26.7. die Fahrt nach Nordschweden

Und wieder schliefen wir zu lange. Wenn man abends zu spät in Bett geht, kommt man morgens logischerweise nicht raus. Aber: der Beschluß ist gefaßt. Morgen wir der Wecker gestellt. Wir entleerten die Toilette, das Wasser, füllten Frischwasser und schon war es 12:00 Uhr, los geht es. Die Fahrt war recht schön heute, man gewöhnt sich dran. In den Wäldern kann man viel sehen, wenn man aufmerksam ist. Wir sahen heute: ein Eichhörnchen, einen Fuchs und viele Rentiere. Die mögen wir alle besonders gern. Man möchte aussteigen und sie knuddeln. Einen Elch hatten wir von der Ferne am ersten Tag in Schweden gesehen. Bei der Fahrt muß man allerdings sehr aufpassen, denn die Tiere, die uns heute begegneten, waren alle auf der Straße. Ein totes Rentier sahen wir im Graben liegen. Der Wald wird langsam etwas dünner, es gibt sehr viele Seen und Bäche.Die Dörfer, die immer seltener werden strahlen was Besonderes aus. So, wie man sich den Wilden Westen vorstellt, halt nur den hohen Norden. Abenteuerlich. Die Leute sind manchmal komisch. Ich sah heute zwei Jungen, so etwas 10 Jahre alt, die hatten Tarnkapmfanzüge an und Pistolen in der Tasche. Die schossen zwar nur mit kleinen "Geschossen" aber dem Käfer, der abgeschossen wurde reichte das schon. An meinem Ohr schoß auch eine Kugel vorbei. Gunter und Esra kauften heute ein, ich besorgte in der Apotheke Aspirin, ich dachte, vielleicht gibt es hier was besseres. Mein Kopf schmerzte, aber es wurde nicht so schlimm wie gestern. Gegen 19:00 Uhr fanden wir einen schönen Rastplatz bei Moskosel am See, da standen schon 2 niederländische Wohnmobile und wir stellten uns dazu. Die Kinder spielten im Wasser, was sehr kalt war, daher besser nicht zu lang. Die Moskitos waren heftig, sie waren hinter uns her. Gunter traute sich gar nicht raus, genoß den See und das Licht hinter Mokitonetzen. Ich lief mit den Kindern, Gunter kochte das Abendessen, es gab Reis und Fischstäbchen. Hier oben wird es nicht mehr dunkel, der See sieht die ganze Zeit super aus. Die Kinder denken aber auch nicht ans Schlafen, es ist ja noch hell:-) So, mehr gibt es nicht zu berichten, wir fahren ja nur, das Land ist weit.

Elch

der einzige Elch, den wir gesehen haben :-) Amy und Noah fanden den sehr lieb, so kauften wir ihn.

Flechten

die Details im Wald sind einfach faszinierend, ich könnte den ganzen Tag drin verbringen, die Vielfalt ist unbeschreiblich Hier zu sehen: Flechten auf einem Baumstumpf

Miniaturwald

sieht ein wenig aus, wie ein Miniaturwald - leider werde ich immer wenn ich gerade ins Photographieren reingefunden habe, vom Regen unterbrochen

Hütten

samische Hütten (ich bin mir nicht ganz sicher!)

unser abendlicher Stellplatz

unser wunderschöner abendlicher Stellplatz (mit diesem Bild haben wir einen Photowettbewerb gewonnen:-)

Ruhe am See

Die Ruhe am See

absolute Stille

nur die Vögel waren zu hören

Schaukel

eine einsam Schaukel in der Nacht

27.7. Lappland - erstmals auch Finnland

Rentiere sieht man sehr häufig am Straßenrand - man sollte sehr vorsichtig fahren, denn man sieht die Rentiere recht spät. Zudem gibt es heftige Straßenwellen, die sehr gefährlich werden können. Heute sahen wir einen Unfall, kommt man erst mal von der Straße ab, gibt es kein Halten mehr, denn die Gräben neben der Fahrbahn sind sehr tief. Das Auto, welches den Unfall hatte, lag tief unten und sah nach Totalschaden aus, ein Krankenwagen war nicht da, so kann man wenigstens hoffen, daß niemand zu Schaden kam.

Heute Nacht wußte ich aufgrund des Weckers wenigstens, wann ich wach wurde. Ob das mit der Helligkeit zusammenhängt weiss ich nicht. Jedenfalls war es um 3:00 Uhr, um 5:00 Uhr und gegen 6:00 Uhr hell und schön draußen. Das Wasser war sehr schön glatt, es war sehr ruhig. Der Wecker war auf 7:30 Uhr gestellt, aber ich stellte ihn auch einfach wieder aus, der Regen prasselte in einer Lautstärke auf's Dach, die uns geradezu dazu aufforderte, wieder in die Kissen zu sinken. So schliefen wir dann doch bis 9:00 Uhr und fuhren gegen 10:00 Uhr los. Die Kinder schlafen sehr spät ein, meist schläft Amy unterwegs und da wir erst abends richtig raus kommen, sind die drei nach 23:00 Uhr noch munter, so schlafen wir auch alle morgens länger.

Heute sahen wir schon beim Frühstück eine wunderschöne kleine Gruppe Rentiere, das Besondere daran, war, daß ein weißes Rentier darunter war.

Rentiere

Hastig mit dem 100-400mm Tele raus, es hat gerade noch geklappt:-)

Die Fahrt zog sich, wie an den Tagen zuvor, dahin, hie und da sahen wir Rentiere, manchmal pinkelten die auch, was sehr lustig aussah. Wir sahen viele Seen, noch viel mehr Bäume aber den Wald den sahen wir vor lauter Bäumen nicht. Wir fuhren an zwei Nationalparks vorbei, jedoch war es schwierig, reinzugehen. Da sind erstens die vielen Pfützen, nein, das Moorgebiet, das macht das Laufen schier unmöglich, es funktioniert nur, wenn es Planken gibt zum drauf laufen. Dann waren große Gebiete gesperrt, weil die Vögel brüten und nicht gestört werden dürfen und zum Schluß, ganz wichtig: es waren Millionen von Stechmücken, Kriebelmücken und was sonst noch so sticht und saugt unterwegs. Diese Mützen mit Fliegengaze als Schutz sind also tatsächlich nicht übertrieben, ohne die sieht man nach kurzer Zeit im Wald eher wie ein Streuselkuchen aus. Nun - wir sehen sowieso schon so aus, die Kinder sind vor allem in den Gesichtern und an den Füßen so verstochen. Uns geht es nicht besser. Ich kann kaum Schuhe anziehen, weil die Stiche dann wieder schwellen, wenn die Socken drücken. Laufe ich jedoch weiterhin mit Sandalen ....

Wir fuhren gegen Abend nach Finnland, so weit nördlich sind wir nun. Das Wetter ist weiterhin eher schlecht, es regnet immer. An einem Rastplatz machten wir das Essen, ich traute mich in den Wald, es wimmelte nur so von Stechmücken, es ist schwierig, auch nur eine Minute stillzustehen, trotzdem lies ich mich, mutig wie ich es bin, nicht abhalten und so versuchte ich Makroaufnahmen zu machen. Mein Gesicht war danach besser durchblutet, ich gab mir dauernd selbst Schläge, fing trotzdem an allen "offenen" Stellen Stiche.

An einigen Staudämmen kamen wir vorbei, da waren die Turbinen und die Stromgewinnung teilweise sehr gut erklärt, Esra fand das sehr gut, Amy und Noah schlugen sich lieber die Mägen voll:-)

Wir fuhren heute über den Polarkreis, da hielten wir auch an, um die ganzen Infotafeln zu lesen und ein obligatorisches Photo zu machen. Ich machte das jedoch nicht am Steinhügel, sondern ...

Polarkreis

auf dieser Treppe, die genau auf dem Polarkreis verläuft. Drüben am See, ein weiterer weißer Fels als Markierung und natürlich der Steinhaufen

In Galliväre hielten wir, um ein wenig Geschäfte zu schauen, aber wir sahen nichts Interessantes und es war schwierig einen Parkplatz zu finden. In Malmberget, da, wo wir letztes Jahr die Seile zum Sichern der Kinder gekauft hatten, kaufte ich diesmal Wolfskin Outdoorsandalen. Meine alten fangen trotz Waschmaschinenwäsche immer an zu stinken, wenn ich sie trage, daher habe ich sie als "Wasserschuhe" herabgestuft. In Deutschland fand ich nicht die Zeit für's Schuhekaufen, so suche ich mir immer einen schönen Ort, denn dann werden mich die Schuhe immer an die Reise erinnern:-) Gute Idee, was? Der Preis war auch OK, fast hätte ich richtig billige Sandalen bekommen, die wollten mir aber nicht passen und bei Schuhe gehe ich besser keinen Kompromiss ein. Ein Stückchen fuhren wir die Strecke vom letzten Jahr, aber diesmal nahmen wir nicht die Strecke nach Kiruna, denn wir wollen noch weiter nach Norden. So durchqueren wir Finnland und kommen dann nach Norwegen. Jetzt haben wir uns etwas an das Schwedische gewöhnt, wissen, wie man "Hallo", "Tschüss" und "Vielen Dank" auf schwedisch sagt und heute stand ich dann im finnischen Souvenirladen und war etwas sprachlos. Uff, finnisch ist so anders. Es errinnert mich an japanisch, aber das kann ich ja auch nicht. Es ist schon schwierig, sich Ortsnamen zu merken, wenn Gunter sie letztendlich tatsächlich über die Lippen bringt. Hä? Wo wollten wir noch hin?

Nun wir parkten abends an einem Rastplatz kurz vor Hetta Heähtta, dort standen schon mehrere Wohnmobile zu Nacht, so verzichteten auch wir auf die Campingpatzsuche.

Pilze

Pilze am Waldrand

So langsam müßten wir mal mehr wandern und uns bewegen, aber es regnet zu oft und wir finden kaum Wanderwege. Und wenn, dann traut sich Gunter sowieso nicht lange vor die Tür wegen der Stechmückeninvasion. Das Meer ruft, es wird Zeit - wir wollen jetzt alle da hin. Hoffentlich schaffen wir es, ein samisches Zentrum zu finden und anzusehen, etwas darüber zu erfahren. Die Rentiere haben wir gesehen, über Felle gestrichen (in den Souvenirshops). Ein paar schöne Huskies habe ich auch schon gesehen und Schlitten - wie gerne wüßte ich, wie es hier im Winter aussieht! Es muß toll sein mit dem vielen Schnee, den Polarlichtern und den Hundeschlitten.

Womo

die letzte Tankstelle vor der finnischen Grenze - wir tanken lieber mal öfters, nicht daß wir stehen bleiben. Das war dann heute das 2. Mal!

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