2. August - Aurlands Fjord - Wasserfälle, Hochebene, Gletscher

Panorama

ein Panorama mit Flair

Diesmal waren wir recht früh auf dem Weg. Möglichkeit zum Duschen bekam ich nicht, die einzige Dusche war ständig besetzt. Nach der Katzenwäsche versorgten wir das Wohnmobil, d.h. frisches Wasser wurde aufgefüllt, dann begannen wir im nahen Dorf Auerlandsvangen. Gunter las wie immer die Karte, er interpretierte heute jedoch etwas falsch. Auf einem sehr kleinen Wegchen in Richtung Laerdal, daß schnell sehr steil und noch enger wurde, dann in super enge Serpentinen überging, hatten wir KEINE Wendemöglichkeit mehr. Ein warnendes Hinweisschild gab es nicht! Hoch oben, mit wunderbare Sicht über den Aurlands Fjord, die ich jedoch stressbedingt nicht genießen konnte, endete die Straße. Ein noch engerer Feldweg führte zu ein paar Häusern und Gunter meinte, kein Problem, fahr weiter, das klappt schon. ??? Das tat ich nicht, es war nämlich definitiv zu eng. Zum Glück habe ich da nicht auf ihn gehört, es war nämlich eine Sackgasse. Ich wendete in einem ohnehin sehr kleinen, zusätzlich noch zugeparkten, Wendehämmerchen. Das Rangieren war anstrengend, denn der Feldwegwendehammer war nicht eben und nach vorne ging es etwa 150-200 m nach unten in den wunderbar blau schimmernden Fjord. Die Fahrt zurück war noch anstrengender, das Wohnmobil knirschte bei jeder Serpentine schlimmer, vor uns sahen wir nur noch Wasser, ich konnte nicht dauernd auf der Bremse stehen, wir beschleuigten aber zu schnell selbst im 2. Gang. Ganz am Ende der Straße stand dann ein Postauto und wartete, bis wir drunten waren, die Dame schaute schon genervt, sie schien eine ganze Weile gewartet zu haben! Wären wir uns oben begegnet, hätte einer mindestens einen Kilometer zurückstoßen müssen. ICH jedenfalls nicht! Mei Nerve! Ich werde grauer und grauer. Unseren heutigen Adrenalinstoß hatten wir, also ging es munter weiter. Im Visitor Center fragte ich, wie die Straße, die wir eigentlich hätten fahren wollen, beschaffen ist. Nochmal fahr ich nicht blind drauf los! Der Herr im Tourist Center bekam richtig strahlende Augen, als ich sagte wir wollen nicht den längsten Tunnel der Welt fahren, sondern über den Berg drüber! Ja, ja - die Strecke sein landschaftlich sehr schön, wir sollen langsam fahren der Weg sei eng. Man bekam fast den Eindruck, er wolle auch mal wieder aus dem Tal raus und auf den Berg. Der richtige Weg war der nach Aurlandsvangen und dort ist ein Zeichen für "Scenic" dran.

flair

irgendwie sieht es auf dem Bild nicht steil aus, war es aber

OK, enger konnte der Weg also nicht sein! Am Anfang machte es auch nicht den Eindruck, doch dann war er streckenweise genauso eng, nur befahrender. Es gab Haltebuchten, die mich beruhigten. Ein einziger Wohnwagenfahrer kam uns entgegen, ob er es bis nach unter gepackt hat kann ich nicht sagen, ich bezweifele es aber. Es ging höher und höher hinaus. Der Fiat hatte schwer zu schaffen und wurde auch mal etwas wärmer als sonst. Aber wir haben es ja nicht eilig, zum Abkühlen machten wir Fotopausen.

Den ersten längeren Stop machten wir an einem klaren Gebirgsbach. Dort weideten Schafe, es gab viele Felsen um die sich das Wasser drängte und wir liefen auf Schafstrampelpfaden mit entsprechendem duftendem Belag durch den kargen Bewuchs. Es rauschte und blökte überall, eine normale Unterhaltung war daher nicht möglich. Und was machten die Kinder? Steine werfen:-) wie alle Kinder dieser Welt!

Gebirgsbach

Die Hochebene war wieder schön, zu Beginn nicht ganz so faszinierend wie gestern. Dort oben laufen viele Schafe an der Straße herum, sie scheinen sich gerne an den Straßenbegrenzungen zu reiben. Es gab größere Schneefelder hier und später auch traumhafte Wasserfälle und Seen. An einer Stelle hätte ich gerne übernachtet, es war aber noch viel zu früh und wir wollen noch weiter kommen. An diesem mit Wasserfall verzierten See, aßen wir zu mittag und ich schrieb den Bericht von gestern während Gunter las und die Kinder alleine einen Steinhügel bauten. Ich hatte mein Letztes gegeben und bin durch knöcheltiefen morast gewandert, um einen im Schatten liegenden Wasserfall abzulichten. das Licht, welches von oben kam war grell, na, ja - schaut selbst. Die Sandalenfüße waren richtig braun und eisekalt danach.

Wasserfall

unten im Bild sieht man noch Reste des Schnees

Steinhaufen

Esra und Noah waren fleißig, in der Dose befindet sich "Steinkleber" aus Steinmehl - selbst hergestellt - und Wasser. Sie waren etwa 2 Stunden damit beschäftigt. Esra war wieder recht munter nach seiner Fieberattacke, jedoch nicht vollständig genesen. Ich hoffe, wir haben`s nun alle gehabt.

Schneefeld

die Schneefelder haben wunderschöne Muster

Häuser

so sieht es hoch oben aus

Die Abfahrt vom Berg war gemächlicher als gestern, keine Tunnel, keine Serpentinen, aber ein geräuchvoller Gebirgsbach kurz vor Hornadalen, der Streckenweise ein stärkeres Gefälle hatte als unsere Straße. Dort, wo das Wasser besonders schön fällt, konnten wir ein paar Filme belichten. Ach, ich dachte schon ich höre das Zurückspulen des Filmes nicht mehr und jetzt belichten wir jeden Tag mehrere Filme. Wir fahren nur noch mit offenem Mund durch die Gegend, heute konnten wir die Ahhs und Ohhs nicht mehr unterdrücken. Ohhhh, schau mal da! Und dort! Ist das nicht verboten schön? Warum haben denn die Norweger "Alles" abbekommen? Müssen wir wirklich immer inmitten von Weinbergen wohnen? Weit kommen wir auf diese Art und Weise nicht, aber das macht auch nichts. Für den Norden Norwegens müssen wir einen extra Urlaub einplanen und dann das erste Stück mit der Fähre bezwingen. Alles, was oberhalb von Trondheim ist, möchte ich unbedingt noch sehen. Ich sag` ja, 4 Wochen reichen nicht. Mit der "magischen" Zeit von drei Monaten käme man hier besser aus. Obwohl man dann vielleicht schon Probleme mit Schnee bekäme.

Wasserfall

auch an diesem Wasserfall hielten wir uns lange auf

Wasser

so sah die andere Richtung aus. bei dem Getöse war eine Unterhaltung fast unmöglich, auf die Kinder aufpassen sehr anstrengend - beide Bilder sind mit einem 64 fach Graufilter aufgenommen, mit der Coolpix

Doch dann fingen sie wieder an, die Tunnel! Einer 6 km, einer 7,5 km, ein paar kleine und dann die Fähre. Ich hatte noch 200 Kronen in der Tasche, die reichten nicht. Man, die Fähren werden teuer hier! Und eigentlich ist es eine ganz kurze. In Meernähe kamen wir immer als kurzes Mobil durch, hier wird man immer nach der genauen Länge gefragt, und ich bin zu ehrlich. Aber, die haben auch schon einen Blick dafür und sehen, wenn man lügt. Die Kinder kosteten extra und wir legten 285 Kronen hin, etwa 40 Euro für eine 15 minütige Überfahrt. Ich unterhielt mich auf der sehr engen, absolut vollgeparkten Fähre mit einer Norwegerin. Sie sagte, in dem Preis sei eine Gebühr für die Straßen mit drin, wir mußten jedoch ein paar Kilometer weiter nochmal 140 Kronen hinblättern um ins Sognedal fahren zu dürfen. Mensch, was wir an Lebensmittel sparen wollen, geht so weg. Die Fahrten werden so sehr teuer, weil Diesel hier ja auch schon um Einiges mehr kostet als in D. ist. Zum Glück haben wir diesmal keine Wohnmobilmiete.

Und wieder kamen wir durch Gegenden, wo man eine sehr trockene Mundschleimhaut bekam. Berge, Täler, Gletscher, Fjorde und Gebirgsbäche. Wahnsinn! Plötzlich wirds NOCH schöner. Kaum zu glauben, und wieder ein Tunnel, und dann ein Tal, welches einem den Atem raubt. Spitze, hohe Berge, und viele Gletscher immer näher und näher. Am Schluß wurden wir zum Verkehrshinderniss, denn offenmundig fuhren wir nur noch 30 km/h, damit wir bloß nichts verpassen. Die beiden kleinen Brillenträger, träumten wahrscheinlich von Tälern und Bergen, von der realen Landschaft bekamen sie nichts mit, waren aber, als wir dann geschafft waren, sehr munter.

Wir hielten die Augen nach einem Stellplatz offen. Auf einen Campingplatz, der zu voll, laut und teuer ist, haben wir heute keine Lust. Aber mit dem "wilden" Campen bin ich ja immer vorsichtiger als Gunter. An einem Wanderparkplatz sehr nahe am Gletscher Ausläufer vom Jostedalgletscher, dessen Zunge Bojapren heißt, sahen wir Holländer stehen und gesellten uns dazu. Ich quatschte ein wenig, danach wanderten wir alle zusammen nochmal zum Gletscher um etwas Wasser für eine Suppe zu holen. Eine Gletschersuppe:-) Dabei machten wir natürlich Fotos und sahen sogar Eis herunterfallen. Aber nur ein kleines Stückchen, was in Relation zum Gletscher wohl immer noch heftig groß war. Gerade eben hörten wir ein sehr lautes Grollen, wie ein lauter Donner beim Gewitter. Das hätte ich gerne gesehen. Mal gespannt, wie es morgen früh am Gletscher aussieht. Die Wasserfälle, die wir hier vom Wohnmobil aus sehen können sind schwer zu zählen, Gunter hörte bei 35 auf! Es rauscht, leise ist es nicht hier auf dem Platz aber irgendwie friedlich und auch bedrohlich, bei den Eismassen, die dort im Berg hängen. Ich lasse mich jetzt jedenfalls in den Schlaf säuseln, es ist schon wieder1:15 Uhr.

Gletscher

Wasserfälle

hoch oben ist der kleinere Ausläufer des Gletschers

Amy und Noah

die beiden Ausgeschlafenen warfen mal wieder Steine, denen ist es egal, ob da oben ein großer Gletscher hängt, ob das für Kinder unvorstellbar ist? Esra war müde und hatte Kopfweh, wir machten die Wanderung ja auch erst so gegen 21:00Uhr.

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