31. 7. Eidfjord
Mitten in der Nacht griff ich vom Schmerz geplagt doch zu "starker" Medizin:-( Mir schmerzte die Lunge, ich war von Fieber schweißgebadet, ich fand kaum Ruhe. Daher gingen wir den Morgen auch sehr gemächlich an. Ich stand etwas später auf, die Kinder schaukelten, auch Noah war wieder fit - kein Fieber mehr und ganz der Alte. Wahrscheinlich reichen wir uns, gutmütig, wie wir sind, den blöden Virus oder ein dummes Bakterium immer weiter. Wir suchten eine kurze Fähre raus und durch meine Ehrlichkeit, wegen der Gunter mit mir schimpfte, zahlten wir doppelt so viel wie üblich, die Dame fragte nämlich nach der Länge des Mobils und wir sind knapp über 6m, der magischen Grenze. Wir wollten eigentlich die Strecke um den 7 km Tunnel fahren und schupps waren wir auch schon drin. Dann gibt es kein Zurück, man muß durch! (es soll da noch einen 24 km Tunnel geben - bei Gunter`s Kartenleserei fahre ich besser in einem sehr großem Bogen um das Ding rum. Die Kinder freuen sich weiterhin über jeden Tunnel, komisch! Jedenfalls merkte man, es ging in die Berge. Die Felswände wurden immer höher, teilweise sah man den Himmel nicht mehr. In der Gegend um den Eidfjord gibt es einige schöne Wasserfälle. Die wollen wir natürlich sehen. Auf abenteuerlichem Weg kamen wir zu einer Straße, na, ja einem Feldweg, der blind endete. Bis dorthin habe ich sicher einige neue graue Haare bekommen. Es war warm, ich fühlte mich elend, es stand kein Schlid mit einer Beschreibung, kein Wasserfall war angeschrieben, nur daß es eine Erdrutsch gegeben hätte und man einen 2 km Umweg laufen solle! Bedenklich! Wenn gar keine Ausschilderung da ist fühle ich mich unwohl. Wir fragten Leute, die zu ihren Autos zurückkamen, wie weit es sei. Ach, 30 Minuten meinten die. Den zweiten Trupp Leute, die ich fragte, sagten, man könne einen der Wasserfälle nur in der Ferne sehen, durch den Erdrutsch käme man nicht hin. Die drei tschechischen Herren waren triefend naß geschwitzt, was mich nicht sonderlich beruhigte. Mit einem Fußlahmen Jungen und einer kranken Mama, ich weiß nicht. Wir gingen schließlich doch los und kamen nicht weit. Der ganze Wald war voller Bären! Ähh, Beeren, aromatische Himbeeren soweit das Auge reicht, klitzekleine, aber im Geschmack ganz große Walderdbeeren. Die Kinder, vor allem Amy und Noah kamen nicht vorran, ich hörte nur noch: ahh köstlich, fantastisch und lecker hinter mir. Esra wurde immer roter im Gesicht, er klagte über Kopfschmerzen, da war doch schon mal was. Jetzt ist er also auch an der Reihe. Ob wir es bald geschafft haben und ein wenig wandern können? Wenn wir mal alle munter sind, ists das Wohnmobil, welches mal wieder repariert werden möchte. Ach, beim Fiathändler haben wir angerufen, das Fahrzeug hängt nämlich auf der rechten Seite bedenklich nach unten und es knirscht immer heftiger beim Rangieren. Der Herr von der Werkstatt hatte unsere "Akte" und meinte, es sei zwar unangenehm aber es könnte uns nicht passieren. Es könnte nur das Federlager sein, denn alles andere war vor 2 Wochen kontrolliert worden. Außerdem passen unsere Beschreibungen zum Problem. Etwas beruhigter bin ich nun schon.

hmmm, lecker! Nach dem Foto landeten die Beiden direkt in den Mägen von Amy und Noah
Aber ich schweife vom Thema ab: zurück zu unserem Wasserfalltag. Die beiden Wasserfälle fanden wir nicht, nach 40 Minuten Kinderfußmarsch kehrten wir um, um auch noch die Beeren, die wir in der entgegengesetzten Richtung nicht sehen konnten, zu futtern. Ich war wackelig auf den Beinen, machte aber ein paar Makroaufnahmen und Waldbilder mit der Coolpix. Ich bin schockiert, daß ich immer noch beim 2. Film bin! Was ist denn los mit uns?? Warum kommen wir nicht recht im Stimmung?

die Landschaft errinert uns an Yosemite, diese Gletschergeglätteten Felsen, nur hier gibts als Zugabe noch einen großen Fjord und Meeresduft dazu:-)
ein Blümchen

der sehr einsame Wanderweg

hier endete die Sackgasse - ich hatte doch tatsächlich geglaubt, daß ich in der Bretage in den engsten Gassen gefahren war!

mal ein anderes Panorama, zusammengesetzt aus 4 Einzelbildern

beeindruckend, was?
Da soll es noch einen ganz großen Wasserfall geben, wir machten uns auf die Suche. Im Dorf gab es ein Internet Cafe, eigentlich ein einziger Computer im Visitor Center. Dort rief ich meine mails ab - ich quälte mich durch Unmengen von Spam durch - so ein Mist. Esra hatte nun richtig Fieber und heftige Kopfschmerzen. Wir fuhren Harry Potter hörend den Berg hinauf. 8 % Steigung und das durch viele Tunnel. Unser Motor wurde erstmals etwas wärmer und kühlte auch noch bei abgestelltem Motor. Wir fanden keinen Platz, von dem aus man einen schönen Blick auf den Wasserfall hatte. Ganz hoch zum Hotel wollten wir nicht. Also fuhren wir ohne (be)rauschende Wasserfallbilder wieder die 7 km 8% Gefälle nach unten. Wir checkten auf einem Campingplatz, der eigentlich wegen seiner Lage sehr teuer aussah, ein, stehen nun ziemlich direkt am Fjord, hinter uns rauscht der Gletscherbach und zahlten nur 95 Kronen. Die Kleinen warfen stundenlang Steine in den Fjord, Esra ruhte sich aus. Nach dem Abendessen sahen die Kinder noch Kaptain Blaubär als DVD, wir lasen in der abendschwachen Sonne draußen vor der Tür und nun reichts auch - gute Nacht.


Amy dreht sich immer sofort um, damit sie nicht naß wird :-)

und Platsch!
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