14. August, Regen, Rastplatz und Schmerzen
Ich schlief eher schlecht als recht durch die Nacht, die halbe Tablette hatte gewirkt, das Bein tat nur bei Bewegung weh. Morgens fiel ich dann auf der Toilette in Ohnmacht, uff, war's mir schlecht! Ob das nun von den Schmerzen oder von der Tablette gekommen war? Keine Ahnung! Ich packte es jedenfalls überhaupt nicht auf die Beine an diesem Tag. WIr versuchten weiterzufahren, ich natürlich als Beifahrer, aber es klappte nicht. Mein Keislauf packte es nicht mal sitzend. Nach nur wenigen Kilometern mußten wir halten, ich war wieder kurz vorm Umkippen, hatte Schweisausbrüche. Wir hielten also auf einem Rastplatz, der durch den Regen, der immer wieder fällt von großen Regenpfützen verziert ist. Die Kinder malten, spielten, liesen in den Pfützen Schiffchen schwimmen. Sie ärgerten sich immer sehr, wenn ein Auto durchfuhr und die Pfütze wieder ein wenig flacher machte. Schlimm war es nicht, denn der nächste Regenguß kam, und da spielten die Drei dann am Computer, "Meine erste Reise um die Welt" oder Töff Töff, oder schauten später einen Flim - Dick & Doof. Noch einen Versuch unternahmen wir so gegen 17:00 Uhr- ich saß hinten, hatte die Beine hochgelegt und wieder wurde mir richtig schlecht. Also legte ich mich ins Alkoven, was mir gar nicht gefällt, aber ich konnte nicht anders. So erreichten wir den 5 km entfernten Stellplatz am See, der 50 Kronen kostet und da blieben wir dann stehen. Wir waren gerade mal 10 km weit gekommen.

die Steinewerfer
Mir ging es abends etwas besser, ich schrieb den Bericht, ging aber sehr früh ins Bett - man kann tatsächlich fast 24 Stunden am Stück schlafen! Mein Kreislauf ist wieder stabil, wir werden heute ein Krankenhaus suchen, denn auch Noah's Gips muß kontrolliert werden und Amy's lappländische, läppische (blöde) Insektenstiche sind sehr entzündet, was mit meinem Bein nun nicht stimmt, würde uns auch interessieren. Zumindest kann ich mich nach dem Tag Ruhe wieder humpelnd und aufrecht bewegen. An diesem Tag war ich wohl eher das Gegenteil von einem Stehaufmännchen gewesen, ein Fallumfrauchen -schön, wenn man die Sache wieder lockerer sehen kann!
15. August, nach Trondheim
Ich war wieder auf den Beinen, auch, wenn mein rechtes kurz unterhalb des Knies heftig schmerzte, ich mich nur stark humpelnd fortbewegen konnte. Es regnete noch immer, kein Sonnenstrahl war zu sehen. So fuhren wir gen Süden, immer weiter - und stellt Euch vor: auch Norwegen ist wahrlich lang. (ich finde, man kann das auf den Landkarten zwar gut sehen, aber um wirklich eine Vorstellung davon zu bekommen, muß man die Strecke mal gefahren sein.) WIR wissen es nun also:-)
Etwa 120 km vor Steinkyer fanden wir eine Ärztin, die uns jedoch nicht sehr weiterhalf, viele Formalitäten, viel Geld, keine Klarheit! Sie schaute kurz auf mein Bein, dem man natürlich von außen kaum ansehen kann, was drinnen so weh tut und meinte, wenn wir eh auf dem Weg nach Deutschland seien, könnten die Ärzte ja dort genauer schauen - das kostet 200 Kronen! Echt! Auf Amy's Stiche warf sie einen Blick und meinte eher fragend: entzündet? OK, Antibiotika Salbe. Ich brachte meine Bedenken an, daß es auch eine Virusentzündung sein könnte? Nein, Antibiotika! Nun gut. Wenigstens ist es eine Salbe. Unseren Arzt in Deutschland konnte ich nicht anrufen, weil nie zur rechten Zeit eine Telefonzelle greifbar ist.
Unterwegs sahen wir direkt an der Straße eine Fiatwerkstatt, die Platz für LKW's hatte. Wir entschieden uns, hier nochmal unser Glück zu probieren. Kamen sofort dran - absolut ohne Wartezeit und Wichtigtuerei. Wir schilderten unser Problem, schubs da war das Rad ab, ein 50 er Schlüssel und es war angezogen. Der Herr meinte zwar, es sei normal, er hat es uns trotzdem angezogen. Unser Scheinwerfer auf der Fahrerseite war defekt, so liesen wir nich diese Birne austauschen und strahen wieder stereo um die Wette. Erleichtert (auch um nur ca. 160 Kronen ca. 20 Euro!- anstatt 10000 Kronen wie in der Mercedes Werkstatt angekündigt!)
Gegen Abend suchten wir einen Stellplatz, was sich als sehr schwierig erwies und nach mehreren Stunden dann richtig nervte. Wir benutzten dazu den Womoführer, und fuhren zuerst zum Steinvik Holmen, eine Fetungsruine, wo die Übernachtung 50 Kronen kosten sollte. Es sah schon schön aus, wie es da direkt am Fjord lag, aber es war auch was los. Eine Bühne war aufgebaut, es gab eine professionelle Parkplatzabsperrung. Wir fragten und erfuhren, daß heute dort eine Oper aufgeführt werden würde - wir könnte da schlafen, aber die Nacht würde sehr lang und laut, das Konzert beginne erst um 23:00 Uhr. (Es wird so spät dunkel). Nun, lieber nicht? Obwohl ich mir nicht sicher war - so eine Oper wäre sicher schön gewesen. Die Kostüme - wir sahen einen Künstler waren sehr liebevoll gemacht. Wahrscheinlich hätten wir bleiben sollen, denn der Rest des Abends war frustig.
Als nächstes fuhren wir zur Hegra Festning, laut Reiseführer könne man hier übernachten. Jedoch war die Straße da hoch schon sehr abenteuerlich: eng, steil, Schotter! Ich brauchte eine Weile, bis ich den Mut zusammenhatte und hoch fuhr. Dann, endlich den immer steileren und engeren holprigen Weg nach oben überwunden, standen dort zwei sehr neue Schilder:

Schade, was? Ob zuviele deutsche Wohnmobilisten dem Buch gefolgt waren? Eine weitere Alternative wäre doch die Errichtung eine kostengünstigen Stellplatzes gewesen.

hier der enge, nasse, steile Feldweg
Also wieder hinunter. Ich war froh, als wir es gepackt hatten, weiter unten gab es nicht mal mehr Schotter, der scheint vor wenigen Tagen weggespült worden zu sein. Überhaupt scheint es hier sehr viel geregnet zu haben, weiter im Norden bekamen wir ja auch einiges davon mit.
Im Reiseführer stand noch, daß man im Trondheim am Hafen einen Platz finden könnte, jedoch kostetet auch das uns mindestens eine Stunde und es war absolut kein geeingneter, schon gar nicht ausgeschilderter Platz in Sicht. Dumm gelaufen heute abend! Nun waren wir gefrustet und nahmen eine Campingplatz bei Øysand (140 Kronen) am Trondheimfjord. Schön ist der nicht gerade, der Fjord ziemlich schutzig, man kann aber interessantes Treibgut finden. Stühle, Bäume ....
Ich rief kurz meine Mutter an, schaute dann mit den Kindern Dick und Doof, und war schließlich sogar vor ihnen im Bett. Bin noch etwas gerädert aber wir kamen heute zumindest wieder vorran!