10. August, Abschied von den Versterålen, Leuchtturm von Tranøy

Wir schliefen lange, kamen jedoch trotzdem nicht in die Dusche, sie war von Italienern aus 4 Wohnmobilen bevölkert. Ich war gerädert, denn Esra hatte diese Nacht zum ersten Mal im hinteren Bett, welches ich normalerweise belagere, geschlafen und ich lag mit Amy in der umgebauten Sitzecke. Da wir jedoch die Rückenlehnenpolster nicht wegnehmen, wenn die Kinder unten schlafen, war es für mich zu kurz und meine Beine hätten sich so gerne mal langgestreckt. So war ich eigentlich zu früh wieder wach, die Kinder waren auch nicht ausgeschlafen, gestern war es einfach viel zu spät geworden. Schließlich packten wir es alle gemeinsam in die Duschen - es gibt einen Raum, in dem gleich 2 Duschen sind. Das war für uns prima, Gunter rasierte sich, wir alle wuschen uns mal richtig gründlich mit heißem Wasser sauber samt Haaren, die ordentlich Sampoo nötig hatten. Noah's Arm war dazu in einer Plastiktüte eingepackt und verklebt. Ach, wir waren mal wieder eine sehr saubere Familie:-) Gerne hätten Esra, Noah und ich nochmal geangelt, es scheint ja nun nicht so leicht zu sein, was Essbares aus dem Wasser zu ziehen, doch Gunter war dafür baldmöglich die Fähre nach Bognes zu nehmen. Wir fuhren also los, landeten absolut ohne Wartezeit auf der Fähre, die eine Stunde fuhr, ca. 290 Kronen kostete und sehr schön war. Es gab richtig bequeme Liegestühle, die Sonne schien aus Leibeskräften, das Wasser war sehr ruhig, die Kinder waren unausgeschlafen! Amy war anfangs sehr unruhig, nach einer Weile hatte sie sich aber gefangen und schmuste mit mir. Wir hielten Ausschau nach Orca's, man kann ja nie wissen:-) Wir fanden auch wieder nette Gesprächspartner, was für Kurzweil sorgte. Man erfährt doch sehr viel von anderen Reisenden.

Schornstein

der Schornstein und die heiße Luft

Auf der anderen Seite schien die Welt wie verändert, die Bäume stehen sehr dicht, auch die Halteplätze sind nicht mehr so toll, durch den dichten Bewuchs kommt man kaum oder gar nicht an den Fjord, es ist belebter. Wir begaben uns sogleich auf eine Nebenstrecke, denn der Leuchtturm von Tranøy soll sehr schön sein und genau da fuhren wir hin. Das Licht war nicht geeingnet für Photos, viel zu hart, dennoch liefen wir mit den Kameras herum. So entdeckten wir eine Kolonie von Seeschwalben, was mich natürlich sehr erfreute. Wir konnten sogleich erleben, was diese flinken Vögeln mit den sehr spitzen, gefährlich aussehenden Schnäbeln machen, wenn man ihren Küken zu nahe kommt - sie verteidigen sie und greifen an! Obacht! Amy hatte nicht auf uns gehört und war auf die Mauer, die das Leuchtturmgelände von der Kolonie trennt, geklettert und wurde sogleich von oben bedroht. Jetzt hatte sie es am eigenen Leib erfahren, was passiert - der Vogel war nicht zum tatsächlichen Angriff an sie herangekommen, aber es macht schon Angst. Mich hat es später auch getroffen - die weißen Flecken meine ich:-) Imsgesamt war die Kolonie jedoch sehr gut abgegrenzt. Eine recht hohe Mauer trennte die Brutfelsen vom Leuchhturmgelände. Ein paar sehr kleine Küken waren noch da, aber auch schön größeren Jungvögel. Insgesamt genossen wir das flatternde und kreischende Spektakel sehr. Mit 600 mm konnte ich dann Bilder machen, ohne die Vögel zu stören.

dicker Brocken

dem kleine Kerl brachte die Muter (oder der Vater) einen dicken Brocken, er würgte eine ganze Weile, doch dann ...

dicker hals

hatte er einen dicken Hals und die Nahrung rutschte nach unten. Für mich sieht es "unbequem" aus.

Fisch

das kleine Küken hatte auch mit diesem eigentlich kleinen Fischchen seine Probleme, teilweise wurde die Nahrung dann doch von der Mutter verspeist, sie zog wieder los um einen kleineren Fisch zu fangen.

Jungvogel

dieser Jungvogel ist schon etwas älter

seeschwälbchen

ein Seeschwälbchen (ein Bildausschnitt)

Fuetterung

noch eine Fütterung

Angriff

wunderschön sehen sie aus im Flug

Flug

Diese Schwalben im Flug zu photographieren ist nicht einfach, denn sie sind sehr flink

Der Leuchtturm war wie man sich so einen Leuchtturm vorstellt - rot und weiss! Das Wasser und der Himmel so blau, die Vögel kreischten, es war kaum jemand da - warum nur? Dieser Platz ist so schön! Ich lief mit Esra, um einen geeingneten Platz für Photos zu finden, was gar nicht einfach war, denn das Licht stand falsch, Gegenlicht und zudem sehr hart. Es sah so nah aus, wo wir hinwollten, war es aber nicht. So liefen wir durch unwegsames Gelände, fanden den Trampelpfad nicht und ermüdeten unsere Beine, bei der Wanderung über weiches Moos und harten Fels. Wir sahen wieder viele Seeigel -auch hoch oben auf dem Hügel liegen, das gehört hier zur Landschaft dazu. Ich machte drei Langzeitaufnahmen, erklärte Esra alles, denn er fragte mir Löcher in den Bauch. Schade, daß das Licht so hart war. Wir waren einfach zu früh. Als wir wieder auf einer asphaltierten Straße waren und den Fjord anfuhren war Ebbe, wir konnten nicht angeln, fanden erst nach einer Weile eine geöffnete Tankstelle, es ist Sonntag!

Langzeit

Eine Langzeitaufnahme mit dem 10000fach Graufilter

von unten

der Himmel was sooo blau - es sieht schon fast schwarz aus. Hier kann man Zimmer zur Übernachtung mieten.

Wir waren insgesamt nicht so gut drauf, weil wir den Leuchtturm gerne in seiner ganzen Schönheit im weichen, schönen Licht photographieren wollten, aber, wir hatten auch keine Lust, den ganzen Tag darauf zu warten. So waren wir dann eine lange Weile unschlüssig, fuhren andere Seitenstraßen entlang und landeten schließlich zum Sonnenuntergang wieder am Leuchtturm. Zwischenzeitlich hatten wir ein kleines Wattgebiet erkundet, versucht zu angeln. Ich hatte gerade die Angel rausgeworfen, da blies es leise vor uns dahin - ein Delin! Also, besser die Angel reinkurbeln, ich möchte dem Delfin (vielleicht auch Schweinswal) auf keinen Fall verletzen. Jedenfalls war der Delfin dieses Mal sehr nahe! Der Leuchtturm stand wie erwartet im Gegenlicht, also schwierig. Trotzdem war es wunderschön, diese Stille (nun, drei spielende Kinder waren zu hören gewesen), das Licht, die Bergkette der Vesteralen und Lofoten, der Leuchtturm! Wir konnten uns konzentrieren, weil die Kinder ihrem neuen Hobby nachgingen - getrocknete Seeigel sammeln und in einem Gezeitentümpel, oder sonstigem Tümpel schwimmen lassen. Wird das zu langweilig, werden die Seeigel versenkt. Und da viele hier herumliegen, kann es dauern, wir haben Zeit uns zu konzentrieren.

Am Leuchtturm gab es auch Unterhaltung, die Leute dort hatten ein großes Holzfass aufgestellt, den ganzen Tag über war schon Rauch zu sehen gewesen, jetzt erfuhren wir warum. Das große Holzfass wurde zur großen Badewanne umfunktioniert von wo aus man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Eine gute Art, den Abend zu verbringen.

Wir waren alle bis 23:00 Uhr beschäftigt, denn wir mußten, obwohl das Wohnmobil in "Greifweite" stand, um den Fjord herumlaufen, was sicher eine gute halbe Stunde in Anspruch nahm. Läuft man länger über diese Trampelpfade, über Felsen, Moose und weiches Gras, da werden die Beine müde. Vor allem, wenn man vom Photogepäck beschwert ist. Einen Stellplatz hatten wir uns schon ausgesucht, der war etwas schräg, nicht ganz so leicht anzufahren. Dort stand ein Berliner Bus und wir machten uns sogleicht bettfertig. Ich schrieb nur den halben Bericht und versank in tiefen Schlaf.

Tranoy

Tranøy Fyr im Abendlicht

blau

Berge und Fjord

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