1. August, Hadseløya, Vesteralen
Ich war recht früh wach, konnte auch kaum ruhen, weil Amy ziemlichen Spaß hatte, was laut war. Als ich schließlich aus den Federn kroch war es sicher schon 11:00 Uhr - ich schaute auf die Uhr und stellte sehr erstaunt fest, daß es noch weit vor 9:00 Uhr war. Komisch - mein Zeitgefühl kommt durcheinander. Die Kinder spielten auf dem Spielplatz, Esra half beim Abtrocken und wir mußten ganz schön was aufräumen, denn wir waren einen ganzen Tag NICHT gefahren! Wow, das packen wir nur selten. Aber das Dörfchen Stø hatte eine sehr magische Wirkung auf uns und so tat ich mich schwer, wieder weiterzufahren. Ich könnte glatt bleiben! Bei der Fahrt von der Insel weg blieb mir wieder nur der Mund offen - wow! Diese Ausblicke! Ich weis, ich wiederhole mich - aber, ich kann wirklich behaupten SOWAS noch nie gesehen zu haben - und wir kamen schon rum in der Welt! Die Landschaft ist so schön, kann es jedem nur empfehlen. Was man auf den Photos sieht ist nur ein kleiner Teil der Schönheit, die nicht auf Photos oder in einem Film dargestellt werden kann. Man macht ein Photo und ist enttäuscht, denn die Wirklichkeit ist wirklicher! In der Südsee ging es mir anders rum, ich fand die Photos schön, kam jedoch mit dem tropischen Klima, welches alles in kürzester Zeit alt und verwittert aussehen läßt, nicht klar. Vorne der schöne Strand, hinter mir, nicht mit auf dem Photo, die verfallene, rostige Wellblechhütte. Hier im Gegensatz, photographiere ich einen Teil der Berge und des Fjords, aber auf allen anderen Seite gibt es genauso schöne, oder bessere, das Gesamtbild ist gigantisch. Die Farben, die Luft, die Leute! Ich bräuchte Superduperlative! Nun gut, ich laß es, es ist, wie schon geschrieben, unbeschreiblich, zudem unphotographierbar! Was ihr seht, ist nur ein schlechter Versuch, der Landschaft gerecht zu werden. Ich werde wiederkommen, und dann klappt es vielleicht schon besser?
ein berühmtes großes Holzhaus (ich muß nachlesen, wo es genau war!)

ein Panorama aus drei Bildern zusammengesetzt

ein Fischzuchtbecken
Wir fuhren gen Süden, leider, denn ich wäre lieber gen Norden gefahren. Gunter meint, da kommen wir sowieso nochmal her? Na, ich hoffe es! Würde gerne nochmal nach Stø, zur Papageitauchertour:-) Wir erreichten heute also die Insel Hadseløya, die wir über eine Fähre wieder verlassen wollten, es aber wegen einer sehr langen Schlange (nein, keine Kreuzotter!) dann doch nicht taten. Ich glaube, es ist eh egal, wo wir übernachten, denn es ist überall so schön!
Ein Panorama nahm ich heute früh vom Dach des Wohnmobils auf, aber es gefällt mir nicht, es war schon zu spät, das Licht zu grell. Wir nähern uns langsam den Lofoten, und schon von der Ferne sehen die Berge sehr malerisch aus - vor allem, wenn die Wolkenverzierung stimmt, was heute der Fall war. Scheint öfters so zu sein, was man so liest. Die Regenwolken sahen sehr dramatisch aus im Gegenlicht, ein wenig naß wurden wir auch, aber nicht weiter schlimm. Ich hatte doch wieder heftigere Kopfschmerzen und nahm schließlich eine Tablette, ruhte, während Gunter mit Amy einkaufte, ein wenig. Dann rief ich zu Hause an, will sehen, ob alles OK ist. Scheint so zu sein, bis auf die Augen meiner Schwiegermutter, die ihr Probleme bereiten. An meine photoverrückte Mutter denke ich sehr oft - sie müßte mitkommen können. Denke aber, daß unser Mobil zu eng wäre! Zu dumm! Mensch, die Mutti hätte hier ihre Freude! Wie schön wäre es einmal gemeinsam zu photographieren! Ich rief sie an, um Ihr zu sagen, daß die beiden auch mit 70 noch Aquarien haben können, sie sollen lieber noch ein wenig reisen! Bin mal gespannt, ob sie mal in die Lofoten fahren werden.

die Brücke nach Hadseløya

schöne Aussichten, wettermäßig, aber sehr photogen


Regen

ein Langzeitgewitter

ein paar Strahlen kommen noch durch

die Kinder am Strand, kurz vor Noah's Unfall
Wir fanden einen Strand, den wir erklettern mußten, die Felsen sind nicht ungefährlich, denn zwischen den großen, aufgeschütteten Brocken sind große Löcher, die Kinder sind kleiner! Der Sandstrand reize aber, also verbrachten wir eine ganze Weile hier, ich photographierend, die Kinder im Sand spielend, Gunter kochend und essend. Dann wechselten wir, ich schrieb weiter und lud Bilder herunter, Gunter war mit den Kindern am Strand. Nach einer Weile kam Gunter hoch, denn Adler kreisten über uns. Leider drehten sie ihre Kreise immer höher und höher - schließlich waren es drei Adler aber winzig klein in der Ferne. Wir sahen staunend in den Himmel. Plötzlich kam Esra gerannt: Noah sei gestürzt, er scheie sehr und halte sich den Arm! Das kenne ich irgendwoher schon:-( MIST! Noah schrie immer noch, er war klatschnaß, denn ins Wasser gefallen und hielt sich das Handgelenk. Knochen sind keine verschoben, jedenfalls nicht nach der ersten Begutachtung, bewegen kann er die Hand auch noch, also wird es eine Verstauchung sein. Ich verarztete Noah mit einem Stützverband und wir fuhren zur Fähre, sahen unterwegs ein Krankenhaus. Die Fähre war noch voller als zuvor, also fuhren wir ganz um die Insel herum, nur um wieder an die Stelle zu kommen, an der Noah gefallen war. Wir stellten uns nur ca. 10 m von der Stelle neben ein niederländisches Wohnmobil und die beiden dazugehörenden Leute waren sehr nett! Wir kamen sogleich ins Gespräch. Das Licht war toll, wir wollten noch eine kleine Phototour machen. Noah war jedoch ziemlich fertig, ihn schmerzte der Arm noch und er war müde - er ist der Einzige, der abends gegen 20:00 Uhr müde wird, vor allem Amy ist dann noch sehr munter. Noah wollte im Wohnmobil bleiben. Unsere nette Nachbarn sagten, sie hätten einen Blick aufs Mobil, Noah und wir nahmen die Funkgeräte und blieben so in Kontakt. Weit entfernten wir uns nicht, der Weg war jedoch sehr anstrengend, denn er führte über Steine, Felsen, Moose durch nasse Gräser und sumpfige Wiesen. Wir waren hinterher alle naß und matschig, mußten beim Laufen sehr gut aufpassen, damit keiner stolpert. Nach einer Weile gab Noah keine Antwort mehr, er war eingeschlafen. Amy war nach der Wanderung sehr lebhaft und weckte ihn, da klagte er über starke Schmerzen, er weinte. Wir kontrollierten den Verband, eine Schwellung war nicht zu sehen, gaben ihm eine halbe Aspirin, wonach er den Rest der Nacht schlief. Ich schrieb wieder zu lange, wachte leider noch einmal mit Kopfweh auf.

Tang und Felsen, mit Blick auf die Lofoten

spät am Abend

Strandimpression