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22. März 2013

Insel Bressay, Shetland

Wir widmeten den ganzen Tag unserer Insel Bressay. Warum immer so viel fahren, hier ist es schön.

Bressay Lighthouse, Shetland
Bressay Lighthouse, Shetland

Frierend auf den Felsen stehend begrüßte ich früh morgens allein die Robbe im alten Hafen. Jetzt war mir auch klar, warum die sich so viel Fett angefuttert hat. Ich wollte mich gerade nicht im Wasser tummeln, der Robbe machte es anscheinend Freude. Gegen 9:00 liefen wir im Sonnenschein alle zusammen den Berg hinauf zum Vogelfelsen und dann weiter, wieder hinunter entlang der Küste. Ein Wanderpfad  führt bis zum Hafen nach Noss, vier Stunden soll man dafür einplanen. Leider haben wir keine Möglichkeit, von Noss wieder zum Leuchtturm zu kommen, also war es nicht sinnvoll, die ganze Strecke zu wandern. Wir wurden alsbald von einem üblen Schafgatter aufgehalten, das Problem war gelöst. Es war so fest verknotet und verschlossen, dass wir den Hinweis, dieses Schafsweide unbetreten zu lassen, anerkannten. Am Zaun entlang kamen wir nur bis zum nächsten Gatter und was lag da denn am Boden? Ein Exschaf! Fell und saubere Knochen.

Praktischer Biologieunterricht und ganz spontan! Wir verglichen die Wirbel mit denen, die wir vor einigen Tagen auf Great Bernera gefunden hatten. Wesentlich kleiner waren sie. Ob das doch keine Robbe war, die wir damals eingepackt hatten? (davon hatte ich noch gar nicht berichtet, was? Hole ich dann nach!)

Vor allem der Schädel war interessant. Wir bauten das obere Schädelteil und die Unterkiefer zusammen, drapierten es auf der Mauer und fotografierten das grinsende, ehemalige Schaf. Dann steckten wir die drei Teile in den Fotorucksack! Das Schaf reist mit nach Deutschland!

Exschaft auf der Mauer, Shetland

Exschaft auf der Mauer, Shetland

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19. März 2013

Pennan, Schottland

Jetzt hatten wir eine ca. 230 km lange Fahrt nach Pennan vor uns. Anfangs ging es sehr schnell, die Straßen waren frei, das Wetter trüb. Keine Fotostopps waren nötig. Nach Inverness ging die Fahrt sehr langsam voran, jetzt häuften sich die Kreisel, die Autos auf der Straße und es war dunkel. Je näher wir gen Pennan kamen, desto steiler und enger wurden die Straßen. Die Straßen waren matschig, es muss viel geregnet haben in der letzten Zeit. Vor der Abfahrt nach Pennan hatte ich etwas Angst, sie ist steil, wir sind sie schon gelaufen. Im Auto sitzend kam es uns noch steiler vor. Ich rate niemandem dieses Stück mit dem Wohnmobil zu fahren. Es standen zwar nur 14 % an, doch wir sind uns einig, es sind mehr. UND die Straße ist kurvig und eng. Wir schafften das, fanden schnell unser Cottage und den versteckten Schlüssel. Auf Inseln warten die Häuser einfach offen auf die Mieter, auf dem Festland ist alles verschlossen.

Pennan

Pennan

Das Häuschen lag nur 20 m vom Meer entfernt, und hatte doch absolut keine Sicht auf das Meer! Erstaunlich. Pennan besteht nur aus zwei Häuserreihen, wir waren in der zweiten Reihe.

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17. März 2013

Garry Beach, Tolsta, Isle of Lewis

Ich werden schon Tage vor einem Abschied ganz wehmütig. Gerade habe ich mich erst an eine Region gewöhnt und kennen- und vor allem liebengelernt, schon planen wir die letzten Tage. Und dann wollen wir plötzlich nochmal an alle diese wunderschönen Strände, Klippen und und und. Da gibt es sogar noch einige Regionen, die wir gar nicht gesehen haben!

Stornoway Hafen

Stornoway Hafen – so war das Wetter an diesem Tag, Schnee auf der einen Seite, Sonne auf der anderen!

Diesmal fing dieses Phänomen früh an. Bereits eine Woche vor Anfahrt wurde ich traurig. Noch nie habe ich mich so wohl gefühlt wie auf der Isle of Lewis & Harris! Tja, da müssen wir also nochmal hier her kommen! Aber dann länger! Drei Wochen sind zu kurz!
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06. März 2013

Lewis Chessman von Uisoean

von Esra

Als wir vorige Woche bei einer Wanderung auf „unserer“ Insel, Great Bernera, dem Schreiner Uisoean Paterson über den Weg gelaufen sind, erzählte er uns unter anderem davon, dass der den König der berühmten Lewis-Schachfiguren in nahezu Lebensgröße repliziert hätte. Fasziniert von dieser Vorstellung ließen wir uns also seiner Handynummer geben, um ihn zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal kontaktieren zu können; wir wollen seine Schachfigur unbedingt zu Gesicht bekommen.

Lewis Chessman

Lewis Chessman

Dieser spätere Zeitpunkt war vorgestern gekommen, nachdem wir unsere Einkäufe erledigt hatten. Uisoean wartete vor dem Co-op auf uns und nahm uns mit zu sich nach Hause, wo auch sein Arbeitschuppen stand (welcher im Stil einer norwegischen Fischerhütte gebaut war). Hinter den beiden Holztüren empfing uns eine wohlige, von einem winzigen Holzofen ausgehende Wärme und der Geruch von Holz. Überall lagen Werkzeuge herum, an den Wänden hingen Landkarten und inspirierende Bilder, und unter der Decke warteten Angelruten und andere Utensilien auf ihren Einsatz. In der Mitte des Raumes aber stand der eigentliche Blickfang: Ein fast lebensgroßer Schach-König, der finster blickend auf seinem Stuhl saß, mit dem Schwert auf dem Schoss. Ich hatte zuvor schon Bilder von den Lewis-Schachfiguren gesehen und erkannte diese auf Anhieb; Uisoean hatte eine fast perfekte Kopie hergestellt.

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26. Februar 2013

Wanderungen auf Great Bernera – Gespräch mit einem Hobby-Schafhirten

Gestern haben wir unsere kleine Insel nicht verlassen, um auf Entdeckungstour zu gehen… stattdessen haben wir die lokale Landschaft erforscht.

Gabi, und ich machten uns mittags zum zweiten mal auf den Weg (sie war morgens schon einmal in aller Frühe draußen gewesen). Wir hatten verschiedene Leute nach dem Weg zum Bostra Strand gefragt und ganz unterschiedliche Auskünfte bekommen. Die Zeitangaben differierten zwischen 30 Minuten und 3 Stunden. Die Sonne strahlte, so testeten wir das mal aus und bewegten uns gemächlich darauf zu. Auf dem Weg durch die ruhige, sumpfige Landschaft kamen wir an einer sehr anhänglichen, kleinen Schafsherde vorbei, die uns auf Schritt und Tritt zu folgen schien. Sie bewahrten zwar eine gewisse Distanz zu uns, liefen uns aber doch neugierig, fast erwartungsvoll hinterher, während wir einen steinigen Küstenabschnitt erforschten. Dieser war, sehr zu unserem Verdruß, wie so viele andere Küstenabschnitte hier, fast schon mit einer regelrechten Müllhalde vergleichbar. Man hatte uns bereits erklärt, dass es die Leute auf den vielen Handelschiffen in den hiesigen Gewässern mit der Mülltrennung nicht so ernst nehmen; alles kommt in die selbe Tonne: das Meer. Und dieses schwemmt den vielen Abfall dann an Schottlands Küsten. Flaschen, Verpackungen, alte Stiefel, Fässer und enorm viel Seil und Fischernetze… das alles liegt in großen Mengen überall herum. Die größten Brocken kommen allerdings aus Fischzuchten. Die enorm umfangreichen Schwimmer sind so schwer, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wie sie ihren Dienst, nämlich das Schwimmen verrichten. Wir versuchen eines dieser Teile zu bewegen und schafften es nicht.

Die Winterfütterung der Schafe

Die Winterfütterung der Schafe

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25. Februar 2013

Butt of Lewis, Eoropie Beach

Früh in noch recht trübem Wetter fuhren Gunter und ich los, um den Inseleigenen Strand anzusehen. Wir parkten am großen Friedhof und liefen das kurze Stück zum Strand. In der Bucht wurde erst 1993 von einer hohen Flut ein Haus aus der Eisenzeit freigelegt und dadurch entdeckt. Jetzt im Februar kann man es nicht besichtigen, aber gut vom Hügel mit plätscherndem Bach aus fotografieren. Nach der morgendlichen Fototour frühstückten wir, die Kids waren schon munter und satt. Kaum war unser Hunge gestillt verzogen sich die Wolken und ich hielt es nicht mehr aus im Haus. Doch, das Haus ist geräumig, extrem gemütlich und warm. Aber, ich bin auf die Insel gekommen um sie zu erwandern und erleben, da hält mich nichts, vor allem, wenn die Sonne so freundlich lacht! Unser Ausflug an diesem Tage sollte uns ganz ans Ende der Isle of Lewis führen!

Wellen im Abendlicht, Isle of Lewis
Wellen im Abendlicht, Isle of Lewis
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23. Februar 2013

Isle of Skye nach Isle of Lewis & Harris

Packen war angesagt, schon war die Woche und 1 Tag um. Schade. Schnell hatten wir unseren Krimskrams zusammen, wir waren so schlau uns gar nicht weit “auszudehnen”. Dann putzten wir noch ein wenig, saugten durch, leerten die Asche im Kamin und zogen die Betten ab. Gegen 10:00 Uhr waren wir dann bei strahlendem Sonnenschein unterwegs . Ein weiteres Mal fuhren wir zur Fairy Glen. Leider passte das Wetter nicht wirklich. Trübes Wetter mit dramatischen Wolken und nassem Moos wäre besser angebracht gewesen. Wir liefen ein zweites Mal über die magischen, stufigen Hügel, schauten nochmal genau, wo der Zigeuernwagen bei Stardust gestanden hatte.

In Uig erledigten wir wichtige Postgeschäfte, kauften Karten und Briefmarken. Und, wer von Euch will ne Karte? Meldet Euch, die ersten drei bekommen eine! (Schreibt uns eine email mit Eure Adresse: reise-reicherts@gmx.de)

Fährfahrt zur Isle of Lewis 2

Fährfahrt zur Isle of Lewis 2

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22. Februar 2013

Strände der Isle of Skye, eine gefundene Kamera

Noch bis Ende Februar könnte Ihr hier für unser Blog voten

Unser letzter Tag auf der Isle of Syke war von Strandbesuchen geprägt. Nachdem wir Davids Scallops gesehen hatten, es war noch früh am Tag, liefen wir in Glenbrittle entlang des weiten, abwechslungsreichen Strandes. Super war das Licht nicht – strahlender Sonnenschein, wie die letzten Tage, nur ein paar kleine, feine Wölkchen über den Cullins. Trotzdem fanden wir manigfaltige Motive, das gelbe Gras auf dem schwarzen Sand des Strandes, dazu die Bergkulisse passte gut zusammen. Die Muster im gemischten Sand, dort, wo Rinnsale ins Meer strömten, erinnerten an Kunstwerke.

Farm und Cuillins im Abendlicht

Farm und Cuillins im Abendlicht

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20. Februar 2013

Coral Beach bei Sonnenschein und Fairy Glen – Stardust am Abend

Wieder ein absolut sonniger Tag, wieder waren wir zu warm angezogen. Gerne wollten wir sehr früh raus und zum Beispiel zum Old Man of Storr hochwandern, doch wir waren bettschwer, die lange Autofahrt schreckte uns ab und es lohnt nicht wieder zurück zu fahren und bis zum Sonnenuntergang wird der Tag dann zu lang. So waren wir erst um kurz nach 9:00 Uhr unterwegs, zu spät für gutes Fotolicht.

Mehrfach wurde uns ein Strand mit weißem Sand Richtung Dunvegan empfohlen. Die Straßen dahin waren anfangs gut, sie wurden enger und löchriger. Auch so eine Straße, die wir mit dem Mobil nicht fahren würden. Die schattigen Stellen waren mit Eis verziert, ich erwähnte es, weil es so lokal außergewöhnlich wirkte. Gunter meinte: “Nein, das ist kein Eis, es ist nicht kalt. Das sind Flechten” Aha, da waren plötzlich überall Flechten. Esra nannte es dann schließlich schmunzelnd “Kristallmoos”. Wir sahen es den ganzen Tag und grinsten nur noch vor uns hin. Es war also kalt, wir merkten es nur nicht! Schon seltsam. Die Sonne schien warm und hell, überall klares Wasser, welches das Licht refektierte. Wir sogen die Sonne und die meerigen Inselaussichten auf, wie ein trockener Schwamm das Wasser.

Februar in Schottland

Februar in Schottland

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19. Februar 2013

“Clear Skye” – blauer Himmel auf der Isle of Skye – Talisker Bay

Ein weiterer Tag ohne Wolken und Regen. Das Wetter ist für die Fotografie zu schön :-) Tatsächlich!

Wir hatten uns mit Kenny wegen der Austernfarm verabredet. Die kleine Hütte mit dem Boot und dem Laden fanden wir schnell, sie ist nicht weit von Fiskavaig wo wir wohnen. Kenny erwartete uns, wir löcherten ihn mit Fragen.

Die Austernzucht hatte er vor mehr als 30 Jahren angefangen. Hier in Schottland werden kaum Austern kultiviert, so hat er wenig Konkurrenz. Mittlerweile hat der Schwiegersohn die Farm übernommen, Kenny ist ja beim Whisky beschäftigt :-)

Die Austern werden in diesen Netztaschen am Ende des Loch Harports (Fjords) auf Gestellen gelagert und zweimal täglich von der Flut umspült. Kenny meint, nur wenige der Taschen gehen bei Stürmen verloren und diese kann er nach und nach wieder einsammeln. Die Austern brauchen etwa 3-4 Jahre bis sie erntereif sind. Früher wurden sie an den Großhandel verkauft. Das ist jetzt nicht mehr möglich.  Kenny möchte ein  paar der etwa 50000 Besucher der Talisker Distillerie zum wenige Meter entfernten Austernladen locken, um dort die frische Ware an die Kunden zu bringen.

Wie viele Unternehmen auf der Isle of Skye ist auch die Austernfarm von den Touristen abhängig. Letztes Jahre wäre es wohl wegen der Olympischen Spiele in London ganz schlecht gewesen mit den Touristen auf der Insel. Wir halten den beiden Männern die Daumen, dass sich das Austerngeschäft auch zukünftig lohnen wird.

Kenny, der die Austernfarm vor fast 30 Jahren gründete

Kenny, der die Austernfarm vor fast 30 Jahren gründete

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