2. August, Ein halber Tag im Krankenhaus, Lofoten
Noah hatte zwar mit Hilfe der Schmerztablette durchgeschlafen, klagte auch nicht über Schmerzen, außer man fragte ihn oder tastete den Arm ab. Das Gelenk war ok, drückte ich jedoch etwas vom Handgelenk entfernt da autschte er sehr. Sehr verdächtig! Also, besser ins Krankenhaus, wie auch in Deutschland so üblich bei uns, passierte der Unfall Freitagmittags - es war also Samstag, kaum jemand da. Was Notfallaufnahme auf norwegisch heißt, wußte ich nicht, aber schließlich fand ich es: Mottakelse. Eine sehr nette Frau, die wie eigentlich fast alle Leute hier, sprach Englisch und half uns. Wir haben eine zusätzliche Krankenversicherung abgeschlossen, brauchten sie jedoch nicht, denn der internationale Krankenschein E 111 genügte. Wir sprachen mit einem Arzt, der meinte, der Arm sei nicht gebrochen, denn man sehe gar nichts und Noah konnte kräftig drücken. Dann kam ein weiterer Arzt, der deutsch sprach und der meinte, der Arm könne gebrochen sein, es wäre besser ein Röntgenbild zu machen. Dazu sollten wir eine Stunde warten, dann wäre die Röntgenfachraft wieder da. Wir vertrieben uns die Zeit in der Stadt, sahen die Finmarken und Souvenirshops (die Holztassen sind hier doppelt so teuer als an der schwedischen Grenze - es war also gut, dort eine zu kaufen!). Um 1:00 Uhr waren wir wieder im Sykehus (Krankenhaus) holten den Zettel für's Röntgen und warteten dort eine halbe Stunde - niemand kam. Wir mußten die Frau rufen lassen, schließlich wurde Noah geröngt, leider ohne Schutz für seine wertvollen Fortplfanzungsorgane (?) und eines der Bilder ging noch daneben - also blieb ich diesmal dabei, hielt die Hand und bekam einen Bleimantel, fragte dann auch, warum Noah keinen bekam. Wenigstens beim 3. Bild hatte auch er einen Schutz. Man sah es auf dem ersten Bild kaum - nur eine Schwellung, aber auf dem seitlichen konnte man es deutlich sehen - der Arm ist gebrochen!! Mist! Mit dem Bildern gingen wir wieder zum Arzt, der das bestätigte - also Gips! Der Gips ist hier nicht so fest, schützt den Arm nicht vollständig. Die Hand hat auch noch recht viel Bewegungsfreiheit. Noah war sehr traurig, denn so ein Gips, das weis er aus Erfahrung, schränkt doch sehr ein - und er wollte so gerne Schwimmen lernen! Aber zum Glück ist der Bruch nicht verschoben - es ist also keine OP nötig.

Da sieht man es deutlich:-(

Noah's norwegischer Gips - der ist nicht so fest, noch ein wenig beweglich, leider kann aber auch Amy dranstoßen und ihm wehtun, was leider häufiger passiert:-(

unser Womo und die Finnmarken

Die Brücke zur Insel Hadseløya

Auf der Fähre - Noah recht munter, nach dem Gips
Erst gegen 15:00 Uhr waren wir wieder raus aus dem Krankenhaus, mit frischem Gips und etwas gefrustet. Wir fuhren sogleich zur Fähre, hatten noch nichts gegessen, aber nun zog es uns doch in die Lofoten, die wir uns schon die ganze Zeit von dieser Seite aus angesehen hatten. Die Fähre war heute nicht so voll, wir stellten uns an. Gunter fing etwas spät an, Suppe zu kochen, sie war gerade fertig, als wir auf die Fähre fuhren. Ich rief in der Wartezeit meine Mutter an, um ihr von Noah's Gips zu erzählen. Dann zahlte ich die Fähre, 293 Kronen und wir machten uns fertig. Ich erschrak, denn ich hatte mit einer kleineren Fähre gerechnet. Aber, wir mußte alle aus dem Womo raus, was heißt schnell noch anziehen - das dauert bei drei Kindern ja immer länger und mit gebrochenem Arm geht's noch schlechter. Es kam also Hektik auf. Und Fähren mag ich sowieso nicht. Der Blick auf die Lofoten war genial, auch, oder weil alles Wolkenverhangen war. Die Überfahrt dauerte etwa 20 Minuten, unsere Mägen hingen mittlerweile sonstwo. Amy hatte richtigen Hunger! Uff, und ich hätte nach den Vesteralen eigentlich nicht gedacht, daß die Landschaft noch grandioser werden kann und das, obwohl ich es überall gelesen hatte! Sie ist noch grandioser! Wahnsinn! Ich wurde sogleich aus meinem Genuß gerissen - die Tunnels begannen. Die mag ich bekanntlicherweise nicht. Und der erste war gleich ein "Guter" - so unterm Fjord durch, was bedeutet: erst Gefälle, dann Steigung und zudem recht lang! Hier soll es einen Dreihundertmeter Hügel geben, den man auch mit Kindern erwandern kann. Das wäre für morgen eine Idee, wenn Noah fit ist. Wir fanden den Weg jedoch nicht. Schließlich, schon recht spät sahen wir einen Angler, der mit wolkenverziertem Bergblick mit der Angel beschäftigt war. Es war ein norwegisches Wohnmobil, wir standen etwas Abseits, der Herr schien jedoch sehr freudlich gesinnt zu sein. Also lief ich hin - wir wollen das Angeln lernen. Fragen kostet ja nichts! Und, es stellte sich heraus, daß es ein deutsches Ehepaar mit norwegischem Womo ist. Und sehr nett, die beiden. Ich holte das Womo, samt Reichert'chem Inhalt und wir packten unsere Angel aus. Jetzt geht's los:-) Ich freu mich auch, wir reden nun schon so lange über's Angeln. Wir bekamen einen praktischen Angelkurs und einiges Zubehör! Unsere Angel ist nämlich eher für Süßwasser geeignet, die Blinker sind zu leicht, die Schnur zu lang und ein Wechseler fehlt uns noch. Den bekamen wir übrigens sogleich geschenkt und fachmännisch angebracht. Wir haben viel gelernt, mir machte es großen Spaß, die Angel dauernd rauszuwerfen und wieder einzurollen. Esra hatte den Dreh auch schnell raus, Amy wollte ich nicht allein ran lassen, denn die Sache ist nicht ganz so einfach zu koordinieren. Noah durfte heute nicht, denn er soll den Arm schonen. Er wurde auch bald wieder sehr müde, wollte ins Bett. Als erster fand er in den Schlaf. Esra und ich versuchten es noch ein wenig, aber es war Ebbe und das Wasser zu flach, die großen Fische waren draußen. Läßt man die Angel zu weit absinken, kann es passieren, daß sie an einem Stein hängen bleibt - das fühlt sich dann für Anfänger an, als hätte man einen Fisch an der Leine - der Stein zappelt aber nicht und hochziehen läßt er sich auch nicht. Uns, oder besser Jochen, der uns behilflich war, blieb nichts übrig, als die Schnur abzureißen - wir stellten fest, daß unsere gar nicht so schlecht ist. Wir fingen keinen an diesem Tag, was OK war, besser, wir fangen mit Trockenübungen an:-)

erste Angelversuche

Felsen, Tang, Wolken und Fjord - alles, was dazugehört!
die Aussicht hatten wir beim Angeln

eine der ersten Langzeitaufnahmen

ein Wolkenspektakel

Wir sahen die Wolken und hatten Probleme uns auf's Angeln zu konzentrieren - der Photofinger juckte. Ich begann endlich ernsthaft mit Langzeitbelichtungen, die Kontraste sind schwierig zu bewältigen, ich versuche immer noch - aber ein paar Aufnahmen sind recht schön. Es ist ziemlich kalt hier, wir froren alle nach einer Weile. Unser Nachbar, Jochen, meinte, morgen um 6:00 Uhr wäre es gut zu angeln - ob wir das packen? Ich werden nun aufhören für heute - habe Kopfweh und versuche es wegzuschlafen.

sieht sehr einsam aus - aber direkt hinter uns stand der Womooldimer von Maria und Jochen:-)