21.8. lange Zodiactour mit Raymond
Das Wetter war nicht gut genug für eine Waltour. Wir wollten eine längere Zodiac Tour mit Raymond unternehmen. Wir trafen ihn im Büro und verabredeten uns für 2:00 Uhr. Moni und ich waren im Sonnenschein noch länger am Kai geblieben, doch Gunter winkte uns zurück. Die Zeit hatte sich geändert, wir würden bereits um 1:00 Uhr fahren. Jetzt wurde es hektisch, denn die Kids waren noch nicht angezogen, ich hatte die Kamera noch nicht fertig gepackt und wir hatten alle noch nichts gegessen. Trotzdem waren wir schließlich pünktlich bereit. Die warmen Anzüge sind optimal, Handschuhe und Mützen hatten wir eingepackt. Zuerst fuhren wir zur Insel Anda Fyr, die normalerweise nur so von Papageitauchern wimmelt. Jetzt Ende August sind sie wieder auf dem Meer. Das Wetter war nicht mehr so gut, wie kurz zuvor, denn eine leichte Bewölkung trübte den Sonnenschein, das weiche Licht war aber sehr angenehm. Direkt am Beginn der Insel trafen wir auf einen Adler, der uns sehr nah heranfahren lies. Raymond ist sehr einfühlsam mit dem Boot, ein wahrer Künstler. Es schaukelte zwar sehr, aber ich konnte mit dem 100-400mm gut fokusieren. So gelangen mir meine bisher besten Adlerbilder. Ich bin mächtig stolz!

mein bester Adler bisher!

Krähenschaben auf dem Felsen vor Anda Fyr

Robbenportrait
Die Robben waren faul an diesem Tag, sie blieben auf den Felsen liegen und wir konnten sie sehr gut beobachten. Die Kinder mögen das immer sehr, denn die großen Augen der Tiere sind sehr "drollig". Jetzt ging es weiter Richtung Nyksund, die Wellen waren genial, wir lieben es, so über das Meer zu reiten. Wir kamen uns vor wie Cowboys auf ungestümen Pferden. Esra saß mit mir vorne und er lachte vor Freude. Das Wetter wurde leider schlechter, zwischendrin hatten wir Nieselregen, aber die Anzüge hielten uns sehr warm. Nur die Augen kann man dann da vorne nicht gut aufhalten. Gunter fand es hinten nicht so gut, ihm wurde als einzigem etwas schlecht, was auf einem Zodiac eigentlich nicht vorkommen dürfte?! Wir fuhren weiter und sahen die Welt, ja, Norwegen, von einer ganz anderen Seite. Diese Perspektive kennen wir noch gar nicht. Es ist erstaunlich, welche Welt sich da verbirgt, es gibt so viele Fjorde und Berge, die man ohne Boot nie sehen kann, es gibt sehr viele Häuser, die in völliger Abgeschiedenheit liegen. So besuchten wir die Siedlung Tinden, die nun leider verlassen ist, weil der letzte Bewohner im hohen Alter gestorben ist. Das Anwesen war wunderschön gelegen, die Häuser noch recht gut erhalten die Zimmer sogar noch eingerichtet. Der ältere Herr hätte alle Besucher immer freudig willkommen, nun ist alles verlassen. Wir schauten uns die Siedlung an, sahen Walknochen und interessante Sachen. Schließlich fuhren wir nach Skipnes um etwas zu trinken, auch dieses Dorf ist nur per Boot erreichbar. Wir tranken also alle was, kauften ein paar Bounties zur Stärkung und ich redete mit einem sehr netten Spanier, der einen toten Pottwal entdeckt hatte. So etwas würde mich auch sehr interessieren. Raymond wollte uns einen Pilotwal zeigen, der schon seit einigen Wochen in der Bucht ist. Auf dem Weg dahin sahen wir ein Fischerboot, und einen Adler, der die Reste aufsammelte. So nah kommen also die Adler machmal ans Boot?! Wir fanden den Wal nicht, die Fahrt in den ruhigeren Fjorden war ganz anders als auf dem offenen Meer, viel schneller und glatter. Jetzt waren wir schon eine ganze Weile unterwegs. Einige Stunden waren vergangen. In Nyksund machten wir noch einen kurzen Halt und ich kletterte auf ein Boot, um Bilder vom Zodiac zu machen. In Nyksund kann man nicht so schnell beschleunigen, denn die Häuser stehen nicht mehr ganz so sicher auf den Stelzen. In Skipnes hatte ich Bilder vom Zodiac bei voller Fahrt gemacht, die Kinder fanden das ganz große Klasse:-) Gunter mußte nun dringend mal Pinkeln, was unterwegs nicht gut geht. So war der Wellenritt, den wir wieder sehr genossen für ihn nicht ganz so angenehm. Wir schauten uns schließlich noch Schipsanden an. Das ist der Strand zwischen Sto und Nyksund, der früher als Bootsstrand diente, daher der Name. Schon vor 6000 Jahren gab es hier eine Siedlung, es gibt noch Hinweise darauf. Wenn man z.B. im Sand buddelt, kann man Steine finden. auch der ehemalige Müllplatz sorgt noch für grüneres Gras. Nach 20:00 Uhr waren wir wieder in Sto. Uff, was für eine geniale Tour! Einfach Klasse. Wir tranken einen Kaffee, bzw eine heiße Schokolade zusammen und ich lud die Bilder runter. Per Ole war auch gekommen. Ziemlich müde krochen wir ins Mobil. Sahen dann aber noch einen schönen Mond, der abgelichtet werden wollte. Ich schrieb wieder nichts, war viel zu fertig. Die Kinder, die eigentlich müde sein müßten waren bis 24:00 Uhr munter!!
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