Die Wahl der „richtigen“ Reisekamera

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Der Ratgeber für die erfolgreiche Reisefotografie
Teil 1: Die Wahl der richtigen Kamera

Aktualisiert am 4. August 2017

Für das Allradler Magazin haben wir einen ausführlichen, fünfteiligen Bericht über die Reisefotografie geschrieben. Da heutzutage fast jeder mit Kamera reist, ist das Thema auch für jeden interessant. Bist du noch auf der Suchen nach der perfekten Reisekamera? oder bist du mit deinen Reisefotos nicht zufrieden? Dann lies weiter…

Das beste Souvenir sind eigene Reisefotos

Fast jeder, der heutzutage verreist, hat eine Kamera dabei, und sei es die im Smartphone integrierte. Eigene Bilder und auch Filmsequenzen sind halt die wichtigsten Souvenirs und Gedächtnisstützen, engstens verbunden mit unseren Erinnerungen und Emotionen. Sie sind auch die favorisierten Vorzeigeobjekte im Freundes- und Bekanntenkreis.
Leider nutzen die meisten Leute nur einen kleinen Teil der Fähigkeiten ihrer Kamera, und verschenken Qualität und Gelegenheiten für außergewöhnliche Bilder.

Was macht ihr denn hier? Es ist doch dunkel?

Oft werden wir in der Abenddämmerung beim Fotografieren ganz ungläubig von Leuten beobachtet und auch angesprochen: „Was macht ihr denn jetzt noch? Es ist doch schon zu spät für Fotos! Heute mittag war es schön, da schien die Sonne!“ Oder, wir zeigen einen unserer Kalender herum und hören: „Klasse, ihr müsst eine teure Kamera haben. Ich mache ja nur Knipsbilder mit meiner kleinen.“

Die Kamera ist immer schuld

Diese Leute zeigen auch gerne ihre Bilder, entschuldigten aber permanent die mangelnde Qualität der Aufnahmen: die Kamera war schuld, die eigene Unkenntnis der fotografischen Technik, fehlendes Wissen zur Bildgestaltung.
Mit wenigen gezielten Ratschlägen und Erklärungen zu den Kameraeinstellungen und zur Bildgestaltung konnten wir diesen Reisenden schon direkt vor Ort zu merklich besseren Bildern verhelfen, auch wenn sie nur einfache Kameras hatten.

Links eine Edelkompakte mit Festbrennweite, die teuerste im Quartett, daneben eine digitale Spiegelreflexkamera, die größte und schwerste der vier. Als nächstes folgt eine Superzoom-Kompaktkamera mit dem größten Brennweitenbereich, und ganz rechts die silberne Kompaktkamera ist wasserfest, staubfest und kann sogar tauchen.

Links eine Edelkompakte mit Festbrennweite, die teuerste
im Quartett, daneben eine digitale Spiegelreflexkamera, die größte und schwerste der vier. Als nächstes folgt eine Superzoom-Kompaktkamera mit dem größten Brennweitenbereich, und ganz rechts die silberne Kompaktkamera ist wasserfest, staubfest und kann sogar tauchen.

Da haben wir uns gedacht, sammeln wir mal unsere Tipps und präsentieren sie mit Beispielen in diesem Ebook, für alle, die etwas mehr aus ihren Fotos machen wollen. Gut komponierte und technisch sauber aufgenommene Bilder schaffen Eindruck bei Freunden und Bekannten, und natürlich auch in Facebook & Co.
Im diesem ersten Teil geht es um die Wahl der passenden Kamera. Es folgen Bildgestaltung, Fototechnik, Zubehör und Nachbearbeitung.

Die ideale Reisekamera gibt es nicht!

weil:

  • A    Keine Kamera kann alles
  • B    Jeder hat eigene Vorstellungen, was die ideale Kamera können soll
  • C    Es kommt darauf an, was man mit den Fotos machen will

Die wichtigsten Kameratypen in der Übersicht

Wir stellen euch hier die wichtigsten Kameratypen mit ihren Vor- und Nachteilen und Besonderheiten vor. Dazu empfehlen wir als Beispiel einige aktuelle Modelle (zum Zeitpunkt der Drucklegung), damit euch die Qual der Wahl etwas leichter fällt. Verzeiht uns, dass wir diese Listen nicht permanent aktuell halten. Bei der Masse an Neuerscheinungen wäre das zu viel Aufwand, und dafür gibt es genügend Fotoforen und -websites.Wir werden an dieser Stelle auch nicht die Spezifikationen all dieser Kameras auflisten, die lassen sich ebenso leicht im Internet abrufen, zusammen mit Bewertungen und Kommentaren.

Weil fast alle digitalen Kameras, inklusive der Smartphones, Filme in mindestens 720p High Definition, wenn nicht sogar Full-HD aufnehmen können, spielt dieses Feature keine Rolle als Auswahlkriterium.
Den neuesten Trend, Filme in 4K aufnehmen zu können, finde ich (Gunter) zumindest verfrüht. 4K braucht wesentlich mehr Speicherplatz und stellt für Bearbeitung und Präsentation hohe Anforderungen an die Hardware, was ganz schön ins Geld gehen kann. Das seht ihr am deutlichsten an den Preisen für 4K-Beamer.

Für Schnappschüsse ist eine kleine Kompaktkamera oft besser als die große Ausrüstung, die wegen ihres Gewichtes gerne im Kofferraum liegen bleibt.

Für Schnappschüsse ist eine kleine Kompaktkamera oft besser als die große Ausrüstung, die wegen ihres Gewichtes gerne im Kofferraum liegen bleibt.

 

 

Wir fangen mit den einfachen Handykamera für den Gelegenheitsknipser an, und gehen bis zur umfangreichen Spiegelreflexausrüstung, geeignet für höchste Bildqualität und für fotografische Spezialgebiete.
Neben den bekannten Herstellern wie Canon, Nikon, Panasonic, Olympus, Ricoh, Leica, Fujifilm, Samsung und Sony gibt es eine Unzahl anderer Marken, die meist die gleichen Produktionsstätten in Asien haben.
Wir raten zu den Kameramodellen der Markenhersteller. Die haben in der Regel das KnowHow und die entsprechende Fertigungsqualität.
Wir kaufen auch nicht die allerneuesten Modelle, sondern warten ab, bis genügend Tests und Erfahrungsberichte vorliegen, und bis die Kinderkrankheiten beseitigt sind.
Selbstverständlich spricht nichts dagegen, wenn ihr euch mehrere Kameras für verschiedene Gelegenheiten zulegen wollt.

1. Smartphone- und Handykameras

Das sind die Kameras für Leute, die nicht viel mit Fotografie im Sinn haben und keinen gesteigerten Wert auf Bildqualität legen. Ein eingebautes Zoom gibt es fast nie, für den Tele-Effekt, das Heranholen des Motivs, wird einfach ein kleinerer Ausschnitt aus dem Gesamtbild verwendet, mit entsprechend geringerer Auflösung.
Die besten Smartphone-Kameras kommen inzwischen an die Bildqualität, aber nicht an die Vielseitigkeit von Kompaktkameras heran. Die Spitzenmodelle liefern erstaunlich gute, brauchbare Bilder. Und Smartphones sind natürlich (fast) immer dabei.

  • klein und leicht
  • immer dabei
  • einfach losfotografieren, keine große Einstellerei nötig

 

  • relativ schlechte Bildqualität (im Vergleich zu Kameras)
  • nur Festbrennweiten, d.h. nur Digitalzoom mit Qualitätsverlustmeist
  • sehr teuer (wenn man das Smartphone nur wegen der Kamera kauft)

Smartphones sind geeignet für:

Leute, die sich nicht mit extra Kamerakram abschleppen wollen
Leute, denen hauptsächlich der Erinnerungswert von Fotos wichtig ist
vergeßliche Leute, die zumindest ihr Smartphone nicht zuhause liegen lassen

Rolf Dybvig, der Leuchtturmwärter von Lindesness

Rolf Dybvig, der Leuchtturmwärter von Lindesness

Empfehlenswerte Modelle:

Ziemlich alle Smartphones der Oberklasse haben brauchbare Kameras an Bord, eine gute Kamera ist immerhin eines der Hauptkaufargumente. Wie ernst Smartphone-Kameras inzwischen genommen werden, zeigt die Tatsache, dass www.dpreview.com, die weltweit renommierte Kameratest-Webpage, Smartphone-Kameras als eigene Sparte in ihr Testprogramm aufgenommen hat.  Aktuelle Modelle mit sehr guten Kameraeigenschaften sind zum Beispiel:

LG G6
iPhone 7 Plus
Google Pixel XL

2. Kompakte Digitalkameras

Wir betreten das Feld der Hosentaschenkameras, die kaum mehr auftragen als ein Smartphone, aber schon einiges mehr bieten. Die bessere Bildqualität gegenüber den Smartphones und leistungsfähige Zoomobjektive haben diese Kameras populär gemacht.
Smartphones und Tablets haben die billigen Digitalknipsen aus dem Markt gedrängt, behaupten können sich nur noch solche Modelle, die einen echten Mehrwert gegenüber Smartphones bieten.

Diese Muschel wurde mit einer tauchfähigen Kompaktkamera unterwasser fotografiert. Die Aufnahmen lassen sich in guter Qualität bis ca. 40x60 cm printen

Diese Muschel wurde mit einer tauchfähigen Kompaktkamera unterwasser fotografiert. Die Aufnahmen lassen sich in guter Qualität bis ca. 40×60 cm printen

Interessant in dieser Klasse sind nach wie vor die stoss-, staub- und wasserfesten Modelle, die gut zum Offroad- und Trekking-Image passen, einen Strandurlaub unbeschadet überleben und allgemein robuste Behandlung nicht übelnehmen.

  • kompakt und leicht
  • Unterwasser-Modelle sind sehr widerstandsfähig
  • vielseitig einsetzbar
  • einfach zu bedienen
  • Motivprogramme machen die Einstellerei für Laien einfach
  • preislich sehr attraktiv

 

  • bei schlechten Lichtverhältnissen stoßen die Kompakten schnell an ihre Grenzen
  • kaum mit Zubehör ausbaufähig
  • Bildqualität kommt nicht an die, der Kameras mit größerem Sensor heran
  • Autofokus und Auslöseverzögerung nicht immer ausreichend flott

Kompaktkameras sind geeignet für:

unbeschwertes Fotografieren
Leute, die ihren Kameras einiges zumuten wollen (Unterwasser-Modelle)
Reisende mit begrenztem Budget, wobei es nach oben kaum Grenzen gibt

Nah- und Makroaufnahmen lassen sich mit fast jeder Digitalkamera machen. Hier haben die Kompaktkameras systembedingt sogar einige Vorteile: geringes Gewicht, kein Zubehör nötig und große Tiefenschärfe.

Nah- und Makroaufnahmen lassen sich mit fast jeder Digitalkamera machen. Hier haben die Kompaktkameras systembedingt sogar einige Vorteile: geringes Gewicht, kein Zubehör nötig und große Tiefenschärfe.

Empfehlenswerte Modelle:

Panasonic Lumix DMC-LX15
Sony Cyber-shot DSC-RX100 III
Olympus TG-5
Ricoh WG-50 (ehemals Pentax)
Canon Powershot D30
diese drei letzten sind wasserdicht und stossfest.

3. Superzoom-Kameras

Diese Modelle zählen wegen ihrer Sensorgröße im Grunde zu den Kompaktkameras, sind aber wesentlich klobiger gebaut und passen nicht mehr in die Jackentasche. Grund ist das mächtige Zoomobjektiv mit Zoomfaktoren aktuell bis zu 100-fach. Damit macht ihr mit einem Dreh erst Übersichtsaufnahmen und rückt dann weit entfernten Tieren fotografisch dicht auf die Pelle. Gutes Licht vorausgesetzt.
Damit diese starken Telebrennweiten überhaupt sinnvoll eingesetzt werden können, brauchen die Superzoom-Kameras einen effektiven Bildstabilisator. Diese Kameras sind trotzdem nichts für zittrige Hände.

Die lange Telebrennweite der Superzoomkameras holt auch scheue Tiere nah heran, sofern es die Lichtverhältnisse erlauben.

Die lange Telebrennweite der Superzoomkameras holt auch scheue Tiere nah
heran, sofern es die Lichtverhältnisse erlauben.

Zubehör gibt es nur im begrenzten Umfang, wie etwa Adapter für Filter und Sonnenblenden, oder externe Blitzgeräte.

  • riesiger Zoombereich, ideal auch für Lauffaule
  • Heranholen weit entfernter Objkekte ohne großen Qualitätsverlust (echtes Zoom)
  • viele Motivprogramme zur einfacheren Bedienung
  • liegen im preislich attraktiven Segment
  • gute Makroeigenschaften, ideal für Insekten, Blumen, Details etc.

 

  • für eine Kompaktkamera recht klobig, eine separate Tasche ist nötig.
  • die langen Telebrennweiten sind nur bei gutem Licht vernünftig nutzbar
  • Bildqualität kommt nicht an die, der Kameras mit größerem Sensor heran
  • erfordert im Telebereich viel Übung und eine sehr ruhige Hand beim Auslösen, trotz Bildstabilisator
  • bei etlichen Modellen arbeitet der Autofokus nicht gerade flott, und die
    Auslöseverzögerung ist merkbar lang

Superzoom-Kameras sind geeignet für:

Leute, die gerne Details fotografieren
Leute, die entfernte Objekte nah ran holen wollen (hat auch bildgestalterische Vorteile)
Leute, die ein Maximum an Einstellmöglichkeiten haben möchten
Leute, die zu bequem zum Herumlaufen sind
Leute, die nicht gerne Zubehör mit herumtragen wollen

Empfehlenswerte Modelle:

Panasonic Lumix DMC-FZ300
Nikon Coolpix P900
Canon PowerShot SX730 HS

Für extreme Teleaufnahmen sind Superzoom- und Spiegelreflexkameras besonders gut geeignet.

Für extreme Teleaufnahmen sind Superzoom- und Spiegelreflexkameras besonders gut geeignet.

4. Edelkompakte mit großem Bildsensor

Mit dieser Kameraklasse stoßen wir die Tür zur „ernsthaften“ Fotografie weit auf. Ihre Aufnahmesensoren sind wesentlich größer, als die Sensorchips der Kompakten. Das zeigt sich direkt in einer besseren Detailzeichnung und wesentlich geringerem Bildrauschen. Deswegen könnt ihr damit in Innenräumen ohne Blitz und in der Dämmerung freihand fotografieren, mit einwandfreien Bildergebnissen.
Edelkompakte haben ein fest verbautes Objektiv und kommen gerne im klassischen Retrostyle daher. Sie verlangen eine gewisse Kenntnis der Fototechnik, um das Bestmögliche aus den gebotenen Einstellmöglichkeiten zu machen.
In der Regel ist die Bauweise robust und die Objektive hochwertig. Diese Kameras bieten die Option, im RAW-Format zu fotografieren, was bedeutet, dass euch bei der Nachbearbeitung wesentlich mehr Bilddetails und Korrekturmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Edelkompakte mit großem Aufnahmesensor haben lichtstarke Objektive und liefern auch in der Nacht rauscharme Aufnahmen bei hohen ISO-Werten

Edelkompakte mit großem Aufnahmesensor haben lichtstarke Objektive und liefern auch in der Nacht rauscharme Aufnahmen bei hohen ISO-Werten

Edelkompakte sind an die klassischen Reisekameras angelehnt, und oft populären Reporterkameras, wie den Leica M-Modellen, nachempfunden.
Bei den teureren Modellen werden edle Materialien verbaut, sie sollen einen Hauch von Exklusivität ausstrahlen.
Edelkompaktkameras haben keinen Riesenzoombereich, manchmal sogar nur eine feste Brennweite. Das muss nicht zwangsläufig ein Nachteil sein, es zwingt dadurch den Fotografen, sich intensiv mit seinem Motiv auseinanderzusetzen.
Durch Konzentration auf das Wesentliche, lassen sich hochwertige, eindrucksvolle Reiseimpressionen schaffen. Und es gibt wirklich Leute, die das mögen. Auch wir, wenigstens ab und zu.

  • sehr gute Bildqualität, deutlich über der von normalen Kompaktkameras
  • hohe ISO-Einstellungen ohne übermäßiges Rauschen, damit ideal für Bilder
    in der Dämmerung
  • ideal für Innenraumaufnahmen ohne Blitz
  • solide Bauweise und edle Materialien
  • auf hohe Leistung getrimmtes, an die Kamera angepasstes Objektiv
  • Verwendung des RAW-Formates, damit lässt sich bei der Nachbearbeitung am PC
    mehr aus den Bildern herausholen
  • noch kompakt und handlich, tragen auf Reisen kaum auf
  • fühlen sich angenehm und hochwertig an

 

  • keine Erweiterbarkeit durch Wechselobjektive
  • relativ hohe Anschaffungskosten
  • Nicht wirklich als Sammlerstücke geeignet, dafür macht die Digitaltechnik zu rasche Fortschritte
  • für den unbedarften Fotolaien weniger geeignet
  • bei einigen Modellen sind keine Filter/Sonnenblenden montierbar
  • im RAW-Format brauchen die Bilddateien recht viel Speicherplatz
Auch in dunklen Innenräumen, wie hier in einem Museum, sind Edelkompaktkameras gute Begleiter.

Auch in dunklen Innenräumen, wie hier in einem Museum, sind Edelkompaktkameras gute Begleiter.

Edelkompakte sind geeignet für:

Leute, die hohe Bildqualität schätzen und sich für beste Ergebnisse mit der Nachbearbeitung auseinandersetzen wollen
Leute, die atmosphärische Fotos in der Dämmerung oder in Innenräumen machen wollen
Leute, die gewillt sind, ein bißchen mehr Geld in die Fotografie zu investieren
Leute, die mit den fotografischen Grundlagen vertraut sind
Leute, die keine schwere Kameraausrüstung schleppen wollen

Drei Modelle mit Festbrennweiten, die das Zeug zum Klassiker haben:

Fujifilm X100F
Leica Q (Typ 116)  (interessant,  was es für 4000 Euro gibt)
Ricoh GR II

5. Actioncams

Die GoPro Hero in ihren verschiedenen Ausführungen ist der bekannteste Vertreter dieser faszinierenden Gruppe. Sie ist ein streichholzschachtelgroßes Gerät, das weder Entfernungseinstellung, noch Zoomobjektiv hat. Auch ein Sucher fehlt, die GoPro kann aber mit dem Smartphone kommunizieren, welches als Sucher dienen kann.
Actioncams sind keine Kamera für alle Fälle. Dafür ist es die ultimativen Fun-Kameras mit einem Superweitwinkelobjektiv, welches das komplette Gesichtsfeld einfängt. Die GoPro Hero 3 macht Bilder, Bilderserien und Filme von Zeitraffer bis Zeitlupe, und das in guter Qualität, vergleichbar mit den Kompaktkameras.

Wir waren mit dem Boot Angeln und hatten die GoPro an einem langen Stock befestigt und direkt in die Möwenschar hineingehalten.

Wir waren mit dem Boot Angeln und hatten die GoPro an einem langen Stock
befestigt und direkt in die Möwenschar hineingehalten.

Man kann Actioncams überall anbringen: am Fahrrad- oder Motorradhelm, an der Windschutzscheibe, am Rückspiegel, an der Stoßstange, am Surfbrett, am Gleitschirm, an Modellflugzeugen, am Tennisschläger, am Lenkdrachen etc.
In ihrem mitgelieferten wasserdichten Gehäuse macht sie fast alles mit und ist nicht kleinzukriegen. Der spaßlimitierende Faktor ist in der Regel die etwas knappe Akkulaufzeit.
Inzwischen haben auch andere Hersteller die Zeichen der Zeit erkannt und bringen eigene Actioncams auf den Markt. Oft sind das einfacher ausgestattete Modelle für weniger als die Hälfte des Preises der GoPro Hero 3 oder 4.
Gegen diese günstigen Actioncams ist nichts einzuwenden, wenn ihr mit den technischen Einschränkungen klarkommt, oder nur mal in dieses Einsatzgebiet reinschnuppern wollt.

Die GoPro für Normalos – Motivideen

  • klein, leicht und mit hohem Spaßfaktor
  • wenige Bedienungselemente, unter Umständen gewöhnungsbedürftig
  • viele Videomöglichkeiten

 

  • nur eine stark weitwinklige Brennweite mit Fixfokus
  • nur bei hellem Licht aktzeptable Bildqualität
  • nicht sehr lange Akkulaufzeiten, besonders bei WiFi-Steuerung mit Smartphones
  • Zubehörteile sind recht teuer
  • standardmäßig kein Sucher vorhanden

Actioncams sind geeignet für:

Leute, die verrückte Sachen aus verrückten Blickwinkeln aufnehmen wollen
Leute die gerne mitten im Geschehen stehen,
Leute, die eine stoß-, wasser-, fall-, vibrations- und staubfeste Kamera wollen
Leute, die sich nicht weiter um Kameratechnik und Einstellungen scheren wollen
Leute, die gerne mit Zeitlupen- und Zeitraffervideos experimentieren
Leute, die gerne schnorcheln und tauchen, und dabei filmen und fotografieren

Mit einer Actioncam lassen sich unbeschwert lustige Schnappschüsse machen.

Mit einer Actioncam lassen sich unbeschwert lustige Schnappschüsse machen.

Actioncams werden zunehmend populärer, das Angebot immer umfassender. Hier ein Überblick über die Vielfalt.

6. Spiegellose Systemkameras und Digitale Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven

Diese beiden Klassen haben wir hier bewusst zusammengefasst, weil sie ähnlich hervorragende Bildqualität liefern und sich von Handhabung, Funktion und Ausbaubarkeit nicht grundsätzlich unterscheiden.
Im Prinzip handelt es sich um modulare Kamerasysteme, die nach Wunsch und Einsatzzweck zusammengestellt werden können.
Diese Kameramodelle haben großdimensionierte Sensorchips, die hohe Empfindlichkeiten mit geringem Rauschen, und damit Fotografieren in der Dämmerung und bei wenig Licht ermöglichen.

Innenaufnahmen wirken ohne Blitzlicht viel stimmungsvoller. Ein Stativ solltet ihr für diese Fälle dabei haben, trotz hoher Empfindlichkeitseinstellung.

Innenaufnahmen wirken ohne Blitzlicht viel stimmungsvoller. Ein Stativ solltet ihr für diese Fälle dabei haben, trotz hoher Empfindlichkeitseinstellung.

Spiegellose Systemkameras sind etwas kompakter, leiser und leichter, und es gibt (noch) weniger Zubehör. Die Objektive dafür sind vergleichsweise lichtschwach, weil die Kompaktheit im Vordergrund steht. Der Bildausschnitt bei Systemkameras wird großteils, wie auch bei der Masse der Kompaktkameras und Smartphones, über das rückseitige Display eingestellt. Wir geben zu, wir sind keine großen Fans dieser Methode, da es bei dieser körperfernen Haltung leichter zu Verwacklungen kommt. Wir bevorzugen Modelle „mit Durchblick“. Viele Systemkameras haben deshalb einen elektronischen Durchsichtsucher eingebaut, oder er kann nachgerüstet werden.
Spiegelreflexkameras (DSLRs) lenken das durch das Objektiv einfallende Licht über einen Spiegelmechanismus und Prismen zum Suchereinblick. Das Sucherbild ist meist heller und klarer, als der elektronische Sucher, und es ist absolut verzögerungsfrei. Im Moment der Aufnahme klappt der Umlenkspiegel hoch und lässt das Licht zum Aufnahmesensor durch. Das macht sich durch eine kurze Abdunklung des Suchers bemerkbar. Das ist auch ein Nachteil, DSLRs lösen geräuschvoller aus.

Nachtaufnahmen sind die Domäne für Kameras mit großem Sensor. Dadurch bleibt das Bildrauschen in vertretbarem Rahmen.

Nachtaufnahmen sind die Domäne für Kameras mit großem Sensor. Dadurch bleibt das Bildrauschen in vertretbarem Rahmen.

Neben reichhaltigem Zubehör gibt es für Spiegelreflexkameras eine große Auswahl von Objektiven, lichtstarke Teleobjektive, Shiftobjektive, Supermakros und mehr.
Spiegelreflexkameras haben das ausgereiftete und schnellste Autofokus-System all der vorgestellten Kameraklassen.
Allerdings strengen sich die Systemkamerahersteller gewaltig an, die Performance-Unterschiede zu den Spiegelreflexkameras zu verringern.

Was solltet ihr bei eurer Entscheidung für ein System beachten?

Legt ihr mehr Wert auf eine leichte Ausrüstung, rate ich zu einer Systemkamera mit zwei Wechselobjektiven. Fotografiert ihr gerne Actionszenen, oder Tiere in freier Wildbahn, dann kommt ihr um eine Spiegelreflexkamera im oberen Leistungssegment und um lichtstarke Tele-Objektive kaum herum.
Wer die Anschaffung solch eines Kamerasystems ins Auge fasst, hat in der Regel schon einige Erfahrung mit der Fotografie gesammelt und plant, seine Möglichkeiten Stück für Stück mit passendem Zubehör zu erweitern.

  • durch Zubehör und Objektive ist die Ausrüstung perfekt auf die eigenen
    Bedürfnisse anpassbar
  • sehr hohe Bildqualität in Verbindung mit entsprechenden Objektiven möglich
  • sehr hohe ISO-Empfindlichkeitswerte ohne übermäßiges Bildrauschen einstellbar, ideal für dunkle Räume, in der Dämmerung und nachts
  • Kameramenüs und Einstell-Elemente bieten vielfältige Optionen und sind exakt auf die eigenen Fotografiegewohnheiten einstellbar
  • reaktionsschneller Autofokus und kurze Auslöseverzögerung
  • recht wertbeständig, besonders die hochwertigen Objektive
  • Doppelter Spaß mit den Bildern bei der nachfolgenden Bearbeitung der
    RAW-Dateien am PC

 

  • schwerer und voluminöser als kompakte Kameras (in den meisten Fällen)
  • die Ausrüstung bleibt öfters mal im Fahrzeug oder in der Wohnung zurück, weil man keine Lust hat, sich damit abzuschleppen
  • fotografisches Basiswissen sollte vorhanden sein, um die theoretisch erreichbare Qualität auch in ein Bild umzusetzen
  • Die Anschaffung des Kameragehäuses ist ziemlich teuer, und kann mit
    entsprechend hochwertigen Objektiven und  Zubehör richtig ins Geld gehen
  • Bilddateien sind groß und brauchen entsprechend Speicherplatz
  • Beim Objektivwechsel kann Dreck ins Kamera-Innere gelangen und sich auf dem Sensor ablagern (Sensorflecken). Die Reinigung ist aufwendig
  • Wer keine Lust auf die Nachbearbeitung der RAW-Dateien am PC hat, und nur JPGs speichert, verschenkt viel von den gebotenen Möglichkeiten
Solche Dämmerungs- und Gegenlichtaufnahmen setzen hochwertige Kameratechnik und gute Fotografierkenntnisse voraus

Solche Dämmerungs- und Gegenlichtaufnahmen setzen hochwertige Kameratechnik und gute Fotografierkenntnisse voraus

Geeignet für:

Fotobegeisterte, die keine Mühen scheuen, um hochwertige Bilder zu bekommen
Leute, die keine Kompromisse mit der Bildqualität eingehen wollen
Leute, die stimmungsvolle Fotos bei schwachen Lichtbedingungen oder in Innenräumen machen wollen
Leute, die mit den fotografischen Grundlagen vertraut sind

Empfehlenswerte Modelle:

Das Problem ist, aus der Masse der angebotenen Kameras die Richtige herauszusuchen. Es gibt keine wirklich schlechten Gehäuse, mit allen kann man gute Bilder machen. Es gibt nur die falschen Kameras für den geplanten Zweck. Wichtiger ist ein leistungsfähiges Objektiv, die mitgelieferten Kit-Objektive sind oft nur unteres Mittelmaß. Und beachtet, dass ein gutes Objektiv lange hält und leicht einige Generationen an Kameragehäusen übersteht.
Hier müsst ihr selbst vergleichen und am besten mal einige Kameramodelle beim Fotohändler ausprobieren: Liegt das gewünschte Modell gut in der Hand, ist es zu schwer oder nicht stabil genug, komme ich mit der Bedienung zurecht?
Es bringt auch nicht viel, das Teuerste vom Teuren zu kaufen, und dann liegt der Krempel später nur in der Ecke rum, weil die Ausrüstung viel zu schwer, oder die Bedienung zu kompliziert ist.

Spiegellose Systemkameras sind so kompakt, dass sie fast die ideale Reisekamera abgeben.

Spiegellose Systemkameras sind so kompakt, dass sie fast die ideale Reisekamera abgeben.

Entscheidend ist, dass die gewünschte Kamera eurem Einsatzzweck gerecht wird. Ein Tierfotograf wird mehr Augenmerk auf lichtstarke Teleobjektive und Autofokusgeschwindigkeit legen, als ein Landschaftsfotograf. Dafür ist er gewillt einige Kilogramm mehr durch die Natur zu schleppen.
Der Landschafts- und Allround-Fotograf legt mehr Wert auf eine leichte Ausrüstung z.B. für Wander-, Berg- und Klettertouren.
Der Tierfotograf greift zur Spiegelreflexkamera, der Landschaftsfotograf tendiert zur Systemkamera.

Unser Tipp: Fangt erst einmal klein an.

Ein nicht zu schweres Gehäuse eurer Wahl, und ein bis zwei Objektive sind eine gute Basis für eine Reiseausrüstung. Nach einiger Fotografier-Praxis merkt ihr, ob das für eure Erfordernisse ausreicht. Bei Bedarf kauft euch das fehlende Zubehör nach und nach dazu, und macht euch damit vertraut.

Wichtige Informationsquellen im Internet für den Kamerakauf:
http://www.dpreview.com  DIE Digitalkameratestseite im Internet auf Englisch
http://www.digitalkamera.de  Das deutsche Pendant dazu

Auch die Bewertungen bei
http://www.amazon.de
sind hilfreich, wobei die negativen Kommentare mitunter die aufschlussreichsten sind.
Dann viel Spaß beim Kamerakauf!

Für solche Fotos braucht die Kamera manuelle Einstellmöglichkeiten und ein Filtergewinde für das Graufilter. Ohne stabiles Stativ geht das auch nicht.

Für solche Fotos braucht die Kamera manuelle Einstellmöglichkeiten und ein Filtergewinde für das Graufilter. Und ohne stabiles Stativ geht das nicht.

Anmerkung: die meisten hier vorgestellten Kameramodelle haben wir mit Affiliate-Links zu Amazon.de ausgestattet. Damit habt ihr direkt die Produktinformationen, die aktuellen Preise, Kundenfragen und -antworten, Aktionen und Zugriff auf die Benutzerkommentare. Uns falls ihr dann was bei Amazon.de bestellt, bekommen wir auch ein paar Cent ab, die wir dafür nutzen, solche Projekte, wie dieses, zu unterstützen.

Wir stellen unsere Fotoausrüstung in zwei Blogbeiträgen vor:

Gabis Kamerarucksack

Gunters Kameratasche

Diesen ersten Teil der Serie gibt es auch als kostenloses EPaper im PDF-Format für unsere Newsletterabonnenten! Log Dich ein und lad es direkt runter!

Welche Kamera nutzt du? Bist du mit den Ergebnissen zufrieden? Hast du Tipps bezüglich der idealen Reisekamera?

 

Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

Autor: Gunter

Gunter testet gerne neue Geräte wie Kameras, Zubehör, Stative

5 Kommentare

  1. Hallo Gunter,

    dein Artikel hat mir gefallen und ich finde ihn gut geschrieben. Vor allem deinen Satz „Die ideale Reisekamera gibt es nicht!“ unterschreibe ich sofort.
    Meiner Meinung nach äußerst Du die richtigen Gedanken.

    Mein Tipp bezüglich der „idealen“ Reisekamera:

    Liebe Leser/innen egal was ihr für eine Kamera habt, lernt diese zu bedienen, denn auch eine Zehntausend-Euro-Kamera macht keine Fotos mit „wow“ Effekt, sondern derjenige, der den Auslöser drückt.

    Viele Grüße

    Thomas

  2. Hallo Thomas,
    danke für deinen Kommentar. In deinem Weltreiseblog bringst du es auch gut auf den Punkt, auf was es wirklich ankommt: Zu sehen, Ideen zu haben und die Fototechnik zu beherrschen.
    Weiterhin viel Spaß auf eurer Weltreise
    Gunter

  3. Moin zusammen,
    also mein Hauptkriterium als Reisefotograf war die Wetterfestigkeit, da man ja meist draußen ist und ich schon wiederholt von Regen, Schnee usw. überrascht wurde. Nach Studium der versch. marken fiel die Wahl eindeutig auf PENTAX K5 II. Die ist sowas von abgedichtet, da können sich alle anderen Hersteller eine Scheibe von abschneiden. Hab die schon bei strömenden Regen oder in der Gischt eines Wasserfalls problemlos benutzt.

    Eure Berichte verfolge ich natürlich immer mit großem Interesse.

    Gruß
    Peter

  4. Habe seit über fünf Jahren die Lumix FZ-48 im Einsatz – und hätte mir nach zigtausenden Fotos auf fünf Kontinenten nur in seltenen Situationen einen weiteren Weitwinkel, ein noch stärkeres Tele oder höhere ISO-Zahlen gewünscht. Sie passt zwar nicht in eine Hemdtasche /wie eine vorher lange benutzte Kompaktkamera) aber sehr wohl mit eingefahrenem Zoom in eine Jackentasche. Und der optische Bildstabilisator „packt“ es meistens auch bei maximaler Brennweite und langen Belichtungszeiten (ich staune immer wieder über diese Ingenieur-Leistung): Ein Stativ kommt kaum noch zum Einsatz …

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