30.7. Slettenes- ein Mitternachtstraum

Es war kalt, als wir schlafen gingen, irgendwann wurden wir aber gekocht. Die Sonne schien die ganze Nacht auf das Wohnmobil - es heizte sich auf. Noah hatte mich gebeten, bei ihm zu schlafen, so lag ich in der umgebauten Sitzecke, aber sehr schlecht, ich war dauernd wach und schwitzte. Gerädert stiegen wir schließlich aus den Betten, ausgeschlafen war ich nicht, was soll man machen. Wir brauchten lange, denn das Notebook spielte verrückt, die Kinder nutzten die Zeit um Steine zu werfen, der Strand war dazu geradezu ideal. Die Fahrt zog sich wieder dahin, die Strecken sind einfach lang und vor allem sind die Straßen nicht so toll. Schließlich wurde sie noch schlechter - Schotter vom Besten! Uff, ich war froh, als wir durchgeschüttelt, wie wir es waren, wieder Teer unter den Rädern hatten. Die Landschaft war arktisch karg, wir sahen viele Rentier, die sich jedoch in der Weite verloren, es sah trotzdem nicht nach Herde aus.

Steine werfen am frühen morgen

Steine werfen am frühen morgen

Frische

ich könnte ewig Steine, Tang und Muscheln anschauen

Tang

verschiedene Tangarten im super klaren Wasser

Schließlich kamen wir in Mehamn an und kauften Brot ein, sahen uns die Stadt ein wenig an. Das einzige öffentliche Telefon war defekt, so konnte ich nicht anrufen, obwohl ich nun eine Telefonkarte hatte. Dann ging es weiter bis ans Ende der Straße.

Einsamkein

eine der sehr guten Straßen durch das sehr karge Land

Menhamn

die Kirche in Mehamn

Wir fuhren direkt zum Leuchtturm, den wir auch besichtigten - es kostete 30 Kronen pro Erwachsenem und 15 pro Kind. Der Leuchtturm, der der nördlichste auf dem Festland ist, und der einzige Gußeiserne in der Finnmark, war innen sehr warm und stickig. SChließlich steht auch er 24 Stunden in der Sonne und das schon seit drei Monaten! Wir waren schweißgebadet als wir oben ankamen, die Geländer waren gefährlich für Kids, denn die konnten durchfallen, zudem waren die Stufen steil. Amy bekam die Krise! Oben angekommen, konnten wir nicht nach draußen gehen - was mir recht war, in Anbetracht des Geländers. 60 cm Freiraum in der Höhe von 30m! Für Photos war's zwar nichts, aber man kann nicht alles haben.

Der Leuchtturm von Slettnes

der Leuchtturm von Slettnes

my family

meine Lieben auf dem Turm von Slettenes

die Linse

die Linse

Ausblick

der Blick von oben - unten im Bild unser einsames Womo

Treppe nach unten

eine der Treppen nach unten

Wir kamen auf dem "Stellplatz" unweit des Leuchtturms gleich mit einer Familie ins Gespräch und ich lief ein wenig den Pfad entlang. Erstmal mußten wir was essen, was man bei so einem "Input" leicht vergisst. So ins Gespräch mit der nachbarlichen Familie vertieft, schaute ich auf's Meer hinaus. Ich habe es mir angewöhnt IMMER nach Bewegung zu sehen. Ich möchte Wale und Delfine sehen. So kamen wir die Wellen an diesem Abend plötzlich komisch vor. Sie waren weis, aber bewegten sich nicht auf die Küste zu. Es waren Wale!!! Belugas. Absolutes Wow! So nah an der Küste. Das hätte ich nicht erwartet. Ich schnappte mir mein Tele - es lag glücklicherweise auf dem Bett und machte ein paar Aufnahmen. Die Wale blieben eine Weile, es waren ca 4. Die Familie neben uns war auch begeistert.

Belugas

ein Beluga und einer, der gerade abgetaucht ist

Ca. um 20:00 Uhr liefen wir los, das Gelände etwas genauer zu untersuchen. Es bleibt ja hell:-) Wir nahmen die komplette Photoausrüstung mit, Staive, einen Rucksack mit Essen und Getränk. An der Infotafel steht nicht, wie weit der Weg ist, oder, wie lange man braucht. Zuerst fanden wir den Weg nicht, fielen fast von oben in eine Höhle. Dann trafen wir schließlich auf den richtigen Pfad mit den Markierungen und so kamen wir an allen Buchten vorbei. Der Weg ist klasse. Leider liegt in den Buchten von der Flut angespülter Müll und zwar tonnenweise. Ich denke nicht, daß das übertrieben ist! Es schockierte uns alle! Trotzdem fanden die Kinder es toll, zu sehen, was da alles angespült wurde. Am liebsten hätten sie sofort angefangen, was daraus zu bauen - so ala Pipi Langstrumpf:-) Wir kamen weiter und weiter, es wurde später. An einer der Buchten hörten wir was, was sich fast wie Walgesang anhörte. Konnte es aber nicht sein, denn sowas hört man ja nicht über Wasser - oder? So kamen wir etwas vom Pfad ab und fanden noch mehr Müll. Es kostet uns auch Zeit (nun, wir haben ja genug!). Esra beschloss eine Boje als Andenken mitzunehmen. Die wanderte in den Rucksack, der mittlerweile leergefuttert war. Noch waren die Kinder in Abenteuerstimmung. Und das, obwohl wir seit Stunden mit den Wandersandalen durch die Gegend liefen. Das Laufen ist nicht einfach, überall Unebenheiten und Steine! Man muß sich konzentrieren und es ist für ungeübte Beine richtig Arbeit -vor allem, wenn man eine Boje im Rucksack transportiert:-) Schließlich fanden wir noch mehr Bojen und am Ende schleppte jedes der Kinder eine Boje:-) Und die Kids hielten sehr tapfer bis zum Ende des Pfades mit den schweren Dingern durch. Wir kamen um 24:00 Uhr zurück die Sonne schien noch immer:-) Toll ist das! So gingen die Kinder erschöpft ins Wohnmobil, Gunter machte Photos und ich wusch den Dreien die Füße. Dann ging ich los und lernte nette Leute kennen, die ich als Photomotiv misbraucht hatte:-) Schließlich gab es noch was Warmes zu Essen, ich hatten den jungen schweizer Studenten zum Wein eingeladen und während die Kinder so nach und nach einschliefen obwohl die Sonne schon wieder gut strahlte, redeten wir noch mit Blick zum Meer. Spät war es geworden, es war ein wunderbarer Tag gewesen. Sogar Amy betonte das immer wieder! Jetzt haben auch wir sie gesehen: die Mitternachtssonne und zwar am letzten Tag:-) UND nicht am Nordkap! So schön wie hier kann das gar nicht sein, oder? Hier nun die Bilder von der Wanderung:

Treibgut

das ist die einzige Art, wie man hier große Bäume findet - als Treibgut!

Esra und Gunter suchen den Weg

Wo geht's lang? Viele Infotafeln gab es nicht unterwegs!

Amundsen

ein großes Treibholz in der späten Nacht (eine Langzeitaufnahme von ca. 3 Minuten) Im Hintergrund sieht man das Gesicht von Amundsen im Felsen

Mitternachtssonne

Gespräche über die Mitternachtssonne (übrigens um 0:16 Uhr aufgenommen)

Leuchtturm in der Nacht

der Leuchtturm in der Nacht

Erst um 2:30 Uhr gingen wir ins Bett, die Sonne knallte auf's Wohnmobil, es war so warm. Schnell schlafen, bevor es zu heiß wird! So, heute lasse ich es auch, es ist schon wieder nach 2:00 Uhr, die Sonne knallt mir ins Gesicht, ich bin trotzdem müde:-) Ich könnte jetzt mit der Kamera losziehen, wenn ich nicht so müde wäre. Dieser Tag war so "photoreich", ich könnte eine Extrawebpage daraus basteln:-)

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