20. August, Fähre, Hirtshals - Aquarium, Nordseesturm

Heute war viel los, also lege ich besser auch gleich los, denn ich bin müde, die anderen schlafen schon alle - selbst Amy. Wir hatten den Wecker auf 5:50 Uhr gestellt, ich hatte unruhig geschlafen, viel geträumt, Amy war aus dem Bett gefallen, Gunter konnte danach nicht mehr einschlafen und er kam so mit seinem Buch gut weiter, nur - ausgeruht war er nicht. Ich wollte duschen, zum erstem Mal kostete es nichts und ich muß morgens soweiso Haare waschen. Der Duschraum war um diese Zeit sehr leer:-) Nur, einen Nachteil hatte die Sache - das Wasser war kalt, eisekalt! Brrrr. Meine entspannende, muskellockernde Dusche fiel ins Wasser, ins kalte, sie dauerte sehr kurz, danach wurde ich den ganzen Morgen nicht warm, Bei mir wirkt das Kaltduschen nicht, meine Männer fühlen sich danach wie neugeboren. Wir zogen uns nur an, frühstückten jedoch nicht, das wollten wir tun, wenn wir in Göteborg auf die Fähre warten. Die Fahrt dauerte dann doch einen Weile, wir hatten jedoch sehr viel Puffer für Staus eingeplant. Besser auf Nummer Sicher gehen. Um 7:34 Uhr waren wir am Terminal, wo wir das Ticket kaufen mußten, Gunter kam nach wenige Minuten raus, meinte, wir hätten sogar noch die 8:00 Uhr Fähre bekommen, nun aber schnell. Die Taschen waren glücklicherweise gepackt, nur Fürhstück hatten wir nicht eingepackt, den Kindern fehlten noch Socken und Schuhe. Jeder bekam noch schnell ein Brot, ich verarztete Amys entzündete Insektenstiche, ziemlich anstrengend. Wir waren gerade soweit, da starteten die Wohnmobile vor uns und wir fuhren drauf, auf das rießige Schiff. In den anderen Berichten habe ich es bereits erwähnt - ich mag Fähren nicht. Werde mich wohl nie daran gewöhnen. Und diesmal bekamen wir die Nummer 13, nein, nein, ich bin nicht abergläuisch, vielleicht ein wenig? Es klappte aber alles gut, die Fähre war glücklicherweise recht leer, wir standen zwar im 3. Untergschoß, was ich am allerschlimmsten finde, so ganz unten stehen zu müssen, aber die Reihen neben uns waren noch frei, so konnten wir wenigstens gut ein- und aussteigen.

Womo

der Flair der Fähre(n)

Im letzen Jahr hatten wir so lustige Gummibärchen auf der Fähre gekauft, sowas vergessen die Kinder natürlich nicht - auch wenn man das denkt und sie vorher nie darüber gesprochen haben. Esra und ich genossen das Auslaufen der Fähre auf dem oberen Deck im Freien, was sehr beeindruckte, weil wir unter der rießigen Brücke (Höhe 45m) hindurchfuhren und gerade so durchpaßten! Das Licht war wunderbar, so früh sind wir selten schon so weit gekommen. Dann shoppten wir im Duty Free, alle Drei kamen mit, was dann drinnen zu Meinungsverschiedenheiten führte, denn sie konnten sich nicht einigen, welche Bärchen/Lakirtz wir denn kaufen sollten. Ich gönnte mir einen kleinen schwedischen Leuchtturm, denn sie sind so typisch anders hier. Den Rest der Zeit verbrachten wir in der Spielecke, oder daneben. Es gab ein paar Durchsagen, die wir wegen der schlechten Lautsprecherqualität nicht verstehen konnte, ein Großteil war auch in uns unverständlichen Sprachen. Plötzlich gab es einen Alarm, sehr laut! 7 mal hintereinander. Wir haben bei der Waltour gelernt, daß man alle Alarme ignorieren kann, nur den nicht! (es gab noch einen langen Ton hinterher und dann nochmal 4mal kurz!), die in den Bällen spielenden Kinder waren sofort zur Stelle (großartig!), wir wußten nicht was tun. Die anderen waren auch ratlos, zwei italienische Familien schauten sich fragend um. Dann sah ich, daß die Mannschaft der Cafeteria nicht loshetzte und setzte mich wieder. Wenige Minuten später liefen etwa 10 Crewmitglieder mit sehr ernsten Minen an uns vorbei und legten stumm die Rettungswesten an. Zwei Frauen wurden verarztet. Hektik gab es keine. Eine Übung? Blöd, wenn man nichts versteht. Warum sind nur immer die Laustprecher so schlecht? Irgendwann fanden wir schließlich heraus, daß es eine Probe gewesen war, was hätten wir denn getan, wenn die Crew einfach geht, nur noch Passagiere an Bord sind:-) Ich kaufte mit den restlichen Kronen drei Mohrenköpfe und einen Tee - mir war immer noch kalt von der erfrischenden Dusche, die mein Bein vollständig verkrampft hatte. Der Preis war sehr happig gewesen, uff! Die Mohrenköpfe waren aber auch richtig schwer, seltsam - es waren keine, sondern noch schwerer im Magen als in der Hand liegende Kaffeestückchen. Darüber machten wir uns her - das gibt sicher Energie.

Es war ein Glück, diese frühe Fähre bekommen zu haben, denn schon vor 12:00 Uhr konnten wir uns für die, besonders für mich, stressige Fahrt von der Fähre fertig machen. UND es passierte mal wieder, aufgeregt, wie ich es bin tippte ich die Falsche Nummer in die Wegfahrsperre ein - die 13! Und wir waren längst an der Reihe, ich konnte aber nicht starten. Es dauert eine Weile, bis man die Zahl wieder eingeben kann, die paar Sekunden kommen einem dann wie eine Ewigkeit vor. Würde man noch nervöser, gäbe die Zahl dreimal falsch ein, dann hätte man wirklich Probleme - mein absoluter Alptraum, genauso wie ohne Diesel im Tunnel stehen bleiben! Nun, ich faßte mich, gab die korrekte Nummer ein und wir waren wieder in Dänemark, welches als Kontrast herhalten muß! So flach, so viele lange Sandstrände!

Wir hatten besonders Noah versprochen ins Aquarium zu gehen, aus diesem Grunde hatten wir uns für diese Fähre entschieden, wären wir über die Brücken gefahren, hätten wir die Strecke wieder nach Norden hoch gemußt und ich habe keine Lust auf unnötige km. Da wir so schön früh waren gingen wir, nach einem kurzen Süppchenmittagessen, noch an diesem Tag ins Nordseemuseum, es soll das größte in Europa sein (wobei ich nicht sicher bin, ob es sich auf das ganze Aquarium bezieht oder auf dieses eine sehr große Becken - ich denke zweiteres, denn wir haben in Frankreich schon große Aquarien gesehen (siehe Frankreich Berichte - St Malo und Brest) Unsere Meeresbegeisterten Kinder waren wie wild, wie immer:-) Noah will vor allem die Becken sehen, Esra eher die "Versuche" machen, Amy am liebsten ein Kuscheltier kaufen. Hier ist alles auch in Englisch und Deutsch beschrieben, so konnten wir viel erklären. Eine Makrele hatten wir ja gestern in der Pfanne gesehen, hier sahen wir sie in größeren Schwärmen schwimmen. Insgesamt ist das Aquarium sehr empfehlenswert, die Becken sind informativ, so angelegt, daß man wirklich sehen kann, wie die Fische sich in Schwärmen organisieren und schwimmen, die Umgebung ist naturgetreu, es gibt eine große Anzahl von Versuchen, die man machen kann, ein richtiges Erlebnisaquarium. Man kann sehen, wie das Licht in der Tiefe aussieht - nämlich hauptsächlich Blau, sieht, wie Wellen das Wasser trüben, wie man unter Wasser hört und Vieles mehr.

Hai

einer der Haie

grosse Becken

grosses Becken

Haifischeier

Haifischeier

Krebs

Krebs

Haifischzaehne

zum Anfassen

Robbe

und zum Streicheln

Nach einer Weile wurde es jedoch voll und voller. Die Robbenfütterung sahen wir uns noch an, und zwar über und unter Wasser, dann mußten wir durch den Souvenirshop nach draußen, und, wie schon geahnt: Amy wollte partout ein Kuscheltier. Wir kauften keins, denn sie sind an diesen Stellen immer viel teurer, zwar immer noch wesentlich billiger, als die Billigen in Norwegen, aber trotzdem.

Nun entschlossen wir uns, die Küste nach Süden zu fahren, verpaßten leider eine Abfahrt und bekamen so den Leuchtturm, den wir heraushgesucht hatten nicht zu sehen. Schließlich suchte Gunter einen Campingplatz heraus, der an einem weiteren Leuchtturm liegt und da bekamen wir noch ein kleines Plätzchen. Was die Campigplätze betrifft ist Dänemark im Vergleich zu Norwegen schon extrem - die sind hier recht teuer, man muß sie aber nehmen, denn freie Plätze sind kaum zu finden, ich habe auch gelesen, daß wildes Camping in Dänemark verboten ist. Verständlich ist es, denn die Massen an Touristen müssen in vernünftige Bahnen gelenkt werden. Würde an jeder Ecke ein Womo stehen, mit ausgefahrener Markise und Feuerstelle und was so dazugehört, nun, das ist sicher wenig sinnvoll. Uns nerven die Plätze aber, man steht so dicht, glücklicherweise kann man die Strände von den meisten Plätzen aus zu Fuß erreichen. Wir liefen an diesm Abend im Strum und bei sehr bedecktem Himmel warm eingepackt noch einmal mit Staiven und Kameras los, es war schwierig, scharfe Bilder zu machen, bei dem Sturm. Schließlich entdeckten wir die Boote im Hafen liegen - ah, da waren wir im letzten Jahr schon und es hatte uns so gut gefallen. Schon nach Sonnenuntergang nahmen wir die auf dem Sand liegenden Fischerboote auf, die Kinder spielten im Sand, rannten wild herum, alle Drei hatten während der Fahrt geschlafen, sonst würden sie es abends auch nicht so lang im kalten Wind aushalten. Erst nach 22:00 Uhr gingen wir zurück zum Wohnmobil, ich schrieb den Bericht nicht mehr, war auch fertig. Und nun die letzten Bilder der Reise, danach rührten die die Kameras nicht mehr an.

Betondinger

Befestigung aus Beteonteilen

Steg

Betonsteg ins Meer

Fischerboot

Boot im Sand

Boote

Boote im Wind und auf dem Sand - nach Sonnenuntergang

Fahnen

Fahnen im Sturm und Regenfront!

21. August, die Fahrt durch Dänemark

Diese Regenwolken bestimmten das Wetter des nächsten Tags, es regnete nur einmal, den ganzen Tag. Wir machte also keine Bilder mehr, denn der Regen kam von allen Seiten, nur nicht von oben:-) Wir shoppten, kauften Lakritz (lecker!), und fuhren, Harry Potter hörend immer weiter nach unten. Außer einem Stadtbummel im Regen machten wir also nicht viel. Abends suchten wir wieder einen Platz am Meer, es Regenete mal für eine Stunde nicht, die Kinder spielten auf den Spielplatz, anmelden konnten wir uns nicht, da die Tezeption gerade vor 10 Minuten geschlossen hatte. An den Strand, hier eher an das Wattenmmeer, kamen wir nicht, es gab keinen Zugang. So gingen wir früh ins Bett, ich war vom gestrigen, recht anstrengenden Tag noch geschafft und schrieb auch heute nicht, am nächsten Tag wollten wir heim, und dafür wollte ich ausgreuht sein.

22. August, Heimfahrt

Wir kamen erst spät aus den Betten, frühstückten, und da es sehr stark regnete und stürmte konnten die Kinder nicht nochmal auf dem Spielplatz toben. Schade, denn wir hatten eine lange Fahrt vor uns. Die Bezahlung fanden wir dann heftig - es kostete 27 Euro! Und außer 2 Toilettenbesuchen von Gunter und mir hatten wir NICHTS genutzt. Für Durchreisende müßte es Stellplätze wie in Frankreich geben. Wir sind gerne bereit was zu zahlen, aber zwei Toilettenbesuche und ein Rasenplatz für 12 Stunden für 27 Euro finden wir zu heftig. So machte Womoreisen keinen Spaß.

Wir fuhren also, und fuhren, stranden wie übrlich vorm Elbtunnel im Stau, machten eine Stunde Pause, ärgerten uns über den aggressiven deutschen Verkehr und bekamen einen Kulturschock allein vom Fahrzeugaufkommen. Sofort sehnte ich mich nach Nordnorwegen zurück - kalt hin, kalt her - dort war ich Mensch, dort fühlte ich mich frei! Erst um 22:00 Uhr erreichten wir Bubenheim, die Kinder hatten an diesem Tag sehr geduldig immer wieder grfagt: Wieviele km noch?, wir hatten Hörspiele gehört, Rätsel gemacht und es dann doch im einem Rutsch durch Deutschland gepackt.

So, jetzt ist's vorbei, mit der Reiserei. Aber nur, bis zum nächsten Mal:-) Ein kurzes Fazit vorab: Nordnorwegen ist genial!

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