11. August, zum Maelstrom nach Saltstraumen - Regen

Wir algelten morgens, waren recht spät dran, konnten daher die hereinkommende Flut nutzen. Wieder fingen wir nichts, machten jedoch Knoten in die Leine. Maria (Jochens Frau) hatte gesagt, das hieße, man werfe Gardinen, so sah es auch aus. Daher büßten wir ein paar Meter Leine ein, den Knoten bekamen wir nicht mehr raus. So hatte ich Möglichkeit, die von Jochen gelernten Knoten anzuwenden, um einen neuen Wechsler und Blinker anzubringen, was gut klappte. Nach dem Angeln wollte ich Amy hochheben und tat mir fürchterlich weh im Rücken - schubs, da hat man sich verhoben. Jeder Atemzug schmerzte, bewegen konnte ich mich kaum. Aua! Unter Schmerzen fuhr ich Richtung Saltstrom. Nach etwas 2 Stunden und 14 (!) Tunnels, konnte ich nicht mehr. Ich nahm ein Schmerzmittel und legte mich hin. Es regnete, so konnte man sowieso nichts tun. Die Kinder malten, Gunter kochte, ich versuchte mich nicht zu bewegen. Danach fuhr Gunter weiter, denn ich konnte nicht. Bisher war ich gefahren, bin immer noch ein schlechter Beifahrer, kann nicht gut Karten lesen. Beim Maelstrom angekommen ging es mir besser, dem Regen jedoch nicht. Es schüttete und war zudem windig. So konnte auch die Brücke, die über den Malstrom führt, uns nicht vor den herunterfallenden Wassermassen schützen. Nun, ist man erst mal naß, ist's eh egal. Photos konnte man nicht machen, die Kameras wurden viel zu naß. So warf ich die Angel, denn hier sollte es sehr viele und vor allem große Fische geben. Es waren Angler da, das machte mich sicher. Ich habe immer noch Angst davor, den ersten Fisch zu fangen. Ich fing keinen - Glück gehabt:-) Aber, ich verlor auch keinen Blinker. Tratschnaß erreichten wir das Womo - versuchten die Wäsche wieder zu trocken, was dem Wohnmobil ein lustiges Interior verschaffte. Ich war noch ziemlich matt, konnte mich aber wieder halbwegs schmerzfrei bewegen. Zum Abendessen gab es heiße Würstchen. Auf dem Parkplatz machten sich ein paar Wohnmobile für die Nacht bereit, es stand aber ein Übernachtungsverbostschild da, und ich wollte daher hier nicht schlafen. Fühlte mich auch nicht wohl unter der hohen Brücke. Dummerweise war es an diesem Abend schwierig, einen geeigneten Stellplatz zu finden. Wir nahmen die Küstenstraße 17, und sahen schließlich am Sørfjord einen Adler am Strand sitzen, als ich nachschaute sah ich nur noch die weißen Schwanzfedern über den Fjord gleiten. Wir hielten an der vermeintlich ruhigen, engen Seitenstraße für die Nacht. Bisher war das der photoärmste Tag für mich - 4 Bilder habe ich gemacht und Gunter hat auch nur ein Dutzend Photos aufgenommen.

Tunnel

einer der vielen nassen Tunnel, weil die so dunkel sind, eine Langzeitaufnahme:-)

Malstrom

der Maelstrom im Regen unter der Brücke

abendlicht

Abendstimmung bei Ebbe, gesehen auf dem Weg zu Stellplatz

landschaft

Insgesamt hat sich die Landschaft sehr verändert, die Berge sind schön glatt, wie die in Yosemite (Californien), die Fjorde eher ruhig, überall spiegelklare Spiegelungen, das "offene" Meer ist ruhiger, da viele vorgelagerte Inseln die Wucht der Wellen abschwächen. Die Wolken hingen heute sehr tief, was uns die Bergspitzen nur erahnen läßt, von oben herunter rutscht das Wasser auf großen, breiten, glatten Steinrutschen herab, es sieht interessant aus, keine "richtigen" Wasserfälle. Das Wetter könnte nach unserem Geschmacke nun wieder etwas Photofreundlicher werden - der Regen ist einfach nicht dramatisch genug, eher so langweilig grau, kein Sonnenstrahl erhellt den Himmel, gibt den Fjorden und Wäldern Farbe. Aber, wie gesagt - die Landschaft zu erleben ist ein Erlebnis:-)

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