Wer hält die Belle Île sauber? Nachhaltigkeit auf der Insel

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Der Müll an den Stränden

Nachdem wir am Strand von Donnant Müll gesammelt hatten, nicht viel und vor allem Kleinkram, schauten wir auch genau auf andere Strände. Die populären Strände Baluden und Grand Sables: Fehlanzeige – fast gar kein Müll. Auf unserer Wanderung (darüber bald mehr!) entlang der Cote Sauvage hatten wir  öfters von oben herab Einblick in kleinere, schwer zugängliche Buchten, und dort hatte sich einiges an Unrat angehäuft.

Michael und Gabi im Center

Michael und Gabi im Center

Im Gespräch, Gabi und Esra stellen zahlreiche Fragen

Im Gespräch, Gabi und Esra stellen zahlreiche Fragen

Wäre optimal: Ökotoilette - das wertvolle Regenwasser nicht zum spülen nutzen!

Wäre optimal: Ökotoilette – das wertvolle Regenwasser nicht zum spülen nutzen!

Räumt da etwa jemand regelmäßig auf?

Über http://belle-Ile-nature.org kontaktierten wir Michael Querré von CPIE (CENTRE PERMANENT D’INITIATIVES POUR L’ENVIRONNEMENT), der in seinem Büro, das Maison de la Nature, in der Nähe der Zitadelle Vauban in Le Palais hat. Michael und drei weitere Mitarbeiter sind das Team von CPIE. Michael ist fast der Prototyp eines Naturschützers, groß, Pullover, Turnschuhe und Bart. Er beantwortete gerne unsere Fragen, sogar auf Englisch.
Tatsächlich gibt auf der Insel eine Art Strandwächter, die regelmäßig die leichter zugänglichen, populäreren Strände kontrollieren und den Müll beseitigen. Und es gibt viele Inselbewohner, denen der Zustand der Belle Île am Herzen liegt. Zusätzlich organisiert Michael seit 10 Jahren Müllsammelaktionen an den Stränden.

Michael meinte, dass im Winter der Müll, der aus dem Meer angespült wird überwiegt. Im Sommer sind es leider die zahlreichen Besucher der Strände, die Flaschen und sonstigen Unrat liegen lassen.

Überall auf der Insel zu finden - Sammelcontainer für Flaschen

Überall auf der Insel zu finden – Sammelcontainer für Flaschen

Wie geht Belle Île allgemein mit dem Müll um?

Wiederverwertbarer Abfall wird an Recyclingpunkten gesammelt, dann in Container gepackt und per LKW und Fähre zu Recyclingfirmen auf dem Festland gebracht.

Michaels Organisation CPIE nimmt auch defekte Geräte und Sachen an, die reparaturwürdig erscheinen. Diese werden wieder instand gesetzt und günstig weiterverkauft. Der normale Hausmüll landet klassisch auf der einzigen Mülldeponie der Insel. Das ist nicht optimal, aber zur Zeit der einzig realisierbare Weg.

Was mach CPIE sonst noch?

Michael hält regelmäßig Vorträge an Schulen und veranstaltet Naturführungen für Schulklassen, Touristengruppen und andere Interessierte. CPIE setzt sich für nachhaltigen Tourismus und naturverträgliche Landwirtschaft ein. Es gibt Initiativen für den Schutz von Tier- und Pflanzenwelt, und für den verantwortungsvollen Umgang mit den begrenzten Wasserreserven.

Michael betont, dass die Schwimmbäder einiger Ferienhäuser in anbetracht des großen Schwimmbades, welches die Insel umgibt – nämlich das Meer – ausreichen sollten. Außerdem wäre es kritisch, wenn im Sommer die Touristen nach jedem Bad im Meer duschen.
Die Wasserwirtschaft der Insel ist ein sensibles Unterfangen. Belle Île hat nur das Regenwasser als Resource, das gesammelt und gereinigt die Haushalte versorgt. Probleme gibt es regelmäßig in den Sommermonaten, wenn sich die Inselpopulation verachtfacht.

Überall auf Belle Île stoßen wir auf eingezäuntes Gelände. Hier hat der CPIE Schutzzonen eingerichtet, damit sich der natürliche Bewuchs regenerieren kann, der durch unachtsame Wanderer in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Belle Île, eine Perle im Ozean

Das stimmt! Die Insel macht einen sauberen, aufgeräumten Eindruck. Die Strände sind weitgehend sauber, an den Straßenrändern liegt kein Müll, und die Häuser mit ihrer inseltypischen adretten Bemalung wirken wie kleine Schmuckstücke. Hausruinen gibt es so gut wie nicht, Häuser sind auf der Insel begehrt und sehr teuer. Nur einige Bauernhöfe fallen aus dem Rahmen. Auf denen herrscht das übliche organisierte Chaos, aber da wird ja auch gearbeitet.

großer Strand - Grand Sable

großer Strand – Grand Sable

Sauberer Strand, Bordardoue

Sauberer Strand, Bordardoue

Nachhaltigkeit auf Inseln

Die Belle Ile hat etwa 20000 Besucher im Sommer im Gegensatz zu den ca. 5160 Einwohnern. Gerade Inseln, die ein touristisches Highlight sind, müssen sich um nachhaltigen Tourismus bemühen. Es ist extrem teuer, den Müll per Fähre von der Insel zu schaffen, Wasser ist begrenzt.

Menschen suchen unberührte Natur, oder wenigstens Rückzugsgebiete in die Natur. Wir freuen uns sehr darüber entlang dieser außergewöhnlichen Küste wandern und die frische Meeresluft atmen zu können.

Wie siehst Du das? Machst Du gern Urlaub auf Inseln? Hast Du Dir dann Gedanken um die Wasserversorgung, die Müllentsorgung und so weiter gemacht?

Überhaupt: was ist das Besondere an Inseln?

Wir freuen uns, Deine Meinunge dazu in den Kommentaren zu lesen!

Gabi

hier schreibt Gabi

Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie!
Am besten - alles zusammen!

Autor: Gabi

hier schreibt Gabi Ich liebe das Reisen, die Fotografie und meine Familie! Am besten - alles zusammen!

8 Kommentare

  1. Jetzt hätte ich doch fast eine Reise von euch verpasst, da euere Beiträge nicht (mehr) in meinem WordPress Reader erscheinen. Tolle Bilder von dieser Insel.

    Meine letzten Inselbesuche waren nur Stipvisiten, u.a. auf der kleinen Aran-Insel Inis Oírr. Leider waren wir nur ein paar Stunden dort, aber ich fragte mich doch wie es wohl sein müsste, wenn man fast alles was man braucht mit dem Boot transportieren muss und von Wetter, Ebbe und Flut abhängig ist. So eine Insel ist bestimmt eine ganz eigene Welt in der die Bewohner viel mehr voneinander abhängig sind als anderswo.
    Einen ganzen Urlaub auf einer Insel verbringen? Das käme drauf an wie groß die Insel ist und was man dort alles machen kann. Ich fahre im Urluab ja meist nach maximal vier Nächten weiter an einen anderen Ort, zu neuen Abenteuern, …

    Euch noch ne Wunderschöne Zeit auf „euerer“ Insel!

    • Hi Claudia,

      wir haben ja bereits einige Inseln besucht und ich bin der Meinung, sie haben einen ganz besonderen Reiz.
      Ich kann Dich aber auch gut verstehen – nach vier Tagen weiter ziehen. Vielleicht haben wir das zu lang so gemacht?

      Komisch, dass Dein WordPress Reader unsere Beiträge nicht mehr anzeigt? Ich habe nichts geändert.
      Du könntest unseren Newsletter abonnieren, dann verpasst Du garantiert keine Reise 🙂

      liebe Grüße

      Gabi

  2. Schon bei dem Bericht von der Strandreinigung habe ich mich gefragt, wo Eure Mülltüte wohl landet. Das der von Euch mühsam gesammelte Müll danach „offiziell“ an eine andere Stelle der Insel geschmissen wird, ist natürlich schade.
    Schaut Ihr Euch auch die Deponie an?
    Auf Korsika habe ich das ähnlich erlebt. Dort gab es abgelegene Buchten, die als Müllkippe herhalten mussten. Meine größte Sorge bei diesem lang zurückliegenden Urlaub auf der Insel waren allerdings streikende Fährschiffer. Daher habe ich lieber eine Brücke zu „meiner“ Insel 🙂
    Euch noch viel Spaß auf der schönen Insel.
    Liebe Grüße,
    Gerhard

    • Eine liebe Freundin schenkte mir einen Aufkleber fürs Auto:
      If you throw things away, where is away?
      Gerade auf kleinen Inseln wird man sich des Mülls mehr bewußt. Aber auf dem Festland muss der ganze Kram auch irgendwo hin, oder?
      Das mit den Fähren ist dann noch ein anderes Thema – da werden wir auch bald noch drüber schreiben!

      liebe Grüße
      Gabi

  3. Hallo Gabi !
    Auch ich liebe das Meer, und Inseln ziehen mich so an,weil ich mich nirgendwo so glücklich, lebendig und frei fühle! Jedes Mal,wenn ich meine Urlaubsinsel verlassen muss, wünsche ich mir, länger bleiben zu können. Jede Insel hat ihren Charme, ihre Magie…Nach Sardinien, Stromboli und den Ostfriesischen Inseln,habe ich letztes Jahr Belle-Ile kennengelernt

  4. Mein großer Traum ist es,ein ganzes Jahr auf der Insel zu verbringen,um die wunderbare Natur in allen Jahreszeiten zu erleben,und auch dort zu arbeiten, und die freundlichen Menschen besser kennenzulernen…
    Liebe Grüße von Sylva

    • Ja, das würde ich auch gern. Wäre gern wenigstens drei Monate im Winter nach Bornholm gegangen.
      Kann Deine Begeisterung sowas von verstehen 🙂
      liebe Grüße

      Gabi

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