20. Juli, Vorbereitungen und Abfahrt
Unsere diesjähriger Sommerurlaub findet erstmals in den großen Ferien statt, weil unser Ältester, Esra, nun zur Schule geht. Wir können nicht gleich zu Ferienbeginn losfahren, denn Gunter bekommt keinen Urlaub. Schade, denn ich wäre gerne 6 Wochen unterwegs, in den Norden ist es weit und eine kurze Reise lohnt nicht, meiner Meinung nach. Von den beiden dreimonatigen Reisen in die USA und nach Neuseeland sind wir verwöhnt, oder "verdorben". Seltsamerweise scheint sich diesmal alles gegen uns zu wenden. Ursprünglich war eine Reise nach Schottland geplant, Noah brach sich jedoch das Bein und ich konnte, weil nicht sicher war, wann der Gips abkommt, die Fähre nicht buchen. Schweden und Norwegen stehen schon länger auf unserer Wunschliste und nach Schweden gibt es eine Brücke, die man nicht buchen muß - also disponieren wir kurz um und ab geht es nach Norden. Noah bekam den Gips drei Wochen vor Reisebeginn ab und diese Zeit nutzten wir für Krankengymnastik, denn er humpelte sehr stark und konnte Treppen gar nicht laufen. Dann bekam er eine Woche vor Abfahrt Durchfall, der sich hartnäckig hielt. Ich tigerte nachts zigmal pro Stunde mit zur Toilette und war wie er dann entsprechend gerädert. Eine Stuhlprobe brachte an den Tag, welch böser Keim hier sein Spiel trieb. Der Arzt meinte am 19.7. wir sollten fahren, denn Noah fühlte sich mittlerweile wieder besser, kein Durchfall mehr, Noah ist nur noch dünner als er sowieso schon ist. Am Tag der Abfahrt kam jedoch ein Schreiben vom Amt, denn der Keim ist Meldepflichtig - ich nahm ihn kurzerhand mit auf die Reise und werde am Montag dort anfrufen. (Also - schon zweimal stand die Fahrt auf der Kippe!) Amy hatte auch gesundheitliche Probleme und zwar hatte sie nach einem hohen Fieber Schwindel und hörte schlecht. Die HNO Ärztin machte gleich einen Termin zur OP aus, ich denke jedoch, daß sie auch ohne auskommen wird, denn nach mehreren Behandlungen in anderer Richtung, zeigt sich kein Schwindel mehr und sie versteht auch wieder mein geheimes Geflüster. Jedoch dachten wir auch bei dieser Geschichte, zwei Wochen vor Reisebeginn, daß wir die Ferien wahrscheinlich auf der heimischen Terrasse oder gar im Krankenhaus verbringen würden.
Leider mußte ich recht kurzfristig packen, denn das Wohnmobil war wenige Tage vor Abfahrt beim Fiathändler, denn die Spur war schon von Beginn an verstellt. Dort stellte sich heraus, daß nicht nur die Spur verstellt war, nein (!), wir hatten unwissenderweise ein Unfallfahrzeug gekauft. Nun überlegten wir, weitere Schritte, waren uns jedoch nicht sicher, was am besten sei. Urlaub absagen und Wohnmobil reklamieren? Die Vorräte standen schon bereit, Urlaubsstimmung machte sich breit. Wir beschlossen also, mit den funkelnagelneuen Reifen und halbwegs eingestellter Spur, den "Elchtest" in Skandinavien zu wagen, schrieben jedoch noch einen Brief an den Händler, von dem wir das Fahrzeug gekauft hatten. So, hat es uns jedenfalls viel Aufwand (die Werkstatt ist sehr weit entfernt), Geld und Nerven gekostet. Das Fahrzeug ist übrigens immer noch nicht fit, und auch wenn der vertrauenswürdige Herr aus der Fiatwerksatt uns mehrfach versicherte, daß alles ganz sicher ist, fühle ich mich nicht 100% so.
Anscheinend machte mir die Sache doch mehr Kopfschmerzen als nötig, und ich lag schließlich mit Migräne so flach, daß ich nicht in der Lage war, zu packen. Die Reise verzögerte sich um einen weiteren Tag. Während der Reisevorbereitungen bemerkten wir, daß wir wohl eine Mäusefamilie beim Einbau eines Fensters ins Haus bekommen hatten. Ach, Mist! Wir haben so ein paar (!) Bücher, die evtl leiden können und außerdem ist das Ganze nicht erquickend. Eine Maus konnten wir vor der Abfahrt fangen, wohl den Vater der Sippe!
Unsere Kinder warteten schon angeschnallt im Wohnmobil, als wir merkten, daß jeder von uns dachte, der andere habe den Ersatzschlüssel. Also starteten wir eine Suche im ganzen Haus. Wir fanden ihn nicht, ich fand jedoch noch meine neue ADAC Karte, die ich schon vermisst hatte, steckte sie ein, außerdem noch ein paar Mäusekniddel, an unerwarteter Stelle und wir fuhren schließlich erst gegen 20:00 Uhr mit ungutem Gefühl los. Da wir das Fahrzeug noch nie voll beladen gefahren waren - Frankreich für zwei Wochen zählt nicht, denn da hatten wir kaum was mit - dachte ich bei einem heftigen Schlag, schon vor Schwabenheim, ich müßte halt die Luftfederung auf 5 bar pumpen. Höchstwarhscheinlich hatte dieser Schlag eine fatalere Wirkung. Ich war mit der Lenkung an diesem Abend gar nicht zufrieden, das Wohnmobil "schwamm", es war unangehm und ich tat dies Kund. Gunter meinte, es liegt an der Beladung, an den neuen Reifen, an der Straße. Doch plötzlich, so gegen 24:00 Uhr, es war mittlerweile stockfinster, rappelte es so stark, daß ich mich nicht weiter beruhigen lies. Ich checkte am Seitenstreifen, glücklicherweise zusätzlich mit Haltebucht, die Reifen auf der Beifahrerseite, ich dachte die Muttern wären los, Gunter rief dann von der anderen Seite, daß er die Ursachee gefunden hätte:

So in etwa sah es aus, etwas dicker war die heiße Beule! Schei.....!
Mitten in der Nacht auf dem Seitenstreifen einer stark befahrenen Autobahn und Gunter mit wundem Daumen (er hatte sich am Morgen heftig verletzt!). Zum Glück hatte ich die ADAC Karte noch in letzter Minute eingsteckt! Auch hatten wir bisher unser "Notfallhandy" noch nie gebraucht, der Akku reichte exakt für dieses Gespräch, das Notfalltelefon auf der Autobahn war unerreichbar (na, ja. halt weit weg). Wir sollten so zwischen 30-60 Minuten warten. Na toll! Jedenfalls würde uns jemand helfen. Es dauerte etwa 70 Minuten, wir hatten aufgehört nach dem ADAC Fahrzeug Ausschau zu halten, da klopfte es an unserer Scheibe. Amy war vom ersten Schlaf erholt aufgewacht und sorgte für Kurzweil. Die Jungs, die sicher "begeistert" gewesen wären, verschliefen die ganze Aufregung. Herr Herrmann vom ADAC war sehr nett, doch auch er packte den Reifenwechsel wegen des schweren Wagens nur mit 2 Wagenhebern. Selbst das große professionelle Gerät rutschte dauernd ab. Alleine hätten wir es nicht packen können! Erst im April bin ich dem ADAC beigetreten. Meinem Gefühl nach war es mir lieber, wenn man mit einem 8 Jahre alten Wohnmobil Europa bereisen will, ein wenig Sicherheit zu haben. Wie gut die Idee doch gewesen war! Daß es außgerechnet einen funkelnagelneuen Reifen, mit weniger als 200km erwischt?? Die Ursache wüßte ich zu gerne, evtl können wir am Montag die Ursache klären. Wir hatten sehr großes Glück, daß uns nichts passiert ist! Von nun an werde ich jede Änderung im Fahrverhalten ernst nehmen und dann, wie heute, lieber 100 Mal zu viel anhalten und kontrollieren.

Herzlichen Dank für die problemlose Hilfe!
Gekostet hat uns die Sache übrigens gar nichts! Bisher war ich noch nie auf einer Autobahn in eine solche Situaltion geraten, daher kannte ich mich gar nicht aus.
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