7. August, Autowerkstatt und nach Andenes

Heute morgen regnete es nicht. Wir gingen trotzdem nicht an den Strand heute früh, denn wir sahen die Fähre anfahren und da wollten wir mit. Es klappte sogar perfekt, denn wir kamen genau rechtzeitig und hatten somit keine Wartezeit. Da es wohl für den Kassierer hektisch war, fragte er diesesmal nicht nach der Länge des Fahrzeugs, rechnete für einen 6 m Camper ab, was wir ja ohne "blöde" Anhängerkupplung auch wären, und wir sparten mehr als 100 Kronen. Die Überfahrt war ruhig und wie auch auf dem Hinweg 20 Minuten lang. Das Fahrzeug wackelt beim Fahren mit ca 60 km/h immer öfters und da uns ja in Schweden etwas unerklärliches weggeflogen war, beschlossen wir doch eine Werksatt aufzusuchen. Mensch ist das nervig! Diese Herren scheinen alle sehr wichtig zu sein. Wir hielten an einer Tankstelle in Sortland, die sah groß aus, hatte eine Werkstatt, in die wir reinpassen würden. Dem netten Herrn erklärte ich mühevoll alles, was es zu berichten gibt, und was wir glauben, was nicht stimmt - nämlich, daß irgedetwas in der Werkstatt nicht fest angezogen worden ist, und da sagt er, er sein nicht zuständig, ich solle den Chef fragen, der komme in ca. 15 Minuten. Nun, gut. Wir parkten, ich sah später, daß ich genau wenige Millimeter vor einem Schild für Waltouren in Stø gehalten hatte. Gunter hatte beim Einparken hinten aus dem Fenster gesehen, aber oben auf das Schild nicht geachtet, das wäre blöd gewesen, wenn wir nun hinten ein Loch in der Wand hätten -Glück gehabt! Nun, da drängelten sich noch ein paar Damen vor, wir warteten und warteten, die Sonne schien, es sah alles so schön aus! Der Chef konnte nicht helfen, sah sich unser Fahrzeug gar nicht an, meinte, wir sollen die Fiatwerkstatt suchen - dafür hatten wir nun so lange gewartet! Wir suchten die Fiatwerksatt, fanden sie jedoch nicht und landeten bei Citrön. Wieder erklären, nur um weiter geschickt zu werden, dann nochmal erklären und wieder warten! Lästig! Es seien zu viele Leute in Urlaub, wir könnten erst in 2 Wochen einen Termin bekommen. Es gäbe da eine Mercedes Werksatt, dort sollten wir hinfahren. Nun gut, also fuhren wir da hin, warteten die Mittagspause ab. Warten! Dann konnten wir im Büro mit einem Herrn sprechen. Warten! Er meinte, sie hätten keine Zeit, wir sollen zu Citrön fahren. Nun, das hatten wir ja schon. Ich sprach die Gefahr an, der wir uns aussetzen mußten, da sagte er wir sollen mal kurz WARTEN! Der schöne Urlaubstag ging einfach so wartend dahin. Er kam wieder, nach einer Ewigkeit. Meinte, wir sollen um 16:00 Uhr wieder kommen, dann könnte jemand drauf schauen, zum reparieren hätten sie keine Zeit - nächster Termin in 3 Wochen!!! Ok, nochmal drei Stunden WARTEN. Wir haben ja Zeit, sind ja in Urlaub. Sind 3000km gefahren, damit wir hier mal das WARTEN lernen. Wir vertrieben uns die Zeit in der Stadt, weil wir außerhalb keinen Parkplatz gefunden hatten und nicht so weit fahren wollten. So sahen wir uns Geschäfte an, kauften sogar hie und da was (ein warmes Tuch für um die Rübe - ich habe meins vergessen und bedauere es schon die ganze Zeit), Brot, sahen uns weiterhin norwegische Schulranzen oder eher Schulrucksäcke an. Eroberten einen Spielplatz, auf dem Amy viel Spaß hatte, es den Jungs aber bald langweilig wurde. Dann fuhren wir endlich wieder zur Werkstatt. Ein Herr im Blaumann kam, hob das Fahrzeug an, rüttelte am losen Rad und meinte, wir sollen schnell auf die Fähre nach Harstad, dort sei die nächste Fiatwerstatt, die Radlager wären dahin, wir sollen nicht mehr als 70km/h fahren und alle 3 km anhalten um abkühlen zu lassen. Die Reperatur koste mindestens 1500 Euro! Hmm, jetzt waren wir verunsichert. Wollte er uns verarschen? So schlimm war es nicht, wir sind ja nun schon mindestens 3000 km so gefahren? Was tun? Irgendwie kommt es mir so vor, als seien diese Herren in den Werkstätten alle so wichtig! Wenn man etwas will, dann hat man gefälligst zu warten, auch, wenn man dann doch nicht hilft! Während der Fahrt nach Andenes, wir hatten beschlossen erst mal keine Hektik aufkommen zu lassen, konnte ich die Landschaft nicht recht genießen. Ständig ging mir das Fahrzeug im Kopf rum. Ist es sicher? Kommen wir noch heim oder nicht? Wird es wirklich so teuer? Scheiß Ding, ständig was dran und wir hatten es doch vorher in der Werksatt! Es nervt! Wir fuhren langsam, behinderten wahrscheinlich ein wenig den Verkehr, denn ich fuhr nicht schneller als 70km/h, man kann die Autoschlange ja regenmäßig an den Haltebuchten vorbeilassen. Wir werden morgen beim Hersteller anrufen, fragen, was es sein kann, wie teuer die Reperatur in Deutschland sein wird, wie sicher es ist, mit defekten Radlagern zu fahren, und weitere Werkstätten anfahren.

Mir war es jedenfalls richtig schlecht geworden, mein Magen rebellierte, ich war müde und erschöpft und genervt. Richtig mulmig war mir zumute. In Andenes hielten wir im Ort und besichtigten den Leuchtturm und das Walzentrum. Hier ist er sehr kühl, der Wind sorgt dafür, daß man heftig bibbert. Brrr!

Leuchtturm

der Leuchtturm und meine Sippe

Warum

Warum wird es hier nicht dunkel? Warum ist es hier so kühl, es ist doch SOMMER? Hier kann man das gut erklären:-) Aus unsrer Weltkugel ist die Luft raus!

Kids

nochmal die Kids vor der Leuchtturmtür

Walmuseum

im Walmuseum

Wir hatten Glück und das Walmuseum hat bis 19:30 Uhr geöffnet, also schauten wir es an. Die Dame am Infoschalter war sehr nett, berechnete nur 1 Kind und wir zahlten somit 150 Kronen. Mir war es richtig kotzübel, hatte einen Schwächeanfall mit Hitzewallung und Schweissausbruch. Vielleicht hilft ein Stück Schokolade, denn ich dachte es sei vielleicht ein Unterzucker? Also lief ich allein zum Womo und futterte was. Mir ging es danach tatsächlich etwas besser. Wir konnten das Museum ganz anschauen und viel erklären. Vor allem die Größe kann man hier besser abschätzen, denn die Kinder konnten an einem Modell entlanglaufen, zudem gab es ein Walskelett, welches die Größe sehr gut veranschaulicht. Im oberen Geschoss gibt es ein Walfangmuseum, was die Kinder auch sehr informativ fanden, leider hatten wir hier weniger Zeit, denn um 19:00 Uhr gab es eine Multimediashow, Dia's mit Musik. Die gefiel den Kindern, Noah wurde nostalgisch und erinnerte sich an Amerika, obwohl wir es da gar nicht geschafft hatten Orcas zu sehen. Vielleicht lag es an den Dias, denn die schauen wir zuhause natürlich des öfteren an. Insgesamt hatte der Tag also doch noch etwas sehenswertes auf Lager gehabt.

Mir war es jedoch immer noch übel, ich bekam unangenehme Magen und Darmkrämpfe, daher fuhren wir der Einfachheit halber den Campingplatz an, zahlten 120 Kronen und ich legte mich hin während Gunter kochte und die Familie zu Abend aß, ich verzichtete. Verbrachte die nächste Zeit auf der schön sauberen Toilette, die gegen Abend auch geheizt wurde, so daß mein Allerwertester nicht unterkühlte. Ich sah die Sonne tief am Himmel stehen, von Krämpfen gebeutelt juckte doch der Photofinger. Ich quälte mich, konnte sowas doch nicht unfotogrfiert lassen? Oder doch? Mensch, war's mir schlecht! Ich schickte Gunter los, damit wir ein paar Bilder haben, beschloss dann aber auch raus zu gehen, in die frische, aber sehr kalte, stürmische Luft. Hätte ich Handschuhe gehabt, ich wäre sehr froh darum gewesen. So froren mir fast die Finger ab. Wir machten Langzeitaufnahmen, denn der Himmel war im abendlichen Licht wunderbar wolkenverhangen. Die Wolken zogen zudem im Wind/Sturm dahin. Ideal! Mit den Kindern, die noch spielten standen wir per Funkgerät in Kontakt, sie konnten uns vom Womo aus sehen. Hier sind sie, die Bilder:

Langzeit

hier zu sehen: 2 Minuten Wind und Wolken um 22:10 Uhr

Noch eins

und noch eins - am Horizont hängt unser Wetter für morgen:-)

kuezer

und nochmal etwas kürzer

Pano

Sonnenuntergangspanorama

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