12. August, Engabreen und weiter Richtung Süden auf der 17 - Kystriksveien
Vom vorbeirauschenden Verkehr wurden wir sozusagen aus den Betten gerüttelt. Dieser Platz war nicht so gut gewesen. Einen Adler sahen wir natürlich nicht mehr. Ich war ausgeruhter, denn schon um 23:00 Uhr ins Bett gekuschelt. Der Morgen sah nach Regen aus. Doch die Sonne kam bald raus, wieder waren Tunnels an der Tagesordnung, das offene Meer sieht man nicht so oft, wir sind von den Lofoten und Vesterålen verwöhnt. Noch ein weiterer Tunnel und da ist sie, die Sonne! Das tut gut, und schon sehen wir die Gletscherarme des Engabreens. Da das Wetter so gut ist, wir schon immer mal ganz nah an das Eis kommen wollten, machten wir eine Boostfahrt über den Fjord zur anderen Seite. Wir waren knapp gewesen in der Zeit, da wir noch was gegessen hatten, die Phototaschen und den Rucksack gepackt hatten und waren schließlich an den Bootsanleger gehetzt und gerade rechtzeitig angekommen. Der Weg war seltsam beschrieben gewesen - nämlich 15 Minuten Wanderung zum Touristenzentrum, dann nochmal 2 km zum Gletscher. Wir brauchten insgesamt 65 Minuten, und wir haben nicht getrödelt. Dann kam man nicht so nah an das Gletschereis heran, wie wir es uns gewünscht hätten. Schade! Ein Risiko wollte ich nicht eingehen -also stoppten wir da, wo Stopp auf den Stein geschrieben war! Die Kinder hatten viel Spaß, denn hier gibt es alles, was glückliche Kinder brauchen: Wasser und Steine! Wir versuchten derweil photographisch was aus dem Eis zu machen, was schwierig war, denn kaum hatten wir uns den Gletscher auf geeignete Distanz gebracht, verschwand die Sonne hinter den Wolken. Ach, das Eis hätte wunderbar im Gegenlich gestrahlt, so blau, türkis und überhaupt. Nun, da kann man nichts machen. Man muß es nehmen, wie es kommt. Ich redete mit einem deutschen Ehepaar, bis diese sagten, sie wollen das Vier Uhr Boot noch bekommen. Ob wir das auch schaffen würden? Den Kindern gab es Anreiz, es zu packen, wir hatten ein Ziel! Doch dann verlor Gunter eine sehr wichtige Schraube vom Stativ, ohne ist es nutzlos und das Stativ ist wichtig. So kehrten wir um, die Kinder sollten warten, damit sie den Weg nicht auch zweimal laufen müssen. Das kostete Zeit, wir fanden die beiden Teile jedoch wieder, zum Glück. Das Boot erreichten wir auch noch rechtzeitig, aber ziemlich abgeschafft. Die Kids hatten sehr gut mitgehalten. Insgesamt hatten wir für die kurzen Beine eine ziemliche Strecke im schnellen Schritt hinter uns gebracht und damit gerechnet, daß die Sippe nun müde wäre - nun, das waren sie nicht.

Die Kinder vorm Gletscher

Gletscherarm mit kleinen Wasserfällen

die Kinder spielen oberhalb des Wasserfalls

Steine werfen macht auch großen Leuten Spaß und die werfen dann die großen Steine, sehr zur Freude der kleinen Kinder:-)

Eismassen

Gletschereis

Gletscher und Gletschesee
Nun ging es weiter entlang der Küste, was bedeutet, daß man auch Fähren nehmen muß. Die erste, kurze 10-minuten Fähre erreichten wir gut, denn wir mußten nicht warten und auch nicht aussteigen. Wir hatten auch Glück und bezahlten für 6m. Dann beeilten wir uns, die zweite Einstündige Fähre zu erreichen, packten es sogar, um dann nicht mehr drauf zu kommen. Es gab aber ein Telefon und ich rief zuhause an. In Deutschland herrscht immer noch große Hitze, die Bäume fangen schon an abzusterben:-( Eine Rechnung für Noah's Krankenhausbesuch war auch schon angekommen - 240 Euro! Seltsam, waum haben wir dann einen Krankenschein gehabt? Nun, wir haben glücklicherweise eine Zusatzversicherung abgeschlossen, ich hoffe, die übernimmt die Kosten.
Nun hatten wir Zeit, die nächste Fähre würde erst nach 20:00 Uhr fahren - also in 2,5 Stunden. In einer Seitenstraße suchten wir nach einem Stellplatz, das deutsche Ehepaar, die wir schon am Gletscher getroffen hatten, waren die Strecke schon entlang gefahren und hatten keinen Stellplatz gesehen. Am Hafen stand ein Angler, OK, dann würden wir halt angeln. Esra versenkte Jochens schönen Blinker - schade! Die Stelle war tückisch gewesen. Dann fing ich zu meiner Überraschung den ersten Fisch und war geschockt. Ich hatte Angst ihn rauszuziehen (ja, ich weis, das ist blöd!) Also befreite sich das kleine Fischchen wieder und ich mußte ihn nicht totschlagen. Wir hatten Gesellschaft bekommen, das Ehepaar, beide Lehrer, warenh da, so warfen wir weiter die Angel raus, hatten nichts besseres zu tun, doch nun konnten wir dabei erzählen. Und dann fing ich noch einen, zum Glück stand der Angler aus Heidelberg in der Nähe. Er half mir, zeigte, wie man den Fisch vom Haken löst, ihn tötet und ausnimmt. Und da hatte ich meinen ersten selbstgefangenen Fisch in der Hand - und er tat mir sehr leid! Diesmal hatte ich leider keinen Photoapparat mit, hatte nach den vielen Angelversuchen nicht mehr damit gerechnet, daß tatsächlich mal einer anbeist, also - kein Bild vom ersten Fisch! Es war auch ein recht Kleiner, essen werden wir ihn trotzdem. Als wir den Fisch gefangen hatten kam ein jüngeres deutsches Ehepaar vorbei und schaute zu - ich hatte erstmal genug vom Fischen! So warf denn Sonja, die Angel raus und fand Gefallen dran.
Gunter hatte das Abendessen gemacht - Fischstäbchen:-) Lecker. Wir waren gerade rechtzeitig zur Fähre fertig. Das Licht war schön geworden, so weich und warm. So nutzten wir die Überfahrt von Lektvik nach Kilboghamn für Photos, die Kinder spielten recht lautstark an Deck. Schön ist es, wenn nette Leute da sind, mit denen man reden kann.

Sonja und Andreas und das deutsche Lehrerehepaar (von hinten)

ein verzierter Berg

endlich stehen einmal keine Hecken im Weg

diesesmal überquerten wir den Polarkreis auf dem Wasser, in Schweden waren wir einfach drübergefahren ohne anzuhalten.

nocheinmal näher (mit dem 100-400mm während der Fahrt)
Auf den Campinplatz wollten wir nicht - die haben meistens Hecken drum herum und man kann das Abendlicht nicht nutzen, kosten in der Regel zu viel Geld, so fuhren wir weiter um einen schönen Platz zu finden, was wir auch taten, direkt am Fjord bei Lia. Und, unsere "Mitreisenden", Sonja und Andreas hielten auch in der gleichen Haltebucht, so beschlossen wir zusammen stehen zu bleiben, wir unterhielten uns, betrachteten und photographierten zusammen den schönsten Sonnenuntergang unserer Reise, und redeten noch lange bei uns im Mobil. Sonja ist auch Lehrerin, Andreas studiert. Wir verstanden uns prima und ich hoffe, wir werden die Beiden mal wieder treffen. Die Kinder waren tatsächlich, trotz Besuch, im Alkoven eingeschlafen, dummerweise hatten wir vergessen, darauf zu achten, daß sie alle nochmal auf der Toilette waren - fast wäre Esra ein Missgeschick passiert, Noah setzten wir schlafend auf's Klo, bei Amy funktionierte das nicht, sie hielt aber auch so bis morgens dicht.

eine Langzeitsonnenuntergangsstimmung (wow - ein schön lange Wort:-)

weil es so schön war, nochmal nur die Wolken

eine schöne Aussicht - die hatten wir aus dem hinteren Womofenster.
Erst um 2:00 Uhr gingen wir ins Bett, ich war mit dem Bericht sehr weit hintendran, trotzdem schlief ich ruhig, tief und fest.