29.7. Hammerfest, Nationalpark bei Stabursdalen

Wir genossen die Ruhe über dem Fjord, waren ganz allein, hie und da fuhr ein Auto vorbei, aber wir standen weit genug von der Straße weg. Die Straße zurück war holprig und verlief entlang des Skillefjords. Es ging sehr langsam vorran, teilweise kam der Verkehr (nun, es waren nicht so viele Autos, aber es bildete sich eine Schlange) ganz zum erliegen, weil die Bagger die Straße erst wieder provisorisch schließen mußten. Dann war es natürlich noch holpriger - seit Tagen schlackert unser Mobil nicht mehr, nun quietscht es und zwar wie ein Meerschweinchen. Es hört sich ja lustig an, aber wir wüßten gerne, was nun nicht stimmt? Nun - das Ding fährt, wir kommen vorran. Nun sind wir übrigens 4000km von zu Hause weg! Uff! Ganz schön weit, was?

ruhiger Fjord

ein absolut ruhiger, abgelegener Fjord

Wir fuhren dann geradewegs in die nördlichste Stadt der Welt: Hammerfest. Die Strecke war atemberaubend. Nein - das ist nicht übertrieben. Ich liebe diese blauen, teilweise grünen Fjorde. An der Brücke versuchten wir zum ersten Mal unser Anglerglück, wir hatten keines, aber Spaß daran, die Angel zu werfen. Das Licht war toll, die Sonne schien.Wir sahen immer wieder Rentiere, zwar noch vereinzelt, aber wir mögen sie immer noch sehr gern. Vorm Tunnel stand ein Schild welches vor den Rentieren warnte: so stand es auch im Reiseführer. Vorsicht vor Rentieren im Tunnel. Am Ende des Tunnels sahen wir dann eine ganze Sippe Rentiere, die gerne in den Tunnel gegangen wären, aber nicht über das Elektrogatter rüber kamen.

Brücke bei Hammerfest

Brücke auf dem Weg nach Hammerfest

In Hammerfest entsorgten wir gleich am Stadteingang unsere Toilette, die war ziemlich voll und roch sehr schlecht. In der Stadt suchten wir dann den Weg zum Aussichtspunkt, fanden ihn aber mit dem Womo nicht. Wir fuhren an das Ende der Straße nach Stabburnses, dort liefen wir ein wenig, betrachteten die Rentiere im Hafen. In Hammerfest parkten wir schließlich an der Kirche und liefen den Berg zum Aussichtspunkt hoch, der war ziemlich steil aber nicht ganz so weit. Die Sonne war warm aber der Wind sehr kühl. Oben angekommen waren wir durchgeschwitzt, der kühle Wind tat daher nicht so gut. Die Aussicht war super, aber das Licht nicht optimal, etwas zu sonnig und diesig. Wir machten trotzdem Aufnahmen und gingen dann durch die Stadt an den Geschäften entlang zurück zum Womo. Wir staunten nicht schlecht, mitten in der Einkaufzone (es gibt keine Fußgängerzone) eine Gruppe von ca. 10 Rentieren zu sehen. Sie grasten an Parkscheinautomaten, überquerten die Straße nicht am Fußgängerüberweg und kamen kurz darauf wieder zurück. Die Straße ich nicht so stark befahren, aber das brachte den Verkehrt schon durcheinander.

Eisbär

eine Eisbärskulptur am Eingang vom Hammerfest

Hammerfest

Kinder über Hammerfest

die Kids hoch oben - Esra wollte die Kirche halten

unser Womo

Kirche mit Wohnmobil

in der Kirche

Auch an der1961 erbauten, neuen Kirche machte ich Photos, an der Rückseite lagen auch die Rentiere, es sah toll aus! Als ich ein Photo machen wollte verscheuchte Amy sie allerdings:-) In Hammerfest tankten wir noch und dann fuhren wir zur Nordkin Halbinsel - dem nördlichsten Punkt auf dem Festland. Das Nordkap lassen wir unbesichtigt links liegen:-) Die Fahrt dauert, die Kilomter sind nicht unbedingt das Problem, sondern der Zustand der Straße. Es holpert und poltert, ich möchte das Womo nicht runieren durch ein zu heftiges Loch. Um eine Straßenpause zu machen hielt ich am InfoPlatz eines Nationalparks. Da stand eine Tafel mit der Info, daß man in ein Vogelschutzgebiet wandern könne. Ich wollte das gerne machen, Gunter fürchtete sich vor den Stechmücken. Schließlich einigten wir uns auf eine halbe Stunde und wanderten los. Es war schon spät, aber es wird ja nicht dunkel. Wir gingen entlang eines kleinen Baches, sahen auch einige Vögel, richtig beobachten konnte ich nicht, da wir nicht stehen bleiben konnten. Sonst gingen die Stecher sogleich zum Angriff. Schließlich waren wir doch länger unterwegs als geplant aber wir hatten mal heftig den Kreislauf durcheinandergebracht:-)

Pilze

wunderschön gemaserte Pilze

Vogelschutzgebiet

Blick über das Vogelschutzgebiet

Am Fjord machen wir am späten Abend doch früher Halt als geplant, da standen schon Fahrzeuge und so stellten wir das Womo auch mitten in den Schotter. In solchen Momenten wünschte ich, wir hätten ein etwas geländegängigeres Wohnmobil! Hier gab es viele fischende Norweger, so richtig ins Gespräch kamen wir nicht, ich fragte nur, ob es OK wäre hier zu stehen. Die Sonne verschwand nach 23:00 Uhr hinter einer Bergkuppe, es wurde im kühlen Wind erstaunlich kalt, so schlossen wir alle Fenster und legten uns ins Bett.

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