10.8. strahlender Sonnenschein auf Vestvagoya

Leider hatte ich schlecht geschlafen, denn soviel Fels über unseren Köpfen machte mich nervös. Zudem standen wir nur Zentimeter an einer Kante und nach vorne ging es auch steil runter. Ich hatte nachts noch bis 2:00 Uhr geschrieben, schlief dann nicht ein und war schon um 4:00 wieder wach. Der Wecker klingelte, ich stand auf und sah, daß der Strand noch ganz im Schatten lag. So schlief ich noch ein wenig, aber um kurz nach 7:00 Uhr stand ich noch ungewaschen mit allem Fotogepäck am genialen Strand im besten Morgenlicht! Ah, meine morgendliche Meditation:-) Die Wellen knallen, die Luft riecht nach Meer, der Sand ist weich und es gibt schöne Felsen, meine Filter werden geschraubt, das Stativ in den Sand gepresst. Für mich ist das das Größte! Nach etwa einer Stunde machte ich mich wieder nach oben zum Mobil, die anderen waren nun alle wach aber noch nicht angezogen. Wir frühstückten, ich war schon wieder nervös, könnten wir nicht bald runter in den Sand, ans Wasser? Es ist so schön! So ging es nach kurzer Zeit mit allen los. Die Kinder waren in Windeseile alle naß, wir hätten die Schuhe gleich oben lassen können. Jedenfalls spielten sie ausgiebig, auch der Junge von gestern kam mit seinem Vater. Wir konnten richtig lang in aller Ruhe fotografieren.

Strand

morgens um 7:00 Uhr

Nebel

Felsen, Berge, Wasser und Nebel oder vielleicht Gischt?

Amy und Noah

Amy und Noah im Wasser, die Wellen knallten richtig an den Strand, ich höre das sehr gern

Erst gegen 11:00 Uhr machten wir uns auf den Weg, denn ich hatte mit dem Arzt gesprochen, der mich operiert hatte im letzten Jahr. Ich wollte gerne nach der Schraube fragen, ob es wirklich so eine gute Idee ist, wenn die drinnen bleibt. Denn sie macht mir Schmerzen und ich kann nicht dauernd Schmerzmittel nehmen. Um 12:00 Uhr sollte ich in der Poliklinik sein. Ich konnte meine Fragen alsbald loswerden, das ist doch eine andere Gesprächsbasis als daheim:-) Ich könnte die Schraube am Freitag hier entfernen lassen! Hmm! Ich habe ein wenig Angst, denn es ist so wunderbar hier. Das Licht, die Berge und das Meer. Wenn mir dann das Gelenk noch mehr weh tut als jetzt? Da wir es auch mit der Versicherung nicht klären konnten, beschlossen wir, die Schraube intern wieder mit nach Deutschland zu nehmen und dort eine Klinik mit Röntgengerät im OP aufzusuchen. Die Zeit hier und jetzt ist mir zu wichtig! Ich fühle mich aber besser, denn jetzt weis ich, daß das Ding raus muß!

Die Sonne schien weiterhin aus Leibeskräften. Diese Farben! Wir fuhren an die Ostküste der Lofoten über einen Berg hinüber und genossen die Aussicht. Ein paar Aufnahmen machten wir, aber die Stimmung kommt nicht an! Dann wollten wir die Sonne doch an einem der schönen Strände bei Uttakleiv nutzten (Haukland). Die Kinder würden gerne schwimmen, wir wissen ja nun, daß sie abgehärtet sind. Es gab zwei Stände, einer war voll (was sehr relativ ist, denn es war noch sehr viel Platz), der andere war fast ganz leer und da gingen wir hin. Wir trafen ein junges Paar mit Kleinkind, unterhielten uns ein wenig, während die Kinder schwammen, ja, wieder gingen sie ganz rein. Esra schwamm auch recht weit raus, er war sicher eine ganze Stunde im eiskalten Wasser.

Kids

Wieder trafen wir nette Leute, wir unterhielten uns, während die Kinder tobten und machten uns wieder reisefertig, denn Anne Marie und Marten hatten uns zum Essen eingeladen. Das Saubermachen dauerte lange, denn der Sand klebt so fest. Pünktlich waren wir bei unseren Freunden, obwohl wir uns einmal verfahren hatten und so zweimal den Tunnel unter dem Meer fahren mußten. Wir sind so nah an Myrland und haben unseren Lieblingsstand noch nicht gesehen!

Anne Marie und Marten hatten das Essen schon fast fertig als wir kamen. Lecker! Wir konnten Rentier versuchen. Ich freute mich vor allem über das Gemüse, Noah mochte besonders den Salat. Amy mochte kein Rentier essen als angehende Tierforscherin. Es schmeckte uns sehr! Tusen Takk Anne Marie und Marten! Wir redeten viel, hatten viel Spaß und lachten sehr! Welch eine Freude! Es ist so schön hier! Nicht nur die Landschaft. Das Leben, die Menschen. Ach, was geht es uns gut. Die Kinder hatten wieder angefangen Krabben zu fangen, auch Fische wurden diesmal mit dem Kecher gefangen:-)

Unsere Freunde wollten uns mit dem Boot rausbringen zum Fischen. Aber der Nachbar konnte nicht rausfahren, weil ein starker Wind angekündigt war. So entschieden die Beiden, mit dem Nordlandboot, einem Wikingerboot, hinauszurudern! Was für ein Spaß:-) Es ist gar nicht einfach, im Einklang zu rudern. Wir kamen kaum von der Stelle, vor allem, was Anne Marie und ich das Ruder übernahmen. Da giggelten wir nur noch. Die Kinder hätten zwar gerne geangelt, aber die Fische hatten an diesem Abend was anderes vor. Wahrscheinlich hatten sie sich über unsere Ruderkünste totgelacht:-) Gunter meinte es sähe wahrscheinlich aus, wie eine betrunkene Ameise. Eine giggelnde, betrunkene Ameise:-) Nach dem anstrengenden Rudern gab es noch schwedisches Bier. Gunter wurde müde:-) Ich hatte keins getrunken, weil wir ja noch fahren wollten. Gegen 9:30 Uhr machten wir uns auf den Weg. Den Strand von Unstad kannten wir noch nicht, so fuhren wir da hin und bewunderten unterwegs den sehr interessanten Nebel. Die Sonne färbte ihn oben rosa, es sah fantastisch aus:-) Aufnehmen konnten wir ihn nicht. Ich kann sowas mittlerweile auch ohne Photoapparat genießen. Der Strand in Unstad gefiel uns nicht. Keine Photomöglichkeiten für den Morgen! An diesem Abend war es sowieso zu spät, das Licht war weg. So machten wir uns spät auf den Weg nach Eggum (mein Beinbrechstrand) Dort war das Licht sehr schön. Es lag ein schöner rosa Nebelstreifen über dem Meer, der auch stundenlang blieb! Sehr interessant. Der Wind war sehr kalt, ich fror und schrieb daher kaum. Gunter mußte nachts irgendwann pinkeln, da war ich leider wach. Ich müßte mal wenigstens 6 Stunden schlafen!

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