5. August, bis nach Å, Flagstadøya
Wir machten morgens einen langen Strandspaziergang, die Kinder fanden alte Seile und spielten damit, bis Gunter bemerkte, daß die Seile voller Öl waren. Esra war gefrustet, aber es wanderte in den Müll. Man findet viele alte Fischernetze und -seile hier an den Stränden. Wie es im Meer aussieht? Ich denke da immer an die Tiere, die sich darin verfangen können. Jedenfalls gefiel uns der Platz in Eggum so gut, daß wir noch verweilten. Das Licht ist tagsüber so grell, man möchte photographieren aber es bringt fast nichts - die Kontraste sind nicht zu bewältigen. Die Farben erstrahlten heute im besten Licht, ein wahnsinnsblau und türkis. Dazu überall die bunten Häuser. Zudem kamen wir in das Gebiet, der schönen hellen Sandstrände. Es sieht so malerisch aus, wenn man fährt. Wir hielten uns an die E 10, und mir war der Verkehr eigentlich zu viel. An einen langen Sandstrand mit weißem Sand und kristallklarem Wasser mit einem großem Rastplatz voller italienischer Wohnmobile machten auch wir Rast. Ich traf zwei Herren, die wir gestern schon gesehen und gesprochen hatten, wir unterhielten uns auch heute. Dann war Strand angesagt, die Jungs und Gunter warfen Frisbee, Amy spielte im Sand und machte Seifenblasen, wie immer verschüttete sie den seifigen Inhalt nach kurzer Zeit. Wir alle genossen die Sonne und die Farben. Als zwei Busladungen von Touristen kamen, die alle etweder mutig ins Wasser rannten um 3 Sekunden zu baden, oder mit der Kamera am Strand standen um erstere abzulichen verflüchtigten wir uns. Kurz vor Hamnøy kochten Gunter auf einem hohen Rastplatz das Mittagessen (Nudeln mit Haschee) und wir genossen den Blick nach vorne auf das offene Meer und den Blick nach hinten auf eine Bergkette mit dazugehörendem glasklarem, tiefblauem See. Hamnøy sah toll aus, die Kamera war jedoch anderer Meinung, die Kontraste. Es ist zwar immer irgendwo am Himmel bewölkt, doch scheint auch meist von irgendwoher die Sonne und so wirken die Wolken als Verstärker und strahlen mit der Sonne geradezu um die Wette. Auf meinem Display der Canon sieht alles immer fürchterlich aus und ich bekomme Frust! Der hängt NICHT mit der Landschaft zusammen - habe noch nie etwas Genialeres gesehen! Nun wurde die Straße enger, gewundener, voller. Die Kulisse noch gradioser, aber man muß auf die Straße aufpassen. Reine sah tatsächlich so toll aus, wie auf den Photos, ich hätte es mir etwas kleiner vorgestellt. Ich nahm Panoramen auf, werde sie jedoch erst zuhause zusammenstellen.

der morgendliche Strand bei Eggum

die Struktur des Tangs in Nahaufnahme

Dreizehenmöwen brüten in Hamnøy direkt an der Straße


Hamnøy

Regen über Reine

Reine

4 Nikon Coolpix Bilder und ein wenig Pfiemelei
Direkt nach Hamnøy kommt Reine, dann Å! Und dann ist Schluß mit Straße. Da geht es nicht mehr weiter. Wir hielten uns in Reine nicht auf, es ist uns zu eng und "touristisch", nun, es will jeder dahin. (mir hat es in Stø besser gefallen, denn da war gar nichts los:-)). In Å hielten wir auf dem Parkplatz am Ende der Straße, redeten mit 2 Familien, die im MZ Wohnmobil angefahren kamen. Dann liefen wir durch's Dorf. Eintritt für das Museum wollten wir nicht mehr zahlen, weil es schon spät war und sehr nach Regen aussah. Wir schauten uns die Häuser alle von außen an und machten auch ein paar Photos.

Rorbu Hütten in Å

Stockfisch, nur hier am Stockfischmuseum, überall sonst ist es zu spät
Wir fuhren dann zweimal hin und her, weil auf der Karte ein Leuchtturm eingezeichnet war, zu dem wir leider nicht hinkamen, er war nicht ausgeschildert und die wenigen Straßen, die abgingen waren sehr eng. Das bedeutete viele Tunnels, denn auf der Strecke sind zwei und wenn man dauernd wendet, summiert es sich. Wir hatten keine Lust auf Campingplatz also suchten wir bei Myrland ein kleines Plätchen am Meer, wir fanden einen absolut genialen Photo- und Spielstrand kurz vor Myrland und verweilten da im besten Photolicht drei Stunden lang. Wow. das war schön, die Kinder spielten, sammelten Strandgut, wir konnten uns richtig gut konzentrieren, das Meer, die Wellen, das weiche, warme Abendlicht, die Bergkulisse mit den Wolken. Seht selbst:

letztes Licht

dafür kniet man gern mit krummem Rücken im nassen Sand:-)

eine Langzeitaufnahme mit dem 1000 fach Graufilter im Abendlicht

und noch ein Bild

und noch was dynamisches:-)
Wir fuhren, um nicht ganz allein hoch oben am Hang zu stehen (etwa 50 m über dem Meer) noch ein Stück zurück, denn dort hatten wir ein deutsches Wohnmobil gesehen. Auch dieser Platz war sehr schön, nicht ganz so hoch und sehr nah am Meer, Meeresrauschen erster Klasse:-) Erst nach 22:00 Uhr waren wir hier, die Sonne war vor Sonnenuntergang hinter einer Wolkenwand verschwunden, spät genug war es allemal. Ich schaue auf dieser Reise immer sehr aufmerksam über das Wasser, denn im letzten Jahr hatten wir keine Schweinswale gesehen, und so viele Leute hatten davon erzählt. Heute hatten wir Glück, ich konnte Flossen sehen. Es waren einige Wale oder Delfine (das kann man nicht genau sagen) direkt vor uns im Wasser, durchs offene Womofenster sahen die Kinder staunend auf das "Naturwunder", ein schöner Abschluß eines schönen Tages. und wieder ist es kurz vor 2:00 Uhr! Das Meer hatte für wenige Minuten aufgehört zu leuchten, nun strahlt es wieder metallisch blau, ich könnte noch bis morgen auf das Wasser schauen, wenn da nicht der Schlaf wäre, den man doch braucht, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen ist!