4.8. immer noch E6, Abstecher zum Svartisen

Um 6:00 Uhr hatte ich den Wecker gestellt aber das war definitiv zu früh, das Licht war wenig interessant, noch hingen Wolken tief. Aber um 7:00 Uhr weckte ich alle. Damit es abends nicht allzu spät wird. Schade, daß das Licht nicht optimal war, denn die Landschaft war grandios. Wir fuhren die 17 südwärts bis zur Fähre und kehrten danach um. Das ermöglichte uns einen ausgiebigen Blick auf die sieben Schwestern, einem Gebirgszug mit 7 Gipfeln, die alle wolkenverhangen waren.

Brücke

die Brücke, die bisher Maut gekostet hatte, ist nun frei

Boot

es sieht aus, als schwimmt das Boot im Himmel, die Fjorde waren so glatt!

sieben Schwestern

ein Teil der sieben Schwestern

Dann waren wir wieder auf der E6 und flossen mit dem Verkehr. In Mo I Rana machten wir einen Abstecher zum Svartisen, zum schwarzen Eis, denn hier soll man recht nah ans Gletschereis herankommen. Leider war das Wetter eher schlecht, zwar noch trocken von oben, die Wolken waren jedoch schon zum Greifen nah.

Das Boot, welches einem über den See fährt war teurer geworden, als es noch im Reiseführer stand. Erwachsene kosteten 90 Kronen, Kinder 40! Da das schon ganz schön viel ist für so eine kurze Fahrt (ca. 20 Minuten) und wir nicht sicher waren, ob ich die Tour auch laufen könnte, fragte ich mich durch. Die Norwegerin im Info Center meinte, der Weg wäre super, in 45 Minuten könne man oben sein. Ein Dänisches Ehepaar meinte, ja der Weg sei felsig, aber man könne in etwa einer Stunde da sein. Eine deutsche Mobilisten meinte der Weg sei sehr einfach, kein Problem, das alles, felsig sei der Weg gar nicht. Man könne die Strecke in 45 Minuten packen.

Wir hatten also gerade noch 5 Minuten dann würde das Boot fahren. Wir zahlten also die 300 Kronen und auf gings. Die Bootsfahrt war extremst laut, die Ohren dröhnten. Was tut man nicht alles, um die norwegische Stille zu genießen? Kaum angekommen erschreckte mich der Wanderweg?! Es ging steil bergauf über Felsen ohne Ende. Klettertour von Beginn an. Mensch! Die letzte Schraube in meinem Knöchel drückte im Wanderschuh, das könnte ja lustig werden. Na, da oben um die Ecke würde es sicher besser werden. Wir brauchten schon 20 Minuten, um dann zu sehen, daß immer noch kein Gletscher in Sicht war. Wir hatten alle den Engabreen auf der anderen Seite des Gletschers von vor 2 Jahren im Hinterkopf, da ging es gemütlich am See entlang, immer mit Blick zum Gletscherarm. Dann fing es an mit roten Fähnchen im Wind. Jetzt ging die Klettertour erst richtig los. Der Blick zum Himmel. Würde es Regen geben, ich käme über diese glatten Felsen, die wir steil hochmußten, nicht mehr runter! Meine Nerven! So gaben wir Gas, damit wir noch einen kurzen Blick auf den Gletscher erhaschen würden. Wir hatten nämlich festgestellt, daß wir entweder das Boot, welche 2 Stunden nach Ankunft fahren würden nehmen müßten oder erst 4 Stunden danach. 4 Stunden waren uns zu lang, denn der Himmel schien ja herunterzufallen. Wir liefen und liefen. Der Zeitdruck nervte, und ich konzentrierte mich weiterhin schön brav auf jeden Schritt. Nur keinen Fehler machen. Amy rannte vorran, wahnsinn, welche Ausdauer sie hat und das bei der Geschwindigkeit. Noah hatte nach einer Weile Schmerzen in den Beinen, ich übrigens auch. Gunter nahm mir irgendwann den Fotorucksack ab, er meinte, das sei sicherer. Nach einer Stunde waren wir dann da. sahen den Gletscher vor uns. Wir machten drei Bilder! Echt! Mehr nicht, denn wir wollten doch das frühe Schiff schnappen, denn es sah immer mehr nach Regen aus und vereinzelte Tropfen fielen schon auf unsere Nasen. Schade, daß das Licht nicht besser war, dann wären wir gerne länger geblieben. Wir liefen auch wirklich nur bis zum Stoppschild, mit einer gewagten Klettertour hätte man das Gletschereis direkt erreichen können, das war uns erstens zu gewagt und zweitens hatten wir schon genug. Also sofort wieder auf den Rückmarsch. Ich hatte das Gefühl wir würden fast rennen (bin jetzt ein Jahr lang geschlichen), aber die anderen Leute überholten uns. War die Wanderung wirklich so easy? Wir sahen zwei schwangere Frauen, eine war ziemlich schwanger mindestens 7-8 Monat! Dann einige ältere Leute! Ich muß meine Angst überwinden. Das packe ich schon noch! Wir packten es rechtzeitig:-) Ich hatte es gepackt! Jetzt traue ich mich auch an andere Touren ran! Wir waren kaum zurück im Mobil da fing es auch schon an zu regnen. Uff! Zum Glück hatten wir uns beeilt. Bilder haben wir leider deshalb nicht. Das Wasser, welches in einer rießigen Steinrutsche über sicher 500 m den Berg hinunterrutscht, wäre sicherlich gerne per Langzeit aufgenommen worden. Da wurde leider nichts draus. Hauptsache wir waren heil wieder im Mobil!

Kids

unser Beweisfoto:-) Mehr gibts nicht!

Da es nun eh regnete fuhren wir weiter und weiter. Es war sehr anstrengend. Wir machtem am Polarzirkel Halt und kochten ein Süppchen. Dann ging es noch eine Stunde weiter über das Fjell und hinunter ins Tal. Hier redeten wir gerade darüber, daß wir gerne auf Campingplätze gingen, wenn sie nicht immer so teuer wären. 200 NOK für eine kurze Nacht ist zu teuer. Wir wünschten uns Stellplätze, so wie in Frankreich und sogleich wurde unser Wusch erfüllt. Da standen einige Wohnmobile schön draußen auf einer Landzunge am Fjord und wir fuhren dazu. Ein Schild des Besitzers teilte uns mit, daß man kostenlos stehen dürfe, man könne aber auch was in den Briefkasten werfen:-) Klar, da haben wir was reingetan und uns gefreut. Esra und Amy rannten noch im Regen, dann schauten sie noch einen Film während ich schrieb (daher kann es teilweise etwas konfus ein).

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