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06. April 2013

Die Insel Burra, Shetland Museum and Archives, Lerwick

Wieder begrüßte uns früh morgens die Sonne! Ich hatte bewußt den Wecker nicht einmal ausgepackt, wollte einfach mal solange schlafen, bis ich von selbst wach würde. Ausschlafen! Aber selbst das klappt nicht mehr, ich werde kurz vor Sonnenaufgang wach. Wir sind jetzt seit 8 Wochen unterwegs, ständig auf Tour, immer in der Natur unterwegs, mit Rucksack und Stativ, bis spät in die Nacht und früh am morgen. Ich hatte in dieser Zeit keinen einzigen Tag Pause und das merkte ich gerade! Eine große Müdigkeit und Schwere haftete auf mir!  Normalerweise nutzen wir die Regentage zum Ausruhen! ABER außer dem ersten Tag auf der Isle of SKye gab es bisher keinen Regen!! Wahnsinn! Immer, wenn wir mit den Menschen hier sprechen, kommen wir zum Thema Wetter. Immer hören wir dann, dass das im moment völlig untypisch ist.Normalerweise stürmt es um die Zeit! Ja, deswegen wählte ich den Februar und März, weil ich einen wilden Winter sehen und fotografieren wollte! Hmm, ich beschwer mich jetzt besser nicht. Sonst schaukelt es uns auf der Fähre wieder wild herum :-)
Wir sind wieder auf einer kleinen Insel. Die Insel Burra im Westen Shetland ist seit den 70igern mit einer Brücke zum Mainland Shetland verbunden. In Westburra leben ungefähr 700 Leute, in Ostburra ca. 70. Das ist also gut überschaubar. Morgens lernte ich unseren Nachbarn, Magnus und seine Frau Betty, kennen. Er war 40 Jahre lang Fischer gewesen. “Wenn Du auf Burra aufgewachsen bist, hast du nur zwei Möglichkeiten: entweder du wirst Fischer, oder verlässt die Insel! Ich bin geblieben, verdiente viele Jahre lang als Fischer mein Geld und habe es nie bereut!”; meint mein netter Gesprächspartner. Das Inselleben änderte sich sehr durch den Bau der Brücke. Vorher war die Gemeinschaft stärker. Aber ein Tesco Supermarkt ist auch nicht schlecht, sind sich die beiden einig.

Meal Beach, Burra, Shetland

Meal Beach, Burra, Shetland

Wir wohnen also nicht mehr so isoliert, wie im Leuchtturm und das ist auch sehr nett.

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05. April 2013

Der alte Hafen von Lerwick und Hamnavoe, Südwest Shetland

Ich war mies drauf. Gerade hier in Eshaness wurde uns durch die Zeitumstellung noch eine Stunde gestohlen!! Auf der anderen Seite hat das den Vorteil, länger schlafen zu können um das Morgenlicht aufzunehmen und abends mehr Zeit für den Sonnenuntergang zu haben :-) Erstmals sehe ich auch einen Vorteil in der Zeitumstellung!
Das Packen packen wir jetzt schnell. Wir dehnen uns in den Häusern gar nicht mehr aus. Schwubs ist eine Woche rum und dann ziehen wir sowieso wieder weiter.
Was ist wohl besser? Wie auf der Isle of Lewis nur eine Unterkunft und immer weit fahren? Oder dauernd die Region wechseln? Beides hat Vor- und Nachteile. Ich tendieren nun trotzdem zu Zweiterem. Wir lernen zwar nicht so viele Menschen kennen, wie in Valasay, da wir nie lange genug an einem Ort sind, doch wir fotografieren effektiver. (Ich merke in Hamnavoe aber gerade, dass das wohl nur an der abgeschiedenen Lage der Leuchttürme lag!) Nun, die beiden Leuchtturm Unterkünfte waren aber auch absolut perfekt für Meeresfotografen. Näher kann man dem Meer nur noch auf einem Boot sein.

Alter Hafen Lerwick, seht Ihr die Farbe des Meers in der Sonne?

Alter Hafen Lerwick, seht Ihr die Farbe des Meers in der Sonne?

Parkplatz in Lerwick

Parkplatz in Lerwick

Nach zwei Stunden war das Leuchtturmwärterhaus leer, das Auto voll und die Wohnung sauber. Ich lief natürlich draußen rum, zu den Klippen und über die weiten Wiesen. Unterwegs traf ich Michael, wir schwätzten, er zeigte mir, wo die Puffins sitzen, wenn sie kommen  – manchmal nisten die lustigen Vögel einfach in Hasenhöhlen. Michael deutete in die Richtung zur Küste runter: “Dort wurden die Steine für den Leuchtturm geschlagen.

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03. April 2013

Eshaness – Hilfe! Wir sitzen auf einem Vulkan.

Na, ganz so gefährlich ist es in Wirklichkeit nicht. Als hier der Vulkan seine Lava und Asche über das Land verteilte, lag Shetland noch am Äquator. Das alles passierte im Devon und ist immerhin schon 400 Millionen Jahre her, und seitdem ist erdgeschichtlich ja einiges geschehen. Relativ gesehen ist dieses Alter für Sheltland ungefähr die Teenagerphase, denn die ältesten Gesteine der Inselgruppe lassen sich auf fast 3 Milliarden Jahre zurückdatieren.
Jetzt aber wieder in die “neuere” Zeit vor 400 Millionen Jahren. Damals lag das Gebiet, was heute Shetland und Schottland ist, in Äquatornähe als Bestandteil des Großkontinents Pangäa. Es war heiß und trocken, auch mal heiß und feucht, und es darf bezweifelt werden, dass die damals existierenden Lebensformern sich so weit ins Kontinentinnere vorgewagt hatten. Wirbeltiere hatten noch nicht das Land erobert, und die meiste Action ging in den Meeren und an den Küsten ab.

Eshaness, Vulkan, Shetland

Eshaness, Vulkan, Shetland

Hier saß also unser Eshaness Vulkan am Ende eines breiten Tales und speite fleißig Lava und Asche vor sich hin. Der Auswurf bildete rasch einen steilen Kegel aus der zusammengepressten Vulkanasche und dem viel festerem Lavagestein, ähnlich dem Fujiama in Japan.

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28. März 2013

Frank, der Leuchtturmwärter

Bei unserer Ankunft im Leuchtturm hatte Frank erwähnt, dass er Leuchtturmwärter war; auch hier in Bressay. Ich war damals extrem “fährfertig” gewesen, konnte deswegen den Journalisten in mir nicht einschalten. So griff ich zum Telefon, fragte einfach nach, ob wir ein Interview mit ihm machen könnten! Franks Frau war dran und sehr nett. Er würde sich telefonisch bei uns melden, meinte sie. Doch das Telefon blieb stumm. Nur noch ein einziger Tag war uns im Bressay Lighthouse vergönnt. Notfalls würden wir dieser kleinen, vielseitigen Insel einfach noch einen Besuch abstatten um die Gelegenheit zu bekommen, mit Frank zu sprachen. Kaum hatte ich diesen Gedanken gefasst, da fuhr ein kleines rotes Auto auf den Hof. Frank stieg aus, wir liefen raus. Ich fragte ihn nach einem kurzen Interview. “Ach, besser nicht” meinte er bescheiden.

Die große Neugier in mir brach trausend-Fragen-stellend aus mir heraus. Wir erzählten, er beantwortet alle Fragen, merkte gar nicht, dass ein Interview einfach nur ein nettes Gespräch sein konnte :-) Frank übte den Beruf des Leuchtturmwärters 34 Jahre lang aus. Er hörte 1989 auf, weil die Leuchttürme so nach und nach automatisiert wurden. Frank hatte seinen Dienst auf allen berühmten sogenannten “Rock Lighthouses” gemacht. Er war auf Bass Rock (den mit der großen Basstölpelkolonie in der Nähe von Edingburgh – schaut im Sommer Schottland Reisebericht nach), auf dem nörlichsten Leuchtturm Schottlands, Muckle Flugga vor der Insel Unst auf einem Leuchtturm vor Oban, auf der entlegenen Fair Isle. All diese Leuchttürme würde ich gerne mal sehen!  Was für ein Job!

Frank und Gunter

Frank und Gunter

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22. März 2013

Insel Bressay, Shetland

Wir widmeten den ganzen Tag unserer Insel Bressay. Warum immer so viel fahren, hier ist es schön.

Bressay Lighthouse, Shetland
Bressay Lighthouse, Shetland

Frierend auf den Felsen stehend begrüßte ich früh morgens allein die Robbe im alten Hafen. Jetzt war mir auch klar, warum die sich so viel Fett angefuttert hat. Ich wollte mich gerade nicht im Wasser tummeln, der Robbe machte es anscheinend Freude. Gegen 9:00 liefen wir im Sonnenschein alle zusammen den Berg hinauf zum Vogelfelsen und dann weiter, wieder hinunter entlang der Küste. Ein Wanderpfad  führt bis zum Hafen nach Noss, vier Stunden soll man dafür einplanen. Leider haben wir keine Möglichkeit, von Noss wieder zum Leuchtturm zu kommen, also war es nicht sinnvoll, die ganze Strecke zu wandern. Wir wurden alsbald von einem üblen Schafgatter aufgehalten, das Problem war gelöst. Es war so fest verknotet und verschlossen, dass wir den Hinweis, dieses Schafsweide unbetreten zu lassen, anerkannten. Am Zaun entlang kamen wir nur bis zum nächsten Gatter und was lag da denn am Boden? Ein Exschaf! Fell und saubere Knochen.

Praktischer Biologieunterricht und ganz spontan! Wir verglichen die Wirbel mit denen, die wir vor einigen Tagen auf Great Bernera gefunden hatten. Wesentlich kleiner waren sie. Ob das doch keine Robbe war, die wir damals eingepackt hatten? (davon hatte ich noch gar nicht berichtet, was? Hole ich dann nach!)

Vor allem der Schädel war interessant. Wir bauten das obere Schädelteil und die Unterkiefer zusammen, drapierten es auf der Mauer und fotografierten das grinsende, ehemalige Schaf. Dann steckten wir die drei Teile in den Fotorucksack! Das Schaf reist mit nach Deutschland!

Exschaft auf der Mauer, Shetland

Exschaft auf der Mauer, Shetland

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19. März 2013

Pennan, Schottland

Jetzt hatten wir eine ca. 230 km lange Fahrt nach Pennan vor uns. Anfangs ging es sehr schnell, die Straßen waren frei, das Wetter trüb. Keine Fotostopps waren nötig. Nach Inverness ging die Fahrt sehr langsam voran, jetzt häuften sich die Kreisel, die Autos auf der Straße und es war dunkel. Je näher wir gen Pennan kamen, desto steiler und enger wurden die Straßen. Die Straßen waren matschig, es muss viel geregnet haben in der letzten Zeit. Vor der Abfahrt nach Pennan hatte ich etwas Angst, sie ist steil, wir sind sie schon gelaufen. Im Auto sitzend kam es uns noch steiler vor. Ich rate niemandem dieses Stück mit dem Wohnmobil zu fahren. Es standen zwar nur 14 % an, doch wir sind uns einig, es sind mehr. UND die Straße ist kurvig und eng. Wir schafften das, fanden schnell unser Cottage und den versteckten Schlüssel. Auf Inseln warten die Häuser einfach offen auf die Mieter, auf dem Festland ist alles verschlossen.

Pennan

Pennan

Das Häuschen lag nur 20 m vom Meer entfernt, und hatte doch absolut keine Sicht auf das Meer! Erstaunlich. Pennan besteht nur aus zwei Häuserreihen, wir waren in der zweiten Reihe.

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24. Januar 2013

eBook – Bretagne – Meeresliebhaber im Glück

Premiere: unser erstes eBook (und es wird nicht das letzte sein):

Bretagne  – Meeresliebhaber im Glück

Ebook Bretagne

Ebook Bretagne

Vor einiger Zeit erschien ein ähnlicher Artikel im Magazin “Terra”. Diesen haben wir erweitert , ausgiebig mit Fotos versehen, eine Übersicht der schönsten bretonischen Leuchttürme zusammengestellt und als pdf für Euch in unserem Downloadbereich abgelegt. Klickt auf das Titelblatt, dann kommt Ihr direkt zum eBook!

Wir freuen uns sehr über Rückmeldungen und ….

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29. Oktober 2012

Leuchtturm in Swinemünde

Jetzt waren wir schon auf Usedom, da waren wir auch neugierig, wie der Leuchtturm in Polen aussehen würde :-) So fuhren wir kurzerhand über die Grenze. Und, in Polen waren wir bisher auch noch nie gewesen. Ein neues Land auf unserer Reiseliste, auch, wenn wir nur ein paar Stunden verweilten. Wir werden dieses Land jedoch bald wieder und auch mal länger besuchen. Wir liefen entlang des Strandes, der sah aus, wie auf der deutschen Seite. Ob die Möwen sich was draus machen, wo sie gerade sind? Ist schon komisch – Grenzen – von Menschen gemachte Barrieren. Wir schlenderten noch durch diesen Grenzmarkt. Das war auch mal ein Erlebnis. Diese Unmenge an kleinen Büdchen. Viel Plastikkram und jede Bude hatte das gleiche Angebot. Und Jack Wolfskin Jacken – nein, keine Hosen – in den unmöglichsten Farben. Dummerweise habe ich da die Kamera nicht mitgenommen, das hätte ich Euch mal zeigen müssen, mal was anderes als immer nur Strand.

Aber den Leuchtturm, den habe ich aufgenommen. Besser als gar kein polnisches Foto, oder?

Leuchturm in Swinemünde, Polen, Ostsee

Leuchturm in Swinemünde, Polen, Ostsee

 

mir gefiel ja diese Mole zum Leuchtturm, Swinemünde, Polen

mir gefiel ja diese Mole zum Leuchtturm, Swinemünde, Polen

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16. Oktober 2012

Insel Usedom

Strandkörbe und dunkle Wolken in Heringsdorf, Insel Usedom

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass das unsere erste Deutschland Reise ist? Die Insel Usedom besuchten wir noch nie, Rügen konnten wir bereits auf Touren gen Norden wenigstens für einen Tag erkunden. Inseln finde ich immer interessant. Die ohne Brücke mag ich seltsamerweise lieber als die mit. Mit Brücke zählt irgendwie nicht richtig :-) Trotzdem wollten wir der Insel Usedom einen Besuch abstatten. Auch dort ist die Küste mit Seebrücken verziert, da wir Sellin nur im Regen hatten, versuchten wir es nun mit einer anderen und fuhren nach Heringsdorf.

Auch dieser Ort bietet Wohnmobilen einen Stellplatz. Nach kurzer Suche fanden wir ihn auch mitten in der Stadt am Rande eines Autoparkplatzes unter Bäumen, die Schatten spendeten aber auch Licht schluckten. Mir war das Ganze etwas zu eng. Dicht auf dicht parkten die Mobile, eine Toilette und Dusche gab es auch. Strom kauften wir diesmal nicht. Bei der Bezahlung bekam ich wieder die Antwort, dass Kinder über 14 ja Erwachsene seien? Hm, finde ich zwar nicht, aber am Preis (21 Euro) änderte sich auch ohne meine Zustimmung dieses Faktes nichts.

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14. Oktober 2012

Sellin im Regen – Insel Rügen

Seebrücke im Regen, Insel Rügen

Eine Seebrücke wollten wir doch auch einmal sehen. Die Regionen, die wir sonst gern bereisen, bieten so etwas ja nicht :-) (denke ich an Norwegen oder Schweden und auch in Schottland sind die Dinger rar).

In der Stadt würde es einen Stellplatz für Wohnmobile geben, normalerweise sind die günstiger als Campingplätze. Doch anscheinend nicht, wenn man als Familie reist. Wir kamen zu fünft auf 21 Euro und alles andere kostete auch noch extra. Nun, hier waren wenigstens die Toiletten kostenlos, aber auch 10 Liter Wasser kauften wir mit Münzen und beim Spülbecken fütterte man zuerst den Münzschlot bevor warmes Wasser aus der Leitung kam. Hmmm….

Der Strand hinter dem Platz – welcher nur durch eine verschlossene Tür vom Stellplatz zu erreichen war – 10 Euro Pfand für den Schlüssel, gefiel mir sehr gut, doch der Anblick des rutschig wirkenden Steilhangs löste in mir schon mal vorsorglich den Fluchtinstinkt aus. Diesen unterdrückte ich mit statistischen Gedanken, meine erholsam, meditative Fotografie kam dadurch etwas ins Stocken. Weiterlesen →