24.7. Abschied und weiter nach Norden
Früh morgens wurden wir von einer Meute Elstern geweckt, die feierten eine Kompostparty auf unserem Dach. Maria meinte, die würden sich öfters über den Kompost hermachen, wir standen gerade günstig. Innen hörte es sich lustig an, aber auch beänstigend, denn wir haben eine Solaranlage auf dem Dach und ob die so was aushält? Gunter klopfte im Alkoven ans Dach, dann hatten wir ein paar Minuten, und es ging weiter mit dem Lärm. Ich hätte aufstehen sollen, tat es aber nicht. Wenn ich nicht richtig weiterschlafen kann bekomme ich oft eine "Matschbirne" und komme schließlich später als gewohnt aus dem Bett und ich wollte nochmal zum Biber. Vielleicht könnte ich ihn ja auch mal sehen? Außerdem gefällt es mir an dieser Stelle. So kamen wir schließlich erst um 9:30 Uhr raus, ich lief gleich allein in den Wald, die anderen begannen das Frühstück. Der Biber war natürlich nicht da, aber viele Vögel, Hummeln und Bienen. Und nochwas undefiniertes, was mir das Hosenbein hochkroch und mich schmerzlich stach. Aua! Mein ganzes Bein tat weh und das erst beim Frühstück, welches aus diesem Grund eher dürftig ausfiel. Das wiederrum tat später meinem Magen nicht gut, der war nur dürftig gefüllt. Ich zeigte noch das nächtliche Kween Bild und wir entschieden zusammen den Titel, dann brannte ich eine CD und wir nahmen mit der neuen Olympus C 770 einen kleinen Film auf: unsere schwedischen Freunde singen für Noah ein Geburtstagslied. Das deutsche bzw englische können wir ja morgen selbst singen. Schließlich suchten wir alle Schuhe zusammen. Esra hatte im Wohnmobil nachgesehen und die Schuhe als fehlend eingestuft, so liefen wir einige Zeit durch den Garten - ohne Erfolg. Bis ich denn beschloß nochmal im Wohnmobil zu schauen: und siehe da - alle Schuhe waren an Ort und Stelle. Keine Sucherei von Nöten. Um 12:00 Uhr verabschiedeten wir uns. Es geht weiter Richtung Norden. Die Tage bei unseren Freunden waren sehr schön, besser nicht bleiben, sonst gewöhnen wir uns zu sehr an das "Paradies":-)

eine Möwe im See

die Ruhe am See - den vollen Campingplatz kann man ja "ausblenden":-)
Schon wenige Meter entfernt im Dorf studierte Gunter etwas ratlos die Karte. Ein Wagen hielt an, ein Mann stiegt aus und erklärte und lang und breit, wie wir fahren müssen: auf schwedisch. Wir haben es aber verstanden. Erstaunlich, was? Sehr nett war das! So fanden wir die Kreuzung, welche uns auf die Inlandsstraße nach Norden bringt. Ich wollte für Noah noch einen kleinen Kuchen besorgen, auch unser Brot war leer und Kerzen hatte ich vergessen mitzunehmen. Irgendwo machten wir einen kurzen Stopp im Supermarkt, den ich zusammen mit Amy durchstöberte. Für Noah kaufte ich noch ein paar Klicker, denn die sammelt er und die Utensilien für eine kleine Feier. Noah mag Überraschungen. Wir fuhren und fuhren und das Wohnmobil schlackerte heute fürschterlich. Mir macht das Angst. Wenn doch mal was wegfliegt? Wir vielleicht ganz hoch im Norden stehen bleiben und sich was "festfrisst"? Dummerweise taucht das "Schlackern" nur dann auf, wenn das Fahrzeug nicht in der Werkstatt ist. Es trat zum ersten Mal nach der letzen Reparatur auf, irgendwas wurde vielleicht beim Austausch des Lenkgetriebes vergessen? Von der Werkstatt sind wir ja nicht so begeistert, denn durch die hatten wir zwei unnötige Reifenpannen vor zwei Jahren. Nun, kurz gesagt, mir war's nicht wohl, schließlich ruckelte es in jeder Kurve, wir fanden aber heraus, daß es nur ruckelt, wenn man Gas gibt, im Leerlauf hört es auf. Also muß es mit dem Antrieb was zu tun haben.

die Kinder am See, wir waren abends noch unterwegs

Licht und Wolken über dem See

Erst recht spät fanden wir einen Campingplatz, der war zwar nicht so teuer (120 Kronen) aber sehr groß und voll. Uns gefallen genau diese Plätze gar nicht, wir konnten aber auch nicht weiterfahren und die Feldwege waren vom Regen zu aufgeweicht, da würde ich nicht reinfahren und "wild campen". So gingen wir mit den Kindern zum Spielplatz und machten eine Wanderung am See. Ich photogtaphierte mit der 300d, die ich als "Reservekamera" gekauft habe, weil die D60 nun schon 50.000 Bilder drauf hat und es mir etwas unsicher ist mit nur einer Kamera. Jedenfalls kam ich mit der Belichtungsmessung gar nicht klar und war ziemlich frustriert. Warum messen die beiden Kameras denn so unterschiedlich? Die Anleitung habe ich auf Gunter's Rat nicht mitgenommen, weil da auch die Software eingeschweißt war und die wollten wir eigentlich nicht öffnen. Nun, mir gehen die Kameratests langsam auf den Geist. (In der Reisevorbereitung haben wir viele, viele Objektive getestet, weil mein Zoom für die Filterschrauberei nicht geeignet war und ich endlich wieder ein Weitwinkel haben wollte. Diese Tests waren sehr nervig, denn erstens ging es um viel Geld und Gewicht und zweitens war es ganz schön anstrengend. Dann wollten wir eine kleine Kompaktkamera für die Kinder, aber die sollte auch kleine Filme aufnehmen können - also wieder Tests. Welche Kamera bietet was? Mensch: es gibt sehr viele Digitalkameras, das ist schon nervig. Schließlich haben wir die Olympus C 770 gekauft und bis jetzt sind wir sehr zufrieden. Die Kinder machen sehr gerne Filmaufnahmen damit) Nun aber zurück zu unserer Reise:-) Also, ich möchte jetzt einfach Landschaften photographieren und mir nicht weiter Gedanken um die Technik machen. Ich will jetzt Natur! Die Kinder wollten ihre eigenen Reisetagebücher weiterführen, das gibt bei uns ein Platzproblem, denn der Tisch ist zu eng für uns alle. So drehte ich mir den Beifahrersitz herum, was aber den Nachteil hat, daß ich keinen Stromanschluß habe. Gunter kramte den Zigarettenstecker hervor und ich stöpselte ihn ein. Wenige Minuten später blitze es bei einer Bewegung meinerseits und die Musik war aus - es hatte einen Kurzschluß gegeben. Und ich will nichts mehr von Technik hören? OK, im Trubel also die Sicherung suchen und tauschen. Gunter machte das mit der Ruhe von Magnus:-) Mir war mulmig, ich bin immer so aufgeregt bei so Sachen. Wir standen direkt vor dem Toilettenhäsuchen, das verursachte viel "Verkehr" und ich fühlte mich auf dem Beifahrersitz, den man gut einsehen konnte, eher wie auf einem deutschen Bahnhof als an einem einsamen schwedischen See. Viel zu voll, das alles! Nein, nicht unser Ding.
Ich schlief nur kurz, lag dann lange wach. Draußen tat sich NICHTS, kein Mensch zu sehen, es muß noch sehr früh sein? Leider nutze ich selten Uhren, so wußte ich nicht, wie spät es war. Mein Kopf schmerzte, ich hatte mich gestern wohl zu sehr über das Womo aufgeregt? Das sollte ich lassen, wenn ich es nur könnte!