17. August, von Andalsnes nach Hamar
Heute waren wie sehr früh munter - die Sonne kam raus, da steckt man auch gerne den Kopf raus. Um 6:00 Uhr waren Gunter und ich wach - die Kids schliefen noch tief und fest. Die Berge sahen sehr schön aus, eine Wolkenband hing im unteren Drittel wie ein Ring um ihn herum. Der Himmel darüber war klar- das läßt hoffen. Um vor 9:00 Uhr hielten wir es dann nicht mehr aus, wir machten uns schon mal fertig, die Kinder schliefen noch immer. Aber nicht mehr lange, dann kitzelten wir sie wach. Bis wir dann alle fertig waren, hatten sich schon verabschiedet, war es doch gut nach 9:00 Uhr, die Berge um uns herum strahlten, die Felsen waren naß, die Sonne brachte alles zum Glitzern, dazu die frisch hell- und dunkelgrün leuchtenen Wälder und Wiesen und: nicht zu vergessen, das strudelnde, gluckernde, bedrohlich rauschende weiße, wilde Wasser, welches überall von den Wänden fiel, sich im Bach sammelte, der unaufhörlich toste. An einigen Stelle sah man, daß die Straße geräumt worden war, darunter immer noch bedrohlich nah, das strudelnde Wasser. Eine Brücke war zur Hälfte weggerissen worden, wir hatten Glück, daß die Straße befahrbar war. Und dabei sah das Wetter heute wieder ziemlich friedlich aus - nun, am Himmel, nicht ganz so hoch oben, hingen schwere Wolken, die wohl in den nächsten Tagen noch eine Bäche zum Überlaufen bringen werden - wir beschlossen, nun doch auf dem sicheren Weg nach Schweden und Dänemark zu fahren. Das Fjordland braucht sicher noch eine Weile, bis sich die fließenden und stehenden Gewässer wieder beruhigt haben und ihre idyllische, strahlende Farbe wieder haben. Was wäre, wenn wir nun weiter nach außen, nach Westen fahren würden und das Wetter wäre dann doch so anhaltend weiter schlecht? Der Weg nach Hause könnte sich dann schwieriger gestalten. Schade, wir hatten uns auf diesen Teil Norwegens gefreut und da wir das Fjordland im letzten Sommer nur bei Sonnenschein erleben durften, hatten wir es auch so erwartet. Gut, auch mal diese Seite dieses wilden Landes kennengelernt zu haben. Eine kleinen Wanderung an einem Rastplatz zu einem tosenden Bach machten wir, ich merkte, wie mir auf den nassen Steine wieder die Beine unter dem Leib weggrutschten und mir brach der Schweis aus - mist, jetzt habe ich Angst. Brauche dringend rutschfestere Schuhe! Mein Bein schmerzt auch noch recht stark beim Laufen, ich bin gezwungen langsamer zu machen.
die Krike von Lesja
Gunter hatte über den Peer Gynt Weg gelesen und wollte die Strecke fahren, ich bin, was die Straßen anbelangt etwas vorsichtiger geworden und war etwas kritisch, zumal es wieder zu regnen begonnen hatte. Nun, wir fuhren die Straße, sie kostete 60 Kronen, und es zog sich immer mehr zu. An einer kleinen Kreuzung war die Beschilderung etwas verwirrend, wir beschlossen schießlich zu wenden, denn vor lauter Schlaglöchern, war kaum noch Straße zu sehen, das Geschirr hatten wir auf dem ersten Kilometer schon "gewendet":-) Da wir im letzten Jahr die schönen großen, grandiosen Fjells schon gesehen hatten war das also nichts Neues für uns - so toll fanden wir es dann gar nicht. Was nicht heißen soll, es wäre nicht schön gewesen. Wir stoppten für's Mittagessen - die Kinder spielten an den Pfützen, bauten aus Papier Boote und aus Steinen einen Hafen.

die Wolken hingen tief ..
kaum war das Essen fertig, fing es auch schon an zu schütten, wie aus Kübeln, unangenehm, denn die Straße machte nicht den besten Eindruck und sie fühlte sich stellenweise glitschig an. Wir aßen den Reis und das Gemüse (aus der Dose und so gar nicht knackig!), sahen dabei zu, wie zuerst das Boot vollregnete, dann unterging, schließlich sahen wir auch den aus Steinen gebauten Hafen nicht mehr, die Pfütze war voll und lief über. Wir machten uns auf den Weg, das Wetter wurde glücklicherweise wieder besser, die Aussicht auch. Den Weg hinunter meisterte das Wohnmobil im 2. Gang, der Blick ins Tal war wunderschön.

ein schwacher Regenbogen mit hellen und dunklen Wolken
Weit wollten wir heute nicht mehr fahren, denn es reichte erstmal. Die E 6 ist hier sehr gut zu befahren, nicht zu viel Verkehr, schöne glatte Straße, meist sind 80 km/h möglich. Wir fuhren an Lillehammer vorbei, und hielten nun die Augen auf nach einem geeigneten Stellplatz - was hier schwieriger ist als im Norden. Im Hamer, so stand es im Womoführer beshrieben, gäbe es einen Stellplatz am Dom, dort kamen wir jedoch nicht hin, weil die Unterführung unter einer Bahnlinie nur 3 m hoch war - wir sind 3,1m! Dumm, leider fanden wir nur eine Stelle, wo die Höhe bei 3,3 m lag, was uns keine Probleme bereiten würde, wenn die Zu- und Abfahrt nicht so steil gewesen wären! So probierten wir es nicht, kamen auch nicht dahin, wo wir wollten und ich hatte nun gar keine Lust mehr einen Stellplatz zu suchen. Etwas weiter war eine Kirche ausgeschildert, da stehen wir machmal recht gern auf dem Parkplatz. Diese war schließlich so offen und an einer Kreuzung gelegen, daß ich nicht wollte. Wir kamen im weichen Abendlicht an viel Gemüse vorbei - und da das hier so teuer ist, wir eine Weile darauf verzichtet habe, wurde uns der Mund ganz wässrig - knackiger Blumenkohl, saftig, grüne Karotten, ein ganzes, großes Feld davon, dann roch es stark nach Zwiebeln und siehe da, die Ernte war im Gange, Zwiebeln soweit das Auge reicht, dann dicker Weiskohl, hmmm - lecker, lecker! Doch Gunter navigierte mich nun weiter entlang der abgelegenen Straßen, die sahen zu Beginn auch gut aus, war man jedoch mal in den Fängen, hatte man verloren, die Wege wurden enger, sie wurden löchriger, dann ging die Schotterstraße in einen Feldweg über, der so durch den engen Wald führte, daß wir gerade durch den grünen Tunnel paßten, die Äste streiften das Mobil von allen Seiten. Schließlich, an meinen grauen Haaren wird man es sehen können, wurde der löchrige, matschige, enge, tunnelartige Feldweg auch noch steil!!! Und das soll ich nun in den Bericht schreiben, damit Ihr was zu lachen habt? OK, was bleibt mir denn übrig. Wir blieben nicht hängen, kamen sogar ohne Kratzer raus, aber meine Nerven ..... Ich wollte nun sicher gehen und einen Campingplatz aufsuchen, Gunter hätte in diesem Dorf den Kirchenparkplatz genommen, den ich aus Rangiergründen nicht mehr ergründen wollte. Nun, wir stehen auf dem 140 Kronen teurem Platz am See, die Kinder waren am Wasser und auf dem Spielplatz, wir unterhielten uns mit den Nachbarn, aßen noch eine Suppe und ich bin nun müde, nur Amy, die während der Fahrt geschlafen hatte, plappert noch!
ein steileres Stück des Wegs - die Steilheit ist nicht fotografierbar, man sieht jedoch, daß ich die Steigung mit Schwung in Angriff nahm

Auf der Megarutschbahn

Esra prüft die Wärme des Wassers - die Drei wollen schwimmen gehen!