Die stressige Fahrt nach Norwegen

Schon wieder hatte ich mir ein Land, oder in diesem Falle, zwei Länder ganz anders vorgestellt! Nämlich einsamer! Der Verkehr, der von Schweden nach Norwegen über die Schnellstraße führt, war sehr nervig. Die Straße war rappelvoll, die Laster drängten von hinten, was dazu führte, daß ich schneller fuhr, als ich es wollte und Abfahrten erst sah, als ich vorbei war. Zudem war unsere Toilette voll, was uns immer sehr nervös macht, denn wenn eines der Kinder mal muß, ist es dringend. Trotz aller Bemühungen fanden wir keine Entsorgungsstation. Schweden ist da noch nicht so weit wie Frankreich, oder besser gesagt, die Bretagne. Ich sehte mich schon wieder nach der Einsamkeit Neuseelands!! Das Land wird mir wohl jetzt immer "nachschleichen", ich empfehle jedem, der noch nicht dort war, zuerst Europa zu bereisen. Wir machten auch den Fehler, uns auf den Schnellstraßen zu halten, und die sind bekantlich schnell befahren. An der norwegischen Grenze wurden wir nicht kontroliert. Wir fuhren über eine schöne Brücke und waren dort. An einer Raststätte ein paar Kilometer hinter der Grenze fanden wir dann eine Tankstelle an der wir unseren Schei... loswerden konnten. Wir fühlten uns richtig erleichtert:-)

Sanit station

schon leicht angebeult, aber noch funtionell. Das Entsorgen kostete ca. 3 Euro, Wasser fanden wir auch, es stand zwar dran, daß es sich nicht um Trinkwasser handele, eine nette Dame in der Tankstelle sagte jedoch, daß es an die ganz normale Trinkwasserleitung angeschlossen wäre. Außerdem aßen wir was und schauten uns die Norwegenkarte an, weil wir noch keine Route haben. Zuhause war zu wenig Zeit. Wir beschlossen, erstmal im Süden Norwegens zu bleiben, weil wir ans Meer möchten. Zur Landschaft schreibt unser Reiseführer fast gar Nichts, wir lassen uns also überraschen. Zu den Lofoten, die ich unbedingt mal sehen möchte, kommen wir wahrscheinlich nicht, denn Nowegen ist lang und daher ist es richtig WEIT! Bisher sind wir übrigens 2000 km gefahren und das reicht mir erstmal. Mit dem Wohnmobil haben wir Probleme, es zieht seeeeehr stark nach rechts, was anstrengend ist. Seltsamerweise zieht es nur, wenn man Gas gibt, wenn man kurz kuppelt, um zu schalten, fährt das Womo halbwegs gerade. Außerdem hängt das Fahrzeug auf der rechten Seite deutlich nach unten und gibt beim Rangieren sehr seltsame Laute von sich. Irgendetwas hängt und schabt. Der Herr von der Fiatwerksatt hatte gesagt, es sei absolut sicher mit dem Ding zu fahren. Ich weiss nicht recht - fühle mich nicht ganz wohl damit. Ich plädiere dafür, die Werksatt nochmal anzurufen um die "Symptome" zu schildern. Gunter ist dagegen, er hat jedoch bisher immer mit denen telefoniert. Am Montag werden wir jedoch sicher dort anrufen.

Wir fuhren weiter entlang der Küste, auch wenn man nur sehr selten Meer, und gar kein "offenes" Meer sieht. Ganz anders als die Meere, die Küsten, welche wir bisher kennengelernt haben. Durch den dichten Bewuchs mit Wald sieht man vom Wohnmobil aus recht wenig von der Landschaft. Schade, denn Noah ist noch nicht so fit, daß er weit laufen könnte. Wir können nur sehr kurze Wanderungen machen, und die auch sehr langsam. Um nicht ganz nach Olso und wieder zurück zu müssen, nahmen wir eine Fähre und sparten uns somit mindestens drei Stunden Fahrt. Der Verkehr lies nicht nach und insgesamt sah die Landschaft weiterhin "schwedisch" aus. Auf der Fähre war Amy sehr anhänglich und ängstlich, ja fast panisch. Die Fahrt dauerte nur 30 Minuten und wir hatten gar keine Wartezeit. Sie kostete 165 Kronen.

Norwegen

Die Norwegen Fahne auf der Fähre

Faehre

Die Fähre kam uns entgegen. Ach, ich liebe das Meer so sehr.

Ich bin erstaunt, daß man hier sooooo viele Landesfahnen sieht. Man hat ja immer die Amerikaner als Patriotisch im Sinn, ich denke, die Skandinavier sind auch nicht viel besser. Die Fahen sieht man an sehr vielen Häusern, auch viele von den spitz zulaufenden, trotzdem in den Landesfarben gehaltenen. Wahrscheinlich stehen die Leute hier jedoch nicht dauernd mit der Hand auf dem Herzen davor:-)

Irgendwann hatten wir die Fahrerei satt. Wir sahen einige Strände, die unerreichbar waren, weil sie zu Camingplätzen gehörten. Man, die waren voll! Schlimm! Das sind die Campingplätze, die wir so schrecklich finden. Ganz dicht beparkt, vor allem mit Wohnanhängern und Vorzelten. Ziemlich gefrustet fanden wir einen Parkplatz mit einem zu Fuß erreichbaren kleinen Strand. Dieser war voller Glasscherben, ich räumte sie dauernd aus dem Weg. Die Kinder hatten jedoch eine rießige Freude, eine Sandburg zu bauen. Amy kämpfte mit den Wellen und schrie lauthals dazu. Plötzlich waren alle Kinder und dazugehörigen Eltern verschwunden, man täuscht sich so in der Zeit, denn es war schon sehr spät und wir waren allein. Ein Abflußrohr, welches ziemlich trübe Brühe ins Meer leitete, verdarb mir die Freude an einem Strandspaziergang. Das kühle Meerwasser mit den seichten Wellen tat den Füßen weiter vorne sehr gut! Die Kinder gingen mit kurzen Hosen ins Wasser.

Amy

Amy im Kampf mit den Wellen - das Meer gewann, die Wellen kamen immer wieder zurück

Baumeister

Baumeister Esra und Noah

Muscheln

diese Muschelarten fand ich an dem Strand, die linke ist sehr klein

boot

Ich mag die farbenfrohen Boote - würde gern mal mit einem rumpaddeln

Nach dem Abendessen aus Bean Burritos und Reis ging es weiter an der Küste entlang. Die Strecke ist von Tunneln und Brücken geprägt und kostet teilweise Geld. 20 Kronen. Einmal hatten die Kinder besonders viel Spaß, als sich ein Tunnel, mit Brücke und wieder Tunnel direkt abwechselte. Die hohen Felsen, mit den "kleinen" Fjorden sind bezaubernd. Und die vielen Bäume und kleinen Inselchen im Wasser. Die Schnellstaße nervte jedoch weiterhin.

Inselchen

solche kleinen Inselchen sieht man häufig, leider hatte die Coolpix hier sehr mit dem Gegenlicht zu kämpfen

An einer Stelle wollte ich, kreuzschmerzgeplagt, kurz anhalten und mich ausstrecken. Die Ausschilderung war schlecht und ich landete wieder auf der Schnellstraße Richtung Oslo. Dumm gelaufen, denn es gab ca. 20 km lang keine Abfahrt. Dann nahm ich wohl auch noch die in eine schlechte Richtung und wir fuhren nochmal fünf Kilometer, bis ich wenden konnte. Die Geräusche, die das Fahrzeug beim Wenden machte, ließen mich erschaudern. Ich hoffe, das Fahrzeug ist wirklich sicher!!! Das einzig witzige an dieser Fahrt war die cd von Käpt'n Blaubär, wir konnten schön schmunzeln über die durchsichtige Suppe, die der Koch Blaubär zubereitete, völlig ohne Kalorien:-)

Bei Risor (das o ist durchgestrichen) fuhren wir ab und in die Stadt hinein. Eigentlich sollte man in einem Hafen auch mit dem Wohnmobil einen Platz finden können. Aber in dem Hafenstädtchen war viel los. Richting Ramba Zamba und Stimmung war dort. Ein Wohnmobil parkte mitten in der Stadt, Gunter wollte das auch tun, ich fühlte mich dabei aber nicht wohl. Ich fuhr zurück an einen Busparkplatz. Besser gesagt ein Busterminal für Linienbusse, etwas vom trubeligen Leben entfernt aber noch stadtnah. Dort standen wir recht hell im Licht der Laternen und es war sehr übersichtlich und viel Platz.

Stellplatz

so sah es dort aus

Mit Amy zusammen erkundete ich noch die Stadt, vielleicht könnte man einen besseren Stellplatz mit ein paar bewohnten Wohnmobilen finden? Ich genoß das Meerambiente, die vielen schönen Boote im Hafen, die Anker, und Fischernetze und Muscheln und die Luft! Amy war auch begeistert, ich glaube jedoch, daß ihr kalt wurde. Sie hatte zwar eine lange, warme Hose an, jedoch nur ein t-shirt. Ich war umgekehrt gekleidet, kurze Hose und Pulli. Um 22:00 Uhr war es noch hell genug zum Fotografieren. Amy und ich konnten ein Qualle beim Schwimmen beobachten.

Boot

Ein Boot im Hafen, das würde ich auch mal gerne machen, mit so einem Segelboot übers Meer und um die Welt

Hafen

Der wunderschöne Hafen abends um 22:00 Uhr

Die Kinder waren wie immer erst viel zu spät im Bett. Ich schrieb noch bis 1:30 Uhr und sah mir die Strecken an, die wir fahren könnten. Außerdem studierten wir die Reiseführer. Schlafen konnte ich nicht, ich fühlte mich so mitten in einer trubeligen Stadt nicht wohl und sicher. Gegen 3:00 Uhr gabe es einen Höllenlärm, Jugendliche fuhren auf dem Platz ums Wohnmobil mit Einkaufswagen herum. Einer saß drin und wurde erst kurz bevor er uns völlig hilflos gerammt hätte, gebremst. Gunter, der munter vor sich hin geschnarcht hatte, war dann auch früh munter. Um 8:30 Uhr schmiß er mich endgültig aus dem Bett und dem Schlaf und während er mit Noah und Amy einkaufte, vergnügte ich mich weiter mit dem Notebook, welches ein Akkuproblem hat. Aber eigentlich gehört das ja schon auf die nächste Seite:-)

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