31.7. Auf zur Insel Vågsoy - der Kannenstein
Ich hatte wieder den Wecker gestellt aber da mich das Licht am Morgen nicht anmachte, machte ich ihn aus und verschlief. Nun, nicht so schlimm, denn es war Sonntag. Die Sonne schien! Ach, das Wetter ist genial. Wir schlüpften sogleich wieder in Shorts und T-Shirts:-) Genossen das Frühstück mit Fjordblick und knalligen Farben. Gegen 9:30 Uhr fuhren wir los gen Westen. Ich würde mir zwar den Briksdalsbreen gerne anschauen, aber wir wollten warten, bis Moni bei uns ist und ihn dann zusammen anschauen, wenn vielleicht weniger los ist gegen Ende der Reise.
Ein weniger besuchter Gletscherarm des Jostedalsbreen ist der Kjenndalsbreen bei Loen, denn wollten wir besuchen. Wir fuhren eine ganze Weile entlang einer sehr engen Straße, dann kam am Bootsanleger ein Schild, daß die Straße gesperrt sein. Das Boot war aber auch schon weg. So fuhren wir die enge Straße wieder zurück. An den Tankstellen auf dem Weg schauten wir nach Wasser, denn unser Tank ist leer. Wir fanden aber nichts.
Es waren etwa 100 km bis zur Insel Vågsoy. Wir erreichten sie gegen 14:00 Uhr und aßen zuerst zu Mittag. In Oppedal kann man an einem Strand den berühmten Kannenstein bewundern, genau an diesen Strand fuhren wir. Durch große Felsen und die Macht der Wellen wurde der Fels solange angeschmirgelt, bis nur noch eine Art Pilz stand. Überall gibt es Löcher hier, über die seit langer, langer Zeit Felsen reiben. Der Strand sieht von oben sehr unscheinbar aus. Läuft, oder besser klettert man hinunter erkennt man die ganze Schönheit. Die Felsen sind gemasert, es liegen wunderschöne Steine herum. Es gibt sehr vielfältigen Gezeitentümpelbewuchs und dieser Kannenstein hat einfach was. Wir fühlten uns alle sogleich sehr wohl. Die Kinder rannten über die Felsen, was mir Kopfschmerzen bereitete, denn ein falscher Schritt ... (das hatten wir ja letztes Jahr). Bei mir lief übrigens auch die Angst bei jeder Bewegung mit! Der Strand ähnelt sehr dem auf den Lofoten, wo ich den Unfall im letzten Jahr hatte. Wir hatten etwa 30 Miunten lang Ruhe, leider nutzte ich die zuerst für Makros (obwohl mein Markoobjektiv in der anderen Tasche war). Denn plötzlich war der Strand voller Leute und jeder strömt nur zu diesem einen Felsen, da waren kaum noch Photos möglich. Die Sonne war so hell, daß ich die Bilder auf dem Display nicht beurteilen konnte.

eine Langzeitaufnahme bei Mittagslicht

die Kids am Kannestein (Amy wackelte)

noch eine Langzeitaufnahme mit Berg im Hintergrund
Abends merkte ich, daß um diese Tageszeit nur Langzeitaufnahmen sinnvoll sind, denn alles andere wirkt nur platt. Nach etwa zwei Stunden fuhren wir zum Leuchtturm Kråkenes. Obwohl es eigentlich ganz nahe liegt, nämlich nur hinter dem Berg muß man eine lange Strecke fahren. Diese war einfach wunderbar. Ah, dieser Blick über die hohen Klippen über das offene Meer, dann das gleisende Sonnenlicht. Die Straße schmiegt sich sehr eng und schmal an die Felswand, wir gewinnen an Höhe, der Wind gewinnt an Stärke und wird fast zum Sturm. Es ist so richtig kalt! Aber so genial! Am Leuchtturm ist es sehr einsam, kaum einer schein hierher zu fahren. Warum eigentlich? Wir gönnten uns einen Capuccino mit Sahne obendrauf und einer schönen Aussicht, dann schön gewärmt machten wir uns auf den Weg zum Leuchtturm. Die Strecke war einfach zu laufen, denn auch mit dem Fahrzeug fahrbar. Dort oben war der kalte Sturm richtig heftig. Wir hatten alle noch kurze Hosen an, aber winddichte Jacken, was ein Glück war. Am Leuchtturm war der Sturm am heftigsten. Die Kinder hatten Spaß mit den windgelähten Jacken, die drei legten sich richtig in den Wind. Wir machten Langzeitaufnahmen von den Felsen im Meer, denn endlich gab es auch mal ein paar Wellen.

im Hintergrund das Westkap, diese Aufnahme entstand am Leuchtturm

wilde Wellen und Felsen im Meer
Wir erkletterten noch einige Felsen, ich natürlich immer sehr vorsichtig. Die Kinder meckerten, weil ich sie nicht die richtig hohen Felsen klettern lies. Es ist sehr angenehm hier, ich würde gerne länger bleiben. Der Leuchtturm ist besser morgens aufzunehmen, denn am Abend liegt er voll im Gegenlicht. Unterwegs machten wir noch Aufnahmen von den tollen Aussichten, die man von oben hat, aber die wirken alle so flacht:-( Die Wiklichkeit ist wirklicher! Man kann einfach die Stimmung nicht festhalten!
Wir entschieden uns am Kannenstein zu übernachten, so machten wir uns auf dem Rückweg, fuhren aber am Sandstrand, der weiter nördlich liegt vorbei, der war ganz toll und hatte auch einen Campingplatz dabei aber er bot weniger Photomöglichkeiten. Und der Campingplatz war schon recht voll. Die Fahrt zurück war anstrengend, denn die Straßen sind so eng, daß man bei Gegenverkehr immer eine Haltebucht suchen muß. Das dauert dann. Wir hatten jedoch Glück und das Licht am Strand war noch gut, wir nutzen also das Abendlicht während die Kinder am Strand spielten, für meinen Geschmack zwar etwas zu laut, aber sie hatten Spaß, bis uns das Spiel zu wild wurde und die Mücken uns aufzufressen begannen. Endlich trafen wir auch mal Photographen mit Stativ. Wir tauschten uns aus, was ich sehr nett fand. Der Herr, der recht gut Englisch sprach war von den Langzeitaufnahmen sehr begeistert und er versuchte sich mit einem Filter von mir, daß er vor die Linse hielt. Das Licht war nun sehr gut, nur die Flut war so hoch, daß man sich kaum noch bewegen konnte. Das Klettern trieb mir Schweiss auf die Stirn und Schmerz in das Bein (icht trug erstmals seit einem Jahr Wanderschuhe!). Doch schließlich mußte ich auch in den Kessel klettern, in dem die anderen schon alle gewesen waren, denn von da aus bekam man den Felsen am besten auf die Speicherkarte. Die Mücken waren dermaßen schlimm, daß die Kids darauf bestanden, ins Mobil zu gehen! Ich fand zwar gerade die Besten Motive, hielt es aber auch nicht mehr aus.

der Kannenstein im letzten Sonnenlicht

nach Sonnenuntergang

dieser Felse wir dauernd in den Wellen herumgespült und höhlt so langsam die Felsplatte aus.

So, das war's für heute! Ach, noch eine Sache, die ich erwähnen sollte: Noah hat damit angefangen, auch während der Fahrt zu lesen. Er liest ein Buch nach dem anderen. Erstaunlich! Wir sind genau eine Woche unterwegs und er hat schon 4 Bücher durch. Nein keine dünnen. Schon so 180 Seiten. So wird die Lektüre, die wir mithaben kaum ausreichen! Amy liest übrigens fleißig mit.
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