9.8. Andenes und Papageitauchertour bei Bleik
Der Wecker klingelte, ich war schon vorher sehr oft wach gewesen, denn ich hatte Angst zu verschlafen, und bei dem Licht weiss man nie, wie spät es sein könnte. Schätzen fällt weg:-) Wir waren relativ früh am Fähranleger, aber einkaufen gingen wir nicht mehr vorher. Wir hatten auch kaum noch Geld. Die Fähre kostete sehr viel, nun sie ist ja auch recht weit und dauert 1 Stunde und 40 Minuten. Wir zahlten über 900 Kronen! So voll war sie nicht, was angenehm war. Wir blieben eine ganze Weile draußen auf Deck, sahen ein paar Schweinswale und einen größeren Wal, der leider zu weit weg war, um es genauer zu bestimmen - schade. Die Fahrt aus dem Fjord heraus war schön, diese steilen Berge zu allen Seiten. Irgendwann schaukelte das Schiff dann ziemlich, man mußte aufpassen beim Laufen. Die Kinder, die keine Socken angezogen hatten, froren und wollten rein. So saßen sie dann lesend und malend den Rest der Reise am Tisch. Ich fand auch ein paar Prospekte und eine Zeitung, schaute aber immer wieder nach Walen, man kann ja nicht wissen.
Andenes von dieser Seite zu sehen war schön, das Licht war gar nicht mehr so schlecht, zwar immer noch total verhangen, kein Sonnenstrahl aber die Wolken waren sehr dunkel und die Häuser schön bunt.

die typischen Berge von Andenes


die Kirche vom Hafen aus aufgenommen:-)

unser Wohnmobil mit Leuchtturm
Wir gingen zuerst zur Bank, denn nach dieser Fähre war unser Bares dahin, dann sorgten wir für "Kühlschrankmaterial", unsere Mägen knurrten. Ich schaue immer nach Tee, wenn wir Reisen, denn Nicoles Nichte sammelt Teebeutelverpackungen und ich trinke gern Tee und komme rum:-) Nun fiel mir auf, daß die Tee's hier so 19-18 Kronen kosten. Hier stand einer, den ich sehr gerne trinke (Schwarzer Tee mit 4 roten Früchten) im Regal und der kostete nur 3,90 Kronen. Das sind umgerechnet 0,5 Euro! So nahm ich 2 Packungen mit glaubte jedoch nicht, daß es stimmt. Der Preis war echt, und wir hatten Eier vergessen, also: nochmal in den Laden und weitere Tee Packungen einkaufen:-) Übrigens gibt es hier meinen Lieblingsschwarztee - das ist der mit Zimt, Apfel Rosinen. Den suchte ich auch schon lange, aber der ist teuer. Später sahen wir den Tee mit den roten Früchten auch in den anderen Läden wesentlich billiger als die anderen Teesorten, aber nicht mehr für 3,9 Kronen.
Irgendwie hat Andenes eine besondere Wirkung auf mich - ich möchte bleiben und nicht weg. Warum, das weiss ich nicht recht. Die Berge sind hier zackiger, die Häuser "holziger", vielleicht riecht es nach Abenteuer? Wir fuhren nach dem "Hafenmittagessen" nach Bleik, denn dort sollte es Touren zur Vogelinsel geben. Eigentlich wollte ich nur mal schauen, was es genau gibt und mich mal informieren. Die Touren mit den Seehunden hatte ich mir in der Information angesehen, war mir nicht sicher, ob die Boote so "Kindgerecht" sind, denn die sind ganz schnell und man braucht oder bekommt so einen Overall, den es leider für Kinder nicht gibt, so sind die Kleinen nicht gegen Spritzwasser geschützt! Nun, in Bleik waren wir gerade recht. Es war 14:50 Uhr und um 15:00 Uhr sollte es losgehen, noch war kein Boot in Sicht. Ein paar Leute standen da und redeten, es war nicht ganz so teuer, wie die Sealsafari, so machten wir uns rasch fertig. Los gings, das Boot kam, wir stiegen ein und fuhren sogleich los, nicht mal bezahlt hatten wir. Der nette norwegische Führer und Kapitän sprach Deutsch, ich fragte sogleich nach Schwimmwesten für die Kinder, dann wäre ich wesentlich ruhiger. Er kramte ein wenig, kam dann, wahrscheinlich, weil es eh schon etwas zu spät war und meinte: das Meer sei so ruhig, wenn's wilder wird gibt er uns Westen. Nun: das hat mir nicht so gut gefallen, denn auch wenn das Meer ruhig ist, lehnen sich die Drei weit raus, wenn gerade eine interessante Qualle kommt und dann ist auch das ruhige Meer naß und vor allem tief!! Amy und Noah setzten sich in die Seile, die vorne lagen, Esra stand an der Reling, die Fahrt war kurz und schon sahen wir die ersten Papageitaucher. Zu Massen schwammen sie im Meer. Wir fuhren mit dem Boot direkt mittenrein und da es sehr windstill war flüchteten sich die meisten der Puffins nach unten:-) Schwupps und man sieht nur noch ein Kringel auf dem Wasser. Je näher wir an den Felsen herankamen desto mehr Papageitaucher sahen wir. Wow! 80 000 Paare brüten hier. Das zieht natürlich Adler an, denn die kleinen Vögel fangen sich leichter als Fisch. Pro Tag braucht ein Adler zwei Papageitaucher. Wir sahen insgesamt 10 Adler! Echt! Zuerst taten wir uns schwer sie zu erkennen, doch der Kapitän wußte sich zu helfen. Er schlug mit dem Hammer fest ans Boot, das schallte am Felsen und die Adler flogen auf. Uff, jetzt sahen wir sie in voller Pracht. Leider war das Licht sehr schlecht, es wurde immer düsterer, selbst auch 400 Asa bekam ich keine guten Zeiten mehr hin. Ein paar Photos sind halbwegs, zufrieden bin ich leider gar nicht. Für sowas bräuchte ich besseres Licht und noch mehr Zeit. Hier nun ein paar Bilder:

eine Übersicht, damit man eine kleine Vorstellung bekommt, wie viele Vögel hier fliegen!

eine Raubmöwe sucht einen Puffin mit Fisch - dann wird der in sekundenschnelle abgejagt!

mit Fisch

auf der Flucht vor dem Boot

ich mach mich bereit!

so sehen die Nester der Puffins aus - ca. 1m lange Höhlen

ein Seeadler

Esra versucht starken, norwegischen Kaffee

der sehr nette Kapitän

die Fahrt in den Hafen von Bleik, das Wasser war sehr ruhig!
Nach der Tour unterhielten wir uns noch mit einem deutschen Ehepaar, die schon lange mit ihren Kanus unterwegs gewesen waren. Die Beiden brauchten ein paar Tips für die Lofoten:-) Hoffentlich haben sie besseres Wetter als wir. Zum Dank spielen sie uns ein Lied auf der Zieharmonika, das war lustig:-) Und was ganz Besonderes. Ich habe die beiden dabei gefilmt, damit wir auch den Ton haben, daher hier leider kein Bild.
Ich wollte nochmal ins Walzentrum, das Museum kennen wir ja, ich wollte trotzdem nochmal hin, kann manchmal nicht genau erklären, was mich da reitet. Gunter hatte keine Lust, er kenne es, so ruhte er sich im Womo aus, ich ging mit den Kindern los. Nahm diesmal auch das Stativ mit, denn beim letzten Mal war es zu dunkel gewesen. Besser kam ich mit dem Stativ allerdings auch nicht zurecht, und die Kamera konnte auch nicht mehr fokusieren. Leider war es draußen so düster, daß gar kein Licht den Weg ins Museum fand, daher fehlte was auf den Photos. Im Museum hatte ich eine Frau gesehen, die Annbjorg von der Waltour in Sto, sehr ähnlich sah, ich war mir aber gar nicht sicher, denn ich erwartete sie hier nicht. Sie leitet doch die Touren in Sto?! Ich traute mich nicht zu fragen, daher ging ich mit ein paar Photos und dem Bericht im Reisemobil nochmal rein. Und da erkannte sie mich! Aha, ich lag also richtig. So zeigte ich nun die Bilder, schenkte Ihr die, die ich extra für Annbjorg entwickelt hatte. Ich wurde gleich gefragt, ob wir eine Tour machen wollten - nun, eigentlich hatte ich eine von Sto aus geplant gehabt. Jetzt kam ich ins Schleudern. Trotzdem reservierte ich eine Tour für uns alle für Mittwoch früh, was bedeutet, daß wir in der Nähe bleiben müssen. Als ich noch die Poster holte (ich hatte 1,20 m lange Panoramen entwickelt), merkte ich, daß die Rollen naß waren - Gunter hatte beim Dumping Wasser durch das Spülbecken nachgespült und so viel auf einmal reingeschüttet, daß es in der Dusche hochgestiegen war. Und da standen die teuren Poster. Uiii, ich bekam einen mächtigen Schreck. Glücklicherweise war nur die dicke Papprolle aufgeweicht - die Poster waren nur klamm. Glück gehabt! So bekam Annbjorg auch noch Poster, worüber sie sich sehr freute. Sie meinte, wir bekämen einen guten Rabatt bei der Tour und wir sollten uns am nächsten Tag um 3:00 Uhr nochmal melden.

Esra und Leuchtturm
Dem deutschen Ehepaar hatte ich gesagt, daß man an der Westküste der Halbinsel Stellplätze finden könne, das hatten wir nun auch vor und fanden doch keinen guten. Ich mag nicht an zu lockeren hohen Hängen und Bergen stehen, da schlafe ich schlecht, wenn ich von Steinschlag träumen muß. So fuhren wir immer weiter, sogar den unteren Zipfel der Insel umfuhren wir, bis wir vor einer Absperrung standen: dumm gelaufen, wir mußten wieder etwa 30 km zurück. Es hatte wohl einen Erdrutsch gegeben. Dewegen stehe ich ja nicht so gerne an den steilen Hängen! Erst gegen 23:00 Uhr fanden wir dann ein Plätzchen an einer Kirche. Uff, was für ein langer Tag. Schade, daß das Licht so schlecht ist. Wir hatten nur einmal für etwa 3 Minuten die Stahlen der Sonne unter den Wolken sehen können. Etwas mehr Licht könnte es nun doch sein - vielleicht das, was in hohen Norden zu viel des Guten war?!

ich machte heute nur zwei Langzeitaufnahmen - sprach dabei mit einem Photographen aus Stockmarknes. Das hat Spaß gemacht. Das Bild gefällt mir übrigens sehr gut. Es drückt diese monotone und trotzdem bezaubernde Stimmung aus.