30. Juli, Vesteralen, Stø
Heute kamen wir erst spät raus, selbst Schuld, wenn man unbedingt nachschauen will, ob es tatsächlich die ganze Nacht hell bleibt:-) Es blieb hell, kaum hat man die Abendstimmung festgehalten, da kommt auch schon die Morgenstimmung. Anstrengend ist das - ich kann mich nicht zerreißen, täte es aber gern! Wir hatten alle eine Dusche nötig, vor allem Haarewaschen stand bei den Kindern an, ich genoß also meine entspannende Dusche zusammen mit drei wilden, kleinen, lauten Reicherts. Danach sahen sie jedoch sehr hüsch und brav aus, so sauber:-) Erst gegen 12:00 Uhr fuhren wir los Richtung Stø. Ich hatte gelesen, daß man von dort aus Waltouren machen kann und irgendwie wollte ich lieber da hin als nach Andenes - warum weis ich nicht! Unterwegs hörten wir zuerst Harry Potter, die beiden Fraktionen hinter uns: pro Harry und pro Kinderlieder, brachen jedoch einen Streit vom Zaun, daher war der Rest der Fahrt von ruhiger Musik bestimmt und wir hielten Grundsatzdiskussionen über das Leben - recht interessant also. Die Landschaft, ja, der schiere Wahnsinn! Diese Farben, Berge, Fjorde, Brücken .... Eigentlich unbeschreiblich und zu unserem Leid wohl auch "unphotographierbar" - die Wirklichkeit ist immer schöner! Wir kamen gegen 14:00 Uhr in Stø an und ich ging zugleich ins Walsenter (doch, das wird so geschrieben!). Eine Fahrt können wir morgen um 10:00Uhr machen -Toll! Recht teuer wird es allerdings für uns - so mit 5 Reichert's, aber wir bekommen einen 10 %igen Familienrabatt, was ich gut finde.

ein kurzer Photostopp unterwegs - das Gras so grün, die Berge so schön geformt und blau!

ein malerisches Segelboot, leider kam das nicht nochmal zum Phototermin während des Sonnenuntergangs:-)
Mir gefällt es immer sehr gut an den äußeren Fjorden, kann's aber mal wieder nicht beschreiben warum, vielleicht, weil ich das Offene eher spüre, den Blick zu einer Seite in die Ferne lenken kann? Wir fuhren ca. 400m zum Campingplatz, der kostet 125 Kronen, also ganz ok. Und liegt genial, mit Blick auf den Hafen und das Meer, voll ist es auch nicht, ob gar nicht so viele Familien hier herfahren? Deutsche haben wir schon gesehen, aber keine mit Kindern! Ob es zu weit entfernt ist? Nun, mir solls recht sein:-) Heute findet hier im Restaurant am Campingplatz eine Feier statt, also geschlossene Gesellschaft, und jetzt um 1:00 morgens sehr laut. Wir liefen heute mittag als erstes wieder zurück in den Ort um Brot zu kaufen, denn morgen geht es um 10:00 Uhr los und wir sollen was zu Essen mitnehmen. Die Fahrt wird 6-7 Stunden lang dauern, hoffentlich halten wir das alle durch? Direkt im Dorf gibt es an einer Felswand eine brütende Dreizehenmöwenkolonie mit dem dazugehörenden Spektakel und Gekreisch. Wow, das habe ich auch noch nie gesehen! Was man hier nicht alles erlebt! Ich nahm natürlich sogleich junge Möwen auf. Tagsüber ist das Licht so grell, daß es nicht ratsam ist Bilder zu machen. Erst abends ab 10:00 Uhr wird es interessant. Schwierig für Eltern!

eine Möwe mit Küken an einer Hütte direkt über dem Wasser

Nach dem Brotkauf verspeisten wir sogleich eines davon und liefen danach einen Pfad entlang zum Sandstrand, diese etwa 20 minütige Wanderung hatte es in sich. Es ging über Stock und Stein, auf und nieder, matschig und felsig und teilweise recht steil an Hängen, der Stand belohnte für die Mühe! Einen Liter Wasser hatten wir mit - das war entschieden zu wenig. Bereits vor dem Rückweg war alles in fünf verschiedenen Mägen verteilt und schon mehrere hundert Meter vorm Wohnmobil hing uns die Zunge am Boden:-) Es war warm, die Sonne schien den ganzen Tag, kein Wölkchen am Himmel. Kurze Hosen und ärmelloses T-Shirt waren angesagt. Den Kindern gefiel beides: Wanderung und Strand! Sie fühlten sich wie Abenteurer - ich auch. So einen einsamen, zu erwanderndet Strand sieht man selten. Auf dem Rückweg sahen wir auf das kleine Fischerdörfchen und es stockte uns der Atem - ach, es sieht einfach alles so schön aus - unfassbar! Ich komme aus den Superlativen nicht mehr heraus - ich werde Nordlandsüchtig und merke es bereits. Die Drei hatten jedenfalls einen sehr großen Hunger als wir zurück waren! Nudeln gabs zum Abendessen - für Noah und Esra mit Ei der Rest genoß eine schwedische Soße mit lustigem Namen!

Amy mit Seifenblasen am Strand

Strandkalligraphie

Quallengraphie:-)

wunderbare Symetrie

Stø
Direkt nach der Buchung der Waltour stellte ich fest, daß die Periode begann - so was! Normalerweise liege ich vorher mit Migräne flach! Ein Beginn ohne Migäne hatte ich seit 8,5 Jahren nicht (seit Esra's Geburt!) Jetzt, so beim Schreiben, merke ich, daß sich eine Migräne aufbaut - hoffentlich geht es mir morgen gut. Ich werde auch besser heute nicht mehr ganz so viel schreiben, denn es ist zu spät.
So, jetzt hole ich den gestrigen Tag nach. Wir haben die Waltour bereits hinter uns.
Also, die geschlossene Gesellschaft war eine Hochzeitsfeier - da war natürlich ein Photograph dabei und dieser hatte eine Canon 10D, da komme ich natürlich sofort ins Gespräch. Wir fanden heraus, daß wir auf gleicher Wellenlänge sind. Redeten viel über Kameras und die Photographie, ich hatte viel Spaß. Torgeir, der norwegische Photograph, leibäugelte mit dem 100-400 mm IS, wir tauschten also die Objektive, damit er es mal testen kann. Seine Frau ging mit auf einen kleinen Spaziergang, was wieder Raum für Unterhaltung bot. Auf dem Campingplatz hatte ich zusätzlich die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Leuten ins Gespräch zu kommen, was ich nutzte. Ach, ich liebe das! Ein schwedisches Paar war besonders nett und auch unsere "Nachbarn", ein Berliner Paar! Ich photographierte schließlich den Sonnenuntergang um 11:30 Uhr vom Hügel aus, also nochmals eine kleine Klettertour. Mein Kopf war ziemlich matschig, ich hatte Sehstörungen, was auf eine aufkommende Migräne deutet. Weiterhin war es recht lebhaft, die Hochzeitsfeier war noch im Gange. Ich schrieb ein wenig, war dann jedoch zu geschafft, die Bilder zu bearbeiten und lies es. Bis um 2:00 Uhr quälte ich mich im Bett, nahm dann eine Migränetablette und schlief recht unruhig bis zum Morgen. Ich war auch ohne Wecker wach - sehr aufgeregt - die WALTOUR!
Nun die Bilder vom Abend, besser gesagt von der Nacht:

warmes Abendlicht


Bojen im Hafen - eine solche Boje habe ich am Strand gefunden, die sind richtig schwer, was ich bisher nicht wußte.

ein Boot nimmt Kurs auf den Hafen

"nur" Felsen

schließlich packt sie es doch, die Sonne, sie geht unter:-) um 23:30 Uhr
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