4. August, Vestvågøy, Lofoten
Gestern wurde es durch den Sturm und Regen sogar mal dunkel, so ziemlich jedenfalls. Das Wohnmobil wackelte die ganze Nacht, ich schrieb so lange und fror so sehr, daß ich beschloss, die Heizung anzuwerfen. Mein Hinter, auf den ich gefallen war schmerzte sehr, ich sah, daß er sehr blau, sehr dunkelblau war, was mir erklärte, warum ich mich heute so ungern setzte. Zudem schmerzt mir der ganze Rücken und das rechte Bein. Ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob es sinnvoll ist, mit den Kindern zu wandern. Wenn ich schon dauernd falle - ich war in Stø auch auf's Bein gefallen und einen heftigen blauen Fleck am Knie davongetragen. Was nutzen uns Seile, wenn die, die alle halten sollen keinen festen Halt bekommen. Nun, wir werden sehen.
Ich schlief heute länger, ruhte meine angeschlagenen Knochen etwas aus. Mein Kopf war leider dadurch nicht klarer geworden. Ich hatte nachts gelesen, daß man im Vestfjord Orcas sehen kann - eigentlich erst von Oktober bis Dezember, aber mit etwas Glück das ganze Jahr über. Es soll einen norwegischen Tierfreund geben, der allerlei Touren anbietet aber ich fand ihn oder sein Büro in Kabelvåg nicht. Wir wollten die kleine Stadt etwas photographieren, bekamen aber nicht recht was auf's Bild. In einem Internetkaffee checkten wir die emails, ich hätte gerne was geschrieben oder sogar die Webpage übertragen, habe aber leider keine vernünftige aol Nummer. Die 20 Minuten gingen drauf, um die Spammails rauszuwerfen:-( Lästig ist das! Und der Spaß kostete uns 20 Kronen, ich fand's ok, Gunter fands zu teuer. Ja, Schweden ist biliiger.

ein Bild von Kabelvåg

beim Sundlandsfjord, kurz vorm Regen

für eine Weile waren Sonne und Regen gleichzeitig am Himmel, die Sonne setzte sich schließlich durch

Wir haben vor, die Lofoten bis nach Å hinunterzufahren und dann wieder hinauf. So kommen wir auf den meisten Straßen entlang und bekommen einen besseren Eindruck. Also schauten wir uns auf dieser Tour, vor allem, da die Berge sehr mit Regenwolken verhangen sind, die westlichen Seiten der Inseln an, das offene Meer! So sahen wir heute wunderschöne, verboten blaue Küstenline mit wahnsinns Sandstränden, die für uns nicht erreichbar waren. Seltsam! Ob die Norweger nicht gerne ans offene Meer gehen, wo es so viele Fjorde und Seen gibt? Wir sahen auch keine Trampelpfade zu den Stränden. An der Kirche von Gimsøy kletterten wir über den Zaun und erkundeten den Strand und die Felsen. Türkisblaues, klaren Wasser, hinter uns der hohe Berg, die weiße Kirche und die Sonne schien! So beeindruckend!

Die Kinder am Strand - wir erkundeten Muscheln (sammelten jedoch keine!), Seetang, Bienenwaben und ein Netz von einem Glasschwimmer (welches nun bei uns am Womo an der Anhängerkuplung hängt). Und natürlich warfen die Drei Steine oder Muscheln

die Kirche von Gimsøy

noch ein Bild der Kirke
Und wieder fuhren wir über eine Brücke und erkundeten die Küstenlinie, an einem Aussichtspunkt hielten wir uns länger auf, erkletterten Hügel und bestaunten die Gegend.

ein kleiner Überblick - ich habe wieder viele Panoramen photographiert, kann sie jedoch unterwegs nicht zusammenstellen, die Nacht ist zu kurz.
Eine gute Stelle zum Angeln sahen wir leider nicht - wir würden es nun zu gerne versuchen. Nun, wenn wir an der Westküste langfahren:-) Selbst schuld. Auch die Halbinsel von Kvalness fuhren wir außen entlang, die Schotterwege sind recht zu zu befahren, das Womo sieht mittlerweile sehr schutzig aus! Bei Eggum zog es uns an den Strand - die Sonne tat sehr gut und hier schien sie bis 22:53Uhr! Wow! Wir liefen eine ganze Weile den Strand entlang, ans Wasser kommt man nicht, da hat jemand nicht fertig aufgeräumt und viele große, kantige Felsbrocken liegen lassen, der Sand dahinter ist jedoch sehr interessant. Scheint nur aus Muschelteilen zu bestehen und ist sehr leicht! Man kann aber im Standgut wieder viel finden und auch photographieren. Die Kinder können hier ideal spielen, nur Noah wird nach wie vor um 20:00 Uhr müde während die anderen beiden bis nach 23:00 Uhr brummen. Der Stellplatz ist einer der besten, den wir je hatten. Meer zu drei Seiten, Berge im Rücken, ein Wasserfall in der Ferne, ein malerisches Dorf mit bunten, freudlichen Häusern und eine Ruine aus dem II WK. In der Ferne regnete es, was uns einen Regenbogen an den Himmel zauberte, den ich natürlich ausgiebig ablichtete, wenn er schon für ca 10 Minuten geduldig wartet:-)

Der Regenbogen, Eggum und einer der Berge (nun, der Fuß davon, es geht hoch hinaus)

der Stellplatz, der 20 Kronen kostet, die man bei der Einfahrt in einen Kasten wirft

die Kontraste sind beim Photographieren so groß, daß man sie kaum in den Griff bekommt. Mit Langzeitaufnahmen klappt es besser!

Auf dem Hügel die Ruine einer Radarstation der Deuschen

unser Stellplatz für heute Nacht, die Pfütze eignet sich gut zum Spielen, um 1:00 Uhr nachts kam eine ganze Herde Schafe, die die Krümel unter der Bak wegfutterten. Die sind wie wild herumgerannt und sind sich hinterhergelaufen. Das Auto auf dem Bild - die hellen Lichtsspuren, fuhr übrigens geradewegs auf mich zu, ich machte mich direkt nach den 10 Sekunden Belichtungszeit davon:-) Nun, Verkehr kann man es hier nicht nennen:-) Ich darf nicht vergessen, daß ich mich mit unserer norwegischen Nachbarin eine ganze Weile über Kinder und Schule unterhielt - das war sehr interessant, weil sie auch einen 8 und einen 7 jährigen Sohn hat. Morgen muß ich noch fragen, welche Schulranzen die Kinder hier haben - Noah möchte einen Ausländischen, den dürfen wir nicht vergessen!

das letzte Bild des Sonnenuntergangs - ich habe das Phänomen noch nie gesehen - aber für ein paar Sekunden wurde die Sonne grün! Richtg grün, dann war sie weg! Auf dem Bild kann man es noch erkennen.
So, jetzt geh ich ins Bett, meinen blauen Hintern mal entlasten - es ist schon wieder 1:42, die Sonne geht gleich wieder auf, schnell ins Bett. Ganz schön anstrengend das Land!