11. August, Tvindefossen, Latefossen

Den ersten Teil des Morgens verbrachten wir mit der Reinigung des Wohnmobils. Der Teppich ist mit Kindern äußerst unpraktisch, wir würden lieben jeden Tag kehren, als uns über weitere Flecken zu ärgern. Die Toilette war mal wieder voll, es dauerte also. Wir standen direkt am Spielplatz - klar, die Drei hielten es nicht lange aus beim Frühstück. Nach 1,5 - 2 Stunden machten sie ihrem Kosenamen "die dreckigen Drei" alle Ehre. Amy`s Füße waren selbst mit Seife kaum noch sauber zu bekommen.

Eine schöne, wieder restaurierte Stabkirche lag auf de Strecke und wir hielten an, um sie zu fotografieren. Diesmal wurde selbst für den angrenzenden Friedhof Eintritt verlangt, mit einer ganzen Familie ist man in diesem Fall gestraft. Also begnügten wir uns mit der Außenansicht. Gunter hielt alles digital fest, ich analog. Die Kamera gab bei mir leider den Geist auf - ob Contax nicht mit einem Olympusfan klar kommt. Bei Gunter funktionierte sie wieder, bei mir bleiben die Filme hängen. Wir tauschte die Kameras, wieder was ganz Neues für mich. So recht ist es mir nicht, aber ich muß eben flexibel bleiben:-) (das nächste Mal nehme ich wieder die OM 4 mit). Jedenfalls prüfte Gunter während der Fahrt dann, ob der Film überhaupt richtig eingespult gewesen war, und zwar indem er die Kamera öffnete! Ahhhh - meine Stabkirchenbilder. Frust! Ich hatte wesentlich mehr gemacht als Gunter mit der Digitalen und war auch um die Kirche herumgeschlichen. Schade!

Stabkirche

Obwohl wir Sonntag hatten begann es zu regnen. Wir wurden bisher heftig verwöhnt und werden Norwegen wohl sonnig, warm und kräftig bunt in Erinnerung behalten. So gar nicht typisch. Eigentlich waren wir nicht in den Norden gefahren um braun zu werden.

Schon stieg die Straße wieder an, ein Fjell stand an. Es war jedoch so ungemütlich draußen und die kleinen Wasserfälle nicht so berauschend, als daß wir uns rausgetraut hätten. Auf diese Wasserfälle hätten wir uns zuhause gestürzt, hier fahren wir weiter. Wahnsinn, wieviel Wasser es in allen Formen hier gibt. Die Straße nach unten verlief z-förmig, worüber sich Esra sehr freute. Hier ein Bild davon:

Straße

Die Straße mit obligatorischem Wasserfall und Hütte mit typischer Dachbegrünung

Unten angekommen, machte eine Herde Ziegen Werbung für Ziegenkäse. Wir streichelten ausgiebig und nutzten eine kurze Regenpause. Nach Ziegen riechend ging es weiter.

Ziege

mich bringt nichts aus der Ruhe

Ziegen

die Ziegen, das Wohnmobil und ein Auto

Beim Tvindefossen in der Nähe von Voss hielten wir. Wunderschön plätscherte er die Felsstufen hinunter. Und einzigartig fotogen, was man nicht von allen Wasserfällen, die berühmt sind, sagen kann. Gunter ging als Erster, denn wir wollten die Kinder im Trockenen lassen. Als ich dran war mit dem Fotografieren und mich dem Wasserfall ein Stück genähert hatte, fing es stärker an zu regnen und der Film war voll. Ich hatte mal wieder keinen neuen in der Tasche. Hätte ihn im Regen, ohne Schirm sowieso nicht wechseln können. Esra hatte bemerkt, daß unsere Gesprächspartner von der gestrigen Fähre auch da waren, er hatte sich das Autokennzeichen gemerkt! Wow, er hatte Recht. Wir plauderten wieder. Die Familie hatte im Gegensatz zu uns noch was erlebt am Abend, nämlich Wale im Fjord schwimmen sehen. Im Sognefjord, der sehr tief und der größte ist und der auch sehr meernah ist, macht das Sinn. Ich habe die ganze Zeit nach Delfinen Ausschau gehalte, weil ich mit Walen nicht gerechnet hätte, habe aber auch von den Fähren herab keine gesehen. Wir erzählten eine ganze Weile im Regen, ich war ziemlich kalt danach. Vielleicht melden sie sich ja mal bei uns?

Tvindefoss

Ich habe kaum Coolpixbilder gemacht; allein an diesem Wasserfall hätten wir stundenlang verweilen können wäre es nicht so naß von oben herab gewesen

Wir verabschiedeten uns, starteten auf den Weg nach Süden. So langsam müssen wir uns heimwärts bewegen. Was sich als schwierig erweist, bei den Motiven, die uns zur Zeit überwältigen. So langsam kommen wir ins Fotografieren, gewöhnen uns ans Land und müssen schon wieder aufhören. Tja, die Schule! Und das Geld würde in diesem Land auch nicht lange reichen, unsere Vorräte schrumpfen. Eine Fähre mußten wir nehmen, leider wurden wir wieder nach der Länge gefragt, was den Fährpreis verteuert. Ich kann einfach nicht lügen! Die Berge sehen im Wolkenkostüm auch sehr schön aus, daher machte ich Coolpixbilder.

Fähre

sehr spärliche Farbe, aber schön

Den Eidsfjord hatten wir überquert, was uns sehr in die Nähe von Noah`s vergessenen Schuhen brachte. Wir fuhren also die extra 10 km um nachzusehen. Und tatsächlich lagen die sicher, im Trockenen an der geschlossenen Rezeption und das wohl die letzten 10 Tage! Noah`s Augen strahlten, als er sie in den Händen hielt, jetzt muß er sich nicht immer in die engen Bindeturnschuhe quälen! Gunter machte Bean Burritos, ich checkte für 20 Kronen und 10 Minuten die emails im Visitor Center, die Kinder warfen Steine in den Fjord und ich war neugierig und fragte in der Touristeninformation, wie man an den Fuß des Voringfossen kommt. (den hatten wir am 1.8. - als Noah seine Schuhe vergessen hatte, versucht abzulichten, was von oben herab nicht gut klappt) Warum war ich nicht auf diese Idee gekommen, als wir das letzte Mal hier waren? Also, falls nochmal jemand hin will: nach dem 2. Tunnel auf den Rastplatz, von dort auf die alte Straße, von dort auf den Wanderweg. Es geht eine ganze Weile über Geröll, daher sollten wir den Weg mit den Kindern besser nicht laufen. Schade! Aber das machen wir sicher beim nächsten Mal, wenn die Kinder älter sind:-) Als Zeitangabe für den Weg sind 30 Minuten angegeben - also rechnet besser was drauf:-)

Eine ganze Weile fuhren wir den Hardanger Fjord entlang, die Straße ist eng, es gibt in den Dörfern Obst zu kaufen (nach der Erdbeergeschichte ganz zu Beginn wollte Gunter aber nichts kaufen) und die Strecke zog sich dahin. Mein Nacken schmerzte. Dann kamen wir wieder in ein engeres Tal und mit dem Tal kamen die Wasserfälle. Leider sind und unbekannteren, aber ungemein fotogenen ohne Ausschilderung und Halte, bzw Zugangsmöglichkeit. Wir müssen lernen sie unfotografiert von der Straße aus zu genießen. Den ganz berühmten, auf vielen Fotos gesehenen Latefossen sahen wir dann unerwartet direkt an der Straße mit großem Parkplatz und vielen Touristen und einem Souvenirshop. Die schönen Bilder, die man sieht, waren jodoch unmöglich nachzumachen, denn man hätte einen reißenden Bach durchqueren und drüben auf einen Baum klettern müssen, die Touristenbusse von der Straße verbannen und einen Pferdewagen organisieren müssen. Also, Leute, laßt Euch nicht von den perfekten, mit Sicherheit geschönten Bildern irritieren. Der Fotograf schien mindestens eine Anglerausrüstung gehabt zu haben um den Bach zu durchqueren und der Bach hatte Tiefwasser! Wir bekamen den zweigeteilten Wasserfall jedenfalls nur schwer ins rechte Licht, die Brücke dazu war unmöglich abzulichten, wenn man fast draufstand. Busladungen voller Japaner blitzten die tosenden Wassermassen an, denen machte das gar nichts, sie tosten einfach unbeindruckt weiter. Ich finde es seltsamerweise immer wieder erstaunlich, daß das Wasser auch weiter den Berg herabfällt, wenn man nicht hinschaut. Ich weiss, das ist ein blöder Gedanke, aber den habe ich jedesmal! Den Kindern hatte ich jedem ein Plüschtier versprochen - hier war der richtige Moment. Es gab nämlich süße Plüschtrolle! Esra bekam einen Elch mit Norwegerpulli, Noah und Amy jeder einen Troll! Damit spielten sie ausgiebig, während wir fotografierten. Der Abhang zum Bach war nämlich sehr tief und rutschig.
Etwas weiter die Straße hinunter waren wir an einem der schönen Wasserfälle vorbeigekommen, wir hatten dort einen Campingplatz gesehen. Wir fuhren die paar Kilometer zurück, nur um festzustellen, daß der Wasserfall, durch Straße, Schafweide und Bach vom Campingplatz getrennt war. Wir wendeten, was immer abenteuerlich ist und fuhren weiter. Wieder hinauf in die Berge. Einige Tunnel überraschten mich völlig unvorbereitet und sie waren zudem eng, schlecht beleuchtet und ohne Längeangabe unmöglich lang. Das mag ich nicht, ich möchte lieber wissen, was mich erwartet. Sonst bekomme ich immer den Gedanken, wir könnten tatsächlich mal in einen Tunnel geraten, der nie aufhört. So kam es mir an diesem Abend in dem stinkenden Ding vor. Wieder über der Baumgrenze angelangt, beschlossen wir einfach stehen zu bleiben. Auf einem Parkplatz standen schon 2 Franzosen und ein Deutscher (im Womo) und wir gesellten uns dazu. Ein nettes italienisches Ehepaar mit Hund kam hinzu, und ich war beruhigt. Die Kinder waren heute zu kurz gekommen, daher machte ich eine DVD an. "Mein Hund Skip" ein wunderschön sulziger, amerikanischer Film mit Happy End, der auch mir guttat. Aber ich fing sehr spät mit dem Bericht an, schrieb dann bis 1:30 Uhr um dann trotz unvollendetem Bericht ins Bett zu sinken. Ich las noch ein wenig, sonst finde ich nicht in den Schlaf und wieder war der Tag viel zu kurz gewesen.

Amy schlaeft

Amy ruht sich aus, um beim "Abendprogramm" wieder voll fit zu sein:-)

Bach

diese "Bachblüten" fotografierte ich am Wasserfall, die anderen Touristen fotografierten in die entgegengesetzte Richtung

Wasser

ach, das fließende Wasser

Bruecke

Ein Detail der Brücke

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