4. August, Wattwandern und Bäche - Panoramen

Und wieder begann der Tag mit strahlendem Sonnenschein. Da die Kinder und demzufolge auch wir, immer viel zu spät ins Bett finden, es ist einfach sooo lange hell, haben wir es noch nie gepackt, einen Sonnenaufgang zu bewundern. Da schlummern die fünf Reicherts noch in den warmen, kuscheligen Betten. Schade eigentlich. Aber es tröstet mich etwas, zu wissen, daß der Sonnenauf- bzw untergang sowieso immer von irgendwelchen Bergen, die es in sehr großen Mengen, meist in Größe XXL gibt, verdeckt bleibt. In den Täler kriecht die Sonne also zu einer für Langschläfer angenehme Zeit über die Bergkante. Außerdem gibt es da noch die Fjorde in Marinblau und die Seen in dunklem Tiefblau. Das reicht uns auch ohne Sonnenuntergang. Wir sind ja wunderschön autark, brauchen also wegen Solaranlage, Toilette und Badezimmer gar keinen Campingplatz, also machten wir uns gemütlich fertig und brachen so gegen 9:30 Uhr auf, die deutschen gegenüber schlüpften auch gerade aus den Betten.

Kinder

Wir folgten der E 136 und wechselten bei Andalsnes auf die 64. Dort war ein Zeichen für eine Sehenswürdigkeit, nämlich die Straße zu den Trollstigen/Stigfossen ausgeschildert und wir wollten völlig naiv mal nach dem Wasserfall schauen. Der Wasserfall hat es allerdings in sich. Es handelt sich um eine extrem steile Straße mit 12 % Steigung und 14 Kehren. Ich wußte nicht recht, ob wir das dem Fahrzeug mit der knirschenden rechten Seite angehen sollten, Wir fuhren jedoch den ersten Teil bis zum Wasserfall und machten ein paar Fotos. Da das Licht recht ungünstig war, beschlossen wir nicht zu fahren, obwohl es uns sehr reizte. Was uns zurückhielt war, daß wir die gleiche Strecke hätten zurückfahren müssen und bergab ist immer nochmal unangenehmer. Wir wollten weiter Richtung Norden.

Womo

in der anderen Richtung die berühmte Touristenstraße

Trolle

Dieses Schild sieht man nicht so oft:-)

Berge

Berge und Wald

Strasse

Auf solchen Straßen fährt man Stundenlang

Insgesamt bekamen wir heute dann nach anfänglichen Bedenken wieder den Mund nicht zu. Die Landschaft hat sich geändert, sie wirkt irgendwie nicht mehr so farbkräftig, schwer zu beschreiben. Die Berge sind wunderschön pastellig, kleine Wölkchen hängen mittendrin.

Panorama

Schöner, hellblauer Dunst

In einigen meernahen Fjorden ist sogar Ebbe und Flut zu spüren, man kann Wattwandern. Bei Afarnes fuhren wir auf die 660 und gelangten zum Isfjorden. Das ist so ein Fjord mit Ebbe, ich hielt an und schaute, ob er sich auch für die Kinder eignet. Das tat er, Badehosen an und raus in das Watt. Ach, hatten die Drei einen Spaß. Sie rannten spritzend wie Wilde durchs klare, ganz saubere Wasser. Mit dem Kecher holten sie Muscheln raus. Ich machte mit Stiefeln im Wasser stehend Bilder - heute hauptsächlich Panoramen. Die Landschaft läd geradezu dazu ein.

9 Kinder

Noch ein ganz anderes Panorama - unsere 9 Kinder:-), aus drei Bildern zusammengesetzt - direkt danach zogen wir die Sippe um!

Wasserpanorama

Algen, Seetang und Berge - aus zwei Bildern

Die Außendusche war wieder mal genial, einfach abbrausen, und wieder anziehen. Die Kinder waren heftig schlickig und hatten die Dusche heftig nötig.

Bauerndorf

Ein Bauernhof mit Ausblick

Weiter ging die Fahrt, wir hörten "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" zuende. Daß der Hauself Dobbie eine Socke geschenkt bekommt, natürlich unfreiwillig, und dadurch befreit wurde, amüsierte Noah besonders. Er freute sich noch Stunden später drüber:-) Bei Eidsvag bogen wir auf die 62 ab und bei Sundalgora auf die 70. Die Fjorde, die nahe am Meer liegen sind so völlig anders als die in den Gebirgen. Es ist faszinierend, die Unterschiede so deutlich zu sehen. Es war direkt kühl an den äußeren Fjorden, ganz kurz sahen wir in der Ferne das offene Meer. Wir bewegen uns immer mehr Richtung Trondheim, denn ein klein wenig vom nördlicheren, oder besser gesagt mittleren Norwegen wollen wir noch sehen. Ach, was ist das Land so lang! Wir müssen bei unserer Planung bedenken, daß wir auch wieder nach Süden fahren müssen. Ich betone es nochmal - meiner Meinung nach sind 4 Wochen zu kurz!

Aussicht

diese grandiose Aussicht genossen wir himbeermampfend

Pizza

ursprünglich war sie rund, doch per Zufall sah sie plötzlich so aus

Wir hatten Kohldampf und wollten eigentlich Fisch essen. Wenn es schon nach Meer riecht und überall Bäche sind. Ein gutes Restaurant findet sich nicht gut. Wir mußten schon lange schauen, bis wir was entdeckten. Sundalsöra ist ein industrielles Dorf/Städtchen mit entsprechender Duftkulisse. Diese paßt so gar nicht nach Norwegen, eher in einen ollen Tunnel. Jedenfalls gab es dort ein Restaurant im Hotel, welches teuer aussah und sicherlich, wie jedes Restaurant, auch teuer war. Also hinein mit uns in die Pizzeria, und schon war mit nicht mehr wohl zumute. Die Tischdecken hätten schon vor ein paar Wochen gewechselt werden müssen. Sowas habe ich noch nie gesehen. Die Kinder bekamen von mir eine "unkritische" Pizza nur mit Pilzen bestellt, ich hielt mich auch da ran. Gunter nahm was mit Fisch. Auf Rarotonga (siehe Bericht über Neuseeland!) hatten wir sehr schlechte Erfahrung mit einer Schrimp Pizza gemacht. Als wir die Preise für die Getränke sahen, entschieden wir uns, die Pizza doch lieber mitzunehmen und im Wohnmobil was dazu zu trinken. Eine kleine Sprite, Wasser oder egal - kostete 25 Kronen, also 3,5 Euro! Bei drei Kindern und zwei Erwachsenen rechnet sich sowas nicht, mal gelinde gesprochen. Allein bei den Getränken wird man arm. Die Pizzen, es kamen glücklicherweise nur 2, wir hatten 3 bestellt, kosteten dann 190 Kronen, 27 Euro! Wir entschieden, zumindest in Norwegen nicht mehr Essen zu gehen.

Heute wollte ich unbedingt früher halten und die Kinder nochmal richtig toben lassen. Gegen 19:00 Uhr steuerten wir dann tatsächlich einen kleinen, knuddeligen Campingplatz kurz hinter Györa mit größerem, ruhigen und kleinem, rauschenden Bach und einem Wasserfall an. Gut, was! Und nun noch ein Knüller - es kostet nur 60 Kronen, also weniger als 10 Euro. Hier gibt es eine Quelle, deren Wasser wunderbar rein schmeckt und ein sehr nettes deutsches Ehepaar mit Hund, mit denen wir uns lange unterhielten. Die Kinder rannten dann wirklich wie wild. Sie spielten am Bach und warfen Steine, bis ich bemerkte, daß die Angler, von denen es hier jede Menge gibt, böse dreinschauten. Dann entdeckten sie die Quelle und tranken immer wieder davon. Sie füllten alle Flaschen einzeln auf, was bedeutete, daß sie immer wieder die Strecke zur Quelle rannten und die vollen, schweren Flaschen zurück zum Wohnmobil schleppten. Was für ein Spaß. Dann machten wir noch Bilder am Wasserfall und Bach. Ich duschte mit Amy. Es gibt zwar nur eine Dusche, aber die ist wie in einem Wohnhaus, man fühlt sich wohl.

Wasser

rauschendes Wasser

Unsere Holländernachbarn machten ein Feuer und grillten, das gab ein wunderbares Fernsehen für unsere Kids. Die lagen im Alkoven und hielten keine Ruhe - "die Kinder da draußen sind ja auch noch auf". Als dann gegen 23:30 Uhr alle drei schliefen, war auch ich müde, ich betrachtete trotzdem noch alle Fotos und schrieb ein wenig weiter im Bericht.

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