9. August, Nochmal Stø und nochmal Lødingen
So, ich beginne mit dem Schreiben und es ist 1:30 Uhr in der Nacht. Ich fasse mich besser kurz, mir fallen gleich die Augen zu.
Heute begann ich mit einer kleinen Phototour, auf der mich Noah begleitete. Wir kletterten einfach den Kirchenberg hoch und genossen die Aussicht. Es war wieder mal zu spät, das Licht schon fast zu hart. Trotzdem war der Blick von oben herab traumhaft. Nach einer Weile, wir waren schon mit dem Frühstück fertig, kam ein italienisches Paar, die beiden waren sehr aktiv - mit Videokamera und Photoapparat, jedoch blieben sie unten stehen, so beschloss ich, ihnen einen Tipp zu geben und glücklicherweise sprachen sie Englisch. Sie waren dann sehr glücklich da oben:-) Uns ist aufgefallen, daß nicht nur Scharen weise Deutsche hier zu sehen sind, sondern auch sehr viele Italiener. Es gibt nur wenige Franzosen, ein paar Niederländer und wahrscheinlich genausoviele Deutsche wie Italiener, norwegische Womos sind seltener!

die Kirche, das Toilettenhäuschen (leider abgeschlossen) und unser Womo
Wir fuhren nach Stø, ich wäre so gerne auf die Vogeltour gegangen, Gunter wollte aber weiter. Ach, wie schade! Diesesmal konnte mich mit Annbjørg Andreassen sprechen, sie ist die Gründerin der Waltouren in Stø, so bekam ich mehr Informationen. Jetzt hätte ich gerne noch lieber diese Vogelinseltour gemacht, man käme sehr nah an die Insel und die Vögel heran, das Boot läge sehr gut im Wasser, seekrank würde man da eher nicht, es sei auch gut für kleinere Kinder geeignet. Nun, ich bin mir sehr sicher, daß wir wiederkommen, und dann machen wir diese Tour, dann ist Amy auch nochmal älter und hat vielleicht mehr davon. Beim Buchen der Waltour hatte ich Ketten mit einem Adlerkopf aus Walzahn gesehen, die mich sehr gereitzt hatten, Leider waren sie sehr teuer. Ich kaufte also damals keine, jedoch dachte ich nun schon mehr als eine Woche daran. Die Anhänger aus Walknochen waren in NZ unbezahlbar, und da hatte ich sie schon gerne betrachtet und befingert:-) Da ich sehr wenig Schmuck besitze (ich liebe meinen Anhänger aus Paua Schnecken Perlmut aus NZ - danke an Monika und Steffen:-)), kaufte ich einen und bekam, nach der netten Unterhaltung einen Preisnachlass - Herzlichen Dank an Annbjørg. Ich hoffe, daß ich mich bald dafür revanchieren und ein wenig Werbung für diese genialen Waltouren machen kann. Nun ist dieser Anhänger jedenfalls etwas ganz Besonderes für mich! (ich trug ihn heute und wurde gleich zweimal drauf angesprochen!)
Die Fahrt von Stø nach Klo (echt!) ist ganz besonders schön, wir machten Photos - und diesmal sogar einen Angelstopp. Esra war begeistert, Noah versuchte es auch, aber wir nahmen Reißaus vor der wilden Angel mit dem zackigen Haken. Mit dem Gips geht das nicht so einfach. Wir fingen keinen! Die Fische merken wohl, daß mir das nicht geheuer ist. Esra spricht immer noch ganz begeistert von Jochen - das hat ihm sehr viel Spaß gemacht und er fand die beiden genauso sympathisch wie wir! Hoffentlich treffen wir sie nochmal zum gemeinsamen Angeltreffen:-) Wir haben noch viel zu lernen, sind aber auch schon schlauer als zuvor!

Esra, der dynamische Angelauswerfer:-)

Womo mit Aussicht

ein Haus in der einsamen Ferne
Am Parkplatz zum Angelstopp trafen wir wieder das deutsche Ehepaar von gestern und unterhielten uns eine Weile. Das Wohnmobil der beiden war schon in die Jahre gekommen und kündige dies lautstark schon von der Ferne mit Geklapper an. Ich weis nicht, ob ich den Mut hätte so weit zu fahren, mit einem altersschwachen Mobil. Wir beschlossen nach Nykvåk zu fahren, denn dort soll es Vogelfelsen im Dorf geben, die von Adlern als Supermarkt benutzt werden - d.h. die Adler kommen von den hohen Felsen und holen sich unten die Küken, die in großer Anzahl auf dem Servierteller liegen. Wir fuhren die malerische Strecke und genossen die Aussicht und die Musik unterwegs. An einem Fjord (davon gibt es hier bekanntlich genügend) hielten wir, um uns zu stärken, Esra, Noah und ich versuchten das Abendessen zu fangen, jedoch packten wir es nur, einen Blinker zu verlieren. Gäbe es für uns keine Supermärkte, müßten wir verhungern. Aber, allein das Auswerfen der Angel macht den Jungs schon Spaß und Noah packte es jetzt auch - also haben wir schon drei Angelauswerfer in der Familie. Gunter machte es keinen Spaß und bei Amy weis ich nicht, ob wir sie probieren lassen sollen, sie darf schon mal einrollen, nur, wenn dann einer anbeist ist Amy samt Angel im Fjord! Wir erreichten schließlich unser Ziel, sahen jedoch nur wenige der Dreizehenmöwen. So fuhren wir erst mal nach Hovden, was am Ende der Straße liegt. Und da fahren wir bekanntlich sehr gerne hin - warum nur? In Hovden sahen wir zwei Wohnmobile auf einer Wiese stehen, und da wollten wir auch hin. Jedoch war die Wiese eher schräg als gerade, der Weg ebenso und zusätzlich sandig. Uff, diese Schräglage des Mobils war mir gar nicht geheuer. Und dann, standen wir da und konnten nicht wenden. Ich fuhr rückwärts - und da ich Gunter falsch verstanden hatte, anstatt den schrägen Weg entlang mit einer Seite die noch schrägere Wiese hoch, huch!! ! Ich bekam eine sehr schräge Schräglage und wünschte mir auf der Stelle ein geländegängiges Wohnmobil, was jedoch, da ich kein Sams habe, nicht funktionierte. (Für alle Nichteltern: ein Sams ist ein Wesen, welches seltsam aussieht aber den großen Vorteil hat und einem Wünsche erfüllt). Wir schauten uns den Strand an, die Kinder waren begeistert, denn es war warm, man konnte ins Wasser und Steine und Muscheln werfen. Wir photographierten die Stockfischtrockengestelle und Stockfisch. Wenn ich Geruch ins Netz stellen könnte, würdet Ihr Euch nun die Nase zuhalten:-) Hier sah man den Stockfisch unter den Gestellen noch liegen, vor allem die Köpfe der Fische und in einer kleinen Hütte lagen große Berge der getrockneten Dorsche (Torfisk).

Die Kinder am Strand - ich bin mit Noah etwas nervös, denn würde er fallen, müßten wir ins Krankenhaus, den Gips wechseln lassen - nur, wo ist das nächste Krankenhaus und kämen wir da auch dran? Die Drei hatten jedenfalls sehr viel Spaß, die Sonne tat gut - sehr warm ist es trotzallem nicht, man kann gut einen Pullover vertragen.

Vogelspuren im Sand

getrockneter Fischkopf

die typischen Gestelle, zum Größenvergleich unser Wohnmobil auf der rechten Seite, daneben ein Haus!

Stockfisch in großen Mengen in einer alten Scheune
Ach, wißt ihr was, es ist schon 2:15 Uhr, die Sonne geht gleich wieder auf, ich tauch jetzt ab und schreibe morgen weiter!
So, hier bin ich wieder und wieder viel zu spät mit ständig plappernder Amy, das macht die Sache nicht einfacher. Das Licht ist abends einfach viel zu gut, als daß wir diese schönen Photostunden nicht nützen wollten. 5 Wochen sind eh zu kurz:-) OK, ich berichte nun, was gestern noch alles war, sonst packe ich es wieder nicht.
Danach fuhren wir wieder nach Nykvåk, denn die Möwen wollten wir schon sehen, vielleicht würde sich ja doch ein Adler sehen lassen. Auf einem der wenige Parkmöglichkeiten rangierten wir um das Wohnmobil wieder in abfahrbereit stehen zu haben (damals in San Diego war es mir eine Lehre, ich parkte seither immer so, daß ich wieder rauskann, auch wenn andere Autos dazukommen) Wir standen diesmal hinter einem deutschen Wohnwagen mit Fahrzeug. Mit dem dazugehörendem Ehepaar kamen wir dann auch ins Gespräch, zuerst gingen wir jedoch die Möwen anschauen. Es war kühl geworden, Amy, noch leicht bekleidet, fror, so ging Gunter vor, UND mal wieder flogen die Adler über ihn hinweg, ich war mit dem Tele bei den Möwen in der "Ecke"! Schade! Zu gerne hätte ich ein gutes Adlerbild. Drei Frauen liefen schließlich, während wir uns unterhielten an uns vorbei, und sie fragten nach den Vögeln. Genaues wußten wir auch nicht, aber, das, was wir herausgefunden hatten gaben wir gerne weiter. Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns dann lange über Wale und Delfine. Die jüngste der Drei war "Walverrückt", wie ich auch (nun, ist vielleicht etwas übertrieben, aber sie interessieren mich sehr!) und so gab ich weiter, was ich herausgefunden hatte. Vielleicht können die Drei den Jann, der Orca Touren im Vestfjord macht, ja ausfindig machen und eine Tour erleben? Ich würde mich freuen. Wir beschlossen nicht stehen zu bleiben, vor allem auch, weil überall Verbotsschilder standen. Privat! Ich ärgere mich immer sehr, wenn der Zugang zum Strand und Meer versperrt wird und das war in Nykvåk leider der Fall:

Dieses Schild stand an mehr als einer Ecke! Kann's auch verstehen, wenn sehr viele Touristen im Sommer kommen, aber vielleicht könnte man einen Kompromiss finden und wenigstens eine Pfad zum Strand freigeben?


ich habe nicht verstanden, ob was es bei dem laut kreischenden Gehabe der Möwen ging, es war ein Spektakel welches immer wieder schön anzusehen ist.

ein minimalistisches Bootspanorama
Es war schon recht spät, wir aßen belegte Brote, dann fuhren wir los, legten aber Photostopps ein. Bei einem dieser Unterbrechungen sahen wir wieder Delfine oder Schweinswale. Wunderschön in dieser wunderschönen Langschaft. Meine "drei Freundinnen" kamen gerade mit dem Auto vorbei, so schauten wir noch eine Weile gemeinsam dem besonderen Schauspiel zu.
ein Photo zur Dokumentation:-) insgesamt sahen wir etwa 4 Delfine

abendliche Landschaft
Wir hatten noch keinen Stellplatz, und da Gunter nun doch zusehen möchte, daß wir vorran kommen, fuhren wir und fuhren, bis wir alle sehr müde waren. Die beiden "Kleinen" waren schon eingeschlafen als wir nach 23:00 Uhr in Lødingen auf dem Stellplatz auf dem wir bereits am 29. Juli gewesen waren, ankamen. Gunter hätte gerne die 75 Kronen gespart und eine freien Platz gesucht, wir fanden jedoch am Ende der Straße nach einem sehr heftigen, schrankrüttelndem Schlagloch, nur ein abgesperrtes, streng gesichertes Militärgebiet. Die letzten 15 Minuten Fahrt hätten wir uns also sparen können. Schließlich standen wir wieder auf dem schönen Stellplatz, und ich ging mit Esra noch Angeln - doch, wirklich, denn es war Flut und die wollten wir nutzen. Wir führten ein intensivers Gespräch, welches wahrscheinlich zu meinem Glück die Fische verjagt hatte und gingen nach etwa 30 Minuten zu Gunter und den anderen zurück. Gunter war sauer, denn die Jungs hatten Amy während der Fahrt Schokolade gegeben, da sie jedoch zu diesem Zeitpunkt schon geschlafen hatte, war alles verschmiert - Amy, Hose, Kindersitz, Polster .... Ich schrieb noch eine Weile, als alle anderen schon schnarchten, packte aus verständlichen Gründen den Bericht nicht mehr. Aber jetzt ist er soweit fertig:-)