So nah wohnen wir hier am Meer und doch ist es nicht einfach, mal gerade hinzufahren. Das Winterwetter kam etwas früh auch für Schweden und an der Küste liegt noch viel mehr Schnee als etwas weiter im Land. Unser VW T4 hat ja Allrad und gute Winterreifen, trotzdem heißt es aufpassen. Zu viel Schnee und extrem rutschige Straßen, dazu die frühe Dunkelheit (ab kurz nach 15:00 Uhr ist es schon dunkel und noch werden die Tage ja kürzer und kürzer….) das macht das Fahren schwer. Wir haben das Auto auch kurz vor der Abreise gekauft, konnten uns also noch nicht wirklich daran gewöhnen. Mittlerweile komme ich aber sehr gut zurecht. Gestern war alles eingeroren. Es waren nur 2°C am Tag zuvor, also fast schon feucht und dann ging es in der Nacht auf minus 14° runter. So waren die Schlösser teilweise eingefroren, und auch die Griffe. Aber mit Enteiser und Öl und etwas Geduld packten wir es. Bei den Temperaturen fährt es sich nicht ganz so gut mit offener Schiebetür:-)
Wie schon im Blogeintrag zuvor beschrieben, war ich fast den ganzen Tag unterwegs. Und das obwohl Esra Geburtstag hatte. Aber Corinne hatte den Rückflug auf diesen Tag gebucht und ich wollte die Fahrt nach Nyköping mit einem kurzen Ausflug ans Meer kombinieren. Beim letzten Mal war es uns zu kalt gewesen – da zeigte das Thermometer minus 24° und ich hatte wenig Lust da lange Ausflüge zu machen. Gestern sollte die Sonne rauskommen. Das sah gar nicht danach aus, aber, die Wettervorhersage stimmte, sie kam, kurz vor dem frühen Sonnenuntergang. Und fast hätten wir es auch gepackt. In Nyköping wurden wir etwas aufgehalten. Aron hatte Maria genaue Instruktionen gegeben, welche Warhammer Figuren Esra zum Geburtstag bekommen müßte. Die beiden Jungs haben nämlich ein großes Projekt angefangen und ein Spiel erfunden und da brauchten sie diese Figuren. In Nyköping gab es sie aber nicht.
Mal ein Foto, auf dem auch ich zu sehen bin:-)
In der Touristenifno ließen wir uns noch beraten bezgl Straßen Richtung Meer. Letzte Woche hatten wir da ja eher schlechte Erfahrungen gemacht. Zwei Stellen wären schön und wir suchten die eher wildere heraus. Die Straßen in Nyköping waren heftig Schneereich. Da gab es zu Fuß kaum ein Vorrankommen, auch die Autos taten sich schwer.
Also, jetzt geht es endlich ans Meer. Der Schnee wurde immer mehr, je weiter wir ans Meer kamen. Heftig und wunderschön sah es aus. An den Straßenrändern war der Schnee so hoch aufgetürmt, dass man die Autos nicht mehr um die Ecke kommen sah. Parkplätze werden dadurch merkbar minimiert. Noch komme ich aber gut klar mit dem Einparken des relativ großen Busses. Wir fragten uns durch, hielten immer wieder an, um schneeschippende Leute nach dem Weg zu fahren. Verfährt man sich nämlich, verliert man wichtige Tageslichtzeit. Wir packten es zum Sonnenuntergang in den Wald, es sah sehr schön aus mit den verschneiten Bäumen und dem schrägen, roten Licht. Ich fotografierte, bis Maria meinte, warum wir ans Meer gefahren seien, wenn ich jetzt Bäume aufnehme, das hätte ich auch daheim machen können:-) (Daheim:-))
Also stapften wir im Tiefschnee eine halbe Stunde Richtung Meer. Ich hatte in der Eile und Begeisterung meine hohen Schuhe nicht angezogen. Das bereute ich jetzt:-) Hatte viel Schnee in den Schuhen. Hier ein Foto vom Weg durch den Wald.
Dann der Blick auf’s Meer und als Bonus für mich: auf einen traumhaften Leuchtturm. Wow, ich genoß die Wellen, das bewegte Wasser. Der weite Blick und die geniale Schneelandschaft. Das Laufen auf den Felsen, die ich ja nicht sehen konnte, war schwierig. Es gab Schneeverwehungen und teilweise sank ich hüfttief in den Schnee ein. Besonders zum Meer hin war es gefährlich. Also, immer schön vortasten und immer ein kleines Stückchen weiter. Die Sonne hatten wir gerade verpaßt. Aber es sah trotzdem noch fotogen aus.
Noah meint gerade, dass es ja kein Leuchtturm, sondern ein Leuchthaus ist. Ich sah auch nur eine Glocke und keine eindeutige Lampe:-)
Nach einer Weile machten wir uns auf den Rückweg. Ich fotografierte hier und da. Wir waren schon ein Stück zurückgestapft. da kam die Sonne nochmal durch die Wolken. Maria hatte Verständnis für meine Fotografie und wir liefen zum Leuchtturm zurück, ich machte noch ein paar Fotos mit Sonne und vom Meer. Und dann nochmal der Rückzug:-) Richtung Auto fanden wir noch einen Strand. Der war gerade große genug für eine Person (das Bild suche ich noch raus, habe es vergessen)
Sehr glücklich war ich nach dieser Fototour. Ein warmer Tee wartete im Auto und dann den relativ langen Weg wieder zurück. Unterwegs gab es seltsamen Nebel. Der hing so tief und kam so plötzlich, dass es anstrengend war zu fahren. Mitten im Nebel konnte man auf den Sonnenuntergangshimmel schauen. Und ganz plötzlich war alles wieder frei, bis zum nächsten Nebelfeld.
In Katrinenholm gingen wir in den nächsten GamesWorkshop. Maria stand vor den gruseligen Figuren und meinte immer “these are nice”, was uns ein Naserümpfen von den Verkäufern brachte. Als wir dann endlich zwei Geschenke gefunden hatten, fragte Maira, ob es Geschenkpapier gäbe: am besten Pink mit rosa Herzen. Ha, hatten sie nicht.
Dann mußten wir noch zum Supermarkt, Esra wollte einen Schokoladenkuchen backen und uns fehlten die Zutaten. Uff, ich war schon müde. Lasse, wenn ich den Fotorucksack dabei habe, die Kamera nie im Auto liegen. Ist ja mein wertvollstes Stück. So hatte ich schon den ganzen Tag die 10kg auf dem Rücken gehabt….
Die Tüten des Einkauf waren dann auch noch sehr schwer und dann endlich gegen 18:00 uhr waren wir wieder nach dem kurzen Ausflug ans Meer daheim:-) Schön war’s.
Esra bekam noch sein Geburtstagskaffee (ähm, Tee) und dann schauten wir einen Film. Die Tage fliegen……




