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25. Februar 2011

nie wieder langweilige Autofahrten….

Hörbücher sind perfekt dazu geeignet, sich während einer langen Fahrt die Zeit zu vertreiben. Es ist im Grunde genau so, als lese man ein Buch, nur dass man es halt nicht selbst liest sondern es vorgelesen bekommt. Neben dem Hörbuch, das von einem einzigen Leser vorgelesen wird, gibt es da noch das Hörspiel, welches generell nervig und oft lächerlich ist, da es von vielen Lesern vorgelesen wird und mindestens 3825 idiotische Soundeffekte beinhalten muss. Zudem werden meist nur Kinderbücher als Hörspiel vorgetragen, was sich negativ auf den durchschnittlichen literarischen Wert von Hörspielen auswirkt. Also vergesst Hörspiele und lest, was ich euch über Hörbücher berichten kann.

Einer der größten Vorteile ist der, dass viele Leute das selbe Buch gleichzeitig lesen bzw. hören können. Will man sich zum Beispiel nach dem Lesen eines guten Buches mit einer anderen Person darüber unterhalten, dann muss man erst warten bis diese Person das Buch auch gelesen hat. Ist dies dann endlich eingetreten, dann hat man selbst wieder die ganze Handlung nicht mehr so in Erinnerung, weil man gerade ein anderes Buch liest. Auch ist die Verfügbarkeit eines Hörbuches bei Büchern wie Harry Potter von großem Vorteil, weil es jeder direkt nach Erscheinung lesen will. Bei einer Papierausgabe kann man lange warten, bis man es in die Finger bekommt.

Nun trifft es sich ja gut, dass wir sehr viel reisen und desshalb auch viel fahren. Gigabyte-weise Hörbücher kommen da wie gerufen. Wo andere sich auf stundenlangen Fahrten langweilen wie ein Jugendlicher während einer Lateinstunde, da hören wir die besten Bücher. Da ist allerdings ein Problem: „So, 20000 Meilen unter dem Meer ist fertig, was hören wir jetzt?“ Eine von Amys Einhornlektüren? Ich und Noah: „HILFEEEE!!“ Vielleich ein Thriller oder einen Krimi? Amy: „Viel zu gruselig, das könnt ihr vergessen!!“ Oder ein romantisches Schnulzendrama? „Nee, da lauf ich lieber nach Norwegen!!“ Wenn nach einiger Zeit der empörten Entrüstungen über des anderen Hörbuchideeen endlich eine Übereinstimmung gefunden wird, macht man das Buch an. Jetzt kann man entweder Glück oder Pech haben. Wenn man Glück hat, dann taugt der Vorleser was und man hört mit Freuden zu. Wenn man Pech hat, dann wird das Buch von einem Papagei vorgetragen, der die Kunst des Betonens erst noch erlernen muss. So hatten wir mal eine Version von Moby Dick, die von einer Schlaftablette vorgelesen worden war. Der Typ klang so, als müsste er das Telefonbuch vorlesen. Manchmal kann man auch an jemanden geraten, der mit größtmöglichem Eifer versucht, jede einzelne Silbe perfekt zu betonen, dies aber nicht nicht wirklich hinbekommt. O. Der. Leu. Te. Die. Ganz. Ab. Ge. Hackt. Re. Den. Ja, alles ist möglich.

Nun ein paar nette Beispiele, wie man Hörbücher zusammen erleben kann: Vor ein paar Wochen hörten wir uns ein Buch von Charlotte Link an. Diese Autorin schreibt generell recht spannend und teilweise auch brutal, was Amy überhaupt nicht in den Kram passte. Nun waren wir gerade an einer Stelle, wo eine der Protagonistinen sich in höchster Gefahr befand, denn der skrupellose Mörder schlich sich in der Dunkelheit herum, um ihr den Gar auszumachen, und wir fuhren gerade durch dunkelste Regennacht, die selbst das Fernlicht unseres Autos verschluckte. Das passte Amy natürlich noch weniger, ja sogar Gabi fing an sich zu gruseln, und bald äußerten die beiden den Wunsch, das Buch zu unterbrechen. Als wir es dann ein paar Tage später weiter hörten, war es nicht mondlose Nacht, sondern schönstes Nordlicht, und irgendwie schien das Buch gar nicht mal so gruselig zu sein, obwohl die Spannungskurve gerade ihren Gipfel erreicht hatte. Nordlicht und Hörbuch kamen übrigens zeitgleich zum Höhepunkt, was fast nicht mehr auszuhalten war. Diese Nacht werden wir nie vergessen! Da wir Amy auf trockenste und analytischste Art erklärten, wie die Autorin das so spannend macht, und dass man sich davor nicht fürchten muss, beschloss sie, nicht mehr davor Angst zu haben. Mittlerweile versucht sie sogar, diese Art des Spannungsaufbaus auch in ihren eigenen Texten einzubauen.

Doch natülich hören wir nicht immer nur megaspannende Krimis, eigentlich stehen humoristische Romane ein paar Plätze höher auf unserer Beliebtheitsskala. Besonderst bei Tommy Jauds „Millionär“ bekringelten wir uns vor Lachen, was nicht nur an den literarischen Künsten Jauds, sondern auch am Talent des Vorlesers lag. Es ging gerade um einen Motivationstrainer, der einem Publikum eine Geschichte über Hühner und Adler erzählter, dies aber in einem solch übertriebenen ostdeutschen Akzent tat, dass aus Hühnern „Höööner“ und aus Adlern „Ooodler“ wurden. Dann wechselte er das Thema auf den berühmten Feuerwehrmann „Red Adair“, aus dem „Reddedär“ wurde. Als Tor Andeas letztens beiläufig erwähnte, er hätte mal mit dem berühmten „Red Adair“ zuammengearbeitet, ob wir den kennen, da ging ein Grinsen über all unsere Gesichter und ich meinte nur zu Noah: „He, Noah! „Reddedär!““, da fingen wir wieder herzlich an zu lachen.

 

Hier gibt es übrigens einen Blog von Micha bezgl Musik und Hörbüchern.

 

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22. Januar 2011

angekommen auf den Lofoten

Wir kamen im Dunkeln in Narvik an. Nun, es ist ja früh dunkel, wir sind nochmal ein ganzes Stück gen Norden gefahren. In der Stadt suchten wir sogleich eine Tankstelle und dort füllten wir nicht nur unseren Dieseltank auf, sondern auch das norwegische Handy. Glücklicherweise konnten wir die Sim Karte vom September noch nutzen, und mußten nur das Guthaben aufladen. Dann suchten wir die Jugenherger, bekamen die letzten beiden Zimmer (fällt mir gerade auf, hatte ich gestern schon geschrieben, gell? Bin wohl etwas überanstrengt) Im Zimmer hatten wir leider keinen Internetempfang, so mußte ich mich in die Lobby setzen und sah auch, wieviele Leute und Jugendliche hier wohnten. So ganz wohl fühlte ich mich nicht, aber Esra kam und leistete mir Gesellschaft, da ging es besser:-)

Regen auf Eisstaße - sehr unangenehm

Regen auf Eisstaße - sehr unangenehm

Die Nacht in Narvik war nicht sonderlich ruhig. Die ganze Jugenherberge war voller Jugendlicher:-) Und die schlafen nachts nicht so viel, wie wir aus Erfahrung wissen.Trotzdem fand ich irgendwann in den Schlaf. Und wieder klingelte der Wecker gegen 6:00 Uhr. Nicht, dass Ihr denkt, wir machen hier einen auf Erholung! Ich duschte, es war mal schön warm. Als ich mich allerdings so nackt im Spiegel sah erschrak ich fast. Uff, so dünn war ich seit Jahren nicht. Meine Hosen schlabbern jetzt auch mit der langen, wollenen Unterwäsche drunter und ohne Gürtel würde ich die Hose in weniger als 1 Minute verlieren. Hmmm, wäre ja doch interessiert zu wissen, was ich wiege. Ich nenne das jedenfalls meine Reise- und Fotodiät. Nehme eigentlich immer unterwegs fast genauso viel ab, wie mein Fotorucksack wiegt. Damit das Gewicht halbwegs gleich bleibt. Nur sind zur Zeit die Abstände zum Erholen dazwischen nicht mehr vorhanden, so scheint es doch etwas zu niedrig zu werden…..
Jedenfalls ging es dann mit einer Stressdiät weiter. Es fing an zu regnene und das auf einer festgefahrenen Eis- Schneedecke. So war es ja auch vorhergesagt. Hmm, ich dachte, ich hätte das Fahren in nordischen Winter mittlerweile gelernt. Na ja, es geht noch was! Wir kamen uns vor, wie auf hoher See, bei schlechtem Wetter. Es war rutschig, es war nass, so nass. Teilweise stand so viel Wasser auf der Straße, dass man, wenn man mit ca.50km/h reinfuhr fast zum Stillstand kam. Und dann noch die LKW’s, die rasen, wie überall, nur hier sind die Straßen eng, viel enger als in Schweden, die Lasterscheinen noch schneller zu fahren. Es geht rechts und links meist irgenwo tief runter, oder es gibt direkt am Straßenrand hohe, kantige Felsen. Und ein Elch stand auch da. Und dann fing es an zu schneien. Auf dem Eis, mit der Schicht Wasser oben drauf und dann noch eine dünne Schicht Schnee. Die grandiosen Berge sahen wir kaum, die Fjorde sahen nur grau und dunkel aus. So wenig konnte ich diese, normalerweise atemberaubende Strecke noch nie genießen. Aber, ich kenne den Weg ja mittlerweile, ich weiss gar nicht mehr, wie oft wir schon hier waren…

Straße in Norwegen

Straße in Norwegen

ob Schnee besser ist, ich weiss es nicht....

ob Schnee besser ist, ich weiss es nicht....

Wir kauften dann in Svolvaer ein. Einen USB Stick für’s Internet kauften wir nicht. Im Vergleich zu Schweden sowas von teuer! Heftig! Das Modem kostet schon mal 500NOK und dann 10NOK pro Tag. Hört sich ja gut an. Nur ist der Traffic auf 200MB pro Monat begrenzt und das hat man wohl schnell voll. Danach läuft der Stick nur noch extrem langsam. Hmmm, wir wollten versuchen unser Modem, welches wir in England gekauft hatten zu nutzen, aber es funktionierte leider nicht. Also, erstmal kein Internet hier im Haus, evtl in Office von Ocean Sounds.
Das Haus war noch relativ kalt als wir ankamen. Wir trafen den Vermieter aber gleich, was gut war. Er zeigte uns noch ein wenig rum, drehte die Heizung hoch und meinte, wir sollen anrufen, falls was wäre. Das ist ja gut zu wissen. Und er hat zwei Kinder etwa im Alter von unseren.
Kaum hatten wir das Auto ausgeräumt, da fegte ein Sturm über uns hinweg. Der Schneeregen kam wirklich ganz horizontal. Erstaunlich, wie wild es hier im Vergleich zu Südschweden ist. Jetzt werden wir uns mal ein wenig ausruhen und denn natürlich nach dem Nordlicht Ausschau halten. Ich werde weiter berichten…..