3.8. Fjaerlandtal nach Tresfjord - Eine zu lange Fahrt und zu teure Fähren - es geht wieder näher zum Meer

unser Stellplatz
Ich hatte fast die ganze Nacht nicht geschlafen. Der Gletscher fasziniert mich, aber er macht mir auch Angst. Wenn man bedenkt, wie nah wir diesem Eismassen sind. Wenn da mal was "Größeres" runterfallen sollte, sind wir hier nicht sicher. Aber einen schönen Stellplatz hatten wir schon, das Krachen und Donnern des Gletschers hörte man die ganz Nacht über. Ich beobachtete Sterne über den Bergen anstatt zu schlafen. Vor 9:00Uhr wurden wir unsanft geweckt, ein französischer Touristenbus hielt direkt neben uns, der Motor lief, die waren so früh alle schon lustig und gackerten. Ich lag noch ein paar Minuten, den Gletscher betrachtend im Bett und winkte den Franzosen zu. Mit Amy zusammen machte ich nochmal die Wanderung an den Gletschersee, die anderen wollten nicht und spülten währenddessen das Geschirr. Am See angelangt sahen wir wieder Eis abrechen, sehr laut war es, und die Menge an Eis die herunterkam veränderte das Gesicht des Gletschers nicht. Seit gestern schien sich nicht so viel getan zu haben, trotz des Höllenlärms in der Nacht. Ich redete später nochmal mit den französischen Wohnmobilisten, die direkt hinter uns übernachtet hatten, und die haben vom Getöse nichts mitbekommen, so einen Schlaf hätte ich auch gerne. Wir wollten gerade aufbrechen, da kam ein holländisches Ehepaar mit sehr kleinem Wohnwagen. Sie lief mit der Coolpix herum, er packte Stativ und Hasselblad aus. Mit Fotografen unterhält es sich immer gut:-)

ein Panorama aus 4 Hochformat Bildern

die schönen Wasserfälle am kleineren, höheren Gletscherarm

herangezoomt - wir haben auch Bilder mit dem 500mm Spiegeltele gemacht, ich bin gespannt darauf
Am Gletscherinformationscenter und Museum wollte ich mir noch ein paar Prospekte holen. Ich landete im Museum, es war mir aber zu teuer. etwa 12 Euro pro Erwachsenem und die Hälfte für Kinder. Die Sonderpreise für Familien schließen hier immer nur 2 Kinder ein, das dritte zahlt extra. Am kostenlosen Infocenter bekam ich ein paar Broschüren und kaufte eine Buch über den größten Gletscher auf dem europäischen Festland, nämlich der gestern besuchte.

das Fjaerlandtal
Es ist Samstag, wir brauchen Brot und Milch, also fuhren wir nach Fjaerland, da es dort auch ganz besonders viele Buchläden geben soll. Einen wunderschönen, turkisfarbenen Fjord haben sie dort, mit dem passenden Gletscherpanorama. Während ich das allernötigste einkaufte, machte Gunter Fotos.

Fjaerland - ein Dörfchen mit Ausstrahlung
Direkt nach der super tollen Aussicht mit Gletschern fährt man wieder in einen langen Tunnel, nämlich unter dem Gletscher durch, entsprechend kalt war es im Tunnel (nur Spaß, die sind immer kalt, aber manche eben noch kälter). Die Aussicht auf der anderen Seite hat auch was Besonderes, bis ich mich jedoch an die grelle Sonne gewöhnt hatte, war ich am Parkplatz vorbei. Wir folgten der E 39 nach Skei, zum Groppenfjord und nahmen dann die Fähre von Anda nach Lote, diese kostet, wie alle teuren Fähren hier in der Gegend viel zu viel, unserer Meinung nach, nämlich 147 Kronen für eine 10 minütige Überfahrt. Sehen kann man auf diesen kurzen Fähren NICHTS, denn man steht unten drin, kann nicht übers Geländer schauen und auch nicht nach oben gehen.
Das Wetter ist übrigens ungewöhnlich, ich hätte es nicht so warm erwartet, teilweise ist es im Fahrzeug unerträglich heiß, vor allem, wenn einem den ganzen Nachmittag beim Fahren die Sonne auf den Arm schein, ich habe durch die Scheibe einen Sonnebrand bekommen! Ich will mich ja nicht beschweren, aber für Fotos wären ein paar Wolken gar nicht schlecht.
Eine ganze Weile fuhren wir durch Weideland. Wir sahen Ziegen und schöne "Almhütten", viele Seen und Fjorde, die alle in der Farbe variieren. Noch auf der E 39, die doch sehr eng ist streckenweise, blieben zwei Laster aneinander hängen, kein Unfall, aber sie kamen nur schwerlich aneinenader vorbei. Der Verkehr staute sich in beide Richtungen. Dann hatten sie endlich etwas rangiert, und die Autos kamen an den Lastern vorbei, wir jedoch nicht. Wir standen mindestens 20 Minuten in der grellen, gnadenlosen Hitze.

Heftig, was?

ein weiteres "Vehrkehrshinderniss"
Dann nahmen wir die 601 um dem Austjefjord herum, weil wir eine weitere, sehr teure Fähre sparen wollten. Kurz bevor wir dorthin einbogen, sahen wir zwei schöne Badeplätze, und in der Hitze war uns sehr nach Baden zumute, doch wir überlegten zu lange und waren vorbei. Die 601 führt fast ununterbrochen an einem Fjord vorbei, da würden wir sicher einen noch einsameren Platz finden! Denkste! Keine Haltemöglichkeit! Und die Fahrt zog sich. Klatschnaß geschwitzt blickten wir sehnsüchtig in den klaren, tiefblauen Fjord. An einer Stelle stand ein Schild: Badeplatz. Die Abfahrt war eng und steil (das meine ich wirklich, denn eigentlich sind hier alle Wege eng und steil, diese umsomehr). Wir fuhren also mit krackendem "wasweißichwas" da runter, um festzustellen, daß es ein Campingplatz für Langzeitcamper war, und keine Bademöglichkeit bestand, außer für Boote! Also, wieder hoch mit unserer Kiste, die es diesmal auch im allerersten Gang nur im Schneckentempo packte, natürlich wieder krachte und mich beängstigte. Die nächste Fiatwerkstatt wird angefahren. Der Weg entlang des Fjordes wurde zum Glück etwas breiter, meine Nerven etwas entlastet. Bei Orta hielten wir an einem Badeplatz, der von Leuten nur so wimmelte. Keine schöne Stelle, denn das Wasser am Strand wurde heftig aufgewirbelt und war entsprechend schmutzig. Nach etwa 1,5 Stunden des Muschelsammelns fuhren wir wieder auf die E 39 und blieben dort bis Festoy von wo aus es mit der 173 Kronen teure Fähre nach Solvag ging, diesmal blieben wir die 10 Minuten alle im Wohnmobil. Nun schauten wir nach einem gegeigneten Stellplatz. Wir hätten auch einen Campingplatz genommen, nur, der eine auf dem Berg, der eigentlich am See liegen soll, war so häßlich, daß wir weiterfuhren. Dieser große Schotterplatz, direkt neben einer Tankstelle war das häßlichste, was wir bisher gesehen hatten, dort wollten wir kein Geld lassen. Also ging es weiter auf der E 39/E136 nach C, wo wir in Ermangelung eines Campingplatzes (es war einer auf der Karte eingezeichnet aber real nicht vorhanden) auf dem Parkplatz einer alten, hübschen Kirche stehen. Gegen 22:30 Uhr gesellte sich ein weiteres deutsches Mobil zu uns, was uns freut. Ich hoffe, der Gottesdienst beginnt morgen nicht so früh daß wir stören. Warum stehen wir auch immer Samstags an Kirchen? Der Fjord liegt an der einen Seite des Wohnmobils, dort fanden Noah und ich ein paar kleine ausgetrocknete Strandkrabben, auf der anderen Seite ist die beleuchtete alte Holzkirche mit wunderschönem Bergpanorama. Eigentlich ein schöner Platz. Es duftet nach Meer und man fühlt sich wie im Hochgebirge.

die Kirche von Tresford
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