20. Juli 2003, Vorbereitungen und erste Kilometer
Komischerweise war es mal wieder stressig vor der Reise. Ich kann es mir nicht erklären, denn wir haben sicher genug Erfahrung und müßten eigentlich wissen, wie man den Vorbereitungsstress verhindert oder zumindest anschwächen kann. Leider scheint eher das Gegenteil zuzutreffen - es wir zunehmen anstrengender vor einer Reise. Vielleicht auch, weil ich nun doch langsam mehr zu tun habe mit meinem Nebenverdienst - dem Web- und Photodesign. Zusätzlich bleibt uns das Womo, welches uns nach wie vor, vor allem kurz vor Reisen, auf Trab hält. Obwohl wir mit N&B ständig in Kontakt getreten sind, konnten wir das schwer nach rechts ziehende und mittlerweile sehr nervige Gefährt, erst wenige Tage vor Reisebeginn in die Werksatt bringen. Allein das war anstrengend, denn die zuständigen Herren an den Telefonapparat zu bekommen bedarf einer ausgeprägten Ausdauer. Hat man die Herren mal dran, muß man noch dafür sorgen, daß sie auch zuhören, was für Frauen anscheinend ungleich schwerer ist, und dann wird doch nicht alles an die Werksatt weitergegeben. Wir fuhren das Womo also Samstags hin, und ich holte es am Donnerstag mit Andrea zusammen ab. Die Fahrt ist lang und langweilig! Zudem kostet es uns viel Geld, wenn man bedenkt, daß wir immer mit Womo und Auto hin- und mit dem Auto zurückfahren müssen. Nun - Überraschung: der Wagen zieht immer noch. Aber er lenkt sich etwas leichter wieder gerade. Bin gespannt, wie es weitergeht. Am Freitag war ich vollauf mit meiner Steuer beschäftig, konnte also keinen Ladebeginn machen. So stand auch am Samstag das Womo noch leer da und eigentlich hatten die Ferien schon Freitags begonnen. Wir hatten in diesem Jahr besonders viele Probleme, denn 5 Wochen vor Ferienbeginn kam ein Brief vom Finazamt - ich würde ja gerne schreiben er war nett, das wäre jedoch gelogen! Eine gewisse Frau Dämlich (Name von der Redaktion geändert) hatte unsere Steuer von vor drei Jahren überprüft!!! Wir sollten bis zum 7.7. 2745 Euro und ein paar Cent überweisen! Für das Jahr 2000 wohlgemerkt und auch nur wegen der Kirchensteuer. Und auch nur, weil wir im Jahr darauf arbeitslos waren. Diskriminierung. Ich war mit den Kids zum Finanzamt gegangen - wollte der Dame zeigen, wem sie da so Briefe schickt. Aber da saß ein netter Herr, der gar nichts für die deftige Nachzahlung verantwortlich war. Er machte nur seinen Job:-( Nun gut. ich hole nicht zu weit aus - wir mußten zahlen, taten dies aber diesmal auch nur unter Vorbehalt! Jedenfalls hatten wir viel Rennerei und Geldprobleme dadurch.
Wir hatten die Reise zudem um zwei Tage verschoben, weil Gunter's ehemalige Chefin Samstags heiratete, und da sollten wir Photos machen. Im Trubel konnte ich mich zwar kaum drauf einstellen, UND zudem herrschten die absolut ungünstigsten Bedingungen - strahlender Sonneschein mit großer Hitze und Photossession um 14:00Uhr bei Sonnenhöchststand. Es klappte auch wenn uns der Schweiss nicht nur die Stirne hinunterlief:-) Da wir auch noch ein Stückchen Kuchen aßen, kam ich fast zu spät zum Diavortrag von Rebeca und Mauricio Wild, welchen ich nicht verpassen wollte, denn deren Schulsystem in Equador fasziniert mich seit einiger Zeit. Mit Petra und Christa fuhr ich nach Nekargemünd und da wir bei einem Griechen noch etwas tranken an diesem ach so heißen Tag und wundebar weiterphilosophierten, wir kamen so spät zurück, daß ich auch die Photos erst am nächsten Tag sichtete und bearbeitete. Das bedeutete, daß wir noch später aufbrachen als geplant. Nun, so ist das halt. So stand dann auch am Sonntag das Fahrzeug gegen 12:00 Uhr noch unbeladen. Auch das Notebook war nicht ganz bereit - noch immer waren Gigabiteweise Bretagebilder drauf - ich hatte zwar viel daran gearbeitet in den letzten Wochen aber die Auswahl noch nicht gebrannt. Kurz vor der Abfahrt bemerkte ich, daß ich den Harry Potter, den ich speziell für Noah zum Geburtstag gekauft hatte, nicht komplett auf mp3 auf cd hatte, und das obwohl ich mir sicher war, daß ich alle cd's im Rechner hatte runterrechnen lassen. Ich hatte mir große Mühe damit gemacht und war ziemlich traurig darüber. Ich packte dann doch die 20 Originalcd's ein.
Petra kam am Sonntag und half uns beim Packen - Danke Dir Petra! Vieles muß man jedoch selbst machen, denn sonst findet man nichts mehr. Also waren wir den ganzen Tag auf den Beinen. Johannes kam noch und wir tauschten leihweise Kameras aus - er eine von mir, ich eine von Iihm. Wir liesen uns zeigen, wie man die Kinder an steilen Hängen sichern kann, denn wir haben in den Lofoten Einiges vor. Christa, Christof und Niklas kamen auch noch, um ein paar Bücher auszuleihen (viel Spaß beim Lesen:-)) und um die Buchliste für die Schulbücher abzuholen. Christa wird uns nämlich die Bücher bestellen, sonst fehlen uns bei Schulbeginn die wichtigen Lehrmaterialien:-) An was man nicht alles denken muß, wenn man fast die gesamten Ferien weg ist!
Erst gegen 19:00 Uhr waren wir fertig - mit den Nerven. Die Kinder wurden schon nervös. Sie hatten sich immer wieder in der großen Hitze im Wohnmobil angeschnallt und warteten gespannt. Wir aßen noch jeder eine Scheibe Brot und fuhren endlich los!!!!

Unser Womo in der Pole Possition - keiner vor uns:-)
Ich bin immer etwas nervös, denn, wenn sich jemand an die Hauswand vorm Tor stellt kommen wir nicht raus. Mensch, das wäre ärgerlich. Ich stellte also sicherheitshalber einen Blumentopf vor die Tür, denn in Bubenheim war Kerb an diesem Wochenende - was bedeutet, daß Parkraum knapp wird. Tatsächlich störte sich niemand am Topf, denn das Auto stand wieder da, der Topf vor unserer Tür. Den Besitzer des Fahrzeugs hatte ich jedoch schnell ausfindig gemacht, daher gab es von dieser Seite keine Probleme.
Es war immer noch sehr heiß, die Lüftung kam kaum damit nach, uns auf angenehmer Temperatur zu halten. So frisch geduscht, wie wir es waren, dem Schweiss machte es nichts, er rann munter weiter den Rücken hinunter. Die Autobahn war frei, wir konnten so zwischen 80-90 Km/h fahren und nutzten es so lange, bis wir müde wurden. Im Reisemobil Stellplatzführer stand ein Platz in Northeim, den suchten wir so gegen 24:00Uhr. Auf den Rastplätzen waren einige Mobile zu sehen gewesen, hier standen wir allein in einem Industriegebiet, was mir nicht gefiel. Daß es ein Wohnmobilstellplatz ist, stand natürlich nirgends. Aber, es gab auch einen großen Vorteil - ein Aldi war gleich um die Ecke. Dort könnten wir die Milch, die wir beim Großeinkauf vergessen hatten, noch kaufen. Zudem hatte unser Schokoladenvorrat in der hektischen Vorbereitunszeit so abgenommen, daß wir ihn wieder auffrischen wollten.
21. Juli, nach St Peter Ording
Die Nacht war kühl, es gewitterte oft. Wir waren vor Aldiöffnungszeiten wach und genossen die kuscheligen Betten. Ich hatte schlecht geschlafen. Dann war ich allein Einkaufen, hatte auch die Nußschokolade, und mir fiel nicht mehr ein, was ich noch hätte kaufen sollen. Gunter ging dann nochmal los, um die zweimal vergessene Milch zu holen:-) Wieder auf der Autobahn ging es flott vorran. Wir machten nach 3 Stunden eine länger Pause zum Mittag und fuhren dann nach Büsum, denn hier sollte es laut unserer 8 Jahre alten Karte eine Seehundaufzucht geben, die wir gerne mit den Kindern angesehen hätten. Leider gab es die nicht mehr in Büsum sondern, gut 30 Minuten weiter südlich. Also beschlossen wir eine Strand zu suchen. Den Hafen hatten wir gleich gesehen und die frische Meerluft genossen. Eine Strand mit Sand wollten die Kids, aber der kostenlose Parkplatz schien uns viel zu weit vom Strand entfernt, näher dran gab es nur Campingplätze oder recht teure Parkplätze. Wir fuhren zum Hafen zurück, denn dort hatte es einen Womostellplatz gegeben. Dort könnten wir ja die Nacht verbringen, wenn das Meer schön wäre vor der Womotür. Wir liefen 1-2 Stunden in dem Gebiet herum, aber von Sand keine Spur, dicke Steine lagen da rum und das Wasser sah nicht einladend aus. Wir sahen zwei vertrocknete Möwenkadaver, und etwas Unrat, den die Kinder nach einer Flaschenpost absuchten. Den Photoapparat hatte ich mit, aber die Speicherkarten im Wagen liegen lassen:-( Die Reisephotoroutine muß ich erst wieder finden. Ein paar Bilder machte ich mit der Karte aus der Coolpix. Vom Wohnmobil aus hatten wir nur den grasbewachsenen Deich auf dem Schafe weideteten gesehen - Noah fand das toll, er meinte, das sei aber ein Scha(r)fer Strand:-)

Wir hatten schon mal Meeresluft und Ambiente geschnuppert, also zog es uns weiter. In St Peter Ording, da soll es Sand geben. Also fuhren wir auch genau da hin:-) UND es gab Sand! Sehr viel sogar. Und natürlich den photogenen Leuchtturm Westerode, an den ich gerne näher rangegangen wäre. Aber nach zig Kilometer Wattwanderung war er immer noch ewit weg. Also begüngte ich mich mit Bildern mit dem 100-400mm Objektiv, das ist auch schon was wert.
Die Kids und Gunter warfen Frisbee auf dem rießigen Strand, ich schlich mich an die Möwen ran.


Auf Knien und Ellenbogen rutschend machte ich diese Aufnahmen - etwas eigensinnig, die Bilder:-)

So kennt man die Bilder ja!


Esra beim konzentrierten Frisbeespiel

Noah und Amy buddeln Löcher, um sie herum viele Scheidenmuscheln

eine Bohrmuschel

eine Scheidemuschel

rechts mitte ist unser eigentlich recht kleines Mobil - wir blieben jedoch nicht die Nacht, die uns auf diesem Platz 11 Euro gekostet hätte!
Sand- und Strandgesättigt suchten wir eine Stellplatz, den wir in St Peter Ording nicht fanden, daher zogen wir Richtung Norden nach Husum. Dort soll es sogar zwei Plätze geben. Wir tankten, und fanden schließlich erst um 21:30 Uhr den Campinplatz mit Stellmöglichkeit für Womos. Der Platz war außerhalb, nah zum Watt und kostete uns 8 Euro, was auch unsere Obergrenze war:-) Im Seehundstreff bestellten wir noch kurz vor Schluß Pommes und Fisch. Wir speisten aus Rücksicht auf die Wirtin, die müde war, im Wohnmobil. Es war mal wieder spät, Gunter schnarchte, die hatte von einem Weinfruchtgetränkt getrunken und war so bettschwer:-) Konnte kaum die Augen aufhalten und brach schließlich den restlichen Reisebericht ab. Ein starkes Gewitter donnerte uns aus dem Schlaf, ich war irritiert, wußte gar nicht wo ich war.