18. August, durch Oslo und dann nach Südschweden

Wir badeten heute morgen nicht, es war recht kühl, die Sonne schien jedoch aus Leibeskräften - son Quatsch eigentlich, sie scheint ja immer, also, da waren nur keine Wolken davor heute. Wir fuhren im, für Norwegen, heftigen Verkehr durch Oslo, eigentlich eher daran vorbei. Wir sahen überhaupt NICHTS von der Stadt, schade eigentlich. Aber mit Kindern und Wohnmobilen meiden wir Städte. Das können wir ja noch machen, wenn die Kinder älter sind. Die landwirtschaftlich geprägte Landschaft ist schön anzusehen, dazu ein großer See und der Sonnenschein. An einem Rastplatz versuchte Gunter noch ein paar Kronen loszuwerden.Er kaufte bei Mc Donalds ein - Pommes und Cheesburger. Danach war es uns beiden tatsächlich schlecht:-( Den Kids machte es nichts. Wir überquerten die Grenze nach Schweden, außer den Farben der Straßenschilder (gelb und blau) und den Fahnen, die hier überall zu sehen sind, und der Sprache änderte sich für uns vorerst nichts. Ich hatte keine Lust ständig auf der E 6 zu fahren, Gunter wollte so schnell wie möglich nach Göteborg, denn von da werden wir versuchen eine Fähre zu nehmen. Aber warum nur so hetzten, es ist so schön hier. Gunter löste mich beim Fahren ab, denn mein Bein schmerzt, wenn es dauernd vom Sitz abgedrückt wird - die Sitze in diesem Fahrzeug ähneln katholischen Kirchenbänken, wobei letztere bequemer sind! Wir werden uns mit dem Gedanken anfreunden neue Sitze zu kaufen - so hält man das nicht aus. Wir kann man in ein Fahrzeug, mit dem große Strecken zurückgelegt werden nur so was unergonomisches einbauen - eine Schade!

Bei Resö fuhren wir ab, denn ein Naturreservat war ausgeschildert und die mögen wir. An einem Hafen am Ende der Straße beobachteten die Kinder, mit dem Kecher bewaffnet, das Leben im Hafenbecken. Die Fische waren schlauer als wir, sie ließen sich nicht fangen. Trotzdem war es ein großer Spaß. An den Parkplätzen zum Naturreservat hielten wir, es gab viele Vögel in den Schärengebieten, die stark mit Schilf bewachsen waren. Hier hätten wir übernachten können, es war aber noch zu früh, so fuhren wir weiter. Um mehr vom Meer zu sehen - schließlich waren wir einige sehr lange Tage meeresabstinet gewesen! - fuhren wir bei Fjällbacka wieder an die Küste. Ein wunderschönes Dörfchen ist das!

Fjaellbacka

die für diese Gegend typische Schärenküste

Fjaellbacka

Fjällbacka

Kaffee schild

vorsicht, fallende Kaffeetassen! Tolle Idee - was?

Ach, die Sonne war so schön warm, wir schwitzten bei ca. 25 ° Celsius, so ungewohnt. Schade, daß wir kein Thermometer am Wohnmobil haben, in Norwegen war es sicher kälter als gedacht, aber wenn so viel Interessantes um einem herum ist, hat man keine Zeit zum Frieren. Wir zippten erstmals seit mindestens 2 Wochen die Hosenbeine ab:-) Leider haben wir keine schwedischen Kronen mehr, Gunter meint, es lohnt sich nicht, nochmal welche zu holen. Dumm, denn so ein paar kleine Dinge, als Mitbringsel, hätte ich gerne gekauft. Auch eine schwedische und norwegische Fahne für den Garten. Also: mir gefällt es hier sehr gut. Einziger Nachteil: die freien Plätze für Wohnmobilisten sind sehr rar! Die im Womoführer angegebenen sind mittlerweile fast alle mit no camping Schildern versehen. Da macht man nix! Was uns an den Campingplätzen stört ist nicht nur der hohe Preis, denn wir brauchen nur selten Dusche und Toilette, sondern, daß die Plätze so von der Außenwelt "abgerigelt" sind, man steht dann auf dem Platz, reden mit anderen Reisenden, was wir ja sehr gerne tun, aber, man kann kaum Photos machen.

Heute suchten wir lange nach einem schönen Plätzchen, fanden aber keines. Hamburgsund kam uns plötzlich sehr bekannt vor, da standen wir im letzten Jahr, aber da stand auch schon im letzten Jahr: no camping! Heute war es wesentlich früher (damals war es glaube ich schon nach 22:00 Uhr!), so suchten wir noch eine Weile und gaben dann auf. Hier scheint das freie Stehen nicht erwünscht zu sein! So landeten wir gegen 19:00 Uhr in Ramsvik auf einem Campingplatz und hatten Probleme zu zahlen, denn sie nehmen keine Kreditkarten. Wir einigten uns schließlich auf norwegische Kronen, jedoch nehmen sie keine Münzen. Also ein Mischmasch aus norwegischen und schwedischen Kronen und die Kinder hatten sofort ihre Freude, denn wir stehen direkt am Wasser und neben einem Spielplatz:-) Laut rufend, vor allem Amy's Scheie hallten über das Wasser, tobten sie sich aus und wurden richtig braun - dieses wasserlösliche Braun:-) Jetzt sind sie in einem Alter, wo man nicht ständig dabeibleiben muß - wie schön. Ich genoß derweil die Landschaft, kam ins Gespräch. Gunter hatte Hunger, der bereitete das Abendessen (wenn wir ihn nicht hätten, würden wir verhungern!). Die Sonne verschwand für eine Weile hinter den Wolken, das schöne weiche Licht war weg und ich hatte nicht photographiert. Aber, das war ein Loch in der Wolkenwand, so zog es mich schließlich doch noch raus, mal wieder mit Stativ Aufnahmen machen. Zu viele photoarme Tage liegen bereits hinter uns, es könnte tatsächlich mehr sein, für meinen Geschmack!

Haeuser
boot

ein Boot im Abendlicht

noch eins

noch eins:-)

Ruderboote

Ruderboote - ich schaue immer sehr sehnsüchtig nach diesen kleinen Booten, wenn wir weiterhin so gen Norden fahren, werden wir uns vielleicht auch mal eines zulegen:-)

ie Sonne war schließich weg, das Licht immer noch schön, der Photoapparat aber schon weg. Viele nette Leute gab es, die saßen alle auf den Bootsstegen. Esra und ich überlegten, ob wir angeln sollen. Da sahen wir zwei Angler:-) Wir haben immer noch zu lernen, also gesellten wir uns dazu. Es stellte sich heraus, daß die beiden aus Deutschland kommen, das macht die Unterhaltung, vor allem für die Kinder leichter. So redeten wir, Esra warf die Angel raus und schließlich fing er einen. Wow! Aber einen klitzekleinen. Wie macht man den nun von der Angel los? Der junge Herr half, zum Glück, das Fischchen schwamm davon. Ich hätte gedacht, das überlebt das Entfernen des Hakens nicht, doch es schwamm fink davon. ABER, Esra hatte seinen ersten Fisch gefangen und nun erstmal, so wie ich nach meinem ersten Fischchen, die Nase voll:-) Jetzt haben wir schon so oft die Angel rausgeworfen, da ist es komisch, wenn mal was anderes als Salat dran hängt. Ich denke trotzdem, daß wir es noch lernen werden, wir essen gerne Fisch und es kostet einfach ein wenig Überwindung. Der Bootssteg ist toll für die Kids, es war schon recht dunkel und es gibt eine kräftige Lampe, unter Wasser, die man anstellen kann. So sieht man die kleinen Fische, die sehr zahlreich anwesen waren, Krebse, Seesterne, Garnelen. Das Wasser ist glasklar, nichts trübt den Genuss. Die Drei erkundeten schließlich wieder lautstark, mit dem Kecher die Tierwelt, liesen natürlich alles Gefangene nach kurzem Betasten sofort wieder in die nasse Freiheit zurück. Es war nun schon richtig dunkel, die Steckmücken auf Nahrungssuche, aua, ich stand noch da und unterhielt mich, da hörte man einen Freudenausruf. Seltsam! Ich hatte die zusammengesteckte Angel in der Hand, da kam ein Mann mit Tüte auf mich zu. Ein Fisch! Ein richtiger, der eine komplette Familie satt macht, war drinnen, er schenkte ihn mir!!! Warum? fragte ich. Na, weil er in einer kleinen Hütte ist, ohne Kühlschrank und Küche. So einfach ist das also hier. Es war eine Makrele, wunderhübsch anzusehen, dieses Muster auf dem Rücken, so perfekt. Und noch nicht ausgenommen. Jetzt mußte Gunter ran:-) Ich erklärte, was mir der heidelberger Angler (der ja keiner sein will:-)) erklärt hatte, und so nahmen wir gemeinschaftlich unseren ersten (nicht selbstgefangenen) Fisch aus. Schade, daß ich nicht schneller reagiert habe -ich hätte dem netten Schweden ein deutsches Bier spendieren können:-)) Würden wir hier bleiben, die Kinder wären absolut begeistert! Das klare Wasser, der Spielplatz, die Angelmöglichkeit . .. Sogar wandern kann man. Wir werden uns morgen mal gar nicht beeilen, wir haben ja noch ein paar Tage, dann lassen wir uns eben in Dänemark weniger Zeit, wir sind doch flexibel.

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