29.7. Tvindevossen, längster Autotunnel der Welt, Aurlandsveien

Ah, der morgen war schön! Ich hatte wieder den Wecker früh gestellt, aber die Sonne lag lange hinter den hohen Bergen. Es war schon gegen 4 Uhr hell, aber die Sonne fing erst um 7:00 Uhr an über den Gipfel zu lugen. Dann wanderten die Sonnenstrahlen langsam den Wasserfall runter. Wir beobachteten das beim Frühstück, hatten schon unsere erholsame Dusche für je 10 Kronen hinter uns. Dann machten wir uns mit Stativen und Photorücksäcken bepackt auf den kurzen Weg über den Campingplatz zum Wasserfall. Die meisten anderen Camper schliefen noch, die Busladungen mit Italienern waren noch unterwegs, wir hatten himmlische Ruhe! "Hä! Was hast Du gesagt?" Der Wasserfall donnerte, eine Unterhaltung war ohne Geschrei nicht möglich:-) Trotzdem war es photomäßig sehr ruhig für uns. Ach, man könnte sich tagelang hier beschäftigen. Diese ganzen Kaskaden überall. Der Tvindefossen teilt sich unten auf, so hatten die Kinder viele Spielmöglichkeiten und ich schaute weg, damit ich ihnen das Spiel auf den rutschigen Felsen nicht verdarb. Vor allem, weil sie beobachten können, daß viele, noch kleinere Kinder auch klettern dürfen.

Tvindefossen

der Tvindefossen

Detail

ein kleines Detail

noch eins

diese Treppen gefielen mir besonders gut

Gunter hatte den neuen Photorucksack, der eigentlich für mich gedacht war, weil ich meine Ausrüstung nicht in den Kleinen packen kann. Dieser Rucksack ist sehr groß, Gunter hat ihn mit seinem Kram vollgepackt, obwohl er mir versprochen hat, die D 60 samt Makro für mich zu tragen:-( Jedenfalls stand Gunter ein Stück hinter mir, er hatte den Rucksack offen neben sich abgestellt. Ich sah, wie er sich langsam neigte und noch ein wenig. Ich schrie gegen den Lärm des Wasserfalls an. Gunter kapierte es erst, als es plumpste. Und zwar gut einen Meter runter, kopfüber, so, daß alles rausfallen kann, was nicht extra gesichert ist. UND: der Kram landete im Wasser! Zeis ist ja stabil! Wir werden sehe, ob noch alles in ordnung ist. Mir schlug noch eine Viertel Stunde später das Herz bis zum Hals. Nach gut zwei Stunden nahmen die Busladungen Italiener (es kamen wirklich nur Italiener) überhand. Da die Leute immer ganz vorne hinklettern, dann jemandem die Kamera oder das Fotohandy in die Hand drücken und gestikulierend den rechten Zeigefinger zuckend klar machen, was der andere tun soll, war für uns die Ruhe aus. Wir wollten dann sowieso weiterziehen.

Am Ausgang zahlten wir noch, denn wir waren ja viel zu spät gekommen am abend. Es war recht teuer, über 20 Euro. Dafür steht man wirklich schön und kann morgens gleich loslegen.

Wir fuhren nun Richtung Aurland, weil wir den Kindern versprochen hatte, diesmal durch den längsten Autotunnel der Welt zu fahren (24,5 km). Die Tunnels zuvor nervten mich schon. Da waren so 6- 7 km lange, dann aber auch 11 km. Ich mag sie immer noch nicht, die Tunnels. Nun, zuerst durften wir ja auch noch die Berge genießen und die reißenden Bäche, die überall zu sehen sind. Das Gebiet hier ist schon sehr grandios. Ein kurzer Umweg führte uns zur kleinsten Stabkirche in einem sehr kleinen, abgelegenen Dorf. Die Ziegenherden auf dem Weg dahin sorgten für Unterhaltung. Ins Dorf fuhren wir nicht rein, denn es war sehr eng. Ich lief mit Amy zur Kirche, Gunter wartete seine Objektive, damit nicht weiterer Schaden ensteht. Noah fühlte sich nicht so gut, er wollte sich ausruhen. Die kleine Stabkirche war wunderschön, wir waren ganz allein und ich machte auch innen Photos, der Eintritt hatte 30 Kronen gekostet.

Stabkirche

innen

Dann kam schließlich der Tunnel doch schneller als erwartet. Ich wäre gerne nochmal nach Aurland reingefahren aber da waren wir auch schon im Tunnel und dann gibt es kein zurück. 24,5 km sind schon heftig lange für einen Tunnel. Ich hielt mich wacker. Hielt sogar in der zweiten der drei blauen Hallen mal kurz an. In der letzten packte ich ganz flott das Stativ aus und machte ein paar Aufnahmen, wenn wir schon drin sind, dann will ich auch ein paar schöne Bilder.

blauer Saal

sieht toll aus, was?

womo

unser Womo mitten drin

Endlich an der frischen Luft!!! Ich hatte Kopfweh von den Abgasen bekommen. Da fährt man der frischen Luft wegen nach Norwegen und bekommt an einem Tag die Abgase von 4 Wochen London ab! Insgesamt kamen wir an diesem Tag sicher auf 50 km Tunnel Strecke! Eher mehr!

In Laerdal waren wir einkaufen. Ich lud schon mal die Compact Flash Karten runter, damit es abends nicht zu viel werden würde. Ich war neugierig auf die Tunnelbilder:-) Wir aßen Brötchen zu Mittag und fuhren dann zur Stabkirche Bourgund, denn die sieht sehr schön aus und es waren nur etwa 18 km. Dort angekommen, waren wir erst mal vor den Kopf gestoßen, denn bisher hatten alle Kirchen 30 Kronen Eintritt gekostet. Diese kostete 65 Kronen pro Erwachsenem und 45 pro Kind. Kinder waren bisher immer kostenlos gewesen. Außerdem gab es ein Stück weiter, die Straße runter ein Vistor Center und da müßte man die Tickets lösen. Das war mir zu viel! Auf dem Parkplatz, der nicht ausgeschildert war, standen mindestens 3 Busse, da würde man eh keine Ruhe haben in der Kirche! Also machten wir ein paar Photos über die Mauer und fuhren wieder zurück. Nahmen diesmal jedoch die historische Route.

Bourgond

die Stabkirche Borgund

Gunter wollte nochmal den Aurlandsveien fahren, denn damals hatten wir schöne Stromschnellen gefunden und alle Bilder wurden beim Entwickeln ruiniert. Siehe Bericht von 2002! Die Strecke nach oben war sehr eng! Echt. Eigentlich sind die meisten Straßen hier eng, aber bei dieser kamen noch einige enge Kurven hinzu und man konnte nicht sehen, wenn einer entgegen kam. Wir fanden die Stromschnellen und machten Photos wähend die Kinder Stöcke warfen. Esra war etwas übermütig, was an dieser Stelle zu gefährlich war. Ich rief ihn zurück und er war sauer!

Stromschnellen

der untere Teil der Stromschnellen

Stromschnellen

nochmal mit Blick nach oben

Oben auf dem Fjell war es dann wieder atemberaubend. Diese Weite, diese klare Luft, der Schnee und ach, ich weiß auf nicht was?! Dem Wohnmobil gefiel es nicht, es roch schlechtund kam nur schwerlich vorran. Wir machten ein paar Photostopps, die Kinder fanden den Schnee wieder unwiederstehlich, schwupps da hatten sie wieder Schneebälle in den Händen. Steine werfen kann man hier auch. Kühl ist es nach der Sonne unten im Tal. Die Bilder sehen nicht annähernd so gut aus, wie die Realität. Es ist meist so, daß sie mir erst zu Hause gefallen und ich vor Ort sehr unzufrieden bin. Macht ja auch Sinn!

SChnee

dem Himmel so nah

Fels

Diesmal fuhren wir sehr langsam, es gab aber kaum andere Fahrzeuge hier oben. Kurz bevor es wieder abwärts ging (1300m übrigens) standen ein paar Mobile. Wir stellten uns dazu und genossen die Höhensonne! Die Kids waren immer noch so wild auf Schnee so liefen wir ein paar Minuten und schwubs waren sie wieder über ein großes Schneefeld gelaufen. Ich finde das nicht so gut, denn der Schnee ist sehr weich und naß am Ende des Sommers. Man kann einbrechen und in sehr kaltes Wasser fallen. Doch auch diese Erklärung trübte den Genuß nicht. Die Drei rannten weiterhin wie wild. Esra und Noah bekamen schließlich einen Lachanfall und hörten mindestens 2 Stunden nicht auf, was ich dann gar nicht so lustig fand. Amy hatte nämlich Kopfschmerzen bekommen, wir sind heute ja dauernd rauf und runter gefahren. So entfernte ich die Beiden vom Mobil, damit Amy etwas ruhen konnte. Jetzt waren wir schon so früh schon auf dem "Übernachtungsplatz" gewesen und trotzdem kam ich nicht ans Notebook. Überall plabberte was, jeder wollte noch was, Amy war sehr laut nach der Ruhepause. Nun, die Ruhe scheint mir nicht gegönnt!

Esra und Noah

die beiden Jungs im hohen Schnee

Fjell

auf dem Fjell

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