13. August, Fähre von Kristiansand nach Hirtshals

Morgens gingen wir trotz schönen Lichtes nicht mehr zum Leuchtturm, wir wollten nicht nochmal löhnen. Der Souvenir Laden, in dem ich eine große schöne Muschel gesehen hatte, die mich interessierte hatte leider noch nicht geöffnet. Dummerweise fuhren wir erst nochmal weg von der Landzunge, besorgten Brötchen und Milch, um dann nochmal zurück zum kleinen Fischerhafen zu fahren. Lillehavn war sehr klein, eher touristisch. In einer engen Gasse blieben wir fast hängen. Beim Fotografieren bemerkte Gunter, daß ich anstatt eine halbe Bende unterzubelichten 1 ganze Blende einstellte, das ist meiner Meinung nach auf der Kamera sehr mißverständlich angegeben, jedenfalls, wenn man sie in Hektik und völlig ohne Erklärung übernimmt. Ich bin gefrustet, denn ob die Leuchtturm Bilder was geworden sind, ist unsicher, mir liegt aber sehr viel dran. Meine Laune war dann vollends weg, als wir das Wohnmobil von hinten stehen sahen. Es hängt immer weiter nach rechts runter, sogar hinten sieht man es schon. Beim Fahren schlägt es vorn wie hinten anscheinend ungefedert durch. Das Fahren macht keinen Spaß, man muß ständig aufpassen. Viele Straßen haben wir uns deswegen nicht zu Fahren getraut. Ein paar Kilometer weiter bei Reme gab es ausnahmsweise einen langen Sandstrand mit super klarem Wasser. Dort faulenzten wir ein bis 2 Stunden. Die Kinder gruben wieder Tunnels und spielten mit Wasser, nach dem anfänglichen Trubel den sie vor Freude veranstalteten, war es ganz ruhig und sie waren im konzentrierten Spiel. Die Jungs zusammen, Amy allein. Ich lies mir zum ersten Mal auf dieser Reise die Sonne liegend auf den Bach scheinen. Mein Nabel hat schon lange keine Sonne mehr gesehen:-) Später war er leicht rot - Uff, die Sonne ist sehr stark hier. Die Kinder hatten bisher noch keinen Sonnenbrand, sie scheinen die Sonne besser zu vertragen als ich.

Amy

Amy spielt

Jungs

Die Jungs beim Tunnel graben, ein ausgekügeltes System

Gunter wollte nochmal einen Abstecher zum Lyngdals Fjord machen. Wir sollten nun eigentlich wissen, daß man erstens: den Kilometerangaben nicht trauen kann. Es waren nämlich keine 17 km sondern 29 km, und zweitens: daß es länger dauert, als angenommen, weil man auch auf einer Durchgangstrecke streckenweise nur 40 km/h fährt. Ich sah ein Geschäft für Camping- und Gartenbedarf und dachte, die könnten ein Trampolin haben. Hatten sie auch und zwar für 1899 Kronen (ca.270 Euro) für ein knapp 4m Trampolin. Das hätte ich gerne für die Kinder gekauft, Gunter zweifelte aber an der Qualität. Er meinte, die Sache hätte sicher einen Haken. Schade! Ich denke, die Dinger sind OK, in Norwegen stehen sie in jedem dritten Garten. Es schein eine der wenigen Dinge zu sein, die in Norwegen billiger sind.

Wir vertankten unsere letzten Kronen und machten uns auf den Weg zur Fähre. Dort wollten wir dann Mittag/Abendessen bereiten und uns moralisch auf die Fährfahrt vorbereiten. Ich zumindest, denn ich mag das ja wie gesagt nicht, mit den rießigen Schiffen. Hinter und neben uns standen Mobile, denen hier und da was fehlte, oder welche mit Beulen verziert waren. Ja, die Norwegischen Straßen haben es in sich. Auf der Fähre hätte es dann beinahe auch bei uns gekracht, denn der Herr, der einweist winkte ich zuerst vor, dann zurück, und plötzlich wurde er hektisch und stoppte uns abrupt. Wenige Zentimeter hinter uns stand schon unser Hintermann, uff, Glück gehabt. Vor uns stand ein Laster mit lebendigen Aalen, was war das für eine Hektik, bis die Pumpe und alles angeschlossen war. Zudem war es fürchterlich laut, die Kinder hielten sich die Ohren zu. Ich war froh, als wir endlich aus dem Bauch des Schiffes raus waren, aber erstaunt, daß es 9 (!) Stockwerke nach oben ging. Komisch auf einem Wackelnden Hochhaus zu stehen. Der Wind hatte sich etwas gelegt, der Wellengang war gemächlich, ich hatte also umsonst meinen Nachtsschlaf eingebüßt gehabt. Den hätte ich in der folgenden Nacht dringend gebraucht.

Fähre

die 9 stöckige Fähre Christian IV

wilde Amy

eine wilde Amy bei der Abfahrt der Fähre, zum Glück überträgt sich meine Angst nicht auf die Kinder

Amy

nochmal Amy, rotzfrech

Eine ganze Weile blieben wir im Freien, der Strurm war schon wieder heftig, den Kindern wurde es kalt, es könnte allerdings auch sein, daß sie das Spielzimmer beim heraufsteigen gesehen hatten. Sie wollten jedenfalls rein. Wir gingen dann auch ins Kinderzimmer. Dorthin kamen zwei Clowns und führten Zaubertricks vor. Esra war der Älteste, daher wurde er extra drangenommen, d.h. er durfte wie die anderen Kinder auch einen "unsichtbaren" Ball werfen, der warf allerdings den Clown um. Was für ein Spaß. Noah hatte wieder den Morgen im kalten, nassen Wasser verbracht! Ich hatte nicht an ein paar extra Hosen gedacht, auch nicht daran, die Kinder nochmal auf`s klo zu setzen. Und nun, vor lauter Aufregung war es passiert. Wir hatten eine nasser Hose, besser gesagt 3 nasse Hose, denn ich hatte den Kinder einfach eine lange Hose über die kurzen Hosen angezogen. Aber wir hatten NICHTS Trockenes zu Anziehen für ihn, und man kann ihn schlecht 3,5 Stunden lang nackig sitzen lassen. Eine sehr nette Dänin, mit 2 Jungs schenkte uns eine Unterhose! Ja sowas! Toll und vielen Dank! Sie sagte, im Duty Free könnte man Kindersachen kaufen. Ich lief also los und suchte was Passendes. Für 199 Kronen gab es eine schöne Outdoorhose zum Beineabzippen. Noah war wieder trocken und glücklich mit der neuen Hose. An unser Wohnmobil kamen wir die ganze Fährfahrt über nicht ran. Wir unterhielten uns die ganze Zeit über mit dem dänischen Ehepaar (übrigens ganz frisch vermählt) und die Zeit verflog. Die Kinder waren so munter, schon komisch, wenn einem selbst die Augen schwer werden. Wir konnten als 2. von der Fähre herunterfahren, wofür ich sehr dankbar bin, nichts wie weg vom großen Schiff! Aber im stockfinsteren Dänemark kann man sich schlecht orientieren, ich war seeehr müde jetzt. In Hirtshals fuhren wir direkt am Aquarium vorbei, ich hätte mich gerne auf den Parkplatz gestellt und wäre direkt am nächsten Morgen reingegangen, die Jungs sind total begeistert von den Fischen. Gunter wollte aber nicht. Also mußte ich noch weiter, obwohl ich gar nicht wollte. Beim allerersten Strand hielt ich auf dem Parkplatz davon und Stopp: ausruhen. Ich hätte den Bericht eigentlich auf der Fähre schreiben wollen, aber wir hatten so nette Gesprächspartner, daß ich es lies. In dieser Nacht schrieb ich allerdings auch nichts mehr. Mit Kopfweh schlief ich ein, und wachte auch damit wieder auf.