7.8. Laukvik, ein bedeckter Angeltag

Das Wetter hatte sich über Nacht nicht gebessert. Es nieselte und nieselte. Irgendwie hingen die Tropfen in der Luft herum, kalt war es aber nicht. Wir trödelten, was sollten wir schon groß tun. Ich fragte Sabine, ob mam ein Boot mieten könne - ja, das konnte man für 100 Kronen/Tag. Günstig ist das, warum also nicht! Sabine und ihr Freund mußten erst Einkaufen, dann würden sie die Schwimmwesten raussuchen und uns das Boot erklären. Wir unternahmen noch ein Fahrt auf die andere Seite der Halbinsel, über enge Straßen und dunkle, holprige, einspurige Tunnel! Uff, das Wetter war in den Bergen schlechte, man sah fast gar nichts. Zurück im Ort merkten wir, daß wir zuerst hätten einkaufen sollen, denn es war Samstag und der Laden hatte schon zu. Hoffentlich reicht das Brot. (entweder die Läden haben auch Sonntags auf oder ganz kurz - man weis nie, ob man Brot auf Vorrat braucht). Hier hätten wir das Brot gebraucht, aber ein wenig haben wir noch und immer eine Packung Knäckebrot als Reserve.

Ausblicke auf Senja

Wunderschöne kleine Straße und schöne Ausblicke - leider hingen die Wolken sehr tief und gaben der Sonne absolut keine Chance zum Scheinen!

Eine Bergspitze

manchmal lugten die Spitzen der Berge aus den Wolken

Zurück auf dem Campingplatz bereitete Gunter Beanburritos als Nachmittagsessen - lecker. Schade, daß die Jungs da nicht so begeistert sind. Amy mag die Dinger sehr gerne. Sabine kam, als das Essen fast fertig war, um uns das Boot zu erklären. So marschierten wir alle, leider sehr leicht bekleidet, zum Bootssteg und schaute, was es zu lernen gab. Gunter hat das mit den Motoren vertanden, es scheint recht einfach zu sein - vielleicht sollte ich es auch mal versuchen. Es gab eine Stelle im Fjord, die man umfahren sollte, ansonsten war es nicht schwierig und wir hatten nicht vor, weilt rauszufahren. So aßen wir die Burritos zogen uns warm an, schlüpften in die Schwimmwesten und nahmen unsere Angel und die Angelschnur mit den 6 Haken, die wir gestern für 40 Kronen im Supermarkt gekauft hatten. Daran hing auch ein 300g Gewicht und die Schnur war 100m lang. Ich glaube unsere Angel hat nur noch 40m, und damit ist im Fjord nichts zu fangen. Zum Glück hatten die Nieseltropfen mal aufgehört so naß zu sein, wir blieben halbwegs trocken. Einziges Problem beim Angeln war, daß man nach kurzer Zeit abtrieb und wenn man zu nah an eine Boje fuhr konnte man sich verheddern. Zudem ist das Angeln mit dieser Schnur auf dem Plastikteil ziemlich anstrengend für die Armmuskulatur und 100 m sind lang, da muß man ganz schön aufwickeln. Wir fuhren also ein paar mal auf dem Fjord hin und her, liesen die Schnur ab und zogen sie wieder rein. Dann ruckelte die Leine. Huh - mir wurde es ganz komisch. Jetzt hing was dran am Haken. Also gemächlich und trotzdem zügig hoch mit der Schnur. Als man den ersten Fisch sah wurde es mir flau, ich übergab lieber Gunter die Leine und holte den Photoapparat raus:-) Gunter zog dann einen Fisch raus, dann noch einen und noch einen und noch einen und noch einen und noch einen!!! Ja: Volltreffer. 6 auf einen Streich. Das war also unser erster "richtiger" Fang. Vielleicht etwas zu viel für's erste Mal, denn nun mußten die alle vom Haken und getötet werden. Wir haben unser samisches Messer, damit stack Gunter dem Fischen nach und nach in die Kiemen und löste sie alle vom Angelhaken. Noah und Amy fanden das nicht so toll, sie zogen die Mützen über die Köpfe. Dann war's aber gut und jeder wollte einen der Fische ansehen und befühlen.

ruhige Stimmung am morgen

eine ruhige Regenstimmung am morgen

Boote und Familien

Meine Familie bei den Booten

beim Angeln

Beim Angeln mit der 5 Euro Angel

Fische

kurz drauf mit den Seelachsen

Ich hatte eigentlich nun genug, denn 6 Fische reichen ja für eine Mahlzeit. Gunter war der Meinung, die Schnur könnte man ja sauber machen, indem man sie nochmal ins Wasser hängt, nun der Jagttrieb war geweckt. Die Kinder fanden es toll und auch nicht und ich auch:-) Es macht einen ja auch stolz mal das Mittagessen selbst zu fangen. Die Schnur ruckelte nach kurzer Zeit wieder, also wieder hochziehen. Und wieder das gleiche Spiel, ich bin gut im Runterlassen, aber, wenn's Ernst wird, bin ich nicht zu gebrauchen. Diesmal hingen 3 Fische an der Leine. Wow - der Fang war gut. Mit 9 Seelachsen gaben wir uns an diesem Tag zufrieden. Wir beobachteten noch zwei Seeadler an der Küste, die stritten mit den Möwen, dann fuhren wir nach etwas mehr als einer Stunde wieder zurück. Mit dem Bootfestmachen waren wir noch etwas ungeschickt, aber, man lernt ja nie aus, oder? Einar, Sabines Freund, zeigte uns, wie man die Fische zerlegt und filetiert, auch diese Arbeit mußte von Gunter erledigt werden. Der hatte nun zu tun, denn 9 Fische ist schon was. Aber das war noch nicht alles. Zwei norwegische Angler kamen zurück, die beiden hatten eine ganze Kiste voller Fisch und sie wollten eigentlich nur die Leber. Wir bekamen zwei große Dorsche und noch ein paar Seelachse geschenkt. Uji, jetzt mußte Gunter wirklich ran, richtig Arbeit war das. Das Schlimmst daran waren aber die Stechmücken und Gunter konnte sich nicht richtig wehren. Wir schauten den anderen zu, ein deutsches Ehepaar war auch noch angekommen und so lernten viel. Den Kindern machte diese Arbeit nun nichts mehr aus - nur Noah und Amy meinten, sie wollen doch lieber Tierforscher als Angler werden. So standen wir da, schauten, verfütterten die Abfälle an die zahlreichen Möwen und wurden ziemlich naß, so von den Füßen hoch. Erst als der letzte Fisch filetiert war gingen wir ins Womo und machten uns ans Abendessen. Dorschfilet:-) Extra frisch!!! Als wir gerade so richtig satt waren, klopfte es an die Tür. Unsere norwegischen Nachbarn brachten uns vom Fischleber-Kartoffel Topf. Eine ganze Menge davon. Wow - danke. Leider waren wir zu satt um viel zu essen. Wir probierten ein wenig, stellten den Rest in den Kühlschrank für morgen. Ich hatte mich mittags schon mit 2 kleinen Fläschchen Schnapps für den Dorsch bedankt. Nun brachte ich 2 Flaschen Bier und den sauberen Topf rüber. Eine der Ehefrauen sprach Englisch, so konnten wir eine ganze Weile reden und auch Bilder schauen. Die Bilder vom letzten Jahr wurden bewundert, es machte Spaß mit Norwegern zu reden. Ich fand heraus, daß man auch von hier aus zu einer Vogelinsel fahren könnte, die wäre nur etwa eine Stunde mit dem kleinen Boot entfernt. Reizen würde mich sowas schon sehr, aber wir kennen uns auf dem Wasser nicht aus. Und außerdem spielte das Wetter nicht mit. Schade.

Ein erlebnisreicher Tag war zu Ende - viel photographiert hatten wir nicht, aber was für den Speiseplan der nächsten Tage unternommen. Die Kinder fanden das Abenteuer absolut toll und 6 auf einen Streich fängt man nicht alle Tage:-)

Den Abend beendeten wir im warmen Womo ins Bett gekuschelt mit einer Tüte Chips Sams schauend. Das dauerte lange, denn wir hatten wie immer spät angefangen. Ich schrieb nichts mehr sondern kuschelte mich müde ins Bett.

Fische putzen

Gunter bei der Arbeit, die Kamera war mittlerweile naß, daher die schlechte Qualität

Seelachse

unser Fang

Amy

Amy mit dem großen Fisch

Esra und Dorsch

Esra mit dem geschenkten Dorsch - ganz schön groß, was?

Möwen

und nach der Arbeit noch die Möwen füttern - das machte den Kindern sehr großen Spaß

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