16.8. von Trondheim nach Åndalsnes (erstmals ein leerer Tank!)

Wieder mußten wir warten, bis die vielen Italiener, die immer in Gruppen auftreten, den Weg zur Dusche frei machten. Wir aßen ausgiebig, denn so können wir das Mittagessen zu einem kleinen Imbiß herabstufen. Wieder sah der Tag mehr nach Regen als nach Sonne aus. Auf der E 39 gab es bei Organger eine Tankmöglichkeit, wir hatten jedoch noch ein Viertel Voll und es gab hier soviele Tankstelle, daß wir uns keine größeren Sorgen machten. Daß es nun jedoch plötzlich keine Tankstellen mehr gab, erschreckte uns. Wir sahen zwei, die nur für Karteninhaber zu beutzen waren, davon war eine sogar geschlossen. Bei Halsa nahmen wir dann mit schon sehr leerem Tank eine Fähre, die 119 Kronen kostete (wir hatten auch kaum noch Geld und die Maud um Trondheim herum hatte ich im Portemonaie doch bemerkbar gemacht - es war sehr viel leichter geworden). Die Fähre dauerte 15 Minuten und ich hoffte darauf, daß wir in der nächsten Stadt nach dieser Fähre eine Tankstelle finden würden. Man stelle sich vor, auf der Fähre geht nichts mehr und man fährt den Rest des Tages immer hin und her und muß jedesmal zahlen:-( Nun, nach Tinkvoll (klingt schon fast nacht Tankvoll!) müßten wir noch kommen, denn die Tankleuchte brannte noch nicht und wenn die an geht, hat man noch 10 Liter im Tank. Die Lampe leuchtete nicht auf. Dann kamen ein paar Tunnels. Man stelle sich vor, das Womo bleibt im Tunnel stehen:-( So macht das Fahren keinen Spaß, ist sogar ziemlich stressig. Bisher waren wir noch nie stehen geblieben! Ich möchte es auch mit dem Wohnmobil nicht ausprobieren, denn mit Dieselmotoren sei das nicht so ohne - da müsse man dann die Leitungen vollpumpen. Nun, man wird nicht gefragt. Ohne warnende Lampe konnte ich plötzlich direkt hinter einem Tunnel (zum Glück) aber in einer unübersichtlichen Kurve das Gaspedal treten und es tat sich nichts mehr! Scheiße! (Sorry) Ich reagierte schnell, wollte die Leitungen nicht ganz leer fahren, rollte an einen Miniseitenstrifen und machte Warnlicht an. Dann lief ich raus, das Warndreieck aufstellen, damit uns in der Kurve keiner übersieht, Gunter schaute auf dem Parkplatz etwa 100 m auf der anderen Seite, ob da jemand sei. Ich sah eine Frau vorbeifahren, UND sie hielt auf dem Parkplatz weiter vorne an, fragte, ob sie uns helfen könne. Ja! So fuhr Gunter dann mit zur nächsten Stadt - etwa 6 km entfernt und kaufte einen Kanister Diesel. Die Norwegerin war so nett, und fuhr Gunter wieder zurück, rief sogar ihren Mann an, um zu fragen, was man mit einem leergelaufenen Diesel macht, wartete, ob wir das Wohnmobil starten könnten! Wow! Sie meinte, daß sie immer das tue, was Ihr gerne passieren würde - nämlich, daß man Ihr auch hilft, wenn mal was ist! Genau mein Motto! So käme man weiter, wenn es jeder machen würde! Uns hat es an diesem Tag sehr geholfen. Herzlichen Dank dafür! Der Wagen sprang ohne weitere Hilfe an, zum Glück! (Also, mehrmals Glück gehabt im Unglück) und wir bedankten uns mit einer Flasche Wein und einer Flasche Schnapps (den sie schon nicht mehr annehmen wollte). Vielleicht besuchen sie uns mal in Deutschland, ich habe ihr jedenfalls unsere Karte gegeben:-) Ein Photo hab' ich nicht gemacht, war viel zu nervös.

In Sundalsora bogen wir in die 660 ab, und stellten fest, daß sie gesperrt war! Zu Viel des Regens. Überall sieht man heute Wasserfälle an der Straße herunterfallen, in den Bergen kann man richige Schneisen durch die sich das Wasser gegraben hat, erkennen, die Bäche sind alle braun, strudelnd, weit über der normalenWassergrenze. In den braunen Fjorden schwimmen Bäume, Äste, Müll. Sehr ungewohnt dieser Anblick und so gar nicht photogen. Auch von oben fiel das Wasser auf uns herab. Schade, daß es nicht etwas phototauglicher war.

Hochwasser

braune Wassermassen

Nun, später am Abend lugte dann die Sonne kurz heraus und brachte die Landschaft zum Leuchten, wir fanden jedoch keinen geeingneten Platz zum Photographieren und genossen das Spektakel so. Da wir die 660 nicht hatten nehmen können, brauchten wir eine weitere Fähre, aber vorher ein paar Kronen vom Geldautomaten. Denn Fähren kosten Geld - diese bis nach Soldsnes kostete 99 Kronen und wurde nach langer Wartezeit während der gesamten Überfahrt von einem hübschen Regenbogen begleitet. Auch diese Fähre dauerte so etwa 15 Minuten und wir mußten nicht aussteigen -was für mich immer angenehmer ist.

Regenbogen

schön kräftig in den Farben:-)

doppelter Regenbogen

und nochmal den doppelten Regenbogen

Regen

Regen

leuchtende Waldfarben

leuchtende Waldfarben

tunnel

leuchtende Tunnelfarben

Nun waren wir auch wieder auf der Suche nach einem geeingneten Stellpaltz - Gunter war etwas durcheinander und vermutete an einem Fjordende eine Kirche, an der wir im letzten Jahr gestanden hatte, die kam jedoch nicht. So fuhren wir in Richtung Trollfjord, denn da hatten wir im letzten Jahr an einem Fluß eine sehr schöne Stelle gesehen. Die Straße zum Trollfjord/Geiranger ist jedoch gesperrt, so kamen wir auch gar nicht zum Stellplatz. Wir sahen aber zwei deutsche Wohnmobile stehen, am Rastplatz direkt an der Straße und gesellten uns dazu. Kamen auch sofort mit der Nachbarin ins Gespräch. Später ging ich mit den Jungs noch zu den "Nachbarsjungs" (etwas älter als unsere) zum Fluß zum Angeln - Kinder dürfen ohne Angelschein auch in Flüssen angeln! und so erkannte ich, daß wir zum Stellplatz, den wir gesucht hatten einfach nur über die in Reperatur befindlichen Brücke hätten fahren müssen. Nun, jetzt stehen wir hier und der Verkehr nervt etwas.

Womo

da stehen wir heute

Berge

strahlende Berge, Hochwasserfluß

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