstens einen Leuchtturm photographieren, kamen aber mit dem Womo nicht hin. Es sah nach Regen aus, so ließen wir die Suche nach einem Parkplatz, die sich sowieso als sehr schwierig erweisen würde, denn es war voll und alles nur fü registrierte Camper offen. Schade! Von der Ferne sah der Leuchtturm gut aus. Die Fähre, die wir von der Autobahn aus gebucht hatten, fuhr alle 30 Minuten so war das kein Problem:-) Schwupps da waren wir schon drauf und fuhren los. Jetzt geht es mir auf Fähren besser und diese ist nur 45 Minuten lang. Sie kostete etwas üer 60 Euro. Auf Deck war es kalt, wir genossen jedoch die frische Luft und den Wind.

Fähre

Auf der Fähre im kalten Wind

freundliche Gangster

freundliche Gangster

Womo

Das Wohnmobil in der Fähre - ich wünschte, ich hätte nicht immer so ein ganz ungutes Gefühl da unten!

So, jetzt waren wir in Dänemark. Mal von der anderen Richtung, ich mag es, das Neue mit dem Bekannten zu kombinieren. Ich hatte über die Insel Mön gelesen, da wollten wir hin und so lag es fast auf der Strecke. Das Wetter war allerdings nun sehr schlecht. Es regnete leicht, hörte aber auch wieder auf. Nach vielen engen Gassen, standen wir dann im Wald. Die Küste, vor allem eine steile, sahen wir nicht. Aber der Wald war schön. Leider standen wir vor einem Automaten zum Parkplatz, der von uns 25 Kronen wollte - Münzen hatten wir aber nicht. So drehten wir wieder um und nahmen die aufregende Strecke zurück - hügelig, teilweise matschig und sehr kurvig. Schließlich parkten wir an einem Hafen und wanderten den Strand lang, die dänischen Boote haben was. Die Farben, die Form - ich mag's einfach sehr gern. So machten wir Bilder und gingen danach essen. Das Restaurant war chaotisch - wir wurden eingequalmt, warteten sehr lange aber: das Essen war super. Alles war leer nur die Mägen waren voll:-) So gingen wir schließlich im Regen zurück zum Mobil. Die Kinder schaukelten noch in einem Baum, waren total glücklich. Dann suchten wir einen Platz zum Übernachten. Das ist in Dänemark nicht einfach, denn eigentlich ist das wilde Campen verboten. Was verständlich ist, bei den vielen Touristen. Aber die Campingplätze sind viel zu teuer. Wir landeten schließlich auf einem Rasenplatz, der total aufgeweicht war, und zahlten für die Übernachtung OHNE Dusche, Toilette und Strom 27 Euro! So macht das keinen Spaß.

Fischkisten

bunte Kisten im trüben Wetter

Boot

ein typisch dänischen Fischerboot

Tarzan

die Kinder fühlen sich wie Tarzan

Leuchtturm

der Leuchtturm der Insel Mön

21.7. Die Fahrt nach Schweden

Abends prasselte noch der Regen auf's Dach, morgens nieselte es nur noch. Schlimm! So langweilig. Sehen konnten wir nichts, es war viel zu diesig. So hielten wir uns nicht auf, denn jetzt noch nach der Küste zu sehen hatte wenig Sinn. Außerdem wollten wir am Mittwoch bei unseren schwedischen Freunden sein. So fuhren wir den ganzen Tag und fuhren und fuhren. Es passierte eigentlich fast nichts anderes an diesem Tag, wir gingen zwischendurch einkaufen, um uns die Füße zu vertreten, denn es regnete richtig heftig den ganzen Tag. Erst spät am Abend: nach 22:00 Uhr kamen wir bei unseren Freunden in der Nähe von Vingaker an. Alle waren noch wach, so saßen wir noch bis 1:00 Uhr zusammen und fielen dann erschöpft in die Betten.

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