14. August, Dänemarks Westküste
Obwohl ich vom gestrigen Fährenabend eigentlich gestresst war, Kopfweh hatte und nur wenig geschlafen, lockten mich die Wellen und der Sand schon um 8:00 Uhr nach draußen. Noah war auch sofort munter und wir beide erkundeten den Strand bei Tornby Muschelmäßig. Ein paar schöne fanden wir auch, die Sonne, der Wind und das Meer taten so gut. Und vor allem die Weite des Himmels und des Wassers. Nach Norwegen ein heftiger Kontrast! Zwei Länder, so nah zusammen und so unterschiedlich. Erstaunlich. Es gab ein kleines Lädchen am Strandparkplatz, wie ideal. Ich besorgte Brötchen, Äpfel, ein paar Muscheln und ein deutsches Magazin! In Norwegen hatten wir NICHTS vom Weltgeschehen mitbekommen. Fast 4 Wochen Nachrichtenpause hat auch mal was! Die Preise taten sehr gut! Ach, endlich kann man mal was kaufen, ohne ein ganz flaues Gefühl in den Magen zu bekommen. Um die Brötchen gleich klein zu machen, fuhren wir direkt mit dem Wohnmobil auf den Strand. Die Kinder verschlangen die Dinger und verschwanden gleich in den Sand.

Wir werden von der Sonne verwöhnt, außerdem von Sandstränden, Muscheln und dem Meer
Wir verbrachten eigentlich den Tag damit stetig nach Süden zu fahren und alle paar Kilometer die Strände zu betrachten. Das, was in Norwegen Rarität ist, nämlich flache Sandstrände, haben die Dänen im Überfluß. Auf den Bildern, die ich bisher gesehen habe, waren die Strände überfüllt. Dem war aber gar nicht so, es verläuft sich so weit ziehen sie sich hin. Ideal für die Kinder und ein paar Tage Ruhe.

ein steiniger Strand, weiter rechts gab es einen "Hafen", relativ große Fischerboote lagen auf dem Strand bei Torup

eine dänische Straße: schön breit, eben und mit viel Himmel
Ich hatte einmal einen Artikel über ein Haus in Dänemark gelesen, welches mit tausenden von Muscheln verziert ist. Dort will ich natürlich als Muschlliebhaber hin. Ich fragte mich in den touristen Büros durch. Recht einfach, denn fast jeder spricht Deutsch hier. Das Häuschen liegt auf der Halbinsel bei Thyboron und man erreicht es am besten mit der Fähre. Die dauerte nicht lange, man konnte den Unterschied zu den Fähren in Norwegen jedoch merken, denn wir schaukelten heftigst, auf das Anlegen war beängstigend ruckelig. Die Dänen kennen sich wohl nicht so aus mit Fähren, die Norweger kommen ja ihne Boote gar nicht vorran. In der Brochüre, welche ich im Touristenbüro bekommen hatte stand, daß man das Muschelhaus bis 19:00Uhr besichtigen kann. Leider kamen wir 10 Minuten zu spät an, es hatte schon um 16:00 Uhr geschlossen:-(( ich war sehr traurig. Ein Mann strich ein paar Muscheln an, den fragte ich sofort, ob wir trotzdem fotografieren dürften. Ja, klar, aber viel weiter konnte er uns nicht helfen. Keine weitere Infobrochüre, oder ein Buch. Der Mann, der das Haus verziert hat, tat dies für seine Frau, er konnte aber nicht mehr aufhören und sammelte und klebte 24 Jahre lang Muscheln. Ja, die Liebe:-) Die Kinder fanden das Haus toll! Hier ein paar Fotos:

eine Übersicht

die Meerjungfrau

ein Detail

noch eins

und noch eins, verzeiht, aber das Haus hat es mir angetan!
Direkt hinter dem Parkplatz gab es einen schönen Strand. Dort hätten wir uns nochmal austoben können. Ich hätte mir das Haus so gerne nochmal innen angesehen, denn auch das Wohnzimmer sei dekoriert. Aber Gunter wollte partout nicht bleiben. Wir hatten morgens eine sogeannte "Campers Pit" gesehen, eine Entsorgungsstation für Wohnmobile an einer Tankstelle. Aber Gunter wollte da nicht unser volles Klo und das Abwasser leeren. Frischwasser fehlte uns auch. Nun konnten wir nicht einfach stehen bleiben:-( Wir mußten entsorgen, fanden aber keine Möglichkeit mehr. Ich war gefrustet, hatte mich so auf die Muscheln und Gespräche gefreut! Ich habe so viele Frage bezgl von Muscheln! Das Weiterfahren fiel mir schwer. Ich hatte Kopfweh, und war müde und 3 Tage im Bericht zurück. In Lemvig aßen wir erstmal eine Pizza und Pommes und bewunderten dabei den Hafen.Gunter wollte weiter, noch ein paar Kilometer, dann wirds schön, eine Straße direkt am Meer entlang. Es stellte sich heraus, daß ein großer, hoher Deich den Blick einschränkte. An einem Museum für Seefahrerei hielten wir und ich mußte zur Toilette. Überall rießige Anker und Schiffschrauben. Die hätte ich den Kindern gerne gezeigt, aber Gunter wollte nicht. Irgendwie baute sich eine sehr schlechte Stimmung auf. Wir fuhren noch bis zu einem Leuchtturm. Dort quälten wir uns müde durch die hohen Dünen, wir kamen aber gerade recht für das beste Licht. Die Kinder tobten wieder wie wild. Der Sonnenuntergang war ganz nett, nicht super fotogen, dazu fehlten dramatische Wolken. Es wurde kälter und klammer. Von der Düne herunter rutschten wir noch an den Strand, damit die Kinder auch noch mit Wasser planschen konnten. Wow, mal wieder naß und sandig und kalt. Die Reinigungsprozedur war kitzelig.

der Leuchtturm bei Noerre Lyngvig im Abendlicht

die Kinder vorm Sonnenuntergang
Nun war es dunkel, wir hatten einen vollen Abwassertank, einen leeren Frischwassertank und ein volles, leuchtendes Klo! Mist! Einige Camper hatten sich um uns herum auf dem Parkplatz, auf dem das Campen eigentlich verboten war, versammelt. Ich wäre auch gerne geblieben, denn der Platz war schön. Ein Campingplatz ganz in der Nähe bot einen Quick Stop an. Dazu darf man nur 10-12 Stunden verweilen, hat aber alle Möglichkeiten zur Ver- und Entsorgung. Eine Campingkarte muß man besitzen. Der Campingplatz war mit vielen Schranken versehen. Wir fuhren zum Quick Stop und waren entsetzt: Ein sehr holpriger Weg führte zu einem sehr engen, noch holprigeren, ungemähten Platz völlig Abseits im Dunkeln. Und das sollte 90 Kronen kosten? Der vorhandene Wasserhahn funktionierte nicht. Gunter wollte an der Rezeption fragen, denn dort schien noch Licht. Der Herr sah ihn drehte sich um und ging weg. Eiskalt! Ich war müde, es war mittlerweile 22:30 Uhr, die Kinder quengelten und ich hatte wenig Hoffnung, daß es noch einen Campingplatz mit geöffneter Rezeption geben sollte. Weiterfahren wollte ich eigentlich auch nicht mehr. Gunter wollte auf diesem unfreundlichen Campingplatz unsere Toilette leeren und dann zum Leuchtturm fahren. Das wollte ich nicht. Nein, sowas mach`ich nicht! Und wir stritten uns in der dunklen Nacht. Ich war völlig erschöpft und hatte gar keinen Nerv. Wir fuhren weiter und fanden glücklicherweise einen Platz in Hvide Sande, der zwar keine geöffnete Rezeption mehr hatte, aber auch keine Schranken. Man solle reinfahren, sich einen Platz suchen und am nächsten Morgen bezahlen. Das taten wir und ich fiel sofort, ohne gelesen zu haben, oder das Notebook auch nur von der Ferne angesehen zu haben in einen tiefen, traumlosen und vor allem verdienten Schlaf!
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