5. August - Die Mitte von Norwegen - Trondheim
Den Morgen gingen wir ganz besonders gemächlich an, denn es gefiel uns so gut auf dem Campingplatz. Wir frühstückten im Freien, weil wir eine Bank mit Tisch direkt vor der Wohnmobiltür hatten, davor floß ruhig der Bach dahin. Idyllisch! Ich vermissete meine Lieblings-T-Shirts und war etwas frustriert, weil ich sie nicht fand. Gunter entdeckte dann, daß ich wohl am Abend zuvor so müde gewesene war, daß ich darauf geschlafen hatte. Die Kinder spielten lange im eisigen Bachwasser. Die Sonne schien warm, es war perfekt. Wir überlegten, ob wir bleiben sollten, entschieden dann dagegen. Ich fotografierte noch am Bach, den die Kinder erkletterten und die Steine nach eigenem Geschmacke legten um den Wasserfluß zu manipulieren. Das war an dieser Stelle schon öfters geschehen und ich lies sie gewähren. Gunter genoß währenddessen eine erholsame Dusche und Rasur. Dann schnappte er sich die dreckigen Drei und duschte sie, während ich das Wohnmobil reisefertig machte. Erst gegen 11:30 Uhr verließen wir etwas traurig den Platz. Wir wissen nicht, was uns weiter oben erwartet. Hier nun die Bilder vom Morgen:

der kleine, wilde Bach mündet in den Fluß

die Kinder kletterten mir ständig durchs Motiv:-) Wir bräuchten ein paar gute Badeschuhe

eine Wasserimpression - alle drei Bilder sind mit einem 64 fach Graufilter aufgenommen. Bei solchen, schnellen Fließgeschwindigkeiten reicht 1 Sekunde als Belichtungszeit

es kommt schon mal vor, daß hier eine Hytta Ledig ist:-)
Wir fuhren von der 70 auf die E 6, die wir dann den "ganzen" Tag ertragen mußten. Der Verkehr nervte, die Wolken waren so richtig toll dramatisch, aber die Landschaft völlig unfotogen - im Vergleich zu den Panoramen der letzten Tage. Wir fuhren also einfach weiter und betrachteten bei strahlendem Sonnenschein die Blitze in den Wolken weit am Horizont. In den Bergen muß es heftig gekracht haben. Vielleicht ganz gut für Fotos aber nicht bei meiner Angst vor Gewittern. Wir benötigten mal wieder das Nötigste: Milch und Brot und was für drauf. Außerdem braucht Noah neue Schuhe - wir fanden jedoch keine für ihn. Seine Größe ist nun, Ende des Sommers, ausverkauft. So teuer wären die Schuhe nicht mal gewesen. Etwa so wie in Deutschland. Ansonsten tun die Preise hier echt weh! Ein kleines Glas Nutella z.B. kostet fast 4 Euro. Eine kleine Tüte Lakritz 3 Euro. Lachs ist in relation recht günstig und wir hatten mal Lust auf was richtig Leckeres - also kauften wir 500 Gramm, von denen kein Einziges übrigblieb. Die Kinder verdrückten große Mengen, für die drei hatten wir zusätzlich noch Fischstäbchen besorgt. Ich sah im Ausverkauf meine absoluten Lieblingssandalen: Source! Ah, meine waren in Victoria vor 2 Jahren aus den Nähten gegangen und ich vermisse sie seither. Leider war meine Größe nicht dabei! Ansonsten macht ein Einkaufbummel hier wenig Spaß, obwohl er billiger ist als in Deutschland, denn man kauft rein gar nichts:-) Ein Lonely Planet Reiseführer kostet umgerechnet 45 Euro! Heftig, oder? Ich hätte den über Norwegen gerne gekauft, denn unsere Reiseführer sind nicht brauchbar. Der aus der Womo Reihe ist über Nord Norwegen und wir kehren nun wieder um, außerdem ist er sehr schlecht zu lesen durch die sehr genauen Fahrtangaben, auch liegen die Interessen anders. Der Verfasser scheint ein Badefanatiker zu sein. OK auf den Parkplätzen zu den Badeplätzen kann man auch übernachten, es ist uns trotzdem zu einseitig. Dann haben wir noch den Norwegen Reiseführer für Individuelle Entdecker vom Iwanowski's Reisebuchverlag, doch indiesem sind verschiedene Routen beschrieben. Weicht man von den Routen ab, was wir seltsamerweise nur tun, findet man auch keine Informationen über die Orte! Außerdem kann man sich landschaftlich gar nichts unter den einzelnen Gebieten vorstellen. Wir bräuchten einen speziellen Reiseführer dür wohnmobilfahrende, muschelsammelnde Fotografen mit kleinen Kindern:-) Wer scheibt uns den? Wir würden es selbst tun, wenn wir mehr Zeit hätten:-)
Also, die Fahrt war langweilig, was soll ich groß darüber schwätzen. Es gibt viel Verkehr, ich dachte es sei einsamer hier. Außerdem viele Getreidefelder, und die Fjorde sieht man meist eher von der Ferne. Wir sahen welche mit großem Wattgebiet, kamen jedoch gar nicht dran. Wir verfranzen uns in Wohngebieten in nicht ausgeschilderten Sackgassen und waren gefrustet. Es scheint keiner an das Watt zu wollen? An Badestränden, die ausgeschildert sind, wir eine Parkgebür verlangt, an allen Parkplätzen, auch den kostenlosen steht an, daß man nicht übernachten darf. Kein Schild mehr: Campen verboten, nein, da steht daß Wohnmobile nicht länger als 4 Stunden halten dürfen und daß das Schlafen im Wohnmobil verboten ist. Deutlicher geht es kaum, oder? Da kann man sich auch nicht mehr rausreden mit nur stehen bleiben und schlafen. Es wird überall auf die Campingplätze verwiesen. Wir denken, daß wir ab morgen wieder nach Süden fahren, denn bis zu den Lofoten packen wir es nicht und in der Mitte scheint es etwas langweilig im Vergleich zu Fjordland. Wir gehen lieber nochmal zu den Gletschern und Fjorden:-) Ach, ja - beinahe hätte ich vergessen zu erwähnen, daß die Straßen hier oben recht teuer sind. Wir wollten die Küstenstrecke meiden, um nicht das ganze Geld auf den Fähren zu lassen, und nun kosten hier die einfachen Straßen Geld, dreimal wurden wir zur Kasse gebeten. 15, 25 und ? Kronen.

Da hier Stellplätze schwer zu finden sind, mußten wir nach einer Stunde Sucherei auf einen Campingplatz in Soira Moria, wie wir ihn lieber meiden. So einen mit 3 Sternen, die wir gar nicht brauchen. Nun, die Kinder genossen den Spielplatz, aber die Wanderung zum Fjord war etwas lang. Man sagte uns 700 m, wir haben jedoch festgestellt, daß die Norweger eine andere Einstellung zu Entfernungen haben. Gestern waren wir eingentlich schon fast in Trondheim. Den Schildern zufolge, waren es 240 km von Tresford aus. Wir fuhren aber schon 220 km bis zum gestrigen Campingplatz. Als wir loslegten morgens, dachte ich es müßte ja nun kommen - was kam war ein Schild mit der Aufschrift: Trondheim 120 km ! hmm- so dauert die Sache erheblich länger. Also, die 700m waren auch eher 1,4 km, was nicht unerheblich ist, wenn man mit drei kleinen Kindern läuft. Esra, Noah und Amy hatten sich lauthals auf dem Spielplatz ausgetobt bevor wir loswanderten. Auf dem Hinweg ist Alles noch kein Problem, denn das Wasser des Fjordes zieht sie magisch an, auf dem Rückweg war es schon schwieriger, denn zsätzlich war es noch sehr kalt geworden. Wir wanderten auf einem Trampelpfad mitten durch ein Getreidefeld und dann durch Naturschutzgebiet mit allerlei Unrat drin (!). Die Flut hatte gerade Einzug gehalten, als wir ankamen, also hatten wir wenig Freude am Watt! Aber, da gerade Wasser da war, wollten die Kinder - na, wißt ihr`s? Klar, Steine werfen! Mit Gunters Hilfe bannten wir einen Platscher auf Film, äh - Speicherkarte!

ein Plumps mit Wolkenkulisse und rechts im Bild, der Beginn einer häßlichen Fabrik

ein Kebspanzer im letzten Abendlicht

ein Getreidefeld erstrahlt im Sonnenlicht, übrigens der erste Sonnenuntergang, der nicht durch Berge oder Wälder verdeckt war
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