28.7. über die Hardangervidda und den Eidfjord nach Tvindevossen

Ich hatte den Wecker auf 6:00 Uhr gestellt, was ich etwas bedenklich finde, denn ich war erst um 0:30 Uhr im Bett und wenigstens im Urlaub sollte man sich ausruhen. Ich weis, warum ich eigentlich nie Urlaub dazu sage, wenn wir wegfahren. Ich nenne es Reise! Der Wecker weckte mich zwar, aber aufstehen tat ich nicht. Erstens war es völlig grau in grau draußen. Es nieselte, und nicht mal ein Elch stand vor der Tür. Und zweitens war es richtig kalt im Mobil. So klickte ich die Heizung an und legte mich wieder hin. 8:00 Uhr reicht dann auch:-) Wir waren also wieder recht früh unterwegs. In Geilo tankten wir - mir gefällt der Skifahrerort immer noch nicht (vor drei Jahren fühlte ich mich schon nicht wohl an dieser Stelle). Dann mußten wir entscheiden, ob wir zum Aurlandsfjord fahren würden oder zum Eidfjord. Da der Weg nach Eidfjord über die Hardangervidda führt und ich die Strecke zum Aurlandsfjord als sehr anstrengend in Erinnerung hatte, entschieden wir uns für die Hardangervidda, die uns damals so sehr beeindruckte. Nun, damals hatten wir DEN Jahrundertsommer. 4 Wochen Sonnenschein am Stück, was bedeutet, wir wurden mit den allerschönsten und kräftigsten Farben verwöhnt. Nun lag alles unter Wolken. Dauernd regnet es, dann scheint die Sonne. Ständig setze ich die Sonnenbrille auf und ab. Ständig ziehe ich die Jacke an und aus. Wie mans macht ist's falsch. Die Wolken können auch gut sein für die Photographie, aber wenn die Sonne ganz fehlt, dann fehlen auch die Farben. Die Hardangervidda war jedenfalls wieder schön, natürlich nicht mehr so beeindruckend wie zum allerersten Mal im strahlenden Sonnenschein. Wir fanden diesmal, im kühleren Sommer dafür mehr und größere Schneefelder. Die Kinder fanden das super. Im Sommer im Schnee rumlaufen. Gunter ermutigte die Drei, die Schuhe doch auszuziehen. Sie versuchten es, waren aber schnell wieder unten. Mir gelang es geradeso, ein Beweisefoto zu machen:-)

Fjell

Schnee

barfuß im Schnee

stolz

"jetzt haben wir warme Füße"

Fjell

Gletscherblick

Staudamm

hoch oben auf dem Staudamm

Der Staudamm

Der Weg auf dem Staudamm

Häuser

Dann kamen wir zu einem Staudamm, der "nur" aufgeschüttet war! uff! Was für eine Leistung. Die Wolken hingen in den Bergen, die Regentropfen auch, und die fielen zeitweise runter. Aber wir machten uns auf den Weg, den Staudamm zu erforschen. Man kann oben drauf laufen, das ist für mein Bein gut, denn der Weg ist völlig eben, also kein Stress. Die Aussicht ist grandios. Nach einer Weile wollte Esra Steine werfen, was ich oben auf einem Staudamm gar nicht gut fand, auch, wenn keiner unten läuft. Das führte zu einer längeren Diskussion, weil Gunter plötzlich auch anfing, Steine ins Wasser zu werfen, nun, das war wenigstens eine bessere Richtung. Trotzdem fand ich es ohne Steine viel besser. Da motzen die Kids. Ich hatte ihnen leider auch verboten mehrere hunter Meter über dem Tal auf den Steinen zu balancieren. Ach, was bin ich für eine schlimme Mutter! Kurz zuvor hatten wir gerade Otto gehört: "Eltern sind Schweine". Manchmal muß man eben Schwein sein:-)

Vöringsfossen!!!

Voringsfossen

hoch

bombastisch aber schlecht zu fotografieren:-) Das Wetter war auch eher schlecht. Obwohl es bei Sonnenschein sicher schwer gewesen wäre, die Kontraste zu handhaben.

Im Eidfjord war wohl gerade ein Keuzfahrtschiff eingelaufen, dazu gab es noch ein Motorrad Treffen und ein Treffen von Jaguar Fahrern. Überall Menschen! Wir hatten das nette Dörfchen so ruhig in Erinnerung! Da fuhren wir dann einfach durch, eine Straße Richtung Kraftwerk folgend. Da fanden wir ein nettes Plätzchen mit Strand. Und waren ganz allein. Nach wenigen Minuten hielt ein Auto hinter uns. Eine einzelne Frau stieg aus. Komisch. Sie schleppte mehrere Taschen zum Strand. Dann kam sie zurück und holte ein Baby aus dem Auto. Kurz darauf fuhr ein kleines Motorboot auf uns zu. Die Kinder wafen schon fleißig Steine und Holz ins Wasser. Aus dem Boot stiegen dann zwei Herren und ein Junge. Ich saß kurz im Wohnmobil und lud die Bilder runter, da wurden wir eingebaut von einem Auto mit Anhänger. Die Frau gehörte zu den anderen. Schubbs da war der Strand schon fast voll! Schließlich noch zwei Autos, ein Wegkommen wäre für uns unmöglich geworden. Wir hatten anscheinend einen Treffpunkt von Ortsansässigen gefunden. Wir kochten Chilly mit Reis, die Kinder wollten unbedingt schwimmen. Wir gesellten uns schließlich zu den Norwegern und den norwegischen Kindern und unsere drei Gauner schwammen eine Runde. Mir war das Wasser entschieden zu kalt. Esra schwamm sogar raus und hatten viel Spaß, Noah fand es sehr schnell auch viel zu kalt:-) Der etwa 4 jährige norwegische Junge war mit der Luftmatraze abgetrieben. Wir baten Esra, ihm zu helfen und wieder an Land zu schieben. Der Junge konnte aber mit Esra anscheinden nicht viel anfangen und so kippte er von der Luftmatraze, er hatte glücklicherweise eine Schwimmweste an. Es stellte sich heraus, daß er gar nicht gerettet werden wollte. Die Eltern des Jungen waren trotzdem froh, daß Junge und Luftmatraze wieder da waren, einer von ihnen hätte ins Wasser gemußt.Jedenfalls waren sie nach einer halben Stunde alle sehr kalt. Esra zitterte so sehr, er war nicht mehr in der Lage sich abzutrocknen.

Baden

Noah beim Baden im Eidfjord

In Kvinndal stand ein Wasserfall in der Karte von dem in keinem Reiseführer etwas stand. So was mögen wir. Die Strecke dahin, es waren etwa 30 km, wovon die letzten 20 am Schlimmsten waren, denn die Straße war nicht nur kurvig sondern auch sehr eng. Oft mußte ich millimetergenau rangieren. Im Ort war der Wasserfall nicht ausgeschildert, wir fuhren nach Gefühl und schließlich stand am Ende einer weiteren, sehr engen Straße, daß es nun noch enger werden würde! Weiterfahren auf eigene Gefahr! Und: der Wasserfall stand an! Ich fragte die Leute, die gerade zum Auto zurückkamen, wie weit es wohl sei? So etwa 1,5 Stunden schneller Marsch ohne Pausen! Hmm, es war schon 18:15 Uhr! Wir liefen los, denn der Weg war wieder sehr eben, was optimal ist für mich zur Zeit. Die Wanderung war auch sehr schön, Noah hatte keine Lust so weit zu gehen, aber wir packten es ihn zu motivieren. Das Wasser rauschte gewaltig, der Weg war wirklich sehr eng. Wenn das Wasser mal nicht rauschte, war es wunderbar grün. Dazu die sehr hohen Felswände, die Bäume, die so grün sind und so lebendig durch die viele Feuchtigkeit, die ständig von oben herabfällt.... Nach ca. 35 Minuten waren wir am Kraftwerk und am ersten Wasserfall. Ich war klatschnaß geschwitzt, meine Kondition ist nicht existent:-( Das Wasser rauschte nun noch mehr, in vielen Trassen stürzte es sich von oben herab. Ein perfektes Motiv, um sich stundenlang zu beschäftigen, photographisch. Ich machte meinen schweren Rucksack auf und.....

die Kamera war nicht drin:-( Sowas ist mir noch nie passiert! Oh, ich ärgerte mich! Da stand ich dann und konnte so gar nichts anfangen mit den Speicherkarten, Filtern, Objektiven und dem Stativ! Gunter machte ein paar Aufnahmen, die Kinder waren von der sehr starken Strömung fasziniert und testen sie mit Steinen und Stöcken aus. So liefen wir wieder zurück, ich immer noch knatschig mit mir selbst.

Wir wären alle gern an diesem Fjord geblieben, hätten am nächsten Tag die Wanderung gerne nochmal gemacht und wären dann gerne weiter gelaufen. Gunter möchte nicht auf Campingplätze, was ich verstehe, aber nicht so extrem durchziehen würde, denn es macht uns auch Stress, abends immer so lange nach geeigneten Plätzen zu suchen. Mir war 19:30 Uhr definitiv spät genug. Nun so fuhren wir also den engen, anstrengenden Weg wieder zurück, um die Fähre nach Buavag zu nehmen. Wir hatten wieder Glück und konnten sogleich drauffahren außerdem wurden wir als 6m eingestuft, was Geld spart. Gunter meinte, wir sollten nicht den Tunnel nehmen sondern einen Stellplatz auf einer ca. 30km langen abegelegenen "Schleife" suchen. Auch diese Straße war sehr anstrengend, sehr eng, gewunden und steil. Unterwegs rief ich noch bei meinem Brunder Andi an, der sich um unseren Beagle kümmert. Leider läuft das nicht so gut, denn der wilde Kerl ist zu lebhaft für's Büro! Er hat meinem Bruder mitten in einer wichtigen Arbeit ein Kabel am Computer abgebissen und ist schon zweimal weggelaufen. Außerdem hat Andi eine Allergie und ich denke nicht, daß es sinnvoll ist, wenn er gesundheitlich leidet. Lucky kann auch mit unserem älteren Hund bei der Schwiegermutter bleiben, ich hoffe, sie ist nun so ruhig, daß die Oma mit ihr klar kommt! Schade, daß wir unseren Hund nicht mitnehmen konnten:-( Jedenfalls fuhren wir und fuhren und wir fanden keinen guten Platz. Erst sehr spät hielten wir am Tvindefossen, den wir vor Jahren nicht gut aufnehmen konnten, weil es so stark geregnet hatte. Heute stehen wir mit dem Mobil ganz nah dran, zahlen konnten wir den Platz nicht mehr, weil niemand mehr im Büro saß. Ich lief mit Amy und Esra nochmal zum rauschenden Wasserfall, Noah war zu müde. Die Aufnahmen wurden teilweise sehr gut, aber mir war es einfach viel zu spät. Morgen machen wir viel früher Halt!

Esra

Esra im Tvindefossen

Jetzt ist es 1:30 Uhr, ich will noch alles wegpacken. Gunter schnarcht sehr laut, was mich ärgert, denn er treibt mich gegen Abend immer weiter und dabei brauch auch ich mal etwas Ruhe! Ich hatte es mir für diese Reise vorgenommen.

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